Psycho-Folter auf Krankenschein

4 Feb

Der Ex-Gay-Observer hat einen Bericht aus dem Independent exklusiv übersetzt, in dem ein Journalist seine Erfahrungen bei der Umpolungsorganisation „Living Waters“ beschreibt. Wir erinnern uns:

Nach einem Bericht von Professor Michael King vom University College London versucht jeder sechste britische Psychiater oder Psychotherapeut, die sexuelle Orientierung eines Patienten zu verringern oder zu ändern.

Doch damit nicht genug:

In einigen Fällen bezahlt sogar der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) für die Behandlung.

Die der „Behandlung“ zugrunde liegende Theorie ist recht übersichtlich und wird von Joseph Nicolosi formuliert:

ein distanzierter Vater und eine dominante Mutter erzeugen in einem Kind tiefe Wunden, die zur Homosexualität führen. Er spricht über die Arbeit an seiner eigenen kalifornischen Umpolungsklinik. „Wir raten den Vätern: ‚Wenn du deine Söhne nicht umarmst, wird das ein anderer Mann tun‘. Den Müttern legen wir nahe, sich zurückzuhalten.“

Wenig Zurückhaltung zeigte allerdings die Psychotherapeutin, bei der sich „Matthias“ in Behandlung begab. Obwohl staatlich anerkanntes Mitglied der Britischen Vereinigung der Berater und Psychotherapeuten (BACP) kann man ihre Arbeitsweise nicht anders als brachial nennen:

In meiner letzten Beziehung, sage ich, spürte ich eine tiefe Liebe zu meinem Freund. „Das muss gebrochen werden,“ sagt sie.

Brechen muss man auch, wenn man sich die weiteren Fragen durchliest, mit denen die vermeintliche Fachfrau „Matthias“ penetrierte. Nicht zuletzt versuchte sie ihm einzureden, er sei sexuell missbraucht worden, schließlich müsse es ja irgendeinen Grund dafür geben, dass er homosexuell geworden sei.

Seine Empfindungen nach der „Behandlung“ beschreibt „Matthias“  als

verwirrt und geschädigt.

Die Therapeuten pflanzten Zweifel und Sorgen, wo es keine gab.

Ich weiß nicht, ob Wüstenstrom in Deutschland exakt so arbeitet. Wenn man diesen Text auf ihrer Homepage liest, könnte man es annehmen.

Peterson Toscano, der selbst zahlreiche Erfahrungen mit Umpolungsangeboten hat, sagt „Matthias“ heute dazu:

Es ist psychische Folter.

Eine Antwort zu “Psycho-Folter auf Krankenschein”

  1. Fg68at 5. Februar 2010 um 10:23 #

    Alles was ich von Wüstenstrom lese, lässt darauf schließen, dass es zumindest ähnlich abläuft. Es muss Verletzungen geben und dadurch versucht man sich unpassend zu ergänzen und durch Sexualität zu heilen.

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