„Neue Homophobie“ – Warum es Schwulen vorzuwerfen ist, sich darüber zu beklagen, anders als die anderen behandelt zu werden

18 Dez

Das ARD-Magazin „titel, thesen, temperamente“, hat sich kürzlich mit dem Leben von Schwulen und Lesben beschäftigt und dabei festgestellt, dass es so etwas wie Normalität im schwulen Leben noch lange nicht gibt. Zugegeben, für diese Erkenntnis braucht man nicht besonders intelligent zu sein: es genügt ein wacher Blick für die reale Welt und ein wenig Einfühlungsvermögen. Und dann erkennt man auch, dass an Homosexuelle nach wie vor andere Maßstäbe angelegt werden, als an Heteros; dass man sich nach wie vor, wie ein Tier im Zoo fühlen muss, wenn man seiner Liebe ebenso Ausdruck verleiht, wie das Heteros tun; dass man nach wie vor Gefahr läuft, angemacht und angegriffen zu werden, wenn man es wagt, dem eigenen Geschlecht mehr Aufmerksamkeit zu zollen, als das der Rest der Menschheit tut.

Aber eben weil Heteros es gewohnt sind unter sich zu sein, weil sie die Mehrheit stellen und weil sie andere Maßstäbe an ihr Leben anlegen als an das von Schwulen und Lesben, verstehen viele eben nicht, worüber sich die Homos heutzutage immer noch beklagen. Oder sie wollen es nicht verstehen.

So wie Wolfgang Röhl, der auf der „Achse des Guten“ seine Analyse der ARD-Sendung zum Besten gibt, und in der wenige richtige Gedanken mit Merkwürdigkeiten und seltsamen Schlussfolgerungen angereichert werden:

ttt wollte die „Neue Homophobie“ anprangern, die angeblich in Deutschland machtvoll auf dem Vormarsch ist, ungeachtet der Akzeptanz schwuler Ministerdarsteller, Party-Bürgermeister und Mediennasen. Einvernommen wurden dazu Volker Beck sowie, natürlich, Rosa von Praunheim, dessen von 1971 datierender Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ als Gründungs-Manifest der deutschen Schwulenbewegung gilt.

Hier macht Röhl bereits den ersten Fehler, indem er nämlich vom Kultur-, Medien- und Politikbetrieb auf die Situation der Schwulen im Rest der Bevölkerung schließt. Sicher, in den „gehobenen Schichten“ dieses Landes gehört es nicht zum feinen Stil, sich allzu herablassend über Homosexuelle zu äußern. Nur ging es bei „ttt“ ja eben genau darum, die Situation für Schwule jenseits der Bohème unter die Lupe zu nehmen. Und da haben sowohl Volker Beck als auch Rosa von Praunheim durchaus das bessere Blatt als Röhl:

Beide beklagten wortreich, dass trotz heutzutage größerer Liberalität Schwule von breiten Teilen der Bevölkerung noch immer schief angesehen würden. Dass Umfragen ergäben hätten, dass die Hälfte aller Jugendlichen gleichgeschlechtliche Liebe nicht versteht, ein Drittel sie sogar ablehnt. Ja, dass auch die Zahl militanter Schwulenhasser immer stärker steige, wie die zunehmende Gewalt gegen Schwule zeige. Dazu wurden Fotos eines übel zugerichteten Schwulen eingespielt.

Dass die Zahl „militanter“, das heißt gewaltbereiter, Schwulenhasser tatsächlich ansteigt, kann man bezweifeln, da natürlich ein größeres Selbstvertrauen von Schwulen, den Schwulenklatschern erst Recht zeigt, wen sie zu verprügeln haben, bzw. eine höhere Bereitschaft Anzeige zu erstatten, Gewalt gegen Schwule sichtbarer macht. Nicht zu bestreiten ist allerdings die Gewalt an sich, sowie die Tatsache, dass Schwule eben natürlich „schief“ angesehen werden und nicht wenige Jugendliche „schwul“ als eines ihrer liebsten Schimpfwörter betrachten, wobei sie sehr genau wissen, mit welchen Inhalten sie dieses Wort zu füllen haben, und auf welche Sorte Menschen dieses zu projizieren ist.

Für Röhl allerdings stellen sich diese Alltagserscheinungen von Schwulen lediglich als „Komplexe“ dar:

Das waren gleich drei Komplexe. Erstens, eine größere Zahl auch jüngerer Menschen „versteht“ Schwule nicht. Besteht eine Verpflichtung zum Schwulenverstehen, die irgendwo im Grundgesetz versteckt ist? Muss man vielleicht auch Zeugen Jehovas, Veganer, allein erziehende Mütter, Mitglieder von Vertriebenenverbänden, Volksmusikfans oder die letzten Träger von Arschgeweihen „verstehen“, im Sinne von mögen?

Natürlich besteht keine „Verpflichtung“ dazu Schwule zu verstehen, natürlich muss man Schwule ebenso wenig mögen, wie man Zeugen Jehovas, Veganer oder allein erziehende Mütter mögen muss. Nur könnte man sich ja mal die Frage stellen, warum man Schwule nicht mag, und warum, wenn man sie denn nicht mag, sie deshalb zum Objekt von Hohn und Spott machen muss. Es ist ja nicht so, dass auf unseren Schulhöfen sich die Verachtung gegenüber den für „schwul“ Gehaltenen sich mit der Verachtung gegen Zeugen Jehovas, Veganer und allein erziehende Mütter die Waage hält. Worin liegt also der moralische Mehrwert, Menschen, die sich lieben, zu verlachen, zu verachten und zu verspotten? Was geht in Menschen vor, die es nicht mögen, die gar aggressiv werden, wenn zwei Menschen sich gerne haben?

Zweitens, selbst wenn Leute Homosexualität „ablehnen“ – ist das strafbar? Verwerflich? Homosexualität ablehnen, was heißt das konkret? Für sich selbst ablehnen? Wonach und wie wurde bei den so genannten Studien gefragt?

Und wieder: Nein, es ist  – Gott sei Dank! – nicht strafbar, wenn Menschen Homosexualität ablehnen, aber auch hier stellt sich die gleiche Frage wie oben: Warum sollte man Homosexualität ablehnen? Denn, auch wenn Röhl hier den Trick versucht, zu suggerieren, es könnte doch sein, dass die befragten Jugendlichen, Homosexualität lediglich für sich selbst ablehnen, überzeugt das nicht. Denn wenn man etwas für sich selbst ablehnt, muss man sich noch lange nicht über diejenigen mokieren, die das anders als man selbst sehen und ihr Leben eben „anders als die anderen“ leben. Wie Gegenwart und Geschichte beweisen, war die Antipathie gegenüber Homosexualität immer damit verbunden, die Protagonisten dieses „Lebensstils“ für ihr Tun zu bestrafen, entweder indem man sie in den Knast steckt, oder indem man sich über sie lustig macht – oder mal eben zusammenschlägt.

Doch Röhl ficht das nicht an:

Probieren wir es mal mit dem common sense approach? Also, Homosexuelle sollten sich möglicherweise mit dem Gedanken vertraut machen, dass ihr Lebens- und Liebesstil den meisten Heteros ähnlich erstrebenswert vorkommt wie das umgekehrt der Fall ist. Kein Problem, oder?

An sich nicht, nur, rennen Homos eben nicht durch die Straßen um Heteros aufzumischen, rufen Homos den Heteropärchen nicht „Pussificker“ hinterher, initiieren Homos keine Volksabstimmungen, um Heteros die Ehe zu verweigern. Ist es nicht erstaunlich, dass Homos eben nicht zu diesen Mitteln greifen, und das, obwohl ihnen der heterosexuelle Lebensstil doch so überhaupt nicht erstrebenswert scheint?

Drittens, mit der steigenden Gewalt gegen Schwule, die gelegentlich den Charakter von Mordversuchen annimmt, hat das Vorherige nichts oder nahezu nichts zu tun. Schwulenwitze, Tuscheln am Arbeitsplatz, Stammtischgeblöke hin oder her, am Ende liegt doch niemand mit eingeschlagenem Schädel auf der Straße. Jagdszenen aus Niederbayern? Das war mal, in den Fünfzigern und Sechzigern.

Nein, niemand liegt mit aufgeschlagenem Schädel auf der Straße. Außer manchmal. Und zuweilen auch, nachdem sich der Schläger mal wieder am Stammtisch davon überzeugt hat, dass man Schwulen nun garantiert nicht mit dem selben Anstand begegnen muss, wie anderen Mitgliedern der Gesellschaft.

Was heute in schwulen Netzen – aber auch nur dort -heftig diskutiert wird, sind ganz andere Bedrohungen. In Groß- und Mittelstädten, wo schicke, schwule Viertel oft an die Kieze von Migranten grenzen (gemeint mit Migranten sind hier Türken und Araber, nicht Portugiesen oder Vietnamesen), müssen offen Schwule – manchmal auch nur Männer, die einen schwulen Eindruck machen – nach Einbruch der Dunkelheit mit Prügel und Schlimmerem rechnen.

Ja, und was will uns Röhl jetzt damit sagen? Dass solange die Option besteht, von Migranten verprügelt zu werden, man sich nicht so anstellen muss, wenn man von guten Deutschen als Schwuchtel beschimpft wird?

Ein dafür typisches Revier ist die ungemein hip gewordene Lange Reihe in Hamburg, unweit des traditionell linken Schauspielhauses, ein paar Häuserblocks entfernt von der Multikultiwelt hinter dem Hauptbahnhof. Typisch ist die Lange Reihe auch für die Schizophrenie dort lebender Schwuler, die genau wissen, wer ihre Feinde sind, diese aber partout nicht öffentlich benennen mögen. Ausländerfeindlich? Wir doch nicht!

Wäre es denn umgekehrt ausländerfeindlich, wenn die dort lebenden Schwulen ihre „Feinde“ klar benennen würden? Wenn man also sagen würde, dass man es für problematisch hält, dass Menschen mit einer Mentalität aus der Steinzeit, Machismo und einer immer stärker politisierten Religion, die Straßen gewisser Viertel zahlenmäßig dominieren? Was an sich ja noch nicht schlimm wäre, wenn diese Menschen nicht versuchen würden, ihre Vorstellungen von Leben anderen Leuten mit Gewalt aufzuzwingen; seien es Töchter ohne Kopftuch oder Männer ohne Drang zur Vagina.

Von diesem, dem eigentlichen, Konfliktherd war bei ttt so gut wie nichts zu sehen. Wie auf einem anderen, weit abseits liegenden Gleis spulte der Beitrag ab, vollkommen losgelöst von der Realität. Schwule, die ihn gesehen haben, mussten sich nachgerade vergackeiert fühlen. Ob sie die ttt-Redaktion mit Protestmails überzogen haben?

Zwar hat Röhl in seinem gesamten Beitrag lang und breit zu verstehen gegeben, dass er wenig Ahnung vom Leben und den Problemen hat, mit denen Schwule sich  herumschlagen müssen, aber natürlich meint er, ganz genau zu wissen, dass Schwule sich durch die „ttt“-Sendung „vergackeiert“ fühlen mussten. Doch selbst wenn die ARD schwulenfeindlichen Migranten weniger Aufmerksamkeit geschenkt hat, als diese verdienen, reicht das eben noch lange nicht aus, um die Sendung mit Protesten zu überhäufen. Denn die so genannte „Neue Homophobie“, die in „ttt“ thematisiert werden sollte, das ist eben nicht die Schwulenfeindlichkeit von Migranten, weil diese ja nichts anderes beinhaltet, als Gewaltbereitschaft gegen Schwule mit Tradition, Kultur und Religion zu begründen. Und das ist nun wirklich keine „Neue Homophobie“, sondern eine, im Gegenteil, nur allzubekannte.

