Die Frau als Göttin

25 Apr

Die Privilegierung von Frauen und ihr gesellschaftlich propagierter Status als gottgleiche Wesen ist nur noch als lächerlich zu bezeichnen. Ein gutes Beispiel dafür liefern die Verkehrsbetriebe in Zürich:

Was uns das Werbeplakat sagen will, ist ziemlich eindeutig: Männer sind heutzutage zu nichts mehr zu gebrauchen, sie sind nicht mehr in der Lage, den modernen, emanzipierten Frauen die Lebensqualität zu gewähren, die ihnen natürlich unumwunden zusteht. Männer sind unpünktlich, sie sind aufdringlich, sie halten den Göttinnen nicht mal mehr die Tür auf – und vermutlich wollen Sie auch nicht mehr für die Frau die Rechnung übernehmen. Glücklicherweise jedoch gibt es die Verkehrsbetriebe in Zürich, wo Männer noch Männer sind. Und ein Mann sein, heißt nun mal, sein Leben in den Dienst von Frauen zu stellen.

Man stelle sich eine solche Kampagne mit umgekehrtem Vorzeichen vor, sagen wir also vier Fahrerinnen, die einen nett anlächeln, und bspw. dem ganz simplen Slogan: „Liebe Männer: Wir chauffieren Euch gerne durch die Stadt.“

So etwas wäre undenkbar, sexistisch, chauvinistisch, frauenfeindlich. Alice Schwarzer würde sich aus Protest  in einem Zürcher Bus selbst anzünden und die UNO würde die Schweiz wegen schwerer Verstöße gegen die Menschenrechte anklagen.

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114 Antworten to “Die Frau als Göttin”

  1. pedro luis 25. April 2011 um 18:09 #

    Wenn ich religiös wäre, würde ich meinem Gott täglich auf Knien dafür danken, dass ich schwul bin und mir damit wenigstens ein kleiner Teil des Weiber-Geweses am … vorbeigeht – was leider an dem unerträglichen Gesamtzustand des Gynozentrismus nichts ändert. Der zerrt an den Nerven, selbst (oder gerade wenn?) mann schwul ist.

  2. Feministin 26. April 2011 um 12:21 #

    Eine Kampagne mit „umgekehrtem Vorzeichen“ würde nicht, wie hier vermutet, den Protest einer Alice Schwarzer oder Zuweisungen wie „sexistisch, chauvinistisch, frauenfeindlich“ erzeugen, sondern wieder nur den Protest auch anderer Antifeministen, denn die Darstellung einer berufstätigen Frau wird ebenfalls als „Diskriminierung“ der Männer verstanden, wie die Annahme, es gäbe noch besonders höfliche Exemplare, genau eben solche Trugschlüsse hervorbringt wie hier zu lesen.

  3. knn 26. April 2011 um 12:32 #

    @pedro luis (((„Der zerrt an den Nerven, selbst (oder gerade wenn?) mann schwul ist.“)))

    Inwiefern?

  4. pedro luis 26. April 2011 um 13:01 #

    @knn

    Weil mann sie zwar im Alltag und im persönlichen Umfeld problemlos ignorieren kann, nicht aber in den Medien und in der Politik.

  5. Salvatore 26. April 2011 um 13:22 #

    @Feministin

    Es gibt wirklich nur ganz wenige, die ein Problem mit berufstätigen Frauen haben. Das ist gewiss nicht der Punkt bei Antifeministen. Es ist nur eine selektive Wahrnehmung deinerseits. Es ist nämlich wirklich einfach zu erkennen, dass lediglich eine kleine Minderheit Frauen zurück zu Heim und Herd wünscht. Es gibt wahrlich andere Probleme, auch und gerade für Antifeministen.

  6. elementary_watson 26. April 2011 um 14:44 #

    @Feministin: Eine Kampagne mit Busfahrerinnen würde Pünktlichkeit und Höflichkeit als weibliche Tugenden präsentieren und hämisch hinzufügen, dass Frauen inzwischen sogar Männern die Tür aufmachen.

    Die vier Busfahrer werden als positive Ausnahme der verkommenen Männerwelt dargestellt; vier Busfahrerinnen würden als positive regelfälle der wundervollen Frauenwelt dargestellt werden.

  7. Feministin 26. April 2011 um 15:07 #

    @Salvatore

    Erwerbstätigkeit von Frauen wird gerade von Antifeministen als „Diffamierung der Mütter“ und „Karrierezwang“ abgelehnt, was zudem dazu führen soll, dass die Frauen sich „emanzipieren“ (ergo Männer hassen) und ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen, weil sie ihrer „Egomanie“ fröhnen und darum die Familie und vorallem die gemeinsamen Kinder vernachlässigen. „Unterhaltsabhängigkeit von Frauen“ (deren „Faulheit“) – die logische Konsequenz aus der Bevorzugung erwerbsarmer und erwerbsloser Frauen für Ehe und Familiengründung – ist ein Kernthema antifeministischer Propaganda. Ich bestreite nicht, dass es auch andere, vergleichsweise fortschrittliche Antifeministen gibt, die einen „Zuverdienst“ durch Frauen, nicht als persönlichen Angriff und Ausbund des Feminismus werten, aber das ist dann eine ziemlich kleinlaute Minderheit. Und vorallem gelingt es dieser Minderheit nicht, sich gegen den konservativen Mainstream durchzusetzen, der in der Erwerbstätigkeit von Müttern einen Schaden für das Kindswohl erkennen.

  8. Andreas 26. April 2011 um 15:25 #

    >Es ist nämlich wirklich einfach zu erkennen, dass lediglich eine kleine Minderheit Frauen zurück zu Heim und Herd wünscht.

    Vorsicht!

    Dass nur eine kleine Minderheit der Frauen sich bei Heim UND Herd wohl fühlt, sagt nichts darüber aus, wie viele Frauen es sich im Heim OHNE Herd gut einrichten könnten. 😉

    Ich halte es für eine der größten Lügen des Feminismus zu behaupten, die Frau wolle ihr eigenes Geld verdienen. 1. Weil niemand gern arbeiten geht, wenn sie auch anderweitig ihr Auskommen hat (Unterhalt, nach oben heiraten). 2. Wenn sie Geld verdient, kommt das bitteschön in die Haushaltskasse wie seines auch. Das ist auch so ein weiblich Ideal: Er verdient gemeinsames Geld, sie „ihr eigenes“.

    Guckt Euch mal im Bekanntenkreis um, mach Euere soziologischen Studien …

    Gruß

    Andreas

  9. Nick 26. April 2011 um 17:06 #

    Eine Kampagne mit „umgekehrtem Vorzeichen“ würde nicht, wie hier vermutet..

    Eine Kampagne mit umgekehrtem Vorzeichen wäre selbstverständlich beispielsweise die eines Reinigungsbetriebes: „Liebe Männer, es gibt noch Frauen, die fleißig sind, sich vornehm zurückhalten wenn sie mit Kollegen diskutieren und unaufdringlich nach der Kaffeepause die Tassen spülen“

    .. wie die Annahme, es gäbe noch besonders höfliche Exemplare, genau eben solche Trugschlüsse hervorbringt wie hier zu lesen.

    Sie sind ziemlich lustig.

  10. Feministin 26. April 2011 um 21:06 #

    @ Andreas

    85 % der jungen Frauen wollen ihr eigenes Geld verdienen und sie wollen Kinder. Dabei steigt auch noch der Anteil derjenigen, die sich dabei nicht von Männern reinreden lassen und eine Beziehung davon abhängig machen, ob auch der Mann mitzieht.

    http://www.wiwo.de/management-erfolg/junge-frauen-wollen-kind-und-karriere-270640/

    Für Frauen ist eigenes Einkommen ein Zugewinn an Selbstbestimmung, weil es mehr Freiheit als die Abhängigkeit von einem Mann. Dass auch Frauen dafür arbeiten müssen, ist das geringere problem, im Vergleich dazu, es überhaupt nicht zu dürfen oder darum verachtet zu werden. Männerregeln (Arbeit ist Scheiße) gelten für Frauen (noch) nicht, weil Arbeiten Einkommen bedeutet und damit vorteilhafter ist, als kein Einkommen und Alimentierung.

    @ Nick

    Ich weiß.

