Die faulen Früchte der Heterosexualität

19 Mai

Man könnte meinen, man befindet sich in Polen oder Russland, aber es ist tatsächlich in Frankreich geschehen:

In Lyon ist es am Dienstagabend zu Zusammenstößen zwischen Homosexuellen, strenggläubigen Katholiken und Rechtsradikalen gekommen. Vor einer Kathedrale der französischen Stadt protestierten rund 200 Homosexuelle mit einer Küss-Aktion gegen Intoleranz und Homophobie.

Und wie hat man sich diese „Zusammenstöße“ vorzustellen? Haben sich die Homos mit den Katholiken und Rechtsextremisten geprügelt? Nein, nicht wirklich, es lief nur so ab, wie es immer abläuft. Die Homos haben „provoziert“ und das „gesunde Volksempfinden“ hat symbolisch den Galgen aufgestellt:

Dutzende Gegner der Demonstration, darunter neben zahlreichen Katholiken auch eine Gruppe schwarzgekleideter Skinheads, riefen den Homosexuellen feindliche Parolen zu. Sie trugen Kreuze und Spruchbänder mit Sprüchen wie „Wir sind Kinder von Heterosexuellen“ in den Händen.

Was für ein genialer Spruch! Und was wollten die damit sagen? Ich bin auch ein Kind von Heterosexuellen. Kaum zu glauben, oder?

6 Antworten zu “Die faulen Früchte der Heterosexualität”

  1. jiri 19. Mai 2010 um 16:53 #

    Der Rechtsextremismus und der Katholizismus unterscheiden sich halt manchmal nur durch die Form des Kreuzes.

  2. martin 19. Mai 2010 um 18:50 #

    So schaut’s aus, da haben sie wieder die richtigen Alliierten gefunden, diese Katholiken. Aber – das sollte ich einwenden – es gibt nicht nur solche Katholiken, die sich mit Rechtsradikalen verbinden, es gibt auch solche Katholiken, die zugleich Rechtsradikale sind. Und der Gekreuzigte wehrt sich nun leider nur selten gegen Kreuzesmissbrauch.
    Es ist ein Kreuz. Man sollte es abhaken. Entschuldigt diese Wortspielerei.

  3. TimoH. 19. Mai 2010 um 20:10 #

    Ich war dabei… auf Seiten der Küssenden.

    Es gibt in Frankreich einige Kreise der katholischen Kirche, die mit rechtsextremen Kreisen gemeinsame Aktionen machen und sich ideologisch sehr nahe stehe und oftmals auch mit dem Opus Dei verbandelt sind. Insofern war die Reaktion abolument prévisible und die Fundamentalkatho-Hackfressen erkennt man 100000 km contre le vent.

  4. Adrian 19. Mai 2010 um 20:57 #

    „Ich war dabei… auf Seiten der Küssenden. „

    Schön 😀

  5. TimoH. 19. Mai 2010 um 21:23 #

    Schön, aber auch ein wenig spooky.
    Ich hatte bisweilen den Eindruck ich stehe irgendwo in Kiew oder Vilnius oder in irgendwelchen osteuropäischen Dumpfbackenstaaten und nicht in einem Land dessen Staatsbürger ich bin und das ich für relativ frei hielt. Unheimlich…

    Der Kuss war natürlich schön wie immer-:)))))‘.

  6. Adrian 19. Mai 2010 um 21:31 #

    Hach ja…

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