Ganzheitliche Penetration

22 Mai

Wie der Schweizer „Tagesanzeiger“ berichtet, ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass sich Frauen, die eben noch auf Männer standen, ganz spontan in Frauen verlieben können, während Männer – spießig, langweilig, altmodisch und unflexibel wie sie nun mal sind – in ihrer sexuellen Orientierung eher fest gelegt seien. So weit, so gut.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist folgender Abschnitt:

Bei Männern ist der spontane Wechsel zum Schwulsein weniger häufig verbreitet. Bei männlicher Sexualität spielt die Penetration oft eine entscheidende Rolle. Frauen erleben Sexualität oft ganzheitlicher. Was für sie erfüllend und eben auch mit einer Frau möglich sein kann, ist für Männer oft erst das Vorspiel. Das ist ein entscheidender Faktor, dass Frauen eher spontan eine homosexuelle Beziehung eingehen als Männer.

Wenn ich die Aussage – die übrigens aus einem Mann-Frau-Klischeebuch abgeschrieben zu sein scheint – richtig verstehe, gehen Hetero-Männer ganz spontan deshalb nicht mit anderen Männern ins Bett, weil sie auf Penetration und weniger auf „ganzheitliche Sexualität“ stehen. Gibt es hier irgendeine Logik, die mir entgangen ist?

Vielleicht schaffe ich es über die Feiertage, den Sinn dieser Aussage zu entschlüsseln. Und wenn nicht, ist es auch egal.

3 Antworten zu “Ganzheitliche Penetration”

  1. Ralf 22. Mai 2010 um 13:33 #

    Um den Schwampf zu verstehen, bedürfte es wirklich eines Pfingstwunders. – Schöne Feiertage, Adrian!

  2. martin 22. Mai 2010 um 15:42 #

    Da sollte man mal einen Volkshochschulkurs anbieten: Ganzheitliche Sexualität mit und ohne Penis/Penetration. Könnte ich als Mann sicher gebrauchen…

  3. Thommen 23. Mai 2010 um 23:51 #

    Im Tagesanzeiger wird die soziale Dimension der Sexualität ausgeblendet! Männer sollen sich mit Frauen identifizieren, schon als Baby, drum werden sie von Geburt an „entfremdet“ und nie richtige Männer, die eine anale Penetration über die Prostata auch geniessen könnten. Statt dessen haben sie Todesängste, ihre nicht vorhandene Männlichkeit dadurch zu verlieren.
    Es wird mehr Homosexualität unter Männern praktiziert als unter Schwulen überhaupt. Alles um die Mütter und Frauen herum, die das nicht mitkriegen dürfen… 😉

    Frauen haben weniger Probleme mit Homosexualität, weil es da nicht um eine weitere Entwertung durch Penetration geht. Auch können sie sich wirklich mit ihren Müttern identifizieren, werden aber bald auf Väter und Männer „abgerichtet“ und somit „entfremdet“. Drum haben wir ja auch die vielen Heteroprobleme…

    Frauen kehren also mit Homosexualität zu ihrer usprünglichen Identifikation zurück, während Männer durch Homosexualität erst eine Identifikation mit dem eigenen Geschlecht erfahren können. (Das geht übrigens auch ohne Penetration!)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: