Danke, „Maneo“!

27 Aug

Wenn das Berliner Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ dieser Tage seinen zwanzigsten Geburtstag begeht, werden diverse linke Grüppchen nebst Judith Butler ganz bestimmt beleidigt auf ihren Plätzen sitzen bleiben und sich nicht in den Reigen der Gratulanten einreihen. Denn immerhin hat „Maneo“ es gewagt, öffentlich zu machen, dass es nicht nur Nazis und deutschstämmige Rentner sind, die in Berlin Schwule verprügeln. Und dann auch noch die Hommage auf die verstorbene, streitbare Jugendrichterin Kirsten Heisig. Also wirklich…

Bleibt Maneo nur zu wünschen, dass wir sie bald nicht mehr brauchen werden. Und ich bin sicher, dass diese Zeit kommen wird.

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6 Antworten zu “Danke, „Maneo“!”

  1. JohnnyBoy 27. August 2010 um 14:32 #

    Ist der letzte Satz ironisch gemeint? Ich bezweifle doch arg, dass jemals keine (oder wenig genug) Anrufe eingehen, als dass man die Stelle einstellen könnte. Ziegenböcke zu Finden ist einfach in der Natur verankert.

  2. Cyrano 27. August 2010 um 19:02 #

    Heißt das Homophobie, bzw. Gewalt gegen Homosexuelle ist für dich einfach „natürlich“? Oder meinst du, es ist besser, sich mit der Gesellschaft wie sie ist zu arrangieren, als auch nur die Hoffnung zu Äußern, das Umstände geschaffen werden können, in der es ein „schules Anti-Gewalt-Projekt“ nicht mehr braucht?

  3. Adrian 28. August 2010 um 01:22 #

    @ JohnnyBoy
    „Ist der letzte Satz ironisch gemeint?“

    Nein.

    @ Cyrano

    Ich verstehe Deine Frage nicht. Ich habe doch geschrieben, dass ich mir wünsche (und zuversichtlich bin), dass wir Maneo bald nicht mehr brauchen, dass also Gewalt gegen Schwule und Lesben möglichst bald der Vergangenheit angehört.

  4. Cyrano 28. August 2010 um 12:43 #

    Sorry, Adrian, die Frage ging natürlich an JohnnyBoy, der Ziegenböcke finden irgendwie mit Gewalt gegen Homosexuelle gleichsetzt… hätte ich wohl mal lieber ein @JohnnyBoy davor gesetzt…

  5. JohnnyBoy 28. August 2010 um 16:14 #

    Ich wollte weder sagen, dass wir die derzeitige Situation so wie sie ist akzeptieren sollten/ müssten, noch das man Homophobie als natürlich ansehen sollte. Zumindest nicht Homophobie im Einzelnen betrachtet. Verachtung gegenüber gewissen Personengruppen, egal ob das jetzt ethnische, religiöse, geschlechterspezifische oder was auch immer für welche sind, haben einfach viel tiefer reichende Gründe. Wenn jemand mit seinem Leben nicht zufrieden ist, dann kann er versuchen etwas daran zu ändern. Er kann aber auch (viel einfacher) sagen, dass a) diese Probleme in einem (nicht selten unlogischen) Zusammenhang mit Personen bestimmter Kreise stehen oder b) einfach aus Frust mal ausrasten. Und solange es Menschen gibt, die so denken, wird es wohl auch Neid und Hass und dann eben auch Homophobie geben. Meiner Ansicht nach lässt sich aber diese menschliche Art zu denken nicht austreiben. Maneo ist da eher ein Mittel zur Bekämpfung der Symptome als der Ursachen.
    Wünschen würde ich mir sowas liebend gerne, aber auf die konkrete Frage, ob ich an eine spätere Welt ohne Homophobie glaube, würde ich nein antworten.

  6. Adrian 28. August 2010 um 16:21 #

    Ich glaube auch nicht an eine Welt ohne Homophobie, aber homophob zu sein bedeutet nicht zwangsläufig, zur Gewalt zu greifen. Man kann Schwule doof finden, aber deshalb muss man sie noch lange nicht verkloppen.

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