Niemand hat die Absicht, einen Homosexuellen zu diskriminieren

2 Dez

In Meersburg rudert man zurück:

Die CDU ist sehr weltoffen, ich kenne keinen, der Schwule oder Lesben diskriminieren will

Oder vielleicht doch einen oder zwei?

Die im Laufe der Diskussion zu diesem Antrag von zwei Teilnehmern geäußerten Ansichten zum Thema Homosexuelle entsprechen deren persönlicher Auffassung und geben weder die Meinung des Ortsverbandes noch der CDU zu diesem Thema wieder

Die Anregung eines örtlichen SPD-Funktionärs, die Teilnehmer mit persönlicher Auffassung zu einem Parteiaustritt zu bewegen, stößt bei der CDU auf keine Gegenliebe:

„Wir haben Meinungsfreiheit“, zudem habe Werner Leicht niemanden persönlich beleidigt.

Sag mal, CDU Meersburg, wenn einer Juden als Schmarotzer bezeichnet oder Schwarze als intelligenzgemindert, ist das dann auch keine persönliche Beleidigung? Immerhin:

Schwieriger ist der Fall Anton Model, der kurz zuvor als Beisitzer in die Vorstandschaft gewählt worden war. „Der Vorstand distanziert sich klar von solchen Äußerungen und bedauert, wenn sich Personen oder Personengruppen dadurch diffamiert fühlen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme, die Hans-Heinrich Gerth formuliert hat. Allerdings bekennt er, dass er Model in dieser Frage nicht habe kontaktieren können. „Wenn er sich nicht von seinen Äußerungen distanziert, dann kann er nicht im Vorstand bleiben“, findet er.

Ich fasse zusammen: In der CDU will niemand Homosexuelle diskriminieren. Wer es doch tut, nimmt sein Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch. Außer, er sitzt im Vorstand, da gibt es sowas (Meinungsfreiheit) nicht.

Das Beste ist übrigens die Unterschrift unter dem obligatorischen Wowereit-Bild:

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist einer der prominentesten Polotiker

Woran der Journalist wohl nach den ersten vier Buchstaben seiner Wortschöpfung gedacht hat?

4 Antworten zu “Niemand hat die Absicht, einen Homosexuellen zu diskriminieren”

  1. Schlump 4. Dezember 2009 um 15:17 #

    Guten Tag,

    das ist ja nur die flach gehaltene Variante! Ich erlaube mir,genau wie Steven Milverton, den vollen Text aus dem Suedkurier.de zu posten:

    Zitat Anfang:

    Bis zum letzten Punkt „Anträge“ war es eine ziemlich normale Hauptversammlung des CDU-Ortsverbandes Meersburg: trotz Neuwahlen und einer nüchternen Bilanz des scheidenden Vorsitzenden Hans-Heinrich Gerth. Doch dann verlas der neue Vorsitzende Martin Frick die Anträge von Werner Leicht aus Stetten. Zum einen erregte er sich über das EU-Kruzifix-Urteil, denn er befürchtet, dass es auch in Deutschland zur Entfernung von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden führt. Der CDU-Ortsverband solle beim EU-Gerichtshof Protest einlegen. Und dann stört den Diplom-Ingenieur, dass die neue Regierung, wie er gehört habe, die „Gleichstellung der Homo-Ehe weiter vorantreiben wolle“. Er verlangt, der Ortsverband möge den „Mandatsträgern“ schreiben, dass er dies ablehne.

    Leicht bekommt Schützenhilfe von Anton Model. Dieser ereifert sich über den homosexuellen Hamburger Regierenden Bürgermeister Ole von Beust, dem er schon mal habe schreiben wollen, „weil er bei einer Schwulenparade dabei war.“ Model fragt sich: „Was ist mit dem C in CDU?“

    Zwar versucht der alte Politfuchs Werner Endres noch, zwischen den erregten Äußerungen, die Luft raus zu nehmen. Dabei geht er weniger auf ihren Inhalt ein, sondern verweist auf die vielen innerparteilichen Hürden und die geringe Chance, bis ein Antrag aus einem Ortsverband tatsächlich bei einem Bundesparteitag ankommt.

