Der Patriarch und das Mädchen

13 Dez

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat nicht mehr alle Tassen im Schrank: Das jedenfalls ist die Meinung der russisch-orthodoxen Genossen, verkörpert durch Erzbischof Hilarion:

„Der Patriarch kann sich mit keiner Bischöfin treffen“, sagte Hilarion.

Frauen können nicht in der Nachfolge der Apostel stehen“, erläuterte der Erzbischof die Position seiner Kirche. Zudem seien nach orthodoxer Auffassung die protestantischen Kirchen keine wirklichen Kirchen, sondern lediglich Gemeinschaften von Christen.

Ja, ja, so sind sie die Orthodoxen. Sich nur mit Männern treffen wollen, aber gleichzeitig Homosexualität ablehnen. Muss man das verstehen?

„Sie rechtfertigen vom theologischen Standpunkt die Homosexualität, ja segnen gar Ehen zwischen Homosexuellen. Manche halten Abtreibung für keine Sünde“, kritisierte der Hilarion, nach Patriarch Kyrill I. zweitmächtigster Mann in der russisch-orthodoxen Kirchenhierarchie.

Für mich stellt sich die Frage, warum die Evangelische Kirche in Deutschland so scharf darauf ist, überhaupt in Kontakt mit den Orthodoxen zu treten, wenn diese ihr gegenüber so intolerant  agiert. Wie wäre es denn, im Gegenzug dem Patriarchen, ganz offiziell, folgendes mitzuteilen:

„Du hast Deine Ansichten, wir haben unsere. Wenn Dir unsere Vorsitzende und unsere Glaubenpraktiken nicht gefallen, dann kannst Du uns mal. Gesegnete Grüße.“

7 Antworten zu “Der Patriarch und das Mädchen”

  1. christianhannover 13. Dezember 2009 um 15:00 #

    ich habe das noch nie verstanden: erst erkämpfen sich die protestanten über jahrhunderte die unabhängigkeit und heute ist ihnen nichts wichtiger als von den anderen kirchen anerkannt zu werden. warum überhaupt?

    ein großteil der orthodoxen funktionäre in russland sind solche hinterwäldler, dass jeder vernünftige mensch froh sein sollte, nichts mit ihnen zu tun zu haben.

  2. Adrian 13. Dezember 2009 um 15:13 #

    Und ich habe noch überlegt, ob ich „Hinterwäldler“ schreiben soll 😉

  3. Ralf 13. Dezember 2009 um 15:22 #

    „Hintermondler“ träfe es vielleicht noch besser.

  4. martin 13. Dezember 2009 um 15:22 #

    Es ist doch so, dass die Einheit der Christen (die Ökumene) so etwas wie ein Glaubensauftrag für jeden ehrlichen Christen ist. Ob orthodox, katholisch oder evangelisch: Man kann als Christ nicht einfach ignorieren, was die anderen denken oder sagen. Insofern ist es auch kein Zufall, wenn sich ein orthodoxer Bischof über deutsche Protestanten so vehement beschwert. Das macht es nicht leichter, wenn man es mit orthodoxen (oder katholischen oder evangelikalen) Hinterwäldern zu tun hat. Aber deshalb ist die von Adrian skizzierte Antwort keine wählbare Alternative, wenn man sie sich auch wünschen würde.

  5. Thommen 13. Dezember 2009 um 19:28 #

    Bitte, warum gehst Du der Sache nicht auf den Grund!? Frauen und Homosexuelle dürfen nicht an den Altar Gottes treten, weil sie penetriert werden/sich penetrieren lassen. Nun staune nicht immer über die Orthodoxen, sondern lerne sie endlich zu verstehen. Dann musst Du Dich nicht über etwas aufregen, was einfach unter dem Tisch gehalten wird! Wenn die nicht dazu stehen können, dann sollten Schwule es tun und das vertrocknete Sperma in den Talaren ausschütteln! hehe!

  6. metrake 13. Dezember 2009 um 19:39 #

    Die orthodoxen Kirchen sind noch übler als die Katholen und Evangelen, das beste wäre:“Goa ned ignoriern“, wie man in Wien sagt.

  7. Toleranter Katholik 21. Dezember 2009 um 03:11 #

    Naja, immerhin sollte man sich darauf einigen können, dass das Umbringen unschuldiger Kinder im Mutterleib absolutes „no go“ ist.

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