Ausweitung der Kampfzone – Die Ex-Gays entdecken die Lesben

20 Jul

Weil die christlichen Fundi-Kirchen und ihre Sprachrohre so langsam mitbekommen, dass Schwule nun wirklich keinen Bock haben, das spannungsfreie, leichte, angenehme und absolut fantastische Leben an der Seite von anderen Männern gegen das alternative Leben an der Seite des anderen Geschlechts einzutauschen, versuchen sie seit Neuestem lesbische Frauen davon zu überzeugen, dass Männer viel besser für sie wären:

Die ehemalige Homosexuelle Janet Boynes sprach in einem CBN-Interview über dieses abgeschlossene Kapitel ihres Lebens. Ihre Homosexualität habe begonnen, wie die vieler Frauen beginne, nämlich als Reaktion auf sexuellen und psychologischen Mißbrauch, den sie als Kind erlitten hatte.

Kurz gesagt: Der Stiefvater war ein Alkoholiker, ihr Ministrant war ein sexueller Perversling, was dazu führte, dass Boynes eine Abneigung gegen Männer entwickelte um Trost bei dem sensiblen und einfühlsamen Geschlecht zu suchen:

“Ich fing an, mehr von Frauen angezogen zu werden”, so Boynes in ihrem Interview mit CBN. “So viele Männer hatten mich verletzt, so dachte ich, daß Frauen mir näher seien.”

Und so nahm der Marsch durch die lesbische Wüste ihren Anfang, ein Marsch, der naturgemäß in die Abgründe menschlicher Existenz führte:

Damit war der Damm gebrochen und sie tauchte vollständig in den homosexuellen Lebensstil mit all seinen Turbulenzen und seinem Schmerz ein. Sie lehnte nun ihren christlichen Glauben ab und bewegte sich von einer Beziehung zur anderen, wurde dabei zur Kokain-Abhängigen und erkrankte an Bulimie.

“Mein Leben war jämmerlich”, so Boynes. “Dennoch weigerte ich mich zu Gott zurückzukehren.”

Doch glücklicherweise stand da auf einmal eine Kirche, so völlig alleine in der Gegend herum, und Boyle dachte sich, da könne man ja mal reingehen, vielleicht helfem die einem ja, Gefallen am männlichen Geschlecht zu finden – immerhin hat die Kirche ja einige Erfahrung damit:

„Und so bin ich einfach reingegangen mit meinen Schmuddelklamotten an, ohne irgend etwas zu erwarten. Dann befand ich mich in einem Raum mit neun anderen Frauen, mit schönen, femininen Frauen und ich dachte mir: ‘Wo bist Du da nur hingeraten?’ Da saß ich nun mit gesenktem Kopf, schämte mich und dachte, daß sie mich nun gleich beschimpfen und anspucken würden, so schmutzig fühlte ich mich.”

Doch der Initiationsritus gestaltete sich glücklicherweise angenehmer:

“Jede stellte sich vor und als die Reihe an mich kam, sagte ich meinen Namen und daß ich ein homosexuelles Leben führe, doch wenn ihr mir helft, will ich mein Leben für Gott leben.”

Und Gott hörte die Beichte und entschied, dass es gut war:

Boynes fand in der kirchlichen Gruppe jenes Mitfühlen und Verständnis, das sie sonst nirgends gefunden hatte. Die Mitglieder unterstützen sie bei ihrem erfolgreichen Kampf, aus der Drogenabhängigkeit herauszukommen. Ein Paar nahm sie schließlich bei sich auf, so daß sie jene Liebe erhielt, die sie als Kind nie erfahren hatte. Sie gab ihre homosexuelle Lebensweise auf und konnte wieder ihre heterosexuelle Identität entfalten.

Und weil das alles so wunderbar geklappt hat, müssen jetzt auch die anderen Lesben dran glauben:

“Ich will allen, die ein homosexuelles Leben führen, weil ihnen eine wirkliche Mutter fehlte oder ein wirklicher Vater, aus Erfahrung sagen, daß Gott ein Vater für die Vaterlosen und die Mutterlosen ist”, sagte Boynes. “Das, was er für mich getan hat, wird er für euch auch tun.”

Zwar werden Schwule hier noch angesprochen, aber der Focus der Ex-Gays beginnt  sich augenscheinlich auf Homosexualität unter Frauen zu verlagern. Das ist langfristig natürlich eine gute Nachricht, denn irgendwann wird auch diese Karawane weiterziehen – und im Nirgendwo landen.

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8 Antworten zu “Ausweitung der Kampfzone – Die Ex-Gays entdecken die Lesben”

  1. pedro luis 20. Juli 2010 um 21:17 #

    Wenn man mal davon ausgeht, dass Lesben im allgemeinen auch Feministinnen sind, dürften die Erfolgsaussichten der Konversion gleich null sein.

  2. Kim 20. Juli 2010 um 21:34 #

    Man kann gar nicht so viel facepalmen, wie man möchte…

  3. Thommen 21. Juli 2010 um 01:46 #

    Nach diesem Bericht muss Gott ein Transvestit oder Transsexueller sein! 😉

  4. prediger 21. Juli 2010 um 12:03 #

    diese „ich war ganz unten in der scheiße, und dann kam jesus“-story ist ja ziemlich typisch für viele amerikanische pfingstler.

    die sollten sich vielleicht mal gedanken darum machen, was es bedeutet, dass ausgerechnet drogenerfahrungen und schwere psychische probleme scheinbar zur typischen grundausstattung ihrer mitglieder gehören.

  5. Ralf 22. Juli 2010 um 02:39 #

    Tja, wer weder unter Drogeneinfluss steht noch orientierungslos oder gar psychisch krank ist -anders gesagt: wer Herr seiner Sinne und bereit ist, für sich selbst die Verantwortung zu tragen-, hat zwangsläufig Schwierigkeiten, sich solchem Erweckungsquark zu öffnen. Schon allein deshalb sind diese evangelikalen Gemeinschaften der Seligen ein Sammelbecken von Verzweifelten und Psychopathen. Man braucht sich nur diese unsagbar glücklichen Visagen anzuschauen und diese unsagbar glücklichen Heilsgeschichten anzuhören – soll man lachen oder weinen?

  6. Cyrano 22. Juli 2010 um 20:52 #

    Nun, wo Menschen, die sich als Religionskritiker stilisieren, nichts als Häme übrighaben für Menschen, die „unter Drogeneinfluss … orientierungslos oder gar psychisch krank“ sich der Religion zuwenden, ist Lachen sicherlich nicht angesagt. Aber lachen Sie nur. Vielleicht hilft es, Sie vor Orientierungslosigkeit zu bewahren.

  7. TimoH. 22. Juli 2010 um 22:08 #

    Meine zugegeben sehr unsachliche Antwort auf diese Diskussion:

  8. Ralf 22. Juli 2010 um 23:59 #

    @ Cyrano

    Was es jemandem in existenziellen Schwierigkeiten bringen soll, sich in den Glauben an ein irrational handelndes Geistwesen und an die eigene Auserwähltheit zu flüchten, um seine Probleme nicht lösen zu müssen, bleibt offen.

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