Ein Brief an Arne

1 Feb

Lieber Arne Platzbecker,

bis vor kurzem kannte ich Dich nicht. Als ich zum ersten Mal ein Foto von Dir gesehen habe dachte ich, na der ist ja süß, den würde ich sofort heiraten (wenn er nicht schon vergeben wäre). Und dann fand ich auch noch heraus, dass Du Anwalt bist und dachte, Geld hat er auch noch, das wird ja immer besser.

Doch dann der Schock: Du hast Dich verkauft und machst einen auf Politiker. Und das auch noch für die Sozen. Warum tust Du Dir das an? Ich meine, okay, von mir aus kann man ja Sozi sein, es ist zwar eine merkwürdige Einstellung, aber was soll’s, wir leben hier in Europa, das sind ja sowieso alle Sozen – mehr oder weniger -, man hat sich dran gewöhnt. Aber das auch noch politisch zu betreiben? Dafür anzutreten in die Hamburger Bürgerschaft gewählt zu werden? Warum?

Ich bin enttäuscht von Dir Arne, dass Du Dir von all den Tätigkeiten ausgerechnet den schlimmsten und moralisch fragwürdigsten aussuchst  – abgesehen vielleicht vom Auftragskiller. Ich glaube allerdings, dass ich es Dir schuldig bin, mich zu erklären; zu erklären, warum ich Dich nicht unterstützen kann, auch, wenn wir beide durch die warmen Bande der Homosexualität auf ewig miteinander verbunden sind.

Hier also meine Gründe, warum ich Dich nicht wählen werde, Dich einfach nicht wählen kann:

1.) Ich lebe in Berlin und Du trittst in Hamburg an.

2.) Ich wähle grundsätzlich nicht. Jemanden zu wählen bedeutet, jemanden zu beauftragen, anderen Menschen seine eigenen Interessen aufzuzwingen. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

3.) Du bist ein Sozi. Nimm es mir nicht übel, Sozen sind feine Menschen, das auf jeden Fall, aber, nun ja, halt einfach nicht wählbar, selbst wenn ich wählen würde, was ich aber grundsätzlich nicht tue; siehe 2.)

4.) Deiner Aussagen wegen:

„Inhaltlich haben wir wohl am meisten Schnittmengen mit den Grünen.“

Tut mir leid Arne, aber das geht nun wirklich nicht. Absolut nicht!  Mit Grünen Schnittmengen zu haben, das ist ein Bekenntnis zur Volkserziehung, zum Ökostalinismus, zum Puritanismus, zur Bevormundung, zu allem also, was ich aus tiefstem Herzen verabscheue. Das ist nicht persönlich gemeint, wärst Du nur Sozi, das könnte ich ertragen, aber Gemeinsamkeiten mit Grünen? Ein Supergau, gegen den Tschernobyl ein lauer Furz  war.

„Das Antidiskriminierungs- oder Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist durch die SPD und gegen den Widerstand der CDU/CSU eingeführt worden. Wir stehen selbstverständlich für eine EU einheitliche Regelung, da die Maßstäbe in anderen Ländern doch noch erheblich von unseren abweichen.“

Aber Arne, Antisdiskriminierungsgesetze sind Bockmist! Das sollte man nach einigem Nachdenken eigentlich mühelos erkennen. Willst Du etwa mit Frauen schlafen müssen? Ich jedenfalls will das nicht. Möchtest Du, dass dem NPD-Vorsitzende Udo Voigt der Aufenthalt in jedem Hotel Deutschlands gewährt werden muss? Wenn nicht, dann denk noch mal über das Ganze nach.

Ja, und das wäre es eigentlich schon. Zugegeben, es sind nicht allzuviel Gründe, aber sie sind mir wichtig. Ich hoffe Du verstehst das und nimmst mir das nicht übel, was ich aber nicht glaube, da ich gehört habe, dass Sozen zu jene Linken gehören, die noch am tolerantesten sind, wenn man ihre Meinungen nicht teilt.

Aber weißt Du was Arne, noch besteht Hoffnung! Solltest Du Deine Kandidatur zurückziehen und Dich wieder gänzlich Deiner anwaltlichen Karriere widmen, dann wäre ich auch bereit, Dich mit vollem Herzen zu unterstützen, ganz egal wo, ob in einem vollverglasten Penthouse mit Blick auf den Hamburger Hafen oder einem bescheidenen Anwesen im Weißen Hirsch.

Mit wärmsten Grüßen

Dein Adrian

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Eine Antwort to “Ein Brief an Arne”

  1. Yadgar 13. Februar 2011 um 17:45 #

    Nee, Adrian, also beim Männergeschmack trennen uns wirklich Welten… wie wäre es z. B. mit ihm hier:

    Das Dumme ist nur, dass dieser Hübschling Vorsitzender einer Partei (nämlich der ÖDP) ist, die du wahrscheinlich noch unerträglicher findest als die alte Tante SPD… aber wenigstens raucht er nicht!

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