Mein Sex ist besser als Deiner!

21 Aug

Man sollte es nicht glauben, aber in der rechtskonservativen „Jungen Freiheit“ hat sich doch tatsächlich mal ein Artikel eingeschlichen, in dem es um Homosexualität geht, ohne dass dem Autor der Geifer des Zorns aus dem Munde tropft. Aber gemach: Das Fazit des Artikels um eine lesbische Außenseiterin aus dem 17./18.Jahrhundert kommt einem dann aber doch bekannt vor:

So ist das Recht auf die eigene sexuelle Orientierung gegen religiös aufgeladenen Moralismus – einst und jetzt – zu verteidigen, die totale Sexualisierung der Gesellschaft sowie die Behauptung, jede Form von Sexualität sei gleichwertig, aber zu kritisieren.

Man muss wohl kaum erwähnen, dass der Autor mit diesem ungewöhnlich toleranten Bekenntnis selbstverständlich die Heterosexualität als die höherwertige aller Sexualitäten auszeichnet, wobei er uns allerdings die Antwort auf die Frage schuldig bleibt, warum dies denn so sei.

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3 Antworten zu “Mein Sex ist besser als Deiner!”

  1. CK 23. August 2010 um 03:27 #

    Vielleicht meint er damit, dass Sex zum Zeugen eines Kindes besser ist als rein aus Spass.

    Bzgl. Sexualmoral denke ich übrigens auch, dass es Unterschiede gibt zwischen verschiedenen Sexualakten. Allerdings verläuft die Trennlinie nicht zwischen homo- und heterosexuell, sondern bspw. zwischen „ehrlichem Sex“ und „Sex unter Vorspiegelung falscher Tatsachen“ oder auch „Fremdgehen-Sex“.

    Oder auch zwischen „Sex aus Liebe“ und reiner Triebabfertigung. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich da selber immer dran halten würde, eher im Gegenteil. 😉

  2. Adrian 23. August 2010 um 23:44 #

    Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Sexualakten, aber wer will bitte eine gesellschaftlich einheitliche Wertung vornehmen, welche Sexualität besser ist? Und genau das wird doch in obigem Artikel versucht.

  3. CK 24. August 2010 um 01:33 #

    @Adrian: Das verursachen doch alle Weltanschauungen. Vor allem alle Religionen. (Es geht ja um eine moralische Bewertung, nicht darum wer den geileren Orgasmus hat.) Für viele Christen ist Sex nunmal zur Kindeszeugung da, weil Kinder haben ist da keine freie Entscheidung, sondern Pflicht. Und Schwule folgen dem nicht.

    Übrigens: selbst der Objektivismus hat eine sehr bestimmte Vorstellung von Sexualmoral. Diese hat sich jedoch glücklicherweise gewandelt. Bei Ayn Rand war Homosexualität nämlich ebenfalls noch bäh und Pornographie widerlich, bei Leonard Peikoff ist beides nun vollkommen in Ordnung. Bloß mit BDSM hat er sich noch nicht anfreunden können. 😉

    Ich habe selber meine ganz eigene Vorstellung, nennen wir sie mal libertinär-hedonistische 😀

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