Der Sozialismus lebt!

3 Okt

Das tut er in der Tat. In den Köpfen vieler Menschen – selbst derer, die sich selbst eigentlich nicht als Sozialisten verstehen. Und selbst diejenigen, welche die Unmöglichkeit dieser Utopie einsehen, seufzen auf, dass es aber eigentlich doch ganz schön wäre, wenn es Sozialismus gäbe.

Aber warum? Was ist schön an einer Ideologie, die Dein Eigentum negiert und Dich einem Kollektiv ausliefern will? Oder ist das nicht der Sozialismus den Du willst? Und wenn nicht, was willst Du dann?

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11 Antworten to “Der Sozialismus lebt!”

  1. hth 4. Oktober 2010 um 00:41 #

    Da sollten wir erstmal unsere Definitionen klären. So wie fast jeder, der heute Kapitalismus sagt, den verbrecherischen Status quo meint, verwendet fast jeder Sozialismus synonym mit Staatssozialismus. Man kann Sozialismus aber auch verstehen als das zwanglose Zusammenfinden von Menschen in Kooperativen und Gewerkschaften, um in freiwilligen Wettbewerb mit den Hierarchien des Kapitalismus zu treten. Ich halte das nicht nur nicht für unmöglich, ich halte es sogar für sehr gesund und die natürliche Konsequenz einer freien Gesellschaft.

  2. stottlemeyer 4. Oktober 2010 um 13:56 #

    Kennt Ihr bluthilde (http://bluthilde.wordpress.com)?

    Da wird genau das, was Ihr hier richtigerweise ansprecht, herrlich böse satirisch durch den Wolf gedreht und das macht richtig Laune. 🙂

  3. fatalfraktal 8. Oktober 2010 um 22:15 #

    Wer besitzt, teilt nicht gern, wer nichts besitzt umso lieber und am liebsten mit dem, der mehr hat. Such Dir raus, zu welcher Gruppe Du gehörst. Oder: Kläre Deinen Klassenstandpunkt.
    Oder: Wenn Du ein Hemd hast, dann gib das einem, der keines hat, damit er auch eins hat.

  4. Adrian 8. Oktober 2010 um 22:44 #

    Wenn Du ein Hemd hast, dann gib das einem, der keines hat, damit er auch eins hat.

    Wenn ich ein Hemd habe, und dies einem gebe, habe ich keines mehr. Und nun?

  5. fatalfraktal 8. Oktober 2010 um 23:07 #

    „Wenn ich ein Hemd habe, und dies einem gebe, habe ich keines mehr. Und nun?“

    Das hast Du gut bemerkt, ich meine, so von der Logikseite her. Die Ironie anscheinend nicht. Aber es ist ja auch schon spät. 😉

  6. dialecticprogress 12. Februar 2011 um 21:02 #

    Der Sozialismus will doch nicht das Eigentum wie Hemden vergesellschaften. Das ist purer Unsinn! Es geht um die Produktionsmittel und nicht euren Privateigentum an Konsumtionsmitteln!

  7. Adrian 12. Februar 2011 um 21:19 #

    Als ob es eine Trennlinie gäbe zwischen Pruduktions- und Konsumtionsmitteln…

  8. dialecticprogress 12. Februar 2011 um 21:35 #

    Selbstverständlich. Ist etwa für dich ein Hemd ein Produktionsmittel? Zu den Konsumtionsmitteln zählen Nahrung, Wohnung, Kleidung usw. Sie sind ausschließlich für den individuellen Ge-/Verbrauch. Produktionsmittel sind dagegen nötig, um überhaupt Konsumtionsmittel zu produzieren.

  9. Adrian 12. Februar 2011 um 21:47 #

    „Ist etwa für dich ein Hemd ein Produktionsmittel?“

    Natürlich.

    „Zu den Konsumtionsmitteln zählen Nahrung, Wohnung, Kleidung usw.“

    Und wenn ich nun meine Wohnung untervermiete? Oder in ihr Dienstleistungen anbiete? Damit „produziere“ ich zwar nichts im strengen Sinne des Wortes, aber verschaffe mir einen individuellen Mehrwert, und entziehe mich damit der Vergesellschaftung. Und schon ist die ganze schöne Theorie vom Sozialismus im Ar***.

  10. Alreech 12. Februar 2011 um 22:38 #

    Wieso ist dann die Theorie vom Sozialismus im Ar*** ?
    Dann wird eben deine Wohnung vergesellschaftet, oder der Mehrwert den du erzeugst durch Steuern abgeschöpft
    ( Merke! :Mehrwert abzuschöpfen ist nur dann Ausbeutung, wenn es der Besitzer der Produktionsmittels macht, nicht wenn’s der Staat macht.)
    Und falls Du auf die Idee kommst das deine Arbeitskraft, also dein Produktionsmittel nur dir alleine gehört kann man immer noch eine Mauer um’s Land ziehen die verhindert das du dieses Produktionsmittel ausser Landes schaffst.
    Da der Sozialismus eine bessere Welt schaffen soll, ist er dazu nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet ! 😉

  11. dialecticprogress 13. Februar 2011 um 10:02 #

    Wenn du deine Wohnung zum Gebrauch an einen Mieter vermietest, dann findet ein ganz simples Warengeschäft statt. Die Ware „Wohnung“ gegen Mietzahlungen. Das hat nichts direkt mit dem Verhältnis Kapitalist vs. Produktionsmittelnichteigentümer zu tun und schon garnicht mit Produktionsmitteln.
    Der Unterschied liegt darin, dass der Mieter seine Arbeit nicht an den Vermieter verkauft, weil er das schon vorher getan haben muss, um überhaupt die Miete bzw. den Mietzins zu bezahlen und, weil durch diesen Nichtverkauf der Arbeitskraft dementsprechend auch du kein Mehrwert bekommst.

    Wenn du eine Dienstleistung anbietest (ohne gleich 10 Angestellte zu haben), dann fällst du nicht in die Kategorie „Kapitalist“, sondern im besten Fall unter die Kategorie „kleiner Warenproduzent“. Darunter fallen Handwerker, Bauern oder Dienstleister, die von ihrer eigenen Arbeit leben. Dann beutest du dich sozusagen selbst aus, aber eignest dir die Früchte deiner Arbeit auch selbst an. „Indessen spielt diese Kleinproduktion im Kapitalismus eine untergeordnete Rolle. Die Masse der kleinen Warenproduzenten in Stadt und Land wird indirekt von den Kapitalisten und den Grundeigentümern ausgebeutet – den Besitzern der Fabriken und Werke, der Banken, der Handelsunternehmen und des Grund und Bodens –, denn das kleine Privateigentum ist ökonomisch abhängig vom Kapital und dessen Staat.“ (Zitat aus Lehrbuch der pol. Ökonomie).

    Der Bewegung für den Sozialismus bist du erstmal, so leid es mir tut, egal. Es geht ihr um die großen kapitalistischen Unternehmen und nicht um deine Mietswohnung oder bspw. dein Frisörsalon.

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