Linke Partypupser

10 Dez

Linke haben keinen Humor. Wie auch? Innerhalb ihres pessimistischen Weltbildes ist das Leben schließlich scheiße, ganz einfach deshalb weil, nun ja, weil es eben so ist: Weibliche Friseusen verdienen immer noch weniger als männliche Ingenieure (Sexismus!); es gibt immer noch Menschen, die eher auf Latinos stehen als auf Asiaten (Rassismus!); es gibt immer noch Menschen, die Christen sind und nicht Moslems (Islamophobie!), und – last but not least – immer noch gibt es Menschen, die nicht „queer“ sind, was besonders schlimm ist, denn „queer“ zu sein, entwickelt sich zum neuesten Trend unter progressiven Linken. Der Clou dabei: Kein Linker weiß wirklich, was „queer“ eigentlich sein soll, man ist sich nur einig, dass das kapitalistische Schweinesystem uns alle daran hindert, unsere wahre queere Bestimmung zu finden, ebenso wie es uns vor ein paar Jahrzehnten noch daran gehindert hat, unsere wahre proletarische Bestimmung zu entdecken.

Doch die Linke wäre nicht die Linke, wenn sie aus dem Umstand, dass „queer“ eigentlich nichts bedeutet, keine Tugend machen würde. Denn ein Wort, das man definieren, das heißt einer Realität zuordnen könnte, wäre ja ausgrenzend, weil schließlich jede Definition naturgemäß sich von anderen Definitionen abgrenzen muss. Und Abgrenzung führt zu Ausgrenzung, die letztendlich wiederum zu Konzentrationslagern führt, also dem, was die Ju- äh, die Zionisten den Palästinensern antun.

Mit dem nicht definierbaren Begriff  „queer“ haben Linke den absoluten Glückstreffer gelandet. Denn ein nicht definierbarer Begriff, der alles einschließen kann, ohne irgendetwas auszuschließen, ist nicht in die reale Welt übertragbar. Die Linke kann also bis zum nächsten Äon darüber jammern, dass die Welt immer noch nicht perfekt, also „queer“ ist – und jammern ist das Lebenselixier eines jeden Linken, sie brauchen das, wie ein Junkies die nächste Dosis Heroin.

Doch man sollte sich nicht zu sehr über Linke und ihr neuestes Lieblingsprojekt lustig machen – immerhin sind die Gulags in Sibirien noch funktionsfähig – denn das Ganze ist todernst. Mit „queer“ macht man keine Späße! Niemals!

Am letzten Donnerstag initiierte das Gleichstellungsreferat (haha) eine coole „Alternative Gender Party“. Dies bedeutete, dass alle (!) die mindestens (!!) zwei (nicht weniger) Accessoires des jeweils anderen Geschlechts tragen (dies heißt: alle Frauen mit Krawatte und Hose, alle Männer mit Rock und/oder Kleid) bzw. sich verkleiden kostenlos Party machen dürfen. Musikalische und auch sonstige Beschallung (ohne Witz: Karaoke) waren da zu verorten, was gemeinhin als „Bad Taste“ oder „Trash“ bezeichnet wird.

Also, ich hätte hinter „mindestens“ ja mindestens drei Ausrufezeichen gesetzt, um den Ernst der Lage auch wirklich zu verdeutlichen; lediglich zwei Ausrufezeichen erscheint mir schon fast konterrevolutionär angesichts des Umstands, dass da von einem sich progressiv gebenden Gleichstellungsreferat tatsächlich versucht wurde, den heiligen Begriff „queer“ mittels einer Party – die nicht den Geschmack eines linken Blockwarts trifft – zu trivialisieren, gar zu kommerzialisieren. Ein Verbrechen, das an und für sich fast so schlimm ist wie die Nakba!

Wahrlich zum Kotzen das Ganze!

Es fordert regelrecht zum Kotzen auf, dass „queer“ oder auch „undoing gender“ sowohl ins Lächerliche gezogen wird („Freier Eintritt für alle Verkleideten“) und außerdem zum bloßen Partybegriff verkommt.

Dabei wäre das endlich mal ein substanzieller Versuch, dem Begriff  „queer“ eine Bedeutung zukommen zu lassen, mit der man auch etwas anfangen kann: Queer gleich Party. Wäre doch eigentlich geil, oder, denn wer kann schon etwas gegen Parties haben?

Ach ja natürlich, die ewig schlecht gelaunte, ewig rummaulende Linke, wer denn sonst?

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2 Antworten to “Linke Partypupser”

  1. pedro luis 11. Dezember 2010 um 12:12 #

    Die sogenannte Linke stinkt -wie in den 70-er Jahren – nach Patchouli und 2-Liter -„Chianti“-Flaschen.

  2. robert 14. Dezember 2010 um 20:53 #

    thank you, you just made me laugh SO hard ^^

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