„Neue Homophobie“, das ist, wenn überhaupt, etwas ganz anderes: Nämlich das beständige Insistieren von Heteros darauf, wie gut es Schwule doch hätten, und dass sie sich gefälligst nicht so haben sollen, wenn man ihr Leben mit anderen Maßstäben misst, als das von Heteros. „Neue Homophobie“ ist, wenn der Redakteur einer Schweizer Wochenzeitung Homosexualität zum „Kult“ erklärt, weil Schwule es wagen, heutzutage auf den Straßen Händchen zu halten. Und „Neue Homophobie“ ist es auch, wenn der Autor eines prowestlichen Blogs, die angebliche Indifferenz der Schwulen bezüglich homophober Migranten zum Anlass nimmt, sich selbst zu attestieren:

Ach, manchmal könnte man glatt homophob werden!

9 Antworten zu “„Neue Homophobie“ – Warum es Schwulen vorzuwerfen ist, sich darüber zu beklagen, anders als die anderen behandelt zu werden”

  1. Cyrano 18. Dezember 2009 um 20:01 #

    Röhls Hetze, es ist nicht die erste dieser Art, hat mich auch heftig aufgeregt. Seine Vorgehensweise ist, das kleinere Übel gegen das größere auszuspielen, nicht strategisch (nach dem Motto – erst bekämpfen wir das … dann das), sondern essentiell: Wegen des größere Übels sei das kleinere zu akzeptieren.
    Analog stilisiert er (scheinbar) formal gleiche, sich gegenüberstehenden Sachlagen zu inhaltlich gleichen. Dabei wird selbst das formale von ihm willkürlich gesetzt. Auf sein „Argument“, dass „Homosexuelle … sich möglicherweise mit dem Gedanken vertraut machen [sollten], dass ihr Lebens- und Liebesstil den meisten Heteros ähnlich erstrebenswert vorkommt wie das umgekehrt der Fall ist“, wurde hier ja schon hingewiesen, „Schwule Schläghertrupps“, die Nachts durch die Straßenziehen, und „Heten klatschen“ gehen, sind mir allerdings noch nie über den Weg gelaufen… Besonders ekelhaft, vor allem aber auch analytisch falsch, stieß mir aber gleich zu Anfang des Artikels die Gleichsetzung homosexueller mit „Zeugen Jehovas, Veganer, allein erziehende Mütter, Mitglieder von Vertriebenenverbänden, Volksmusikfans oder die letzten Träger von Arschgeweihen“, auf der ja die gesamte „Verstädnis ist antidemokratisch-“ Argumentation aufbaut. Hier wird suggeriert es handele sich bei Schwulen um eine einheitliche Gruppe, die ein politisches Ziel verfolgt, wie etwa die Vertriebenenverbände und (im weiter gefassten Sinne) die Zeugen Jehovas… und vielleicht die Volksmusiker, da bin ich mit nicht ganz sicher… Immerhin schmeißt er mit den Alleinerziehenden Mütter gleich noch ne ganze Menge Menschen in den Topf derer, die man nicht unbedingt verstehen muss, iss ja auch wirklich nicht einsichtig, warum die sich nicht mal schnell nen neuen Versorger suchen.

  2. Thomas Christopher 18. Dezember 2009 um 20:44 #

    „Drittens, mit der steigenden Gewalt gegen Schwule, die gelegentlich den Charakter von Mordversuchen annimmt, hat das Vorherige nichts oder nahezu nichts zu tun. Schwulenwitze, Tuscheln am Arbeitsplatz, Stammtischgeblöke hin oder her, am Ende liegt doch niemand mit eingeschlagenem Schädel auf der Straße. Jagdszenen aus Niederbayern? Das war mal, in den Fünfzigern und Sechzigern.“
    Ja, er scheint Expertise inne zu haben, denn die große verachtend schweigende oder Minderheiten herabwürdigende Mehrheit war noch nie eine Bedrohung für eine pluralistische Demokratie, geschweige denn die betroffene Minderheit selbst.
    Ist es so schwer, sich diesen Zusammenhang zusammenzudenken?
    .
    Danke Adrian, dass du an diesem Blog schreibst, es ist oft sehr, sehr interessant.

