Free Soukaina!

6 Nov

Eine 19jährige Deutsch-Libanesin wird von ihrem Ehemann gegen ihren Willen im Libanon festgehalten, wohin sie zu einem Familienurlaub gereist war. Der Ehemann weilt unterdessen mit dem Pass der Frau in Berlin.

Wie alles anfing:

Soukaina El R. hatte vor zwei Jahren in Berlin einen heute 20 Jahre alten Libanesen geheiratet. Die junge Frau macht Abitur an der Elisabeth-Lüders-Oberschule in Schöneberg, wird schwanger und bringt einen Sohn zur Welt. Als sie ihrem Mann Fadi R., der nur aufgrund seiner Heirat ein Aufenthaltsrecht erhalten hat, von ihrem Wunsch erzählt, studieren zu wollen, wird sie geschlagen. Schnell steckt die Beziehung in einer schweren Krise. Fadi El R. überredet seine Frau zu einem Versöhnungsurlaub in seinem Heimatland, sie reisen mit dem Sohn Ende Juni nach Beirut. Dort beginnt ein Martyrium. Unmittelbar nach der Ankunft wird Soukaina El R. wieder von ihren Mann geschlagen, später auf subtile Art sogar massiv bedroht. Männliche Verwandte aus der Familie berichten, wie sie mit widerspenstigen Ehefrauen umgehen: Erschießen oder zerstückelt in den Bergen zurücklassen. Die 19-Jährige lebt in Angst, um sich und ihren sechs Monate alten Sohn Fadel, traut sich kaum auf die Straße. Dann ist plötzlich ihr Mann Fadi El R. verschwunden. Zurückgereist nach Berlin, erfährt sie, mit ihrem deutschen Pass. Sie will zurück nach Berlin, beantragt und erhält bei der deutschen Botschaft neue Papiere, besorgt sich Flugtickets. Zwei Monate nach ihrer Einreise verweigern Beamte am 18. August am Beiruter Flughafen Soukaina El R. den Zuritt ins Flugzeug. Gegen sie liege ein Ausreiseverbot vor. Verfügt von ihrem Mann, der längst wieder unbehelligt in der gemeinsamen Wohnung in Rudow lebt, während Soukaina El R. in der Falle sitzt.

Und was passiert in der deutschen Heimat von Soukaina? Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) meint in etwa, „sowas kommt von sowas“:

Junge Leute müssten gewarnt sein, bevor sie sich in einen anderen Kulturkreis bewegen.

Ansonsten tut man bemüht:

Inzwischen versuchen Berliner und bundesdeutsche Behörden den Eindruck zu vermitteln, sich intensiv um das Schicksal der jungen Frau zu kümmern und ihre Ausreise aus dem Libanon zu ermöglichen. „Wir geben der Frau jede erdenkliche Hilfe, haben sie juristisch beraten, ihr und ihrem Kind neue Personaldokumente verschafft. Wir betrachten sie als Deutsche, jedoch sind uns Grenzen gesetzt“, sagte gestern eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Sie räumte aber ein, dass die libanesischen Behörden eine gänzlich andere Auffassung hätten und die gerichtlichen Möglichkeiten von Soukaina El R. in der Heimat ihres Mannes wenig Sicht auf Erfolg hätten. Dennoch würden sämtliche Möglichkeiten, auch auf diplomatischem Wege, ausgeschöpft, um die Rückkehr von Mutter und Sohn nach Berlin zu ermöglichen, sagte die Außenamtssprecherin der Morgenpost Online.

Wie wäre es denn mit einer Free-Soukaina-Solidaritätsflotte? Wenn man auch nur das halbe Waffenarsenal der Kameraden von der Mavi Marmara an Bord hätte, sollte eine Befreiung der gefangenen Frau kein Problem sein. In der Tradition praktischer feministischer Kritik an patriarchaler Unterdrückung stünde die Aktion allemal. Jeder Humanist dürfte auch sein Herz für die Aktivisten entdecken. Etliche Linke würden das Ganze vermutlich als abscheulichen Rassismus brandmarken, nachdem sie das Recht auf individuelle Freiheit, das früher auch für Frauen gelten sollte, längst durch das Recht auf autochthone Stammeskulturen ersetzt haben, seien diese auch noch so menschenverachtend. Mein Vorschlag für Schutz und Führung der Flotte: Bruce Bawer, Necla Kelek, Irshad Manji, Laura Mérrit, Claude Lanzmann und  Cem Özdemir.

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2 Antworten to “Free Soukaina!”

  1. pedro luis 6. November 2010 um 19:59 #

    Wie boshaft! Die arme Frau!!!

  2. Nadya 18. September 2012 um 22:30 #

    was ist eigtl. aus ihr geworden???? Man kann ja suchen was man will, aber leider Erfolglos.

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