  11. Feministin 26. April 2011 um 21:17 #

    @ elementary_watson

    Sie können sich sicher sein, dass Antifeministen absolut humorlos sind und ein ironischer Bezug darauf, dass Frauen inzwischen auch Männern die Tür aufmachen, würde die Antifeministen in Horden in den Wahnsinn treiben, denn die Mäglichkeit, den Männern die Tür nicht aufzumachen, bietet genug Spielraum, sich diskriminiert zu fühlen. Wie humorlos Männer sein können, vorallem wenn sie ein gewisses Opferpotential mit sich herumschleppen, beweist ja nicht zuletzt auch dieser Beitrag.

  12. Andreas 26. April 2011 um 22:17 #

    @ Feministin:

    Dass die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ursache der niedrigen Frauen-Erwerbsquote sein soll, ist ein Mär:

    Kinderlose Frauen haben eine Erwerbsquote von nur 77 %. Was treiben die restlichen 23 %? Von den 77 % sind immer noch knapp ein Drittel (28 %) nur in Teilzeit beschäftigt. Was treiben die am Rest des Tages?

    Bei bürgerlichen Engagement liegen die Männer trotzdem vorn (39 vs. 32 %). Die karitativen Neigungen der Frau sind also auch unterentwickelt.

    http://manndat.de/wp-content/uploads/2009/02/armutsbericht_erwerbstaetigkeit.pdf

    Aber wenn die Frauenquote kommt, dann wird die Welt von den Aufsichtsrätinnen her genesen …

  13. Nick 27. April 2011 um 02:29 #

    Sie können sich sicher sein, dass Antifeministen absolut humorlos sind

    Stimmt. Selbst solche Sätze vermögen bei mir mittlerweile nur noch ein müdes lächeln hervorzubringen.

    @Andreas: In der Tat. Ich denke, Catherine Hakim hat empirisch reichlich fundiert nachgewiesen, dass die Präferenzen des Großteils der Frauen eben nicht in Richtung „finanzielle unabhängigkeit vom Mann“ gehen.

    Je größer die Wahlfreiheit, umso eher wählen Frauen traditionelle Rollen – weshalb es ja auch in der patriarchalen Türkei die meisten Igenieurinnen gibt.

    Dass Frauen angeblich „überhaupt nicht [arbeiten] dürfen oder darum verachtet [..] werden“ ist ein ziemlich übersteigertes Drama aus dem vorletzten Jahrhundert.

    Man hat fast den Eindruck, so manche (heute sich feministische nennende)Weiblichkeitsinszenierung käme partout nicht ohne den Rückgriff auf das „Leid“ der wohlhabenden willhelminischen Bürgersdame aus, denn historisch ergab sich allenfalls für eben diese eine Verachtung der Berufstätigkeit.

    Und dies auch nur, weil sich die Mehrheit der willhelminischen Bürgersdamen an der Adelsweiblichkeit orientierte.

  14. Nick 27. April 2011 um 03:11 #

    (vorallem wenn sie ein gewisses Opferpotential mit sich herumschleppen

    ..das Opferpotential eines schwulen Mannes hält sich wohl eher in Grenzen, jedenfalls der übliche Generalverdacht des „gekränkten sexuellen Egos“ dürfte dabei ad Absurdum geführt sein)

  15. Andreas 27. April 2011 um 08:53 #

    @ Nick:

    Mann beachte auch, dass der Feminismus sich sträubt, den Ehegattenunterhalt aufzugeben. Dieser bezieht doch seine Legitimation aus den Betreuungspflichten für die gemeinsamen minderjährigen Kinder nach der Trennung.

    Der Feminismus strebt nun vorgeblich die wirtschaftliche Selbständigkeit der Frau durch Integration in den Arbeitsmarkt an. Ermöglichen soll dies unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

    Wenn sie sich aber selbst versorgen kann, warum soll sie dann noch durch ihn versorgt werden? Ein Widerspruch par excellence. Die Grünen fordern sogar die Heraufsetzung der Bezugsdauer des Ehegatten(!)unterhalts für Nichtverheiratete(!) vom derzeitigen Alter des jüngsten Kindes von 3 auf 8 Jahre. 🙂

    Weithin unbekannt ist, dass es Ehegattenunterhalt nur in Deutschland gibt, noch nicht einmal im hyperfeministischen Schweden. Alle anderen Länder kennen nur Kindesunterhalt. So auch vormals in der DDR. Die relativ hohe Frauenerwerbsquote in der „Ehemaligen“ dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein.

    Gruß

    Andreas

  16. Feministin 27. April 2011 um 09:10 #

    @ Andreas

    Ich habe keine mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie behauptet. Was die Frauenerwerbsquote angeht, die steigt zwar, aber das Nettoarbeitsvolumen nicht. Auch die Teilzeitquote bei Frauen nimmt zu. Männer arbeiten überwiegend Vollzeit.

    @ Nick

    Vorallem reproduzieren derzeit Antifeministinnen dieses „Drama“, weil die sich gerade durch Feministinnen unter Druck gesetzt fühlen, wegen „Karrierezwang“ und „Mütterdiffamierung“.

  17. Feministin 27. April 2011 um 09:40 #

    @ Andreas

    Die gesetzlich verankerte Gleichstellung des Barunterhalts mit dem Betreuungsunterhalt wird von vorallem von linken Feministinnen kritisch gesehen. Antifeministen und Antifeministinnen sträuben sich, und das mit Händen und Füßen, gegen die Abschaffung des Ehegattenunterhalts, vorallem gegen den nach der Ehe.

  18. Salvatore 27. April 2011 um 09:43 #

    @Feministin

    „Erwerbstätigkeit von Frauen wird gerade von Antifeministen als „Diffamierung der Mütter“ und „Karrierezwang“ abgelehnt, was zudem dazu führen soll, dass die Frauen sich „emanzipieren“ (ergo Männer hassen) und ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen, weil sie ihrer „Egomanie“ fröhnen und darum die Familie und vorallem die gemeinsamen Kinder vernachlässigen. “

    Sorry, aber ich habe genug Beiträge von Antifeministen gelesen, um erkennen zu können, dass das einfach Unsinn ist.
    Außerdem heisst dieses Forum Gay West. Die Berufstätigkeit von Frauen ist hier eher kein Thema, die Diffamierung von Männern schon. Man kann Schwulen ja wohl kaum vorwerfen, sie wollten Frauen in die Hausfrau- und Mutterrolle drängen oder sie wären bei Frauen zu kurz gekommen und wären deshalb vergnatzt und das ganze andere Zeug, was einem so entgegengehalten wird, wenn man vom Feminismus nicht ganz so begeistert ist.

    Dennoch sind offensichtlich auch Schwule genervt von der gängigen Frauenverherrlichung bei gleichzeitiger Männerverunglimpfung.

  19. Adrian 27. April 2011 um 10:07 #

    @ Salvatore
    Zumindest bin ich davon genervt. Und ich finde, Geschlechterrollten und der gesellschaftliche Status von Geschlechtern ist ein sehr spannendes Thema. Und als Schwuler finde ich es höchst amüsant einerseits, und irritierend/ärgerlich andererseits, wie sehr die männliche Geschlechtsrolle über das Verhalten gegenüber Frauen definiert wird.

  20. Feministin 27. April 2011 um 10:09 #

    Ich möchte in aller Deutlichkeit klarstellen, dass Ehegattenunterhalt KEINE feministische Forderung ist, sondern nur von diesen Kreisen vertreten werden, die etwas gegen die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen haben. Ehegattenunterhalt ist die logische Konsequenz aus der idealisierten Rollenverteilung, wonach die Frauen sich um die Kinder kümmert (und kein eigenes Einkommen erzielt) und der Mann als Allein- oder Hauptverdiener für das materielle Wohl der Familie sorgt. Diesem, vorallem in der BRD besonders beliebten, Modell der Kleinfamilie trägt die Gleichstellung des Betreuungs- und des Barunterhaltes Rechung, da wird dann die Rollenverteilung fortgesetzt.

    Der Feminismus steht für die Emanzipation der Frau aus solchen Abhängigkeitsverhältnissen und für die ökonomische Autonomie der Frauen! Und damit haben wir auch den Punkt formuliert, der von Antifeministen den Feministinnen am häufigsten zum Vorwurf gemacht wird, denn diese ökonomische Verselbstständigung wird in der Vorstellungswelt der Antifeministen zur „Abschaffung der Familie“ und für die „Konkurrenz zum Mann“. Frauen wird unter den unmöglichsten Vorwürfen abverlangt (angeblicher Schaden für das Kindswohl, Zerstörung der Familie etc.), sich in einer Beziehung und von einem Mann alimentieren zu lassen.