  3. DDH 19. Dezember 2009 um 18:42 #

    Schön zu sehen, wie den neokonservativen GutäXlern ihre liberale Maske verrutscht und das wahre ordinär rechte Antlitz zum Vorschein kommt!

  4. fatalfraktal 19. Dezember 2009 um 20:11 #

    Naja, wenn es dem gesellschaftlichen Frieden dient, wenn es sich eh nur um Kult oder Modeerscheinung handelt und um muslimische und sonstige Prolljungs nicht vom rechten Weg und wegen Schwulenklatschens in den Knast zu bringen, wäre es vielleicht besser ich scheide aus der Homogemeinschaft aus. Das hätte sicher auch meinen Eltern weniger Sorgen bereitet, hätte ich mich schon früher einsichtig gezeigt und die armen Abeitskollegen wussten auch häufig nicht, wie sie sich verhalten sollten. Ich weiß nun, ich war und bin eine echte Zumutung. Wo muss ich hin, um aus der Homosexualtität auszutreten? Ich bin für jeden Hinweis sehr dankbar!

  5. Odo 20. Dezember 2009 um 04:49 #

    Unter pseudoliberalen Volksgemeinschaftsdemagogen ist es chic, sich eine Minderheit zu suchen, die sie ablehnen, um dann die Ablehnung von sich zu weisen, indem sie auf eine noch reaktionärere Gruppe projiziert wird. Mittels dieser Hinterhältigkeit werden direkt zwei Fliegen auf einen Schlag erlegt: Einerseits gegen Schwule gehetzt und andererseits gegen reaktionäre Moslems Stellung bezogen, da man sonst Gefahr liefe noch vom Thron gestoßen zu werden.

    Denn wie undankbar können Schwule nur sein, dass sie sich nicht endlich davontrollen, da nun doch die so großzügige autochtone Volksgemeinschaftsführung brutalste Mittel der Durchsetzung heterosexistischen Wahns inzwischen nicht mehr präferiert.

  6. Blub 20. Dezember 2009 um 20:13 #

    Bevor hier nur gegenseitig Schenkelkopfkommentare stehen, mal etwas Kontra. Meines erachtens v.a. ein Mücke-ist-ein-Elefenant-Artikel. Die ihm vorgeworfene gesellschaftliche Abgehobenheit, kann man auch Euch unterstellen (salopp „nur schwul im Kopf und Leben“).

    Natürlich unterschätzt Röhl die Konsequenzen der Sticheleien gegen Schwule im Kleinen, was nicht gutzuheissen ist, aber in vielen Fällen absolut harmlos (Teils auch von Leuten, die Schwulen sehr positiv gegenüberstehen).

    Im Kern hat Röhl durchsaus recht. Er sagt zu recht, dass die Umfragen überbewertet werden. Das hat mit der Methodik und Fragestellung zu tun, aber auch mit dem, was reininterpretiert wird (Soziologen suchen immer einen Grund, warum Deutsche das Böse der Welt sind). Hauptpunkt: Es gibt einen Unterschied zwischen gutfinden und akzeptieren. Ich finde Christen nicht gut, aber ich kann sie akzeptieren.

