Spätrömische Dekadenz

10 Apr
Antinoos und Hadrian bei der Zerstörung Roms

Antinoos und Hadrian bei der Zerstörung Roms

Schwule sind mächtig. So mächtig gar, dass sie es schaffen, ganze Weltreiche zu stürzen. Die These, ein stetig größer werdender Sumpf an Dekadenz sei der Grund für den Niedergang des Römischen Reiches, wird immer mal wieder aufgewärmt, üblicherweise von Menschen, die zwar arm an Wissen aber reich an Überzeugungen sind. In neuester Zeit spielen bei diesen Überlegungen verstärkt Schwule eine Rolle – logisch, denn Schwule sind perverse Teufel in Menschengestalt, die überall ihre vom Fisten mit Kot beschmierten Finger im Spiele haben, wenn es darum geht Unheil über die Welt zu bringen.

Nun hat der italienische Professor Roberto De Mattei der Menschheit erneut die außerordentliche Schuld des Schwulentums am Niedergang Roms ins Gedächtnis gerufen:

„Der Zusammenbruch des Römischen Reiches und der Einfall der Barbaren war der Ausbreitung der Homosexualität geschuldet. Die römische Provint Karthago war ein Paradies für Homosexuelle und sie haben viel andere infiziert. Die Invasion der Barbaren wurde als Strafe für diese moralische Sünde gesehen.“

Nun bestand das Römische Reich etwa vom 8. Jh. vor bis zum 7. Jh. nach Christus, einer nun wahrlich erstaunlich langen Zeitspanne. Homosexualität wurde in der Tat toleriert, vorausgesetzt, sie fand im gesellschaftlich erwünschten Rahmen statt. Und in der Tat lässt sich argumentieren, dass die Homosexualität im Reich von den Anfängen des Königtums, über das republikanische Zeitalter, bis hin zur Kaiserzeit einen stetigen Zuwachs an Toleranz und Akzeptanz erfuhr. Gerade das Römische Kaisertum ist bekannt für Herrscher, die – wer kann es ihnen verdenken? – Gefallen an anderen Männern fanden, man denke nur an Galba, Hadrian mit seinem Geliebten Antinoos oder der allseits berüchtigte Nero.

Was man allerdings nicht wegdiskutieren kann ist, dass der Niedergang Roms ausgerechnet in einer Zeit stattfand, als die Toleranz gegenüber der Homosexualität im Zuge der Ausbreitung des Christentums einen Abschwung erlebte, und das Reich schließlich zu dem Zeitpunkt unterging, als der christliche Glaube Staatsreligion war.

Natürlich will hier niemand einen Zusammenhang zwischen dem einen oder dem anderen herstellen, das wäre dann doch arg albern. Und Albernheiten überlässt man am Besten italienischen Professoren.

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7 Antworten to “Spätrömische Dekadenz”

  1. ohmannohjens 10. April 2011 um 12:56 #

    …ein Sündenbock musste- muss doch immer für die Missgeschicke der Menschheit herhalten. Er entstammt einer Zucht, die so alt wie die Menschheit ist und wird auch heute noch als Lasttier vieler bis aller Schuldzuweisungen eingesetzt. Und Schwule sind eine besonders gut geeignete Gattung, die dafür verwendet werden kann.

    Bei dem Untergang des römischen Reiches stellt sich mir die Frage, war diese „schwulisierte“ Mitwirkung eine lobens- oder eine verachtungswerte Sache?…..

  2. Robert Michel 10. April 2011 um 18:02 #

    LOL, als ob die Römer nicht andere Probleme gehabt hätten. Ausufernde Staatsfinanzen zum Beispiel, auch an sich ein spannendes Thema:

    http://www.blicklog.com/2011/03/22/ein-kleiner-blick-in-die-wirtschaftsgeschichte-kriegsinflationen-staatsbankrotte-und-whrungsausflle-iii-wie-die-rmer-ihre-wirtschaft-ruinierten-teil-2/

  3. pedro 10. April 2011 um 21:52 #

    „Vorgekommen ist alles.“ (Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf in:“Griechische Verskunst“)
    Aber dürfen und sollen wir es nach heutigen Maßstäben deuten?

  4. Ralf 11. April 2011 um 21:20 #

    Ich erinnere mich, in einem historischen Werk über das Römische Reich gelesen zu haben, dass es zwei Ursachen für den Untergang des Imperiums gegeben habe: die Germanen und das Christentum. Das scheint mir denn doch eher mit den Tatsachen in Einklang zu stehen. Das Reich basierte auf religiöser Toleranz. Mit der war es vorbei, als die Christen die Macht ergriffen. Und das römische Staatswesen konnte nicht bestehen gegen die germanischen Einwanderer, die mit dem Militärdienst letztlich die Macht übernahmen.

  5. Adrian 12. April 2011 um 07:05 #

    Religiöse Toleranz – das ist schon nicht falsch. Viele haben ja vom Römischen Reich, was Religion angeht, nur die grausamen Christenverfolgungen im Kopf, die aber im gesamten Kontext gesehen, eher eine Ausnahme waren.

  6. morus 12. April 2011 um 10:37 #

    Das grosse und mächtige römische Imperium hat die Welt erobert und unterworfen. Einzig eine kleine Gruppe Schwuler hat Widerstand geleistet und brachte den Koloss zu Fall 😉

  7. Marti 12. April 2011 um 17:53 #

    Hier ein Video, in dem gezeigt wird, wie im Irak Schwule bei lebendigem Leib verbrannt werden:

    http://zandiq.com/video/0000000047.shtml

    Aber unsere mediale Oeffentlichkeit interessiert das nicht. Es gibt ja viel schlimmere Dinge, ueber die man berichten muss, beispielsweise die Verbrennung eines Korans durch seinen Besitzer in den USA (Pastor Jones).

    Frueher habe ich das Maerchen geglaubt, dass Linke und Gruene fuer die Rechte von Schwulen eintreten. Heute weiss ich, dass sie nur Leute gesucht haben, die sie gegen das Establishment instrumentalisieren koennen. Dise Rolle spielen heute die Muslime. Deshalb werden sie von den Gruenlinken gehaetschelt und gepflegt. Die Schwulen dagegen koennen verrecken, bei denen ist ja kein evolutioaeres Potential, wie sich herausgestellt hat.

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