„EMMA“ gegen alle, „EMMA“ für die Wahrheit

10 Apr

Gut, dass wir die „EMMA“ haben. Wenn es das Schwarzerische Ego-Blatt nämlich nicht gäbe, wüsste man gar nicht, dass die Behauptung von Historikern, Schwulengruppen und anderen patriarchalen Lobbyisten, eine systematische Verfolgung von Lesben im Dritten Reich hätte es nie gegeben, volkommener Unsinn ist. Wie uns das feministische Blatt mitteilt, war dem nämlich durchaus so:

Schließlich war es eine der ersten Amtshandlungen der Nazis, Lotte Hahm und Elsa Conrad, die Leiterinnen der Berliner „Damenclubs“ Violetta und Monbijou und Lesben-Aktivistinnen, zunächst ins Gefängnis und dann ins KZ zu transportieren. Zwar wurde der § 175, der männliche Homosexualität bis 1969 mit Gefängnis bedrohte, auch in Nazideutschland nicht auf Frauen ausgedehnt, die homosexuellen Frauen jedoch dennoch verfolgt.

So wiesen die Forscherinnen Claudia Schoppmann und Ilse Kokula in Gesprächen mit Zeitzeuginnen nach, dass Blockwarte und Nachbarn Frauenpaare bei der Gestapo denunzierten und die Gestapo Listen über lesbische Frauen führte. Und in den Konzentrationslagern gab es gezielte Gruppenvergewaltigungen homosexueller Frauen, die man zudem „besonders gern in Bordelle steckte“, weil sie dort „wieder auf Vordermann gebracht würden“, wie ein Zeitzeuge berichtet, der zehn Jahre lang in verschiedenen Konzentrationslagern interniert war.

Ich bin ehrlich gesagt, leicht zerknirscht angesichts dieser Erkenntnisse, habe ich doch vor kurzem noch einen bitterbösen Beitrag geschrieben, indem ich  über das Berliner Homo-Mahnmal, bzw. konkret über den Effekt sich küssender Frauen auf heterosexuelle Männer, polemisiert habe. Aber man muss das verstehen, schließlich gehöre auch ich zu den schlecht informierten, dem Patriarchat verhafteten „schwulen Lobbyisten“, die nichts anderes wollen als

die Frauen (mal wieder) zu verschweigen

und die überdies

den Kern des Problems nicht verstanden […] haben.

Gut, gut, vielleicht habe ich den Kern des Problems nicht verstanden – das kann sein, das kommt vor – , lasse mich aber künftig gerne eines Besseren belehren. Wenn die „EMMA“ für die historische Wahrheit fechtet und Quellen liefert, welche die systematische Verfolgung von Lesben durch den Nationalsozialismus beweisen – Quellen, die seriöser sind als die, welche die allegegenwärtige Unterdrückung der Frau in der heutigen westlichen Welt belegen sollen -, wer wäre ich dem aus Prinzip zu widersprechen?

Denn, ob man es glaubt oder nicht, selbst ein „schwuler Lobbyist“, und Nutznießer des Patriarchats, ein Mann obendrein, ja selbst so einer hat zuweilen menschliche Anwandlungen.

Eine Antwort zu “„EMMA“ gegen alle, „EMMA“ für die Wahrheit”

  1. martin 11. April 2010 um 11:06 #

    Politik mit den Toten machen, diese Leichenfledderei finde ich wirklich nicht sehr geschmackvoll. Aber die Toten können sich ja nicht mehr wehren. Ich bin für die Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an den „Sekundärmissbrauch“ der Opfer des Nationalsozialismus in politischen Debatten um die Errichtung von Mahnmalen.

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