Anne und die Postmoderne

4 Aug

Anne Rice („Interview mit einem Vampir“) will keine kirchentreue Christin mehr sein,

lese ich bei queer.de. Sie will also in Zukunft eine kirchenkritische Christin sein, innerhalb oder vielleicht auch außerhalb einer Kirche. Doch schon im nächsten Satz heißt es bei queer.de, Rice

verkündete ihre Abwendung vom Christentum auf ihrer Facebook-Seite.

Also doch eine Abkehr vom Glauben? Es sieht ganz so aus:

Heute höre ich auf, eine Christin zu sein. Ich bin raus.

zitiert queer.de die Autorin. Aus welchem Grund erfolgt der öffentlichkeitswirksame Einsatz?

Ich weigere mich, gegen Schwule zu sein. Ich weigere mich, gegen Feministen zu sein. Ich weigere mich, gegen Familienplanung zu sein. Ich weigere mich, gegen die demokratische Partei zu sein. Ich weigere mich, gegen weltlichen Humanismus zu sein. Ich weigere mich, gegen das Leben zu sein. Im Namen Christi sage ich mich vom Christentum los.

Merkwürdig! In den meisten Kirchen, allemal auch in den USA, gibt es Menschen, die nicht gegen Schwule, Feministen und Familienplanung sind, die die demokratische Partei unterstützen, weltlichen Humanismus respektieren… Mal ganz abgesehen davon, dass „Feministen“ durchaus eine absonderliche Erscheinung sind und politischer Pluralismus auch unter Christen eine Selbstverständlichkeit sein sollte  – was meint Rice wohl mit gegen das Leben zu sein? Die Antiabtreibungskampagnen von Lebensschützern werden es nicht sein.

Nun also im Namen Christi der Abschied vom Christentum. Ein wenig postmodern erscheint mir das schon. Schließlich verabschiedet sie sich nicht von der Kirche, sondern von der Religion, deren Gründer sie zugleich hochhält. Vielleicht kann man diese Position vernünftig begründen. In diesem Fall jedoch scheint mir das nicht gelungen.

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Eine Antwort zu “Anne und die Postmoderne”

  1. christianhannover 4. August 2010 um 21:40 #

    das kommt davon, wenn mit der menopause der drang nach mehr christentum und weniger blutsaugern kommt. wenn die hormone dann wieder ruhiger werden, wundert sich die dame, wo sie gelandet ist – wahrscheinlich beim bibeltreuesten verein, der gerade zu finden war.

    viel wichtiger ist aber die frage, warum die frau so schlechte bücher schreibt.

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