    Darüberhinaus setzt er durchaus den Finger in die Wunde, dass die Gründe für einen bevorstehenden Niedergang der schwulen Freiheit nicht darin besteht, dass in Umfragen, Leute sagen, dass sie schwulen Lebenstil nicht gut finden. Meint man damit den schwulen Klischee-Lebensstil und Klischeeschwule? Wenns in der Umfrage um die geht, würde ich als Schwuler auch ankreuzen, dass mir das nicht gefällt. Das ist so ähnlich falsch wie bei ner Umfrage letzt, wo ich ausgefragt worden bin. Ich wurde nach den Geburtsländern der Eltern gefragt. Obwohl Urdeutsche liegen die im Ausland und so bin ich da sicher als Migrationshintergündler gezählt worden. Soviel zu Umfragen, bei den Unternehmensumfragen frag ich mich noch viel mehr, wie die damit was erreichen wollen, denn die Fragen grottenfalsch, um Kundenwünsche und Wertschätzungen zu ermitteln. Sorry, bin abgeschweift.

  7. Adrian 20. Dezember 2009 um 21:11 #

    @ Blub

    Mag sein, dass die Umfragen überbewertet werden, man kommt aber nicht umhin, festzustellen, dass eben die Ergebnisse der Umfrage sich in Folgen äußern, die ich oben ja auch ausgeführt habe.

    Wenn es den Menschen nur darum geht, Homosexualität für sich selbst abzulehnen, bzw. sie Homosexualität „nicht verstehen“, würde daraus nicht der ganze Käse folgen, mit denen Schwule sich tagtäglich herumzuschlagen haben.

    Röhl suggeriert, Schwule könnten heute – abgesehen von den gewalttätigen Migranten – ebenso leben wie Heteros und behauptet, es gäbe sowohl bei Heteros als auch bei Homos im Grunde genommen keinerlei Unterschiede, was die Reaktionen auf die jeweils andere Gruppe betrifft. Das ist einfach nur falsch.

    Um mal den Holzhammer raus zu holen: Es ist ja kein Zufall, dass Schwule vermehrt an Depressionen, Alkoholismus und Minderwertigkeitskomplexen leiden, dass sie sich in Drogen flüchten, dass jugendliche Schwule eine erhöhte Selbstmordgefärdung aufweisen.

    Ein küssendes Heteropaar löst selten negative Reaktionen aus, ein Homopaar kann sich dessen niemals sicher sein.

  8. Lars 13. Januar 2010 um 13:29 #

    Um mal auf den „Holzhammer“ einzugehen: Das Schwule vermehrt unter Depressionen, Alkoholismus und Minderwertigkeitskomplexen leiden, dass sie sich in Drogen flüchten, dass jugendliche Schwule eine erhöhte Selbstmordgefärdung aufweisen, würde ich persönlich eher auf die Verhältnisse in Schwulenszene und auf das oberflächliche Verhalten untereinander festlegen wollen. Und nicht auf einen unerträglichen Druck, so bedenklich auch vereinzelte Erscheinungen in einer heterogeprägten Gesellschaft für Manchen auch sein mögen.

    Ich sehe die Sache ähnlich, wie Blub.

  9. Rick 3. Januar 2014 um 15:05 #

    Hier schreiben einige die nur nur wenig Ahnung von ALLEN diskutierten Hintergründen haben und wie Psychologie funktioniert.

    Die Homophobie beginnt in fast allen Fällen bereits in der Kindheit, wenn Mutter, Vater oder selten auch beide Seiten enormen Druck ausüben und das Kind „heilen“ möchten. Und dieser Fakt ist unumstößlich! Denn sie wurden ja selbst bereits mit dieser Denkweise von ihren Eltern herangezüchtet.
    Wenn somit einem homosexuellen Menschen bei seinem „Anderssein“ selbst von der Familie nicht geholfen wird sich in dieser Gesellschaft zu behaupten, unterliegt er dann besonders dem Druck der Menschen, die Homosexualität als „das Böse“ betrachten. Letzteres dadurch getriggert durch vornehmlich pseudoreligiöse Überlieferungen eines patriarchalisch geprägten Führungsstils.
    Männer der Kirche, des Islams und weiteren Glaubensrichtungen oder Splittergruppen legten und legen fest wie der Mann zu funktionieren hat. Mit Gott hat das nichts zu tun. Es sind menschliche Gedanken, die in einem Irrglauben eingebunden sind. Gott hat sich nicht vorgenommen sein Geschaffenes und dazu gehört der Mensch und natürlich auch der homosexuelle, zu verbieten. Liebe ist das höchste Gut und macht das Leben erst lebenswert.
    Es ist ja weniger verwerflich als „echter“ Mann alternierende Geschlechtspartnerinnen zu haben, sie zu unterdrücken, zu zwingen, zu beherrschen oder einfach fremd zu gehen als dass man die Lust am eigenen Geschlecht auslebt. Und diese Regeln soll ein Gott in die „Welt“ gesetzt haben?!
    Die Lust ist da und das in deutlich ausgerägterem Maßstab als sich viele eingestehen wollen. Famlienväter, die innerfamiliär rigide Vorschriften weitergeben, finden sich sehr häufig als willig und nicht selten auch passiv bei Treffs mit Schwulen. Und auch das ist psychologisch ganz logisch, denn wer immer den starken markieren muss lebt sehr gerne auch seine andere Seite aus. „Viele schwule Muslime gehen darum einen anderen Weg: Sie heiraten, bekommen Kinder und leben ihr Sexualleben heimlich aus. „Das sind die Schlimmsten (…) nach außen hin spielen sie den starken Mann und schimpfen auf die blöden Schwuchteln.“ Und wenn Hakan später mit ihnen alleine ist, wollen sie Sex.“(Zitat aus Schwul, Muslim, Deutschtürke – Spiegel online) –> Hier in bezug auf das Thema Migranten!

    Wir kennen die Fälle von vermeintlich starken Männern, die ja volkommen ausgeschlossen schwul sein dürften. Heroische Schauspieler die Frauenherzen schmelzen lassen, Fussballer, Politiker, Alexander der Große,Julius Cäsar, Friedrich der Große, Friedrich der II., Johann W. von Goethe, Ludwig der XIII., Wu (chinesischer Eroberer) uvm.. Nicht zu vergessen die unermesslich vielen Männer, die sich aus bekannten Gründen nicht eingestehen dürfen und durften Bi oder Homo zu sein.

    Warum viele (die Minderheit aller homosexuellen Menschen!) so gerne ihre Sexualität propagieren und nach außen zeigen ist sehr schlüssig. Sie müssen so agieren um „das Verbotene“ für sich zu entschärfen. Die große Mehrheit der gleichgeschlechtlich liebenden Menschen lebt zurückgezogen und unauffällig unter allen anderen Menschen. Es ist ihnen egal was andere in ihren Betten treiben so lange sie
    niemand schaden. Natürlich gibt es auf beiden Seiten schreckliche Ausnahmen.

    Argumentation: Sexualität dient alleine der Fortpflanzung? Unsinn! Es gibt viele Gründe die dagegen sprechen. Der Beweis von Liebe und Leidenschaft, sogar auch Abbau von Stress und vieles mehr. Ein eingeschränkter Horizont verleiht auch weniger Möglichkeiten Sexualität zu zelibrieren. Sex und Glaube passen nur bedingt zueinander. Und wenn Homosexualität nicht gut und berechtigt wäre, hätte die Evolution bereits dafür gesorgt dieses „Böse“ auszurotten. Wer sich in der Biologie und Evolutionstheorie auskennt weiß wovon ich rede.

    Eine kleine Randgruppe wird es in dieser unseren Welt niemals schaffen so frei und bedenkenlos zu leben wie es sein sollte. Alleine der Versuch diese Scheintoleranz offiziell in den Medien zu propagieren zeigt wie verstörend das Thema überhaupt ist. Egal ob neues Jahrtausend oder 2014 oder vermutlich 2050, wir bleiben Menschen mit Vorurteilen, tierischen Trieben, Schwächen. Es gibt homosexuelle Spielereien auch im Tierreich, doch dort wird niemand gejagt oder angegriffen.

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