    @ Salvatore

    Aktuell bildet Birgit Kelle die „Spielmacherinnen“ der Antifeministinnen, die sich von Feministinnen (!) genötigt fühlt, sich selbst zuernähren, obwohl sie das ja eigentlich nicht will. Zudem fühlt sie sich als Mutter nicht ernst genommen, weil – wer auch immer – ihr vorzuwerfen scheint, doch noch mehr zu wollen. Feministinnen werfen ihr das aber bestmmt nicht vor, die „zwingen“ sie ja zur Karriere.

    Und was die „Diffamierung der Männer“ angeht: Ja, auch Homosexuelle Männer sind gegen antifeministische Männerdiskriminierungssropaganda leider nicht immun. Nicht umsonst reden Antifeministen ja von der Diskriminierung >der Männer<, so kann sich dann jeder damit identifizieren, auch wenn es ihn nicht betrifft. Die "Diskriminierung der Männer" aus der Benachteiligung lediger gegen verheiratete Väter trifft homosexuelle Männer eher selten, dennoch werden einige dankbar in die Opferrolle schlüpfen, denn die Argumentation ist ja so breit angelegt, dass mensch nur ein Mann sein muß, um sich auch darum diskriminiert zu fühlen. Natürlich sind die Argumente einfach nur Unsinn, denn Männer werden in ihrer Gesamtheit nicht diskriminiert.

  21. Adrian 27. April 2011 um 10:18 #

    „Natürlich sind die Argumente einfach nur Unsinn, denn Männer werden in ihrer Gesamtheit nicht diskriminiert.“

    In Deutschland zumindest müssen Männer, in ihrer Gesamtheit, zum Militär/Zivildienst, Frauen nicht. Sie haben eine kürzere Lebenserwartung, kommen öfter ins Gefängnis, verüben häufiger Selbstmord, stellen den überwältigenden Anteil an Bildungsverlierern…

    Bei allen anderen gesellschaftlichen Gruppen (Frauen, Schwarzen, Moslems; ja auch Homos) wären das absolut ausreichende „Belege“ für eine gesellschaftliche Diskriminierung. Bei Männern in ihrer Gesamtheit erstaunlicherweise nicht.

  22. Feministin 27. April 2011 um 10:29 #

    @ Adrian

    Damit sprechen Sie einen bedeutsamen Punkt der feministischen Kritik am bestehenden Desaster aus. Der derzeit aktuelle Antifeminismus kommt ja in aller Regel nicht darüber hinaus, Frauen Vorschriften zu machen und Männlichkeit als Gegenpart zur Weiblichkeit zu definieren. Dass Feministinnen keine Männlichkeit formulieren, wird ihnen dann auch noch zum Vorwurf gemacht, denn darin sehen Antifeministen „Ausgrenzungspolitik“. Ich selbst weigere mich partout, auch einem Mann Vorschriften zu machen, was und wie er zu sein hat. Wobei aber Antifeministen ganz genau wissen wollen, was Frauen wollen. Dass Männer irgendetwas wollen könnten und noch etwas anderes als Antifeministen, wird ignoriert. Und was Frauen wollen wissen Antifeministen dann auch besser als die Frauen selbst.

    Nur ein Beispiel für die Einseitigkeit antifeministischen Denkens ist die Haltung zur „Partnerwahl“. Frauen wird zum Vorwurf gemacht, sie würden sich sozial „nach oben“ orientieren. Dass es dazu in heterosexuellen Beziehungen auch Männer braucht, die sich sozial „nach unten“ orientieren, wird komplett ausgeblendet. Auch die logische Konsequenz, dass der sozial minderprivilegierte Partner unterhaltsabhängig ist, wird nicht wahrgenommen. Männer werden in diesem Denksystem im Punkt der Partnerwahl komplett entmündigt, weil sie offensichtlich weder Einfluß auf ihre Auswahl an Parterinnen haben noch diesen ausüben könnten. Männer sind Opfer ihrer Geschlechtsnot. Natürlich wird den Frauen auch noch ein Vorwurf daraus formuliert, sich einen Partner aus dem gleichen sozialen Niveau oder darüber hinaus zu suchen. Aber auch Männern zuzutrauen, sich die Partnerin oder den Partner selbst aussuchen und das nach eigenen Maßstäben, dringt einfach nicht in antifeministisches Denken ein. Im Gegenteil: Die Partnerauswahl der Frauen sei wieder nur ein Beweis für ihre besondere Alimentierungssucht. Männer treffen in dieser Vorstellungswelt keine eigenen Entscheidungen, sie halten lediglich die „Fehler“ der Frauen aus und „bluten“ dafür. Und das nennt sich dann „Diskriminierung“ und die Kritik daran wird zur „Männerberachtung“.

    Das ist doch merkwürdig, oder?

  23. Adrian 27. April 2011 um 10:48 #

    @ Feministin
    „Das ist doch merkwürdig, oder?“

    Natürlich.

    „Nur ein Beispiel für die Einseitigkeit antifeministischen Denkens ist die Haltung zur ‚Partnerwahl‘.“

    Ich formuliere in meiner Kritik daran jedoch keinen Vorwurf, sondern frage mich, wieso es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass Frau sich nach oben/Mann sich nach unten orientiert, aber andersrum eher nicht. Und wer davon profitiert. Aber das ist natürlich eine Interpretationsfrage.

  24. Timo 27. April 2011 um 10:59 #

    Zunächst: Seit längerem bin ich Mitleser dieses Blogs. (Nebenbei bemerkt: Besonders eine Meinung von Adrian teile ich nicht. Gleichwohl kann ich damit umgehen; zumal ich nicht gezwungen bin, hier weiterhin zu lesen.)

    Die ausufernde „Göttinnen“-Diskussion zwingt mich aber, etwas aktiv beizutragen. Vielleicht sage ich nichts neues, dann könnte dieses posting auch wieder gelöscht werden.

    Es gibt eine vielfach gesperrte Foren-Trollin, die als Isquierda, Isi, Emma in Uniform usw. diverse Foren zuspammt. Diskussionen mit ihr sind nicht möglich. Bei Widerspruch wird sie schnell persönlich und beleidigend und droht schon mal mit Klage. Wer sich antun will, das nachzuvollziehen, kann ja z.B. mal den „Spiegelfechter“ Jens Berger befragen.

    Um Zeit, Kraft und Ärger zu sparen, hilft nur ignorieren oder sperren.

  25. Feministin 27. April 2011 um 11:02 #

    @ Adrian

    „In Deutschland zumindest müssen Männer, in ihrer Gesamtheit, zum Militär/Zivildienst, Frauen nicht.“

    Männer müssen nicht in ihrer Gesamheit zum Militär und auch nicht zum Zivildienst. Es gibt keine Wehrgerechtigkeit mehr.

    „Am 21. April 2004 entschied das Verwaltungsgericht Köln erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik, dass in einem konkreten Einzelfall der Wehrpflichtige nicht zum Wehrdienst herangezogen werden darf, da die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gewährleistet sei. Das Bundesverwaltungsgericht hob das Urteil allerdings auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung zurück an das Verwaltungsgericht Köln. Das Verwaltungsgericht Köln setzte darauf die Verhandlung aus und legte den Sachverhalt dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vor. Es ist also möglich, dass die Wehrungerechtigkeit durch das Bundesverfassungsgericht festgestellt wird, was enorme Konsequenzen für die Wehrpflicht haben dürfte. (wikipedia: Wehrgerechtigkeit)“

    Im vorauseilender Panik wurde die Wehrpflicht ja bereits ausgesetzt.

    „Sie haben eine kürzere Lebenserwartung..“

    Das liegt aber nicht am Geschlecht, sondern am Lebenswandel. Verheiratete Männer leben länger als unverheiratete Männer, Abstinenzler leben länger als Trinkerinnen, Nichtraucher länger als Raucherinnen etc. Eine statistische Auswertung der Lebenserwartung nach Männern und Frauen getrennt zeigt nur auf, dass die soziale Rolle „Frau“ irgendwie lebensverlängernd wirkt.

    „… kommen öfter ins Gefängnis…“

    Und das zu Unrecht?

    „… verüben häufiger Selbstmord…“

    Was nicht zuletzt daran liegt, dass Männer immer häufiger am Modell „Mann“ scheitern.