    Doch die Debatte ist nicht mehr zu stoppen. Der 19-jährige Adrian Künstler wirft ein: „Ein Grund, warum es weniger Zulauf zur christlichen Partei gibt, ist diese Intoleranz.“ Leicht retourniert: „Junger Freund, der große Fehler kam“, als man Homosexualität nicht mehr als Krankheit angesehen habe. Das sei sie aber und sie trage dazu bei, dass die Bevölkerung immer mehr abnehme. Als Künstler entgegnet, Homosexualität sei „keinesfalls gesellschaftsvernichtend“, kann Leicht gar nicht mehr an sich halten und bezeichnet Homosexuelle als „pervers“. Horst-Peter Schieber „beschwichtigt“: „Wir müssen mit der Zeit gehen“, obwohl: „Ich bin auch nicht dafür, dass so Schwule rum rennen.“
    Steffen Rötzer meldet sich: „Ich kann nur davor warnen, dass man wegen einer Eigenschaft auf einen Menschen zeigt und sagt: ‚Das ist ein schlechter Mensch!’“ Man müsse sich vielmehr selbst fragen: „Was können wir dagegen tun?“ Rötzers Antwort: Wenn es gelänge, den Familien wieder mehr Raum zu geben, dann könne man diese „neuen Phänomene“, die „Strömungen, die man nicht haben will, an den Rand drängen.“ Gemeint ist damit wohl die Homosexualität.

    Frick, frisch gewählt, hat die Debatte bisher laufen lassen und versucht nun, so etwas wie versöhnliche Töne anzuschlagen: „Da auch die Bibel nicht dazu schweigt, meint Herr Leicht vielleicht, dass die CDU sich damit auseinander setzen muss.“ Man beschließt, ohne darüber unter den rund 30 Anwesenden direkt abzustimmen, das Thema weiter im Vorstand zu diskutieren. Karl-Heinz Horn fügt noch hinzu, die Familie und die Kirche müssten wieder mehr an Bedeutung gewinnen, doch man könne nicht gegen bestehende Gesetze vorgehen. Ein CDU-Mitglied sagt zu Leichts Ansichten leise: „Und da wundert man sich, wie das Dritte Reich entstanden ist.“ Er und ein paar andere spenden Künstler Beifall. Über Leicht sagt Schüler Künstler laut: „Die Meinung stirbt mit ihm aus.“

    Zitat Ende

    Zitat Milverton:
    Es sie daran erinnert, dass die LSU (Lesben und Schwule in der Union) für diese Partei und die in ihr versammelten Schwulenhasser Wahlkampf machen.

    In eigener Sache „Polotiker“ gibt es in jeder Fraktion und nur weil ein Wort mit Po Anfängt muß man nicht zwangsläufig Analaffiziert sein!

    In dem Sinne noch ein kontemplatives Po gerichtetes Wochenende.

    Lasst es krachen Ihr lieben !

    LG,

    vom Schlump

  2. Schlump 4. Dezember 2009 um 18:28 #

    Warum ist den mein Post entfernt worden?
    Ohne einen Kommentar!

    Habe ich gegen etwas verstoßen.
    Bitte klärt mich doch auf.

    Danke!

  3. Damien 4. Dezember 2009 um 19:36 #

    Sehr geehrtes Schlump,
    nichts ist entfernt worden. Sie brauchen nur etwas mehr Geduld. Die Kommentare müssen von uns erst frei geschaltet werden und wir sitzen nicht die ganze Zeit vor dem PC.

    Apropos verstoßen: Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, auch unseren ersten, im obigen Beitrag verlinkten, Post zu Meersburg zu lesen, hätten Sie sich Ihren Kommentar weitgehend sparen können. Und, im Gegensatz zu Herrn Milverton, gelernt, dass es in der CDU nicht nur Schwulenhasser gibt. Die Welt, sie ist bunt.

  4. Alexx 8. Dezember 2009 um 13:12 #

    Die CDU ist eine peinliche Veranstaltung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: