Fremdarbeiter und Konsumterror

7 Nov

Gestern im Kaufhof wollte ich einen Adventskalender für meinen Liebsten erstehen. Die Mitarbeiterin, die ich fragte, wo die Dinger sind, klärte mich auf, ich müsse noch zwei Wochen Geduld haben. Also kaufte ich die Butter, die ich beim letzten Einkauf vergessen hatte und einen Jahresplaner für 2011, der sich auf dem Kassenzettel als „Lady Cheftimer“ entpuppte. Nachdem ich bezahlt hatte, fiel ich beinahe über einen Riesenstapel Adventskalender. Ich fragte die dazugehörige Auspackerin, wie das denn sein könne, ihre Kollegin habe mir doch vor wenigen Minuten mitgeteilt, ich müsse noch zwei Wochen warten. Ihre Antwort, mit leichter Verachtung im Blick:

Das ist eine Fremdarbeiterin! Und wenn sie jetzt bei mir einen Adventskalender kaufen, schenke ich ihnen noch eine Tasse dazu.

Puh, das war natürlich ein verlockendes Angebot. Ich habe mich dann aber doch gegen den Kauf eines Adventskalenders am heutigen Tag entschieden und werde mich nächste Woche noch einmal dem Konsumterror aussetzen, diesmal dann potenziert im KaDeWe. Vielleicht finde ich dort ja auch ein Geschichtsbuch für die unterinformierte Kaufhofmitarbeiterin, in dem sie gelegentlich nachlesen kann, was Fremdarbeiter sind/waren.

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Eine Antwort to “Fremdarbeiter und Konsumterror”

  1. LIBERTARIAN 7. November 2010 um 17:04 #

    Konsumentensouveränität. 🙂

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