Skandal! – Kristina Schröder hetero!

8 Nov

Wäre sie ein Mann, würde man sagen, sie hat Eier in der Hose: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat sich mit dem mächtigen links-feministischen Komplex angelegt und es gewagt, Thesen aufzustellen, die sich gegen die feministische Weltherrschaft richten: Queer.de, die Bild-Zeitung für die links-grüne Schwuppe, berichtet jedenfalls empört:

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert im „Spiegel“ eine „radikale Strömung“ der Frauenbewegung, weil sie das weibliche Geschlecht zu Homosexualität ermuntert habe.

Und das geht ja nun gar nicht. Wie kann eine heterosexuelle Frau es, bitte schön, wagen, zu kritisieren, dass in den Reihen des Primitiv-Feminismus Positionen vertreten wurden/werden, welche die Heterosexualität als per se minderwertig qualifizieren? Das ist doch eigentlich fast so, als würde jemand Homosexualität pauschal ablehnen, oder?

Doch was hat Schröder eigentlich genau kritisiert?

„Ich glaube, dass zumindest der frühe Feminismus teilweise übersehen hat, dass Partnerschaft und Kinder Glück spenden“, erklärte die 33-jährige Wiesbadenerin.

Partnerschaft und Kinder! Und dann wohl noch in einer Beziehung zwischen Mann und Frau! Das geht ja nun gar nicht! Reaktion! Faschismus! Zionismus!  Was für abgrundtief menschenverachtende Positionen! Schämen Sie sich, Frau Schröder!

Und dann auch noch das:

Sie kritisierte insbesondere die Thesen von Alice Schwarzer, die behauptet habe, dass der „heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau“. Eine „radikale Strömung“ von Feministinnen lehne daher heterosexuelle Beziehungen aus Prinzip ab, so die Ministerin: „Dass Homosexualität die Lösung der Benachteiligung der Frau sein soll, fand ich nicht wirklich überzeugend.“

Aber, aber, Frau Ministerin, das geht nun aber wirklich zu weit! Heterosexualität ist etwas ganz furchtbares, Männer sind Schweine und Frauen von Natur aus reine, unschuldige Wesen, engelsgleich gar. Hat man Ihnen das nicht beigebracht? Fehlt bloß noch, dass Schröder behauptet, sie hätte tatsächlich Spaß am Sex mit einem Mann. Haha, wie albern! Wer kann bitte schön Spaß am Sex mit einem Mann haben?

Die Schwulis von Queer.de offenbar nicht, denn die meisten Kommentatoren kritisieren Schröder aufs Heftigste. Fragt sich bloß warum. Was genau ist an der Kritik von Schröder so falsch? Wieso regen sich Schwule auf, wenn jemand den radikalen Feminismus kritisiert? Wieso empören sie sich, wenn eine Frau sagt, sorry, sie finde nicht, dass Sex mit einem Mann etwas Schlimmes sei?

Tut mir leid, das kapiere ich einfach nicht.

6 Antworten zu “Skandal! – Kristina Schröder hetero!”

  1. Ralf 8. November 2010 um 20:34 #

    Ich vermute, man empört sich darüber, dass jemand sich überhaupt mit der saudummen These auseinandersetzt, es gebe so etwas wie gewählte Homosexualität zwecks Vermeidung von Heterosexualität. Unter welchen Voraussetzungen auch immer: Gewillkürte sexuelle Orientierung war Quatsch, ist Quatsch und wird Quatsch sein. Und wer sich mit Quatsch beschäftigt, hat offenbar zu viel freie Zeit, die er/sie nicht sinnvoll verbringen will oder kann.

  2. pedro luis 8. November 2010 um 20:55 #

    Du sprichst mir aus dem Herzen! Die Diskussionen auf queer.de sind unbegreiflich, das Selbstverständnis der Beteiligten rätselhaft. Es wundert mich auch nicht mehr, dass Männerrechtler den Schwulen meist sehr reserviert gegenüberstehen, wenn die sich zum Stoßtrupp der Frauenemanzipation erklären, ohne sich auch nur einmal zu fragen, was das mit ihnen zu tun hat.

  3. Damien 8. November 2010 um 22:01 #

    @ Ralf: Dann müssten sich die queer.de-Kommentatoren aber in erster Linie über sich selbst empören, schließlich setzen sie sich am laufenden Band mit „saudummen Thesen“ und zwar meist von Homophoben auseinander. In zweiter Linie müssten sie sich über jene feministische Fraktion empören, die Homosexualität propagiert(e) als Entscheidungsmöglichkeit und -notwendigkeit konsequenten Feminismus‘. Schröder hingegen, die eben solch einen Feminismus kritisiert, müsste Zustimmung finden, von Menschen, die sexuelle Orientierung für nicht wählbar halten.

  4. dominikhennig 9. November 2010 um 00:31 #

    Ich weiß nur, daß Alice Schwarzer ähnlich abseitige Positionen zu Schwulen vertritt wie etwa AFL. Beide reiten besonders eifrig darauf herum, daß auch SA-Leute schwul waren.

    Schwarzer sagte außerdem mal, es gäbe ein gesellschaftliches Gebot „Du sollst Männer lieben!“. Dieses erfüllten Schwule angeblich im „Übersoll“ der gesellschaftlich erwünschten Vorgabe.

    Im Dritten Reich, ja nun gut, da wurden die Schwulen schon auch verfolgt und umgebracht, konzedieren Feministinnen gerne, um sogleich aber hinzuzufügen, was den armen Lesben ungleich Schlimmeres widerfahren sei: diese wurden ignoriert!

  5. BastI 13. November 2010 um 15:32 #

    “ links-feministischen Komplex“

    HAHA, zu geil, sollteste dir patetntieren lassen

  6. heiner 10. März 2012 um 15:04 #

    Hm. @ Ralf.
    Also ich bin ein homo, finde sowohl die Feminismus-Prolongation der queer-Leute da bescheuert, sowie Schröders Uminterpretation der Feministinnen als Zerstörer der Möglichkeit von Leben als fast nur Frau und Mutter, als auch deine Annahme, Sexualität sei niemals oder überwiegend selten eine Wahlsache.

    Ich hingegen finde diese genetische Determinismusthese total hinterwäldlerisch und ausserdem feige. Ich bin schwul, weil ich das will und ihr lebt aus Gründen eure Sexualität, die ihr hoffentlich kennt – und aus anderen Gründen lebt ihr keine andere Sexualität. Ihr macht diesen oder jenen Sex aus Gründen, die ihr dank Verstandeskraft angeben könnt, nicht weil ihr dazu willenlos gezwungen seid.
    Und falls ihr die Tatsache des Wahlakts nicht glaubt, schaut auf altgriechische Vasenmalerei oder haut euch ein paar gute griechische Philosophen rein…da seht ihr den „Determinismus“ (es sei denn, der genetische Determinsmus hat erst nach den Griechen eingesetzt…)
    Ich habe schon länger vergessen, wieso so viele Frauen auf Männer stehen, aber das ist mein Bier 🙂

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