Die Erotik des Schweinischen

10 Aug

AggroMigrant“ nennt sich ein voll cooles und hippes Blog, geschrieben von jungen, „migrantischen“ – sprich: muslimischen – Autoren. Laut Eigenbeschreibung ist es das Anliegen des Blogs, all jenen eine Stimme zu geben,

die sich durch Medien oder Menschen zu unrecht p[r]ovoziert und diskriminiert fühlen. “Das ist doch nichts Neues, dann kommen sie mit ihren Brüdern!” werden einige jetzt wahrscheinlich denken. Doch genau das darfst Du von AggroMigrant nicht erwarten.

Denn „AggroMigrant“ kommt nicht mit seinen Brüdern, dafür aber mit dem Autor „Querschlaeger“,

der literarischste unter unseren Autoren. Seine Beiträge haben die Leichtigkeit von Gedichten und die Realität von einem Dokumentarfilmen. Er schreibt tiefsinnig und doch erfrischend über Religion und Gesellschaft.

Die Tiefsinnigkeit der Beiträge von „Querschlaeger“ lässt sich z. B. an seinem Beitrag über die Gay Games erfassen, der schnell zu einer erfrischenden Dokumentation über die Abgründe der Schwulenheit in Deutschland wird.

„Querschlaeger“ beginnt diese seine Dokumentation mit einem Bekenntnis:

Seit ich mich kenne, kannte ich nur eine Form von Olympiade. Irgendwann kamen die Paralympics dazu, weil diese Menschen andere Voraussetzungen haben und folglich sich nicht mit anderen messen können. Jetzt gibt es noch eine Form. Warum die ins Leben gerufen wurde bleibt mir jenseits des Werbezweckes, ein Rätsel.

Der Sinn und Zweck der Gay Games ist unserem „Querschlaeger“ also ein Rätsel, weil er doch eigentlich nur eine Form von Olympiade kennt, zu der dann irgendwann noch die Paralympics hinzukamen, deren Sinn aber irgendwie noch nachzuvollziehen sei. Warum aber gibt es die Gay Games?

Nun ja, Fragen nach dem Sinn irgendwelcher Dinge beschäftigen uns ja alle ab und an. Seit ich mich kenne, kannte ich nur eine Form von Religion, zu der dann irgendwann noch das Christentum hinzukam. Aber warum dann noch der Islam? Immerhin ist dieser doch lediglich die zweite Kopie des Originals; warum diese Religion ins Leben gerufen wurde, bleibt mir jenseits des Werbezweckes ein Rätsel. Aber gut, man ist ja tolerant, wer dem Islam beitreten möchte, sollte das tun, und gleiches gilt offensichtlich auch für die Gay Games, auch wenn man deren Sinn und Zweck nicht versteht.

Für „Querschlaeger“ geht die ganze Angelegenheit jedoch sehr viel tiefer:

Jene, die in jeder Diskussion die Meinung vertreten, dass ihre sexuelle Auslebung „normal“ sei. In der Tat aber sich selbst doch extrahieren und eigene Clubs, Treffpunkte und Discotage an die Tagesordnung setzen.

Mir ist nicht ganz klar, was mit diesem Aussage gemeint ist, was aber vermutlich daran liegt, dass ich nicht in der Lage bin, die Leichtigkeit und Tiefe der lyrische Qualität eines „Querschlaegers“ zu erfassen.

Glücklicherweise wird man aber aufgeklärt:

Die Rede ist von Homosexuellen.

Ach so, na das hätte man doch gleich sagen können… Aber sag mal an, was ist denn nun mit den Homosexuellen?

Nicht, dass Ihr jetzt denkt, dass ich was gegen Schwule oder Lesben habe,

Natürlich nicht, warum sollte man denn bitte schön so etwas vollkommen abwegiges denken?

aber mich befremdet es ein wenig.

Ja, mich auch irgendwie. Aber, hey, es ist schwierig, das in Worte zu fassen, weil meine Artikulationsfähigkeit nicht ganz so leicht und erfrischend ist.

