Dukatze

29 Mrz

Der Erfolg der Katholischen Kirche besteht darin, dass sie es meisterhaft versteht, Moderne und Tradition zu verbinden, d. h. zu den tradierten Glaubensrichtlinien zu stehen und diese gleichzeitig in einer zeitgemäßen Art und Weise zu präsentieren. Deutlich wird dies an der neuesten Publikation Roms, stylisch „Youcat“ genannt, einer Art Anleitung zum katholischen Glauben, der speziell auf junge Menschen zugeschnitten wurde und dessen Vorbestellungen bereits jetzt auf einen vollen Erfolg hindeuten:

Insgesamt sind darin 527 Antworten auf Glaubensfragen zu finden – von der existenziellen Frage, wozu wir auf der Erde sind, über Themen wie Selbstbefriedigung und Homosexualität bis zu Fragen der Globalisierung und der Zulässigkeit von Militärinterventionen.

Papst Benedikt XVI. hat dem Werk ein Vorwort gewidmet, in dem er die Jugendlichen aufrief, den katholischen Glauben besser kennen zu lernen und den „Youcat“ mit „Leidenschaft und Ausdauer zu studieren“, denn sie sollten ihren Glauben kennen, wie „ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers“.

Obwohl ich nicht katholisch – und auch nicht mehr ganz jung – bin, habe auch ich mir das Buch bereits bestellt, ganz einfach um mal zu schauen, was der Katholizismus denn heutzutage so für Antworten auf die Fragen des Lebens bereithält. Natürlich erwarte ich nicht, bahnbrechend neues zu entdecken oder gar eine Geistesverwandtschaft des Katholizismus mit meinen Positionen festzustellen – zumindest, was die eher intimen Positionen anbelangt:

Zum Thema Homosexualität heißt es im „Youcat“ etwa:

„Kein Mensch ist auf der Erde, der nicht aus der Verbindung von Vater und Mutter stammt. Darum ist es für manche homosexuell orientierte Menschen eine schmerzliche Erfahrung, sich nicht zum anderen Geschlecht erotisch hingezogen zu fühlen und die leibliche Fruchtbarkeit ihrer Verbindung vermissen zu müssen, wie es eigentlich der Natur des Menschen und der göttlichen Schöpfungsordnung entspricht.“

Mittlerweile lacht man ja über derartig geistige Tieffliegerei, zumal der Papst sich und seinen Angestellten mit dieser Aussage ja selbst bescheinigt, nicht der göttlichen Schöpfungsordnung zu entsprechen, eben weil auch ihnen „die leibliche Fruchtbarkeit“ der Verbindung zwischen Mann und Frau aus firmenrechtlichen Gründen untersagt ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass das neueste Jugendbuch aus der Feder des Vatikan, die jungen Leute nicht dazu veranlasst, mich noch mehr zu bedauern als jetzt, weil sie es mögen, fruchtbar mit dem anderen Geschlecht zu vögeln, und ich nicht.

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