Bücher sind so schwul

28 Nov

Kennen Sie Katharina Hacker? In einer Besprechung ihres neuen Romans kommen vor:

Anton, der Arzt auf der Suche nach der Liebe seines restlichen Lebens, und Bernd, der schwule Buchhändler,

Wetten, dass Anton hetero ist? Schwule nämlich sind nie auf der Suche nach der Liebe ihres Lebens, sondern eben – schwul. Immerhin haben sie heute einen Beruf. Heteros hingegen werden über alles mögliche definiert, nur nicht über ihre sexuelle Orientierung.

Ob Hacker für diese geradezu beispielhafte Heteronormativtät verantwortlich ist oder der Rezensent, mag der Leser entscheiden. Sachdienliche Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.

6 Antworten zu “Bücher sind so schwul”

  1. metrake 28. November 2009 um 17:56 #

    Dass die Rezension in „Welt online“ erschienen ist, sagt eigentlich schon alles.

    • Damien 28. November 2009 um 18:09 #

      Wieso? Dort erscheinen regelmäßig Rezensionen, in denen Homosexualität differenziert, unaufgeregt und in angemessener Weise thematisiert (also weder verschwiegen noch klischeehaft dargestellt) wird.

  2. Friedrich II 4. Dezember 2009 um 02:22 #

    Man kann’s auch übergenau nehmen. „Sie suchen das Glück. Alix, die Graphikerin (die an der selben Krankheit leidet wie vielleicht der ganze Roman, an einer akustischen Überempfindlichkeit), und ihr Mann Jan, der Psychotherapeut, Anton, der Arzt auf der Suche nach der Liebe seines restlichen Lebens, und Bernd, der schwule Buchhändler, Heinrich, der pensionierte Oberstaatsanwalt, und seine Frau Clara.“ So lautet die Aufzählung der Figuren in zitierter Rezension. Jede von ihnen wird mit bestimmten Eigenschaften vorgestellt, die einander nicht 1:1 entsprechen. Die eine ist Graphikerin, die an akustischer Überempfindlichkeit leidet, der andere schwuler Buchhändler. So what?

  3. Damien 4. Dezember 2009 um 11:10 #

    Bei dem einen wird die sexuelle Orientierung hervorgehoben, bei den anderen wird sie nicht erwähnt. Meine Vermutung war, das liege daran, dass sie hetero sind. Das kann man Heteronormativität nennen. Das sagte ich. Das meinte ich. That’s all.

  4. Friedrich II 4. Dezember 2009 um 21:08 #

    „Heinrich … und seine Frau Clara.“ Scheint mir ein deutlicher Hinweis auf die Heterosexualität des Protagonisten zu sein.

  5. Damien 4. Dezember 2009 um 22:01 #

    Nein, es ist ein deutlicher Hinweis auf die Frau von Heinrich. Die Heterosexualität liegt natürlich nahe. Mehr aber auch nicht.
    Bei Bernd geht es nur und direkt um die sexuelle Orientierung.

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