Modesünden und Modetrends – Mit Adrian beim An- und Ausziehen

7 Jun

Nachdem in der märkischen Tiefebene monatelang sibirische Temperaturen herrschten, schaut nun endlich die Sonne heraus, um die Hauptstadt in ein weiches, warmes Licht zu tauchen und den würzigen Duft der Hundekacke auf den Gehwegen voll zur Geltung kommen zu lassen. Und kaum steigen die Temperaturen, zeigen die Menschen sich etwas nackter, passt sich der Dresscode den Temperaturen an. Modesünden sind gerade in Berlin weit verbreitet, doch auch das „Nizza des Nordens“, wo unser Bloggerkollege Timo in seiner Eigenschaft als „schwuler Schnösel“ weilt, hat kleidungsmäßig so seine Tücken.

Wenn es denn wirklich Tücken sind. Hier meine ganz persönlichen Anmerkungen zu „Timos modischer Terrorliste„:

1. Muscleshirts sind etwas in dem man aussieht, wie ein eine billige Vorstadtschwuchtel oder eine provinzielle Kopie von Arnold Schwarzengger, beides unschön.

Es gibt in der Tat Muscleshirts, die absolut nicht zum Träger passen, was entweder am Träger oder an der stofflichen wie designtechnischen Beschaffenheit der Shirts liegen. Auch kommt es natürlich auf das Umfeld an, in dem man ein Muscle-Shirt trägt. Ich überlege seit Jahren, ob ich zum schwullesbischen Stadtfest in Berlin so ein Teil tragen soll. Bisher habe ich mich immer davor gedrückt. Wenn überhapt bevorzuge ich die Version mit weitem Ausschnitt und in dunkel, nicht in weiß, weil das zu sehr nach Unterhemd aussieht. Andererseits gibt es Männer die auch in weißem Shirt sehr sexy aussehen (siehe Bild).

2. Füsslinge meinetwegen, mein Ding sind sie nicht, die Alternative Socken ist allerdings so gruselig, dass die Geschmackspolizei hier Gnade walten lässt. Allerdings: Füsslinge in Segelschuhen gehen GAR NICHT, genauso wenig wie ebendiese im Winter.

Füßlinge? Ist das diese Fußbekleidung aus der Familie der Socken, die im Gegensatz zu den echten Socken aber nur bis kurz über die Fersen reicht?  In der Tat sind Füßlinge den Socken vorzuziehen Zu der Kombination mit Segelschuhen habe ich keine Meinung, bin aber im Wesentlichen der Ansicht, dass Füße auch ruhig nackt sein dürfen und an warmen Tagen Sandalen vollkommen ausreichen.

3. Kurzärmelige Hemden, hier ein kategorisches NEIN! Jedes gute Herrenhemd hat eine Vorrichtung zum Hochkrempeln, hochgekrempelte Hemden sind sexy, sie haben etwas dynamisch zupackendes.

In der Tat gibt es kaum etwas, das sexier ist, als ein Mann in Herrenhemd und hochgekrempelten Armen. Das ist einfach nur göttlich!

5. Männer, die im Büro Halbarmhemden tragen und in der Freizeit 3/4 Hosen, tragen gerne mal die eine oder andere Treckingsandale. Beim Wandern sind diese Dinger sehr gut – leider völlig unästhetisch, aber Wandern und Ästhetik schließen sich nunmal aus -, im verminten Gelände der Großstadt indessen sollte man es einfach lassen.

Warum? 3/4 Hosen können sehr kleidsam sein, erst recht, weil Mann hier endlich einmal Bein zeigen kann. Im Gegensatz zu dem nämlich, was uns die frauenfixierte Gesellschaft suggerieren möchte, ist es keineswegs so, dass Mänerbeine grundsätzlich weniger ansehnlich wären als die von Frauen. Wichtig ist bei 3/4 Hosen allerdings die Kombination mit der Fußbekleidung. Wenn Halbschuhe, dann in Füßlingen, und der absolute Horror sind 3/4 Hosen mit hochgezogenen Socken und als Krönung Sandalen. Das macht einfach keinen Sinn: Wenn man seine Socken hochzieht, dann braucht man keine 3/4 Hose und auch Sandalen konterkarieren ihren Zweck, wenn man zugleich Socken anhat.

Im Übrigen: Ich rede hier von den Vorteilen der 3/4 Hose. Kurze Hosen, die bereits über dem Knie aufhören, das geht nun wirklich zu weit.

6. Mit der Farbe weiß gilt es sparsam umzugehen, ganz in weiß sieht man schnell aus wie Radu, der Mafiaboss aus den Ostkarpaten.

Volle Zustimmung. Ganz in Weiß geht man nur, wenn man auf einer Hochzeit, und auch das nur dann, wenn man selbst die Braut ist.

Ach diese Liste ließe sich beliebig verlängern, ich glaub, ich nehm jetzt mal mein Notizbuch mit…

Am besten wäre es, Timo stattet der Hauptstadt mal einen Besuch ab, denn wenn es Modesünden zu entdecken gibt, dann hier. Und das wahrscheinlich sogar bei mir selbst.

Und vielleicht können wir uns dann mal über Modesünden bei Frauen austauschen. Die sind nämlich weitgehend gravierender, was der Tatsache geschuldet ist, dass Männer einfach von Natur aus schöner sind.

8 Antworten zu “Modesünden und Modetrends – Mit Adrian beim An- und Ausziehen”

  1. TimoH. 7. Juni 2010 um 19:01 #

    Lach… Dein Resümee hatte ich besser nicht ausdrücken können. Ich bin übrigens regelmäßig in Berlin, dann können die Berliner Jungs meine Sünden auch mal unter die Lupe nehmen. Any time, btw…. Was Modesünden angeht, bleibt Berlin auf jeden Fall ein ganz heißer Favorit.

    Aber auch das vemeintlich bürgerliche „Nizza des Nordens“ hat so seine Tücken (und Tucken). Ich war übrigens danach wirklich nochmal in der Stadt und habe diskret mit dem I-Phone ein paar Dinge fotografiert, die GAR NICHT gehen.

    Grüße von der deutschen Côte d’Azur,

    Monsieur T.

  2. blogterium 7. Juni 2010 um 22:00 #

    Sorry Jungs, aber Sandalen gehen gar nicht. Weder mit noch ohne Socken. Bei Frauen in jeder Form, bei Männern unter keinen Umständen. Und Flip-Flops bis maximal 50m Entfernung zum Strand.

  3. pedro luis 8. Juni 2010 um 08:45 #

    @blogterium

    Was für ein Unsinn!

    Wenn über Männermode geschrieben wird, hat man oft das Gefühl, es ginge um die Dienstkleidung von Staubsaugervertretern. Unabhängig davon gibt es schon Kleidungsstücke, die entweder an sich scheußlich sind oder den Träger nicht optimal zu Geltung bringen.

  4. blogterium 8. Juni 2010 um 19:06 #

    @ pedro luis

    „Unabhängig davon gibt es schon Kleidungsstücke, die entweder an sich scheußlich sind oder den Träger nicht optimal zu Geltung bringen.“

    Genau! Sandalen! 🙂

  5. Adrian 8. Juni 2010 um 19:17 #

    Nee, Sandalen können toll aussehen 😀

  6. TimoH. 8. Juni 2010 um 19:32 #

    Finde ich auch! Wirklich toll! Allerdings muss der Hornhauthobel (oh deutsche Sprache, ich stelle mit gerade meine französischen Tanten bei der Aussprache des Worts Orrrnnautobböölll vor…..) vorher im Einsatz gewesen sein…. Besser als 3/4 Hosen mit Socken.

    Bermudas übers Knie mit nem netten Polo und Sandalen können wirklich super aussehen. Aber auch nicht!

  7. Yadgar 28. Juni 2010 um 21:02 #

    Vorsicht: 3/4-Hosen sind auch unter (türkischen) Islamisten sehr beliebt – da muss es wohl den einen oder anderen Hadith über die Beinkleidervorlieben des Propheten geben!

    Aber solange Männer so aussehen wie die Jungs in den aktuellen Gaultier-Präsentationen (http://www.zeit.de/lebensart/mode/2010-06/maennermode-paris-gaultier?page=2) stören mich auch Latzhosen nicht…

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