    „…stellen den überwältigenden Anteil an Bildungsverlierern…“

    Es gibt keine genetische Disposition der Männer ein (Bildungs)-Gewinner zu werden. Dass Mädchen heute ehrgeiziger sind, hängt nicht zuletzt davon ab, ob man ihnen diesen Ehrgeiz zugesteht und ihn auch entsprechend bewertet.

    Wenigstens haben Sie bewiesen, dass ihnen alle antifeministischen Mythen zur „Diskriminierung der Männer“ bekannt sind. Alle genannten Punkte sind Basis antifeministischer Männerdiskriminierungstheorie und sie werden nur durch simpelste, biologistische Erklärungen glaubhaft. Nichts davon kann aber rechtfertigen, Frauen schlechter zu stellen oder ihnen Rechte zu verwehren. Allerdings habe ich gegen eine Betrachtung dieser Punkte auch in Bezug auf das Männlichkeitsideal nichts einzuwenden. Es ist nur kein Bestandteil feministischer Theorie. Darum findet aber noch lange keine „Ausgrenzung“ statt, sondern nur ein Fokus des Feminismus auf die Situation der Frauen. Eine gleichwertige Bewegung in Bezug auf Männer wird gewünscht und gebraucht. Nur leider – und wie bereits festgestellt – kommt die Männerbewegung nicht über die Verhältnissetzung zur Situation der Frauen nicht hinaus. Es fehlt der Männerbewegung die Selbstbezogenheit.

    „Bei allen anderen gesellschaftlichen Gruppen (Frauen, Schwarzen, Moslems; ja auch Homos) wären das absolut ausreichende „Belege“ für eine gesellschaftliche Diskriminierung. Bei Männern in ihrer Gesamtheit erstaunlicherweise nicht.“

    Ganz genau. Der linksfeministischen Frauenbewegung fehlt es nicht an Differenzierungswillen, um herauszufinden, was wirklich Diskriminierung wegen des Geschlechts oder wegen anderer Gründe ist. Bei der antifeministischen Männerbewegung wird alles auf den Punkt „wegen des männliches Geschlecht“ reduziert, um dann an platzenden Diskriminierungsblasen zu scheitern. Dass Homosexuelle diskriminiert werden, ist unbestritten, aber da dann eben auch Männer wie Frauen und dann, weil Homosexualität nicht in die heteronormative Matrix „paßt“.

  26. Adrian 27. April 2011 um 11:02 #

    @ Timo
    „Nebenbei bemerkt: Besonders eine Meinung von Adrian teile ich nicht. Gleichwohl kann ich damit umgehen; zumal ich nicht gezwungen bin, hier weiterhin zu lesen.“

    Na solange es nur eine Meinung ist 😉

  27. Andreas 27. April 2011 um 11:11 #

    @ feministin:

    Männer orientieren sich bei der Partnerwahl nicht nach unten. Überhaupt spielt das Merkmal der sozialen Schicht bei der Partnerwahl aus seiner Sicht keine zentrale Rolle. Vielmehr orientiert er sich nach ihrer körperlichen Attraktivität. Aus dem Zusammenspiel der Motivationsmuster beider Seiten ergibt sich die „Schönen und die Reichen“ als idealer match.

    Die Krankenschwester heiratet den Chefarzt – weil er oben ist in der sozialen Hierarchie. Der Chefarzt heiratet die Krankenschwester – weil sie drall ist.

    Mann muss jetzt im Frühling nur mal beide Merkmale beobachten:
    * Marktwert des Cabrios und
    * Attraktivität der Beifahrerin.

    Die Korrelation ist frappant.

  28. pedro luis 27. April 2011 um 11:14 #

    Den Feministinnen jeglicher Couleur geht es mitnichten um Gleichberechtigung – pardon: Gleichstellung (was ist das?), sondern einzig und allein um Frauenbevorrechtung.
    Wie Adrian bereits erwähnt hat, gibt es kein einziges deutsches Gesetz, das Frauen gegenüber Männern benachteiligen würde, wohl aber Gesetze und Auslegungen, die Männer benachteiligen (Wehrpflicht, Scheidungsrecht, Kindesumgang, Unterhaltspflicht, Ablehnung der Vaterschaft u.s.w. u.s f.). Soviel zur Benachteiligung der bejammernswerten Frauen!

  29. Feministin 27. April 2011 um 11:18 #

    @ Adrian

    „Ich formuliere in meiner Kritik daran jedoch keinen Vorwurf, sondern frage mich, wieso es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass Frau sich nach oben/Mann sich nach unten orientiert, aber andersrum eher nicht. Und wer davon profitiert. Aber das ist natürlich eine Interpretationsfrage.“

    Wen interessiert es überhaupt, nach welchen Kriterien und warum sich jemand seine/n Parter/in aussucht?

    Bisher war es sogar allgemein akzeptiert, wenn durch die sozialen Schichten hinweg geheiratet wurde, aber heute leiden die Antifeministen lautstark unter den Konsequenzen, die Ehegatten-Unterhaltsverpflichtung belastet Männer. Darum dürfen Frauen heute arbeiten (eine Zeit lang war es sogar verboten und sie brauchten die Zustimmung ihres Mannes, bzw. der Ehemann konnte in ihrem Namen kündigen – allerdings dies nur in der BRD) und Frauen wollen das ja auch, ökonomisch selbstständig sein. Ich befürchte, dass sich auch heute noch viele Männer gern „nach unten“ orientieren, nur scheitern sie in diesem Wunsch am Autonomiestreben der Frauen, die ja heute durchaus Selbstständigkeit, auf mindestens Hartz-IV-Niveau erlangen können. Dass sich jemand – auch viele Männer nicht mehr – freiwillig in die Unterhaltspflicht begibt, finde ich fahrlässig und ziemlich unvernünftig und ich verstehe nicht, was ein Mann davon hat, sich eine arme, abhängige Frau zu wünschen – aber es hängen immernoch reichlich Männer (vorallem Antifeministen) dem
    „Malebreadwinner-Prinzip“ nach und das auch dann, wenn es ihnen unmöglich ist. Hier sind soziale Spitzen vorprogrammiert, vorallem im Westen. Im Osten sind die Männer an erwerbstätige und ökonomisch selbstständige Frauen schon gewöhnt und sehen die Unabhängigkeit der Frau vom Einkommen des Mannes nicht mehr als Gefahr für die Beziehung oder Angriff auf das männliche Selbstbild an. Die Wahrnehmungen und Differenzen zwischen Ost und West klaffen immernoch weit auseinander und werden auch zukünftig nur mühselig überwunden.

    Die Frage danach, wer von einem ökonomischen Ungleichgewicht in einer Beziehung profitiert, mündet leider zu oft in einer Schuldfrage. Einigen wir uns darauf, dass wahrscheinlich beide profitieren, denn ansonsten würde eine solche Beziehung nicht eingegangen werden. Ich setze dabei natürlich Mündigkeit und Entscheidungsfreiheit voraus.

  30. Adrian 27. April 2011 um 11:23 #

    @ Feministin
    „Wen interessiert es überhaupt, nach welchen Kriterien und warum sich jemand seine/n Parter/in aussucht?“

    Oh, sehr viele.

  31. Feministin 27. April 2011 um 11:33 #

    @ Andreas

    „Männer orientieren sich bei der Partnerwahl nicht nach unten.“

    Und wie kommt es dann, dass solche Beziehungen auch langfrisig dennoch eingegangen werden? Sind diese Männer wirklich nur ein Opfer ihrer Geschlechtsnot?

    Wenn aber – wie Sie sagen- sich ein Mann seine Partnerin nach körperlicher Attraktivität aussucht, heißt das noch lange nicht, dass diese auch arm sein muß. Oder schließen Sie Reichtum und Attraktivität als gedachte Widersprüche aus? Nur in Bezug auf Frauen oder generell? Was aber ist mit denen, die durch ihre Schönheit reich wurden? Zudem erklärt die angenommene Auswahl nach dem Kriterium der Attraktivität nicht, warum die ökonomische Unabhängigkeit zumindest bei Männern wohl eher kein Kriterium bei der Eheschließung zu sein scheint. Auch körperlich attraktive Parterinnen müssen ja von Männern nicht geheiratet werden und erst daraus, bzw. auf einer länger angelegten eheähnlichen Beziehung, ergibt sich Unterhaltspflicht. Attraktiv sind zudem vielmehr als nur eine, aber gelebt wird dann meist monogam.

  32. Feministin 27. April 2011 um 11:47 #

    @ Adrian

    Außerhalb empirischer Forschung (und die kommt ohne Vorwürfe aus) sollte es doch eigentlich ziemlich uninteressant sein, wer mit wem und warum eine Beziehung eingeht. Außer natürlich, jemand möchte daraus irgendetwas schlußfolgern und einen Vorwurf formulieren. Mit wem ich eine Beziehung eingehe und warum, fällt ohne jede Zweifel in meinen ganz privaten Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich und da lasse ich mir von niemandem reinreden. Sie sich etwa?

    😉

    Dass sich aber zuviele (auch Männer!) für die Partnerwahl der Frauen interessieren, ist ja ein gravierendes Manko der Männerbewegung, denn ohne jede Selbstbezogenheit und als Antifeminismus praktiziert, ist Männerpolitik nur ein reaktionärer Besitzstandswahrungssport. Warum ein Mann, sich darum kümmert, was Frauen wollen, ist mir unbegreiflich und erst recht, wenn er vorgibt, es besser zu wissen, als eine Frau und die Sozialwissenschaft selbst. Unter heutigen Bedinungen Männlichkeit zu definieren wäre eine Aufgabe für die Männerbewegung, aber die hängen ja noch auf Restauration überkommener Weiblichkeitsbilder fest und ereifern sich, um gegen den „Feminismus“ anzutreten, der ihnen eigentlich komplett egal sein müßte.

  33. Nick 27. April 2011 um 11:54 #

    @Feministin:

    eine Zeit lang war es sogar verboten und sie brauchten die Zustimmung ihres Mannes, bzw. der Ehemann konnte in ihrem Namen kündigen – allerdings dies nur in der BRD

    Auch eine millionenfache Wiederholung macht aus Folklore keine historisch korrekten Fakten: Ein Ehemann konnte in der BRD noch nie einen Arbeitsvertrag seiner Ehefrau kündigen.

    Er konnte theoretisch das Vormundschaftsgericht anrufen.

    Das war ein Relikt des „Doppelverdiener“ – Diskurses der frühen Nazizeit, der schon kurz darauf, mit dem Arbeitskräftemangel im Zuge der Wiederaufrüstung, belanglos wurde.

    Ich bisher von keinem einzigen Fall gelesen, in dem ein Vormundschaftsgericht tatsächlich einen Arbeitsvertrag gekündigt hätte, in der BRD hätte das BVerfG das auch sofort revidiert (wie z.B. das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes 1958)

    Im Übrigen sind Ihre Aussagen über „die Antifeminisen“ und „die Feministinnen“ nicht nur sehr pauschalierend, sondern schlicht falsch.

  34. Nick 27. April 2011 um 12:11 #

    Im Osten sind die Männer an erwerbstätige und ökonomisch selbstständige Frauen schon gewöhnt und sehen die Unabhängigkeit der Frau vom Einkommen des Mannes nicht mehr als Gefahr für die Beziehung oder Angriff auf das männliche Selbstbild an.

    ..im Osten sind wohl eher Frauen daran gewöhnt, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.

    Was ja einer ziemlichen Kraftanstrengung der SED der 1950er bedurfte. Als die Zügel in den 1980ern gelockert wurden, fiel die weibliche Erwerbsquote sofort wieder.

    An der Tendenz zur Hypergamie hat das alles auch wenig geändert, die gab es ebenso im Osten.

  35. Nick 27. April 2011 um 12:30 #

    Warum ein Mann, sich darum kümmert, was Frauen wollen, ist mir unbegreiflich und erst recht, wenn er vorgibt, es besser zu wissen, als eine Frau und die Sozialwissenschaft selbst.

    Tja. Manche interessiert es eben, was Männer und Frauen wollen. Das nennt sich auch Erkenntisdrang. Die eigentliche Besserwisserei kommt eher in der Wortwahl „als eine Frau“ zum Ausdruck.

    Eine Frau kann allenfalls wissen, was sie selbst will – als ob feministische Standpunktepistemologie in den Sozialwissenschaften noch eine Rolle spielte.

  36. Feministin 27. April 2011 um 12:33 #

    @ Nick

    „Auch eine millionenfache Wiederholung macht aus Folklore keine historisch korrekten Fakten: Ein Ehemann konnte in der BRD noch nie einen Arbeitsvertrag seiner Ehefrau kündigen.“

    Dann korrigieren Sie doch bitte, die falschen Angaben auf wikipedia und wo auch immer, diese „Folklore“ wiedergegeben wird:

    „Vielfach vergessen wird heute, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland bis 1977 Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen mussten – zumindest theoretisch laut BGB –, wenn sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen wollten. Bis 1958 konnte ein Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau fristlos kündigen. In Bayern mussten Lehrerinnen noch in den 1950er Jahren im Sinne des Lehrerinnenzölibats ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten. Und erst mit dem Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 3. Mai 1957 verabschiedet wurde und am 1. Juli 1958 in Kraft trat, hatte der Mann nicht mehr das Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten, und die Zugewinngemeinschaft wird zum gesetzlichen Güterstand. Bis dahin verwaltete der Mann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen und verfügte allein über die daraus erwachsenen Zinsen und auch über das Geld aus einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau. In diesem Gesetz von 1957/58 wurden auch zum ersten Mal die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung eingeschränkt und erst 1979 vollständig beseitigt. Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe.

    Ab den 1980er-Jahren wurde von Feministinnen weltweit immer wieder kritisiert, dass die Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vielfach ungenügend sei und Menschenrechtsverletzungen an Frauen aus den verschiedensten Gründen nicht zur Kenntnis genommen oder vernachlässigt würden. (wikipedia, Frauenrechte)

    „..im Osten sind wohl eher Frauen daran gewöhnt, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.“

    Bis in die 70er Jahre hinein, waren auch in der DDR gut die Hälfte Frauen bis zum Schuleintritt der Kinder Hausfrauen. Da aber die Einkommen der Männer seitdem nicht gesunken sind, bestand also keine soziale Notwendigkeit, dennoch zu arbeiten. Trotzdem stieg die Frauenerwerbsquote rasant, fast bis auf das Niveau der Männer. Maßgeblich hierfür war der Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Allerdings änderte sich das nach der Wende zusehends, wie auch die flächendeckende Versorgung mit Betreuungsplätzen. Jedoch sind die Unterschiede zwischen Ost und West in der Frauenerwerbsquote immernoch deutlich zu erkennen, wie auch im Angebot an Betreuungsplätzen.

    Ihre „Erkenntnisse“ über die Situation der Frauen in der DDR sind historisch …ungenau.

  37. gustl 27. April 2011 um 12:42 #

    @ Feministin
    Wäre ich ein Heteromann würde ich sagen: Macht euch eure Kinder doch selber!! Ich weiß von vielen Bekannten Heteros, wie sie darunter leiden vom Staatsfeminismus – der sie ja nicht zu kümmern braucht – als „wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ gesehen zu werden. Ich bin auch ein Mann und mich kümmert das sehr wohl. Nur betrifft es mich als Homosexuellen weniger, ich bin da doch besser geschützt.

    Feminisieren Sie nur weiter. Ich stehe meinen Freunden bei und hoffe, dass das auch andere machen.

  38. Feministin 27. April 2011 um 12:58 #

    @ gustl

    Ich mag Männer, mindestens so gern wie Sie und Adrian. Ich sehe darum weder Veranlassung noch Notwendigkeit, auf Beziehungen zu Männern zu verzichten oder gar noch auf Kinder, wozu man bekanntermaßen die Beteiligung von Männern braucht. Auch Familie geht mir Männern ganz gut und so alles in allem sind Männer schon ´ne feine Sache. Es lebe die Vielfalt. Ich leide auch weder „unter Männern“ noch unter dem „Staatsfeminismus“. Noch dazu bin ich kein Mitglied der SPD, muß also deren Parolen nicht gut finden. Wenn ihnen die Programmatik der SPD nicht zusagt, wählen sie diese nicht. Dazu fallen mir auch noch mehr Gründe ein, als diese verunglückte Parole (derzeit zuerst der Umgang mit Thilo Sarrazin und die Beteiligung am Zustandekommen der Sozialgesetzbuch, „Hartz IV“). Einen Grund, sich von einem solchen Slogan als Mann diskriminiert zu fühlen, sehe ich nicht. Zudem sehe ich keinen wirklichen Unterschied darin, die „männliche Gesellschaft“ überwinden zu wollen oder den sogenannten „Staatsfeminismus“. Beides ist für mich kompletter Unfug, denn weder ist diese Gesellschaft „männlich“ noch erleben wir heute „Staatsfeminismus“.

  39. Nick 27. April 2011 um 13:00 #

    Dann korrigieren Sie doch bitte, die falschen Angaben auf wikipedia und wo auch immer, diese „Folklore“ wiedergegeben wird:

    ..da wäre allerdings einiges zu korrigieren. Leider habe ich aber im Moment nicht die Zeit für tagelange Diskussionen.

    Wer sich ernsthaft für Geschichte interessiert findet aber sehr schnell die zahlreichen Fehler.

    Wo haben Sie denn Ihre Kentnisse der DDR-Geschichte her?

    Die Kinderbetreuung wurde schon in den 1950ern forciert.

    Es bestand schon Staatsökonomischerseits die Notwendigkeit der massiven weiblichen Berufstätigkeit. Ab mitte der 1970er hatte man allerdings einen Zielkonflikt: Es war ein starker Geburtenrückgang zu verzeichnen.

  40. Nick 27. April 2011 um 13:12 #

    ..auf die Schnelle bei Tante Google gefunden:

    Im gleichen Jahr, als die Bundesrepublik das Ehegattensplitting einführte, änderte die DDR ihr Lohnsteuersystem, so dass auch verheiratete Frauen auf eine Berufstätigkeit angewiesen waren.

    http://www.iwkoeln.de/Publikationen/IWDossiers/tabid/126/articleid/30180/Default.aspx

    Wer hier – ähem – historisch ungenau ist:

    Da aber die Einkommen der Männer seitdem nicht gesunken sind, bestand also keine soziale Notwendigkeit, dennoch zu arbeiten.

    ..möge jeder selbst entscheiden 😉
    (fundiertere Quellen zu suchen ist mir jetzt zu mühselig)

  41. Feministin 27. April 2011 um 13:28 #

    „..da wäre allerdings einiges zu korrigieren. Leider habe ich aber im Moment nicht die Zeit für tagelange Diskussionen.“

    Oh, das tut mir leid.

    „Wer sich ernsthaft für Geschichte interessiert findet aber sehr schnell die zahlreichen Fehler.“

    Ich interessiere mich ernsthaft für Rechtsgeschichte und weil ich ein skeptischer Mensch bin, habe ich das auch alles mal überprüft und habe keine Fehler gefunden.

    „Wo haben Sie denn Ihre Kentnisse der DDR-Geschichte her?“

    Ich habe das mal studiert.

    „Die Kinderbetreuung wurde schon in den 1950ern forciert.“

    Vielleicht interessiert es sie ja, auf die Schnelle zusammengestoppelt:

    Kinderbetreuung in der DDR:
    http://www.localido.de/profil/beitrage_view.phtml?p=3001&b=3123

    Frauen- und Familienpolitik der DDR:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen-_und_Familienpolitik_der_DDR

    Die DDR in den siebziger Jahren:
    http://www.bpb.de/publikationen/05049451825358354051911907431409,2,0,Die_DDR_in_den_siebziger_Jahren.html

    „Es bestand schon Staatsökonomischerseits die Notwendigkeit der massiven weiblichen Berufstätigkeit. Ab mitte der 1970er hatte man allerdings einen Zielkonflikt: Es war ein starker Geburtenrückgang zu verzeichnen.“

    Was Sie „Notwendigkeit der massiven weiblichen Berufstätigkeit“ nennen, heißt bei mir Emanzipation. Der Geburtenrückgang war zum einen auf die Einführung der Antibabypille (1965) zurückzuführen und auf die Liberalisierung der Abtreibung. Aber auch mit dem „Geburtenrückgang“ in der DDR war die Geburtenraten immernoch vergleichsweise hoch, vorallem im Vergleich zur BRD. Wenn Sie also den Geburtenrückgang erwähnen, ist es wichtig auch das Ausgangsniveau aufzuzeigen, das war nämlich ein deutliches anderes als in der BRD.

    Hier noch ein Schaubild zur tatsächlichen Entwicklung der Geburtenrate in Ost und West un auch die Effekte der DDR-Familienpolitik:

  42. Adrian 27. April 2011 um 13:31 #

    Hey, fragt doch einfach mich 😉 Bin zwar noch nicht so alt, aber meine Wurzeln liegen in der DDR. Und nach meiner bescheidene Einschätzung sind Ossi-Frauen emanzipierter, auf die „gute“ Art.

  43. Andreas 27. April 2011 um 13:35 #

    @ Feministin:

    >Und wie kommt es dann, dass solche Beziehungen auch langfrisig dennoch eingegangen werden? Sind diese Männer wirklich nur ein Opfer ihrer Geschlechtsnot?

    Die Frauen üben in der Beziehung einen starken, subtil inszenierten Druck in Richtung Heirat aus.

    >Wenn aber – wie Sie sagen- sich ein Mann seine Partnerin nach körperlicher Attraktivität aussucht, heißt das noch lange nicht, dass diese auch arm sein muß.

    Richtig. Aus seiner Sicht muss sie durchaus nicht arm sein. Aber aus ihrer Sicht ist er nicht attraktiv, wenn nicht in der sozialen Leiter über ihr stehend. Dass Angebot und Nachfrage zueinander finden muss er aus ihrer Sicht statushöher sein.

    >Auch körperlich attraktive Parterinnen müssen ja von Männern nicht geheiratet werden und erst daraus, bzw. auf einer länger angelegten eheähnlichen Beziehung, ergibt sich Unterhaltspflicht.

    Mein merkt, dass Sie keine Einblicke in heterosexuelle Beziehungswelten haben, oder völlig unfähig sind, den weiblichen Part darin rational zu beleuchten.

    In letzterem Fall trifft auf Sie das Nietzsche-Wort, demzufolge die handlungsmächtigsten Motive diejenigen sind, die so bestimmend sind, dass sie gar nicht mehr reflektiert werden können, zu.

    >Attraktiv sind zudem vielmehr als nur eine …

    Zustimmung

    >… aber gelebt wird dann meist monogam.

    Und wovon träumen Sie eigentlich des nachts?!

  44. Feministin 27. April 2011 um 13:39 #

    @ Nick

    Mit der Änderung des Steuerrechts in der DDR ist die Abschaffung der massiven Subentionierung des kleinbürgerlichen Ehemodells gemeint, die heute noch als Ehegattensplitting in der BRD fortwirkt. Die Änderung des Steuerrechts bewirkte die Gleichstellung aller Familien, ohne Subventionierung der Ehe zwischen Mann und Frau. Daie „Notwendigkeit“ zu arbeiten, ergab sich für verheiratete Frauen also nur darum, weil die Ehe nicht mehr steuerlich privilegiert wurde. Auf soviel Gleichstellung warten wir in der BRD aber noch lange. Hier wird leider heute noch die Ehe mit einem armen Ehepartner steuerrechlich massiv subventioniert.

    „Zwischen 1970 und 1980 erreichte die DDR unter den Ländern des Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) den höchsten Lebensstandard. Das Durchschnittseinkommen stieg von 755 Mark 1970 auf 1021 Mark 1980. (Informationen zur politischen Bildung (Heft 258), Die DDR in den siebziger Jahren – oben bereits verlinkt)“

    (Die Realnetto-Einkommen in der DDR sind aber nicht mit der BRD vergleichbar, weil auch die Lebenshaltungskosten andere waren. Die Miete betrug Zum Beispiel 80 Mark für ´ne 65 qm Dreiraum-Wohnung und ein Brötchen kostete 5 Pfennig. Es soll hier nur die Einkommensentwicklung veranschaulicht werden.)

  45. Nick 27. April 2011 um 13:46 #

    Ich interessiere mich ernsthaft für Rechtsgeschichte und weil ich ein skeptischer Mensch bin, habe ich das auch alles mal überprüft und habe keine Fehler gefunden.

    Das finde ich ziemlich merkwürdig. Schon der erste Satz ist falsch, und er steht sogleich im Widerspruch zum zweiten Satz.

    Wenn Sie sich tatsächlich für Rechtsgeschichte interessieren, dann ist Ihnen sicherlich auch aufgefallen dass das Familienrecht erst nach der Wende wieder ins BGB integriert werden konnte.

    Ihre Quellen bzgl. DDR stehen nicht im Widerspruch zu meiner Argumentation, und sie Belegen die Ihrige auch nicht.

  46. Feministin 27. April 2011 um 13:47 #

    @ Adrian

    Leider wird ein Unterschied zwischen Ost- und Westfrauen nur selten thematisiert und noch seltener zur Kenntnis genommen. Es is auch einfacher allgemein bekannte und breit akzeptierte Binsen nachzubeten, wonach Frauen eben so und so sind und das und jenes wollen (und nichts anderes). Wenn eine Frau gegen diese Paschalisierungen Widerspruch übt, lügt sie oder ist dumm. Tragischerweise wird auch das Potential der Ostfrauen auch von westdeutschen Feministinnen nur selten zur Kenntnis genommen und noch seltener freundlich begrüßt. Die Fronten scheinen mittlerweile so verhärtet, dass es keine Ausdiffernzierungen mehr gibt oder diese nicht mehr wahrgenommen werden.

    Mich interessiert brennend, was Sie von DDR-Frauen halten und warum diese auf eine „gute“ Art emanzipiert sind. Ich habe mir da auch schon meine Gedanken gemacht und vielleicht finden wir ja Gemeinsamkeiten. Zumindest politisch.

  47. Adria 27. April 2011 um 13:57 #

    @ Feministin
    Ost-Frauen sind – soweit es mir zusteht das beurteilen zu können – selbstständiger und gebildeter, weniger auf den Mann als Ernährer fixiert, was meiner Interpretation von wahrer Gleichberechtigung sehr nahe kommt. Sie erwarten nicht, dass man sie wie eine Königin behandelt und sind sehr wohl in der Lage, für sich selbst zu entscheiden – und wollen das auch.
    Die Tatsache, dass es zu DDR-Zeiten einen recht hohen Anteil an Frauen in klassischen „Männerberufen“ gab, hat mich jedenfalls zu der Überzeugung gebracht, dass Geschlechtsrollen zu einem nicht unerheblichen Teil, eben doch Produkte der Sozialisation sind.
    Allerdings halte ich nichts davon, Rollenmuster staatlich durchzusetzen, wie das in der DDR ja letztendlich passiert ist.

  48. Nick 27. April 2011 um 13:59 #

    Daie „Notwendigkeit“ zu arbeiten, ergab sich für verheiratete Frauen also nur darum, weil die Ehe nicht mehr steuerlich privilegiert wurde.

    Aha. Es gab also eine materielle Notwendigkeit.

  49. Nick 27. April 2011 um 14:09 #

    @Adrian:
    Ost-Frauen sind – soweit es mir zusteht das beurteilen zu können – selbstständiger und gebildeter, weniger auf den Mann als Ernährer fixiert, was meiner Interpretation von wahrer Gleichberechtigung sehr nahe kommt.

    Das würde ich insgesamt auch so bewerten, wobei aber individuell sehr große Unterschiede bestehen.

    Die Tatsache, dass es zu DDR-Zeiten einen recht hohen Anteil an Frauen in klassischen „Männerberufen“ gab, hat mich jedenfalls zu der Überzeugung gebracht, dass Geschlechtsrollen zu einem nicht unerheblichen Teil, eben doch Produkte der Sozialisation sind.

    Sie sind das sicherlich, allerdings gibt es gewisse – offenbar doch biologisch bedingte – Präferenzen. Wie gesagt, wenn es Wahlfreiheit gibt, dann teilt sich die Gruppe der Frauen, wobei die Mehrheit lieber nur Teilzeit arbeitet. Die Empirie, die das belegt ist überwältigend.

  50. Adrian 27. April 2011 um 14:12 #

    @ Nick
    „Wie gesagt, wenn es Wahlfreiheit gibt, dann teilt sich die Gruppe der Frauen, wobei die Mehrheit lieber nur Teilzeit arbeitet.“

    Natürlich. Das würde ich auch, wenn ich es mir leisten könnte.

  51. Feministin 27. April 2011 um 14:18 #

    @ Adrian

    Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen. Auch was das Festhalten der DDR-Familienpolitik an weiblichen und männlichen Stereotypen angeht. Trotz aller erfolgreichen Integration der Frauen in das Erwerbs- und politische Leben, ist eine Gleichstellung in Beug auf die Familie nicht angestrebt und auch nicht erreicht worden. Die DDR hat viel für die ökonomische Gleichberechtigung und Wahlfreiheit der Frauen getan und die Frauen haben sich dabei zu autnomen und selbstbewußten Persönlichkeiten weiterentwickelt, die gern auf eigenen Füßen und „ihren Mann“ stehen. Allerdings wurde sehr wenig dafür getan, die Männer in die Familie zu integrieren, denn die Aufgabe der Kinderbetreuung und Familienarbeit fiel weiterhin mehrheitlich den Frauen zu. Im Haushalt mithelfende, verantwortliche Väter gab es zwar mehr als im Westen, aber sie waren dann doch eher die Ausnahme. Die Berufstätigkeit der Frauen und Mütter besorgte eben nicht, dass auch die Männer sich mehr für haushalt und Kinder zuständig fühlten. Da griff der Staat auch nicht regulierend ein und wie sollte er das auch? Dabei war es den Frauen, auf Grundlage ihrer ökonomischen Unabhängigkeit, eher möglich, sich ihre Partner auch nach diesen Kriterien auszusuchen und einen Mann, der sich vorallem als Ernährer sah, aber sonst nicht leisten wollten, „auszutauschen“. Die Scheidungsrate in der DDR war extrem hoch, nicht nur durch die frühen Heiraten, sondern auch weil, Ostfrauen dennoch oft unzufrieden waren, obwohl sie auch ihren materiellen Anteil zur Familie leisteten. In der DDR war wahrlich nicht alles Golg was glänzt und auch die Frauen- und Familienpolitik war auf nach staatsökonomischen Prinzipein ausgerichtet, ließt aber die Rechte der Frauen nicht unberücksichtigt und mischte sich nicht in die innerfamiliären Beziehungen ein, bzw. akzeptierte ein innerfamiliäres Herrschaftsverhältnis mit dem Mann als Werktätige (und evt. liebevoller Vater mit egalitärer Haushaltsführung) und der Frau als Werktätige und Mutter (zur Not alleinstehend, aber dabei bitte nicht staats- oder unterhaltsabhängig).

    Die Situation der Frauen in der DDR war aber auf jeden Fall besser als die der Frauen in der BRD heute – nicht zuletzt, weil es in der DDR keinen außerparlamentarischen Feminismus und auch keinen außerparlamentarischen Antifeminismus gab. Für die Rechte der Frauen setzt sich der Arbeiter- und Bauernstaat höchst selbst ein, ohne dass es dazu Proteste und Gegenproteste geben mußte. Darum glaube ich sind die Beziehungen zwischen Frauen und Männern im Osten auch um einiges entspannter.

  52. Nick 27. April 2011 um 14:34 #

    @Adrian: Ja, auch sehr viele Männer würden lieber nur Teilzeit arbeiten.

    Allerdings ist die weibliche Präferenz dafür ausgeprägter.

    Das mag auch daran liegen, dass faktisch fast nur Männer fürs „nichtstun“ stigmatisiert werden.

  53. Feministin 27. April 2011 um 15:25 #

    @ Nick

    Ich glaube nicht, dass viele Männer gern Teilzeit arbeiten möchten. Ganz gleich, ob sie es sich leisten könnten oder nicht. Eine Vollzeitstelle prägt doch erheblich das männliche Selbstbild mit, nicht zuletzt, wenn Sie annehmen, „Nichtstun“ oder auch nur „Wenigertun“ würde stigmatisiert – von wem und warum acuh immer. Zudem kann mann sich solche „Stigmatisierungen“ auch egal sein lassen und erst recht, wenn jemand es sich leisten kann, dagegen zu handeln und trotz „Stigmatisierung“ Teilzeit zu arbeiten. Ich vermutete, dass diese „Stigmatisierungen“ nur eine billige Ausrede sind.

  54. Nick 27. April 2011 um 16:09 #

    Ich glaube nicht, dass viele Männer gern Teilzeit arbeiten möchten.

    Dafür haben wir ja die grundgesetzlich verbriefte Glaubensfreiheit.

    Wissen kann man es nicht:

    There is almost no research that asks men what they want, in quite the same way as the voluminous literature on what women want (Hakim, 2000a: 254-72)

    Zudem kann mann sich solche „Stigmatisierungen“ auch egal sein lassen..

    Ja. Jedenfalls solange man nicht in die Fänge des Deutschen Unterhaltsrechtes gelangt.

    Ich vermutete, dass diese „Stigmatisierungen“ nur eine billige Ausrede sind.

    Aber wofür denn bitte? Und vor allem: Wem gegenüber denn?

    Die Mehrheit der Frauen begrüßt es, dass ihr Mann vollzeit arbeitet.

    Nach der Scheidung wird die Vollzeitbeschäftigund zur Unterhaltssicherung oft – soweit möglich – regelrecht eingeklagt, da heißt es dann penibel Nachweisen dass man alles dafür getan hat, um eine Vollzeitstelle zu finden.

  55. Feministin 27. April 2011 um 16:20 #

    @ Nick

    Da liegen mir aber andere Informationen vor:

    „Wer wünscht sich Teilzeit?

    59% der erwerbstätigen West-Frauen, 38% der Ost-Frauen möchten gerne Teilzeit rbeiten. Aber nur 16% der West-Männer und 13% der Ost-Männer wünschen sich Teilzeit. Diese Zahlen von Schulze Buschoff (99) basieren auf einer Erhebung von 1995. Deutlich wird: Der Wunsch bei Männern nach Teilzeit ist nicht besonders ausgeprägt. Obwohl es doch einige Männer mehr gibt, die Teilzeit haben wollen, als solche, die tatsächlich Teilzeit arbeiten, kann man das Fazit ziehen: das männliche Normalarbeitsverhältnis ist Vollzeit, unbefristet und die meisten Männer wollen das auch so.“

    http://www.puchert.org/wcg/maenner.pdf

  56. Nick 27. April 2011 um 17:39 #

    ..google scholar findet gerade 10 Zitationen zu Schulze Buschoff ’99. Zu Catherine Hakim 2000 gibt es 817.

    Naja, die London School of Economics ist eben was anderes als die Böckler-Stiftung. Die scheut sich ja nicht einmal, Gesterkamps peinliche „Expertise“ zu publizieren.

    Zwar macht auch Hakim eine geringere Präferenz von Männern für Teilzeitarbeit aus, allerdings merkt sie seriöserweise an, dass die Datenbasis dafür recht dünn ist.

  57. Feministin 27. April 2011 um 17:57 #

    „Männer pflegen sich, Frauen die Familie

    Sonja Bischoff, BWL-Professorin an der Universität Hamburg, hat 2005 gezeigt, dass immer weniger Männer Teilzeit wünschen. Anders als die Frauen.

    (…)

    Unter den Männern lehnen 77 Prozent der Befragten Teilzeit für sich persönlich ab, aber nur 47 Prozent der Frauen.“

    http://www.faz.net/s/RubB1E10A8367E8446897468EDAA6EA0504/Doc~E6B5E2E9F5B5546C3B8A2E3B1B43CBA2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  58. Nick 27. April 2011 um 18:00 #

    ..ach je, das Paper ist von Dissens ev.

    Dann ist ja kaum ein anderes Resultat möglich.

  59. Nick 27. April 2011 um 18:13 #

    @Feministin: Mir ist die ganze Zeit nicht klar, was Sie ständig zu beweisen versuchen.

    Die empirische Basis ist und bleibt dünn, da können Sie 20 international völlig unbekannte Professoren und Agitationsvereine benennen.

    Es sieht aber prima facie tatsächlich so aus, dass Männer eine geringere Teilzeitneigung haben.

    Die zeitliche Tendenz, die Bischoff feststellt, bestätigt genau Hakims Präferenztheorie – nämlich: Je größer die Entscheidungsfreiheit, desto größer der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Erwerbsneigung (insgesamt, es bilden sich natürlich unterschiedliche Gruppen von Männern und Frauen)

    Dann können Sie ja jetzt Ihren Feminismus auf den Haufen schräger Ideologien ablegen 😉

  60. Feministin 27. April 2011 um 18:27 #

    @ Nick

    Nachdem wir nun geklärt haben, dass Männer wohl doch eine geringere Teilzeitneigung haben, wäre es doch spannend zu hinterfragen, warum das so ist. Finden Sie nicht? Immerhin ist die Neigung viel und lange zu arbeiten, auch politisch von Belang. Nicht zuletzt, weil es auch ab und heißt, der Feminismus forciere die „Ökonomisierung“ der Frauen, denn ganz offensichtlich sind die Frauen zumindest in Bezug auf ihre Erwerbsarbeit noch lange nicht so „ökonomisiert“ wie Männer. Der Arbeitsethos von Männern wird aber viel zu selten hinterfragt, was Ursache und Auswirkung angeht, finde ich (und ich finde diese Fragen sehr spannend).

  61. Nick 27. April 2011 um 20:15 #

    Thema war aber die gering ausgeprägte Neigung so vieler Frauen, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen.

  62. Nick 27. April 2011 um 20:45 #

    Nicht zuletzt, weil es auch ab und heißt, der Feminismus forciere die „Ökonomisierung“ der Frauen, denn ganz offensichtlich sind die Frauen zumindest in Bezug auf ihre Erwerbsarbeit noch lange nicht so „ökonomisiert“ wie Männer.

    Ob Feminismus oder nicht, aufgrund der Demografie steuern wir auf eine ähnliche Situation zu wie sie die DDR in den 1950ern hatte: Viele Alte, wenig arbeitsfähige Junge.

    Verschärft wird die Sitution dadurch, dass das gute alte Mittelschichtmonopol um Bildung heute darin zeigt, dass man mit einiger Häme dafür sorgt, dass den „Alphamädchen“ keine Konkurrenz von Seiten der Unterschichtjungen heranwächst.

    Das immer größer werdende Heer männlicher Bildungsverlierer scheint dem feministischen Gruppennarzissmus allenfalls reichlich Genugtuung zu verschaffen.

    Zitat Feministin: „Es gibt keine genetische Disposition der Männer ein (Bildungs)-Gewinner zu werden.“

    Da wird die Linke dann plötzlich zur Sozialdarwinistin, denn selbstverständlich gibt es bei allen Menschen eine genetische Disposition zu einem Bildungserfolg.

    Das ist allerdings nichts ungewöhnliches, unter dem „progressiven“ Deckmantel des Feminismus lebt die willhelminische Bürgersdame heute in vielerlei Hinsicht fort.

  63. Feministin 27. April 2011 um 22:15 #

    @ Nick

    Woher meinen Sie denn, kommt der scheinbar unbezähmbare Drang vieler Männer, ein Vollzeit-Malebreadwinner zu sein und dafür viel und lange zu arbeiten, auch noch außer Haus und für Geld? Und bitte suchen Sie nicht nur die Schuld bei den Frauen, sondern akzeptieren Sie Männer als mündige und selbstbewußte Wesen, die durchaus wollen, was sie tun und eigene Entscheidungen treffen! Ihre Entmündigungsstrategie in Bezug auf Männer und die Verantwortungsweiterleitung auf Frauen geht mit langsame auf den Keks.

  64. Nick 27. April 2011 um 22:42 #

    Ihre Entmündigungsstrategie in Bezug auf Männer..

    Hä? Wo habe ich hier bitte behauptet, Männer seien nicht für ihr Verhalten verantwortlich? Ist das hier ein Turing-Test? Dann ganz klar: Negativ.

    Aber ich verstehe. Es geht wohl um die Bildungsverlierer.

    Kinder für ihr Versagen in der Schule verantwortlich zu machen, das kriegen nur die dumpfsten Sozialdarwinisten hin.

    Damit kann ich nicht dienen, da müssen Sie sich schon in Ihrer abgeschotteten kleinen Subkultur austauschen.

  65. Feministin 27. April 2011 um 23:42 #

    @ Nick

    Sicher haben Sie meine Frage übersehen, ich wiederhole sie gern:

    Woher, meinen Sie, kommt der scheinbar unbezähmbare Drang vieler Männer, ein Vollzeit-Malebreadwinner zu sein und dafür viel und lange zu arbeiten, auch noch außer Haus und für Geld?

  66. Nick 28. April 2011 um 01:13 #

    ..mit einem loop ohne exitcondition kann das ja auch nix werden, das mit dem Turing-Test, tss tss.

  67. Feministin 28. April 2011 um 08:56 #

    @ Nick

    Gut, Sie möchten sich also nicht über Männerpolitik unterhalten, ