Entschuldigung auf Knopfdruck

24 Feb

Die katholische Kirche in Deutschland hat sich bei den Opfern von Kindesmissbrauch entschuldigt und will ihre Vorschriften zum Umgang mit solchen Fällen überprüfen.

Wenn sich jemand bei mir so entschuldigen würde wie Robert Zollitsch in diesem Video, ich könnte das nicht ernst nehmen. Das klingt so unempathisch, abgespult und abgelesen, da kommt nichts von Herzen. Dabei wäre doch das Mindeste, was man von einem Repräsentanten der deutschen Katholiken erwarten könnte: Sprachlosigkeit, Fassungslosigkeit, Entsetzen, Scham, Mitleiden mit den Opfern… Doch nichts davon wird spürbar.

Was die Vorschriften zum Fallumgang betrifft, hätte ich einen Vorschlag. Rom beendet endlich die unselige Praxis, Homosexualität als Gabe Gottes zu sehen, ihre „Praktizierung“ (was für ein furchtbares technisches Wort, nebenbei bemerkt) jedoch zu untersagen. Der jetzige Aufwand, Schwule mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln vom Priesteramt fernzuahlten, würde entfallen. Die freiwerdende Energie könnte die Kirche nutzen, um Pädophile vom Priesteramt fernzuhalten. Zahlreichen Kindern bliebe Leid erspart und die Kirche gewönne auf lange Sicht wieder an Glaubwürdigkeit.

Eine Antwort zu “Entschuldigung auf Knopfdruck”

  1. admontmonks 24. Februar 2010 um 16:56 #

    sei doch ehrlich, wenn er sich barfuß vor seinen Dom stellen würde, mit Asche auf dem Haupt und Büßergewand. Es würde Dir keine Genugtuung bringen. Für dieses Verbrechen gibt es – meiner Meinung nach – eh kaum eine angebrachte Reaktion. Außer dass, was du eh schreibst: sprachlosigkeit, Fassungslosigkeit, Entsetzen, Scham, Mitleiden mit den Opfern…

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