Nun haben wir die Gayolympics,

Geniale Wortkonstruktion: So leicht…

auch bekannt als Gaygames, im Lande zu Gast. In Köln treten 10.000 Sportler und Sportlerinnen, wobei die geschlechtsspezifischen Wortendungsunterschiede wohl eher fließend sein dürften,

Hahaha, super! Was für ein Meister der tiefsinnigen Wortverknüpfung…

gegeneinander an.

Ach ja, da sind ja noch die teilnehmenden Transvestiten, die nenne ich mal Sports, weil die zu keiner Kategorie richtig hinzugehören.

Verstanden? „Sportler“, „Sportlerinnen“ und „Sports“. Ist das nicht fantastisch? Also wer jetzt, angesichts dieser erfrischend, lyrischen Prosa, noch nicht vor Begeisterung auf den Knien liegt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Und es wird noch besser:

Schirmherr des Ganzen ist unser ranghöchster Homosexueller, der Außenminister Guido Westerwelle. Die “Olympiade” nach Deutschland zu holen war sein „Verdienst“, schließlich muss er einige Aufregungchen, Zweifelchen und Skandälchen um seine Person ausbügelchen – ai ai ai!

Wirklich beeindruckend wie toll es „Querschlaeger“ versteht, sich dem Sprachchen der Schwulen zu bemächtigen; er ist eben ein echtes Expertchen – hi hi hi!

Genug des Ganzen, kommen wir zum Kern der Sache.

Ja, bitte „Querschlaeger“, mach es uns!

Mir geht die Verschwulung und Verlesbung der Nation gelinde gesagt auf die Nerven.

Na endlich sagt es mal einer!

Die Leute schauen einen schon seltsam an, wenn man beim Thema Homosexualität nicht sofort die tollsten, „liberalsten“ und „weltoffensten“ Aussagen trifft. Anschließend muss man sich Fragen anhören wie: „Du sagst ja gar nichts. Hast du etwa was gegen Schwule!?“. Ich möchte einfach nichts dazu sagen, aber das verstehen viele nicht. Bis heute haben sich meine Augen und meine Gefühlswelt nicht daran gewöhnt, wenn ich auf der Straße homosexuellen Bildern und Reizen begegne.

Dafür, dass „Querschlaeger“ „einfach nichts dazu sagen möchte“ haut er aber gewaltig in die Tasten. Nun gut, soll er. Theoretisch ist das Geschriebene dann auch nicht der Rede wert, denn es gibt ebenso Menschen, die beim Thema „Islam“ nicht besonders begeistert reagieren, und deren Augen und Gefühlswelt sich nicht an Kopftücher und Moscheen gewöhnen kann. Nur, was folgt daraus, warum glaubt „Querschlaeger“ ein Monopol auf solche Empfindungen zu besitzen und warum hält er es für nötig, dies dem Worl Wide Web mitzuteilen?

Na, ganz einfach, weil er neidisch ist:

Sind Homosexuelle die neuen heiligen Kühe der Nation? Ihnen werden überall sozusagen Tür und Tor geöffnet und anderen Bevölkerungsgruppen die Wege versperrt.

Wer wohl mit den „anderen Bevölkerungsgruppen“ gemeint ist?

Keiner darf etwas sagen.

Außer die mutigen Widerstandskämpfer von „AggroMigrant“ – wenn sie nicht bereits von der rosa Mafia abgeholt wurden…

Oder habt ihr mal Sarrazin gegen Schwule wettern sehen?

Äh nein, Sarrazin nicht, dafür aber genügend andere.

In diesem Land werden Muslime, Buddhisten, Juden, Russen, Türken, Libanesen offenkundig verbal abgelehnt. Soll doch jeder sagen, was er denkt. Keiner muss den anderen mögen, das darf er auch äußern. Wenn ich keine Homos mag, dann ist das halt so und wenn jemand keine Türken mag, dann ist das eben auch so.

