Kinderwunsch als Selbstverwirklichung

8 Jan

Das „Kindeswohl“ als Argumentation gegen ein Adoptionsrecht von Schwulen und Lesben in Stellung zu bringen – so wie es u. a. Volker Kauder getan hat -, gehört zu den beliebtesten Waffen der Hetero-Lobby, doch wird diese Waffe zunehmend stumpfer, da sich die Untersuchungen mehren, die Homos bescheinigen, ebenso gute Eltern zu sein wie Heteros. Aus diesem Grund wird in der Argumentation gegen ein Adoptionsrecht oftmals auf eine zweite Waffe zurückgegriffen: dem Vorwurf des puren Wunsches nach Selbstverwirklichung. Schwule und Lesben, so heißt es, gehe es gar nicht um die Kinder an sich, sondern sie wollten sich mittels des Kinderwunsches lediglich selbst verwirklichen; sie wollten ihrem Dasein lediglich einen (neuen) Sinn geben.

Eine These, die höchst sonderbar anmutet, und zwar nicht deshalb weil sie falsch ist, sondern weil sie das Offensichtliche hervorhebt um es dann in den Schmutz zu ziehen. Natürlich geht es beim Kinderwunsch (auch?) um Selbstverwirklichung – doch was genau ist daran denn so schlimm? Kinder sind in der entwickelten westlichen Welt weder ökonomisch zwingend notwendig, noch ein unvermeidbarer Bestandteil des Sexuallebens; ergo bleiben als Gründe für die Existenz von Kindern eigentlich nur folgende Punkte übrig:

a) zu dumm um zu verhüten

b) zu geil um an Verhütung zu denken

c) Kollektivismus (Kinder für den Führer/für den Staat)

d) Selbstverwirklichung/der individuelle (egoistische) Wunsch nach Kindern

Von all diesen Gründen ist Punkt d) der mit Abstand Beste, denn was kann ein Kind sich denn besseres wünschen, als wirklich um seiner selbst willen geliebt zu werden; als ein Teil zu sein vom großen Lebenstraum seiner Eltern? Und ist es nicht die Verwirklichung eines individuellen Traums, der eben die Selbstverwirklichung ausmacht?

Advertisements

3 Antworten to “Kinderwunsch als Selbstverwirklichung”

  1. Ralf 8. Januar 2011 um 20:11 #

    Seltsamerweise hat bisher offenbar niemand Herrn Kauder gefragt, weshalb er selbst sich Kinder angeschafft hat. Da er Selbstverwirklichung als Motiv ablehnt, kann er sich ja nur einem höheren Ziel verschrieben haben, z.B. dem Nachschub für die Bundeswehr oder der Einzahlung in die Rentenkasse. Solch staatstragend rationale Beweggründe werden aber wohl kaum mit der selben Liebe zum Kind einhergehen, die wir bei den Selbstverwirklichern finden. Und glücklicherweise dürften sie recht selten anzutreffen sein. Leidtragende sind Herrn Kauders Kinder, die bei ihrem Vater kaum das fürs Kindeswohl erforderliche Maß an Sympathie gefunden haben werden, da er sie nicht um seinet- und nicht um ihretwillen wollte, sondern für den Staat.

  2. Philhippa 18. Februar 2011 um 21:46 #

    Ich kann dem Artikel nur zustimmen: jedes gewollte Kind (und wer möchte schon ungewollt sein?) ist Teil der Selbstverwirklichung seiner Eltern, und wenn man sich ansieht, wie gedankenlos manche Paare Kinder in die Welt setzen und dann vor die Hunde gehen lassen, kann man diesen Kindern eigentlich nur wünschen, von einem netten Homo-Paar adoptiert zu werden, für das sie keine biologische Selbstverständlichkeit, sondern ein echtes Geschenk sind!

  3. Betti 9. April 2011 um 21:30 #

    Hallo! Also wenn ich sehe, wie schlecht manche Hetero Eltern ihre Kinder behandeln (und ich selbst bin auch ein Hetero) dann denke ich mir doch, egal ob Mama und papa oder Mama und Mama oder Papa und Papa,hauptsache dem Kind gehts gut! So!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: