Die faulenden Wurzeln der FDP

19 Sep

Dass die FDP eine Schande für jeden liberal gesinnten Menschen ist, dass sie den guten Namen des Liberalismus diskreditiert wo es nur geht, wird umso mehr klarer, wenn man sich anschaut, welche Gestalten dort so alles Mitglied sind. Im Grunde genommen ist die FDP nichts anderes als eine elitäre CSU, voll von konservativen Dumpfbacken, die es für liberal halten, Apothekern, Ärzten und Anwälten Privilegien in den Hintern zu blasen, den Wettbewerb zu beschränken, Staatsschulden zu forcieren und gleichzeitig auf Arbeitslose einzudreschen.

All das ist für das gewöhnliche FDP-Mitglied natürlich kein Grund seine Parteientscheidung zu überdenken. Aber wehe, der Parteivorsitzende besiegelt mit seinem Lebensgefährten den Bund fürs Leben. Dann, ja dann ist die liberale Toleranz aufgebraucht, dann regt sich Widerstand:

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat überraschend seinen langjährigen Partner Michael Mronz geheiratet. Das hat den Rottweiler FDP-Mann Dr. Gerhard Aden offenbar sehr aufgebracht: Er hat seinen Austritt aus seiner Partei angekündigt, will sozusagen aus Protest das Parteibuch abgeben. Der altgediente FDP-Mann erntet bereits Zustimmung.

Logisch, denn wie gesagt, die FDP ist voll von solchen Schnapsnasen, Nationalliberalen und Kulturkonservativen, die nur deshalb nicht in der CDU/CSU eingetreten sind, weil das ja die Partei für den gewöhnlichen Mann von der Straße sei.

Aden erklärt in einer anscheinend spontanen Reaktion auf die Hochzeit gegenüber seinen engen Weggefährten in der Partei und an die Presse, Westerwelle stelle seine persönlichen Neigungen über das Ansehen und das Wohl der Bundesrepublik.

Das „Wohl der Bundesrepublik“ wird also von zwei Männern bedroht, welche die Lebenspartnerschaft eingehen. Ja, das ist Liberalismus. Haben wir doch schon immer gewusst.

Wörtlich schreibt Aden in der E-Mail: „Die Nachricht, dass unser Parteivorsitzender Guido Westerwelle seinen langjährigen Freund Mronz geheiratet hat, hat mir endgültig die Augen geöffnet. Ein Deutscher Außenminister, der auf internationalem Parkett agieren muss, kann mit einer solchen Vita nicht erfolgreich sein.“

Wie gesagt, die bisherige katastrophale Politik der FDP ist es nicht, welche Herrn Aden auf die Palme bringt. Es sind zwei Schwule, die sich anmaßen, schwul zu sein und das auch noch dem Rest der Welt mitteilen:

Im Gespräch mit der NRWZ erklärt Aden, man müsse sich mal vorstellen, wie ein verheirateter schwuler Außenminister Deutschland in Staaten wie Uruguay und Dubai vertreten wolle, Länder, die Aden als besonders machohaft sieht. Seinen angekündigten Austritt will Aden derweil nicht als eine Abrechnung mit der bisherigen Politik seiner Partei begriffen wissen, sondern als persönliche Reaktion auf Westerwelles Handeln.

Ja, das ist die FDP von heute: „Modern“, „weltoffen“, bis in die Wurzeln verrottet…

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8 Antworten to “Die faulenden Wurzeln der FDP”

  1. Ralf 19. September 2010 um 13:29 #

    Vielleicht sollte mal wer den Burschen aufklären, dass Uruguay in Sachen gleichgeschlechtliche Partnerschaft weiter ist als das -nicht zuletzt Dank seiner Partei- rückständige Deutschland. Die Machos sitzen also nicht in Montevideo, sondern offensichtlich in Rottweil. Und dass ein „Liberaler“ sich sorgt, wie Deutschland im antidemokratisch-antiliberalen Scheichtum Dubai dasteht, soll wohl andeuten, dass es ihm lieber ist, wenn Frauen rechtlos im Harem eines Emirs verschwinden, als wenn ein gleichgeschlechtliches Paar seine Partnerschaft eintragen lässt. Ein Kotzbrocken.

  2. name ist egal 19. September 2010 um 13:30 #

    Ist ja witzig, dass er Uruguay nennt, wo es erstens eingetragene Lebenspartnerschaften gibt und zweitens Kinder von Homosexuellen adoptiert werden dürfen … ^^

  3. dominikhennig 19. September 2010 um 16:03 #

    Es gilt der alte Satz von Dirk Friedrich:

    „Die FDP ist auch abseits der Spitze eine Schande für den Liberalismus.“

  4. Der, von dem du ständig sprichst 20. September 2010 um 08:49 #

    Ich fühle mich als liberales FDP-Mitglied sowohl vom Verhalten Herrn Adens als auch von Dir und deinem Beitrag diskredditiert.

    „Logisch, denn wie gesagt, die FDP ist voll von solchen Schnapsnasen, Nationalliberalen und Kulturkonservativen, die nur deshalb nicht in der CDU/CSU eingetreten sind, weil das ja die Partei für den gewöhnlichen Mann von der Straße sei.“ – Das ist ausgemachtes Blödsinn. Ja, wir haben wie jede Partei ein paar Spinner, und in manchen Gegenden vielleicht ein paar mehr als anderswo.
    Aber eine elitäre Honoriatioren-Partei ist die FDP ganz bestimmt nicht – Wenn, dann passt eine solche Einstellung zur CDU. Geh mal nach Rottweil zu Herrn Aden oder in jede andere beliebige Kleinstadt und frag den Arzt, Vereinsvorsitzenden und Unternehmer, wo er Mitglied ist. In 90% der Fälle wirst du als Antwort CDU hören. Ich frage mich, wo du diesen Schwachsinn hernimmst…

  5. lalibertine 20. September 2010 um 22:59 #

    Dann hat Westerwelle auf Umwegen doch noch was für die dringend nötige Liberalisierung der FDP getan. Typen wie dieser Aden haben in einer liberalen Partei absolut nichts zu suchen.

  6. Blub 20. September 2010 um 23:12 #

    Man könnte es auch als mangelndes Sendebewusstsein für die eigenen Werte sehen, wenn man sagt, dass das Ansehen des Landes deshalb international schade.

    Leider ist Guido als Außenminister eine totale Fehlbesetzung.

    P.S.: Ich hab vor ner Weile mal nachgeschlagen, wie es mit Schwulenrechten ist. Interessant fand ich, dass in den USA deutlich mehr Staat Homoadoptionen erlauben als Homoehen (im Sinne von welcher Form immer). Finde ich fast den wichtigeren Punkt, wenn ich auch lieber biologisch eigene Kinder hätte… insofern steht Deutschland da gar nicht so top da.

  7. blogterium 21. September 2010 um 23:39 #

    Für Baden-Württemberger ist es nichts Neues, dass sich die FDP von ihren liberalen Wurzeln weit entfernt hat. Die Baden-Württembergische Landtagsfraktion der FDP kann bestenfalls als rückgrat- und profilloses Anhängsel der CDU bezeichnet werden. Ich wüsste nicht ein Beispiel, wo sich die FDP in Baden-Württemberg in den letzten 6 – 7 Jahren für eine liberale Position eingesetzt hätte. Es ist kein Zufall, dass Baden-Württemberg etwa bei der Gleichstellung von Schwulen und Lesben inzwischen das Schlusslicht bildet.
    Es bleibt zu hoffen, dass die FDP bei den nächsten Landtagswahlen in der wohl verdienten Versenkung verschwindet.

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  1. Die FDP – verrottet an Haupt und Gliedern « Paxx Reloaded - 19. September 2010

    […] nur die Parteiführung, auch die Basis ist eine Schande für den Liberalismus! Sehr schön von Adrian auf GayWest zusammengefasst: Dass die FDP eine Schande für jeden liberal gesinnten Menschen ist, dass sie den guten Namen des […]

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