Außer natürlich, wenn Sarrazin was gegen Migranten sagt. Das ist dann eben nicht einfach „so“. Sondern schlimm. Warum also diese Verhätschelung von Schwulen? Nur weil diese weder Muslime, Buddhisten, Juden, Russen, Türken oder Libanesen sind, sondern durchgängig blond, blauäugig und deutsch?

Wenn wir schon mal beim Thema sind. Der Islam wird gerne als rückständig angesehen, u.a. auch weil er keine Homosexualität akzeptiert.

Kann gar nicht sein. Der Islam ist total tolerant und schwulenfeindliche Moslems gibt es nicht, früher waren alle Moslems schwul, und schwulenfeindlich wurden sie nur, weil wir Christen und Europäer ihnen das beigebracht haben.

Aus meiner Sicht als Muslim stellt sich das wie folgt dar:

Jetzt sind wir aber mal gespannt:

Von allem gibt es einen Normalzustand, eine Untertreibung und eine Übertreibung.

Klingt logisch.

Die letzteren sind Extremzustände und mit unschönen Folgen. Demnach ist bei Hunger „essen“ eine Normalität, Bulimie eine Untertreibung und Fettleibigkeit eine Übertreibung. Beides sind sozusagen Irrwege.

Ja, scheint nachvollziehbar.

Das Mann und Frau sich bei Lust sexuell betätigen ist der Normalfall,

Außer in Saudi-Arabien, da ist es meistens verboten…

das kann wohl jeder Leser bestätigen, es sei denn er ist vom Himmel gefallen oder die Störche haben sie gebracht.

Kann ich bestätigen, schließlich werben Heteros allzu aufdringlich und immerfort mit ihrem „normalen“ Lebensstil.

Askese in Form von Mönchtum ist eine Untertreibung. Homosexualität, Sodomie, Inzest und Gleichwertiges sind eine Übertreibung.

Und wenn ich als Mann noch niemals Sex mit einer Frau hatte und ebensoviel Sex mit Männern habe, wie andere Männer mit Frauen? Inwiefern ist das dann eine Übertreibung? Und was ist eigentlich mit Masturbation? Ist das auch eine Übertreibung?

Der Befriedigungsdrang kennt kein ethisches Verhalten.

Doch, wenn man sich zur Befriedigung einen runterholt, gerät man äußerst selten in Gefahr, einen anderen Menschen unethisch zu behandeln.

Heute Homosexu[a]lität, morgen Sodomie, übermorgen…! Verstanden?

Nicht wirklich, denn was soll denn bitte schön an Homosexualität und Sodomie – gemeint ist vermutlich Zoophilie, also Sex mit Tieren – schlimm sein, sofern es im gegenseitigen Einvernehmen geschieht? Und sage mir jetzt bitte keiner, es sei unmöglich mit einem Tier einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu haben. Den Beweis für das Gegenteil liefert uns die durchaus nicht unerotische Beschreibung eines jungen Mannes, der – übrigens rein heterosexuellen – Geschlechtsverkehr mit einer brünstigen Sau pflegte und seinen guten Freund in die Geheimnisse der Zoophilie einweihte:

„Kaum hatten wir die Stallungen betreten, kamen die beide Säue [sic] uns in ihren Koben entgegen und gaben jenes kehlige, rauhe [sic] Geräusch von sich, dass ich den ‚Brunstschrei‘ nennen möchte. Immer wenn ich nun die Absicht habe, mit einer Sau oder einem Jungschwein in sodomitische Beziehungen zu treten, ahme ich nach bestem Vermögen diesen Schrei nach und ‚antworte‘ dem Tier. Das tat ich auch diesmal, wodurch die Leidenschaft sich sichtlich steigerte. […]  Ich ging also zu einer der Säue [sic] in den Koben und begann, ihren Körper und ihre Genitalien zu streicheln. Sie nahm augenblicklich eine erwartungsvolle, passive Position ein und verhielt sich absolut regungslos, solange ich mich mit ihr beschäftigte. […] In der Regel ergibt sich keine Notwendigkeit, den Penis mit der Hand zu führen, da die Vulvae der Säue  [sic] – als Ergebnis von Niederkünften und der Brunst – mit ausreichend Sekretion versorgt sind.“1

Was auch immer man von solcher „Triebbefriedigung“ auch halten mag, schaden sie doch weder anderen Menschen, noch dem Tier. Wozu also die Aufregung?

Natürlich kann man sich moralisch entrüsten, dass es Menschen gibt, die ausgerechnet mit einem Tier – und dann noch mit dem „unreinen“ Schwein – Geschlechtsverkehr haben; natürlich kann man sich entrüsten, dass Homosexualität, also der Sex zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen, auf dieselbe Stufe gestellt wird, wie der mit einem Tier. Doch warum sich auf dieses Spiel einlassen, wenn manchen Menschen schon alleine die Triebbefriedigung per se als moralisch verwerflich gilt; warum sich darauf einlassen, wenn manchen Menschen doch offensichtlich nicht zu vermitteln ist, dass Homosexualität überdies eben nicht nur Triebbefriedigung ist,  sondern auch etwas mit Zuneigung und Liebe zu einem anderen Menschen zu tun hat, dass also die Ablehnung der Homosexualität im Grunde genommen auch eine Ablehnung der Liebe ist.

„Querschlaeger“ jedenfalls hat für seine Ablehnung der Homosexualität rein emotionale Gründe, letztlich also gar keine. Zudem zeigt er sich erstaunlich ignorant:

Behaltet Eure Argumente für Euch. Ich habe nichts gegen Schwule oder Lesben (auch wenn einige Leser das anders sehen werden). Einige von Euch werden vermutlich jetzt sagen “Querschlaeger, du wirbst für Toleranz gegenüber Muslimen, tolerierst aber selber keine Andersdenkenden”. Mir geht es auch nicht um die Menschen, sondern um die Tätigkeit an für sich und die Propaganda für diese Taten. Auch wenn ein Muslim hergeht und terroristische Anschläge “im Namen des Islam” verübt, verurteile ich das genauso. Ich hoffe Ihr habt mich richtig verstanden. Schließlich gilt der Grundsatz: Trenne die Tat vom Menschen.

Ja, wir haben das schon richtig verstanden. Für „Querschlaeger“ ist es offenbar ebenso schlimm, einvernehmlichen Sex mit anderen Menschen zu haben, als wenn Menschen im Namen einer Religion getötet werden. Nun, diese Ansicht mag alles sein, ethisch und menschenfreundlich ist sie jedenfalls ganz gewiss nicht.

———————————-

[1] Diese plastische Beschreibung zoophiler Sexualität stammt aus dem Werk „Sex-driven People“ von R.E.L. Masters, hier zitiert nach: Midas Dekkers, Geliebtes Tier, Seite 98 ff., Carl Hanser Verlag München Wien, 1994 [back]

Share

2 Antworten to “Die Erotik des Schweinischen”

  1. Hans-Georg 10. August 2010 um 20:08 #

    Ich habe auch nichts gegen Muslime -nur die Frauen mit Kopftüchern auf der Strasse stören mich.

  2. Thommen 11. August 2010 um 01:08 #

    Wir müssen immer wieder dazulernen, um Heteros zu verstehen. Leider wollen Heteros eben nicht lernen, um Homos zu verstehen. Auf jeden Fall verstehen Heteros in der Regel etwas ganz Anderes unter „Liebe“ als dies Homosexuelle oder gar Schwule tun…

    Für Heteros ist es ganz normal, wegen der Mutter, mit allen anderen Frauen auch körperlichen Verkehr zu haben. Aber Homosexuelle können nicht jeden Mann besteigen (das lernen sie als Erstes im Leben), wegen dem Vater! Undsoweiter… 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: