Zionisten sind hier unerwünscht

8 Jun

Die Veranstalter des CSD in Madrid haben Vertreter der israelischen Homo-Community von der Veranstaltung ausgeladen und schieben als Begründung eine diffuse Bedrohungslage durch palästinensische Gruppen vor. Die israelische Seite ist über diesen Vorgang reichlich irritiert:

„Wir bedauern, dass sich die CSD-Organisatoren in Madrid auf Themen konzentrieren, die nichts mit unserer Community zu tun haben“, erklärte Mike Hamel von der Homo-Gruppe LGBT Union gegenüber der „Ynet News“. „Wir wurden als unpolitische Organisation eingeladen. Jetzt wurde der Dialog abgebrochen.“

Auch ein Sprecher des israelischen Außenministeriums kritisierte die Absage scharf: „Die Organisatoren geben an, aus Sicherheitsbedenken abzusagen“, so Yossi Levy skeptisch. Doch selbst wenn das der Wahrheit entspräche, sei es „ein hässlicher Skandal, der diesen CSD in eine Parade der Schande verwandelt.“ Levy erinnerte daran, dass Israel das einzige Land im Nahen Osten sei, das CSDs abhalte und die schwul-lesbische Community respektiere. „Die primitive Politisierung und die Kapitulation vor dem Terror und der Gewalt von anti-israelischen Elementen passen nicht zum CSD, der sich dafür einsetzt, Diskriminierung zu verhindern.“ Ursprünglich sollten Vertreter des Außenministeriums am CSD teilnehmen.

Man darf annehmen, dass die Organisatoren des CSD und die überwiegende Mehrheit  der anderen Teilnehmer und Besucher froh darüber sind, einen Vorwand gefunden zu haben, das „zionistische Gebilde“ von der Parade auszuschließen, welches schließlich  für jeden toleranten, progressiven, fortschrittlichen Menschen eine ungeheure Provokation darstellt.

Warum auch immer…

5 Antworten zu “Zionisten sind hier unerwünscht”

  1. Ralf 9. Juni 2010 um 18:20 #

    Dazu lässt sich nur ein Wort sagen: SCHANDE.

  2. morus 10. Juni 2010 um 10:24 #

    so sehr ich mich auch bemühe, das kann ich nicht verstehen,

  3. tel a. 11. Juni 2010 um 11:01 #

    „richtig so!
    warum auch mit der Regime in Jerusalem kollaborieren.
    Die Regierung und die Armee Israels macht das selbe mit den Palästinensern, was die Nazis im Warschauer Ghetto mit den Juden machten: Einsperren und aushungern.“

    Aus dem Kommentarbereich von queer.de.
    Man weiß allmählich wirklich nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll …

  4. Patroc Madrid 18. September 2010 um 22:23 #

    Ich finde die Entscheidung des Madrider CSDs auch grundfalsch, aber so einfach und einseitig wie hier dargestellt, ist es halt auch nicht. Nicht die israelische Community ist von der Veranstaltung ausgeladen worden, sondern ihr Parade-Wagen. Der Wagen wurde von der Stadt Tel Aviv getragen und finanziert, u.a. als Teil ihres umfassenden Marketingkonzepts, mehr schwule Touristen für Tel Aviv und Israel zu interessieren. Eigentlich ja begrüßenswert, aber die gleiche Stadtregierung hat halt zur selben Zeit auch ausdrücklich den Überfall auf die Hilfsschiffe für Gaza unterstützt, bei dem es bekanntlich Tote und Verletzte gab usw. So unschuldig unpolitisch wie in dem Zitat oben behauptet wäre der Tel Aviver Paradewagen in dieser Situation im Juni eben nicht gewesen.

    Die Organisatoren in Madrid standen neben Sicherheitserwägungen auch vor der Frage, ob wir uns als Schwule und Lesben nur für unsere Partys und Regenbogenfahnen interessieren oder auch für existenzielle Nöte anderer Bevölkerungsgruppen. Leider haben die Organisatoren die denkbar schlechteste Antwort auf diese Frage gewählt. Aber statt sie einfach mit „Schande“ zu beschimpfen, sollte man sie lieber unterstützen, bessere Alternativen zu finden. http://www.gaymiddleeast.com zum Beispiel wäre für mich ein guter Ansatz für ein neues Denken.

Trackbacks/Pingbacks

  1. partyzionist » Blog Archive » |kurz angemerkt| - 13. Juni 2010

    […] Madrid garantiert `zionistenfrei`, vie gaywest, in Toronto dafür ohne `Anti-Apartheids-Aktivist_innen` und um Israel noch ein wenig abzufeiern, […]

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