Todesstrafe oder nicht – das ist hier die Frage

14 Dez

Wie bekannt sein dürfte, ist das afrikanische Land Uganda nicht gerade ein Musterbeispiel homophiler Gesetzgebung. Kürzlich wollte man dort sogar ein Gesetz verabschieden, welches für „schwerwiegende Homosexualität“ die Todesstrafe vorgesehen hätte. Doch, oh Wunder:

Kurz nachdem das Gesetz beschlossen wurde, gab es heftige Kritik seitens internationaler Politiker und internationaler Menschenrechtsverbände. So wandten sich der britische Premierminister Gordon Brown und Volker Beck, der menschenrechtspolitische Sprecher von Bündnis’90/Die Grünen, massiv gegen die geplante Einführung der Todesstrafe und der lebenslangen Haft. Auch der kanadische Regierungschef Stephen Harper kritisierte gegenüber der Regierung Ugandas das geplante Gesetz scharf.

Was allerdings nicht bedeutet, dass die Homos in Uganda nun aus dem Schneider sind:

Da das Gesetz nun ohne die Todesstrafe und die lebenslange Haft erlassen wird, gilt die alte Regelung, die Homosexualität mit 14 Jahren Haft unter Strafe stellt. Die anderen Regelungen des „Antihomosexualitätsgesetzes 2009“ bleiben aber in Kraft. So ist es nun verboten, sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einzusetzen, und mit solchen Personengruppen zu werben.

Was im Klartext bedeutet: Wer sich in Uganda outet, kommt in den Knast. Denn wie wir es auch aus Deutschland kennen, ist die schiere Existenz schwuler Liebe für manche nichts anderes als Reklame für einen verderbten Lebensstil.

3 Antworten zu “Todesstrafe oder nicht – das ist hier die Frage”

  1. prediger 14. Dezember 2009 um 15:06 #

    ich fürchte, hier bist du falsch informiert. soweit ich das sehe, ist dieses gesetz noch nicht verabschiedet und die rücknahme der todesstrafe keineswegs sicher. ein minister hatte zwar entschärfungen angekündigt, aber noch vor kurzem hat der intiator des gesetzes, david bahati bestritten, dass es irgendwelche änderungen aufgrund der internationalen proteste geben würde. wir müssen hier weiter abwarten bzw. weiter auf die wirkung von protesten hoffen.

    wenn allerdings nicht einmal der britische chef der anglikaner es hinbekommt, seinen anglikanischen schäfchen in uganda, die ja auf die bestrafung homosexueller total scharf zu sein scheinen, eine wirklich ernsthafte mahnung zu erteilen, dann sehe ich da leider ziemlich schwarz. außer einem lahmen „dududu“ gegen die todesstrafe hat der mann ja nichts rausbekommen.

  2. metrake 14. Dezember 2009 um 19:10 #

    Wo war der vollmundige Herr Westerwelle bei den Protesten? Ist mir da was entgangen?

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  1.     DEMOKRATISCH - LINKS » Blog Archiv » * Schwul in Uganda - 1. Dezember 2010

    […] Hier! und auch Hier! Das AIDS-Problem Ugandas, wie auch anderer Staaten Afrikas, ist nicht allein das […]

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