Ja, man kann!

9 Apr

Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist – gelinde gesagt – umstritten, so umstritten, dass ihm die USA sechs Jahre lang die Einreise verweigerten – warum auch immer. Am gestrigen Donnerstag sprach er nun in New York zum Thema Meinungsfreiheit. Und ehrlich gesagt, was er dort zum Besten gegeben hatte, damit kann man leben, wenn man auch nicht in jedem Punkt zustimmen mag. Zu unser aller Lieblingsthema hier, äußerte er sich wie folgt:

Der Frage aus dem Publikum, ob jemand nach Ansicht des Professors offen homosexuell und gleichzeitig gläubiger Muslim sein könne, wich Ramadan jedoch aus. «Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Du machst, aber respektiere Dich als Menschen», antwortete Ramdan. Jede Person habe verschiedene Identitäten, letztlich sei der freie Wille entscheidend, welchen man folge.

Das ist als Antwort durchaus annehmbar, auch wenn man sich eine etwas überzeugenderes Statement gewünscht hat, z. B. dass es natürlich kein Problem ist, gläubiger Moslem und offen homosexuell zugleich zu sein.

Warum sollte es auch anders sein?

6 Antworten zu “Ja, man kann!”

  1. Ralf 9. April 2010 um 16:21 #

    Wir wissen doch alle, dass der Islam eine extrem schwulenfeindliche Sicht hat. Übrigens ist auch das Christentum nicht eben schwulenfreundlich, nur gibt es inzwischen einfach zu viele Christen, die nicht mehr bereit sind, die christliche Einstellung zum Thema für sich anzuerkennen. Wie auch immer: Weshalb sollte es erstrebenswert sein, ausgerechnet einer Lehre anzuhängen, die einen zur Hölle flucht und überall dort, wo sie hinreichend politischen Einfluss besitzt, ins Gefängnis oder auf den Richtplatz bringt?

  2. Carl 10. April 2010 um 09:00 #

    Ein interessanter, für mich erhellender, Artikel auf Cicero, nicht über das Zitat aber zur Person.

    Zitat:“Was Ramadan, genau wie die Muslimbrüder, hier vollzieht, ist die Islamisierung der Modern. Beide betrachten sich als Salafireformer und erklären alles, was den Prinzipien des Islam nicht widerspricht, als islamisch. Für die Salafireformer ist alles erlaubt, was im Islam nicht ausdrücklich verboten ist. Für die wahabitischen Salafiten ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Beiden gemein ist, dass sie den Boden der klassischen Doktrin nicht verlassen und sich daher schwerlich mit der autonomen Vernunft, geschweige denn mit den Menschenrechten, versöhnen können.“ Zitat Ende

    Link: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=2141

    Es wäre auch nicht das erste Mal, dass an westl. Zuhörer etwas komplett anderes gerichtet wird, als wie man es seinen eigenen Landsleuten verkauft.

    Bin weiterhin skeptisch.

  3. Carsten Penkella 12. April 2010 um 19:30 #

    Moslems sind nicht schwul. Schwule können keine Moslems sein.

  4. Damien 12. April 2010 um 20:38 #

    @Penkella: „Moslems sind nicht schwul.“. Ist das genetisch bedingt? Oder religiös? „Schwule können keine Moslems sein“. Was sagen Sie zu den existierenden Zusammenschlüssen schwuler Moslems? Alles Täuschungsmanöver?

  5. Carsten Penkella 12. April 2010 um 22:32 #

    Wo gibt es Zusammenschlüsse schwuler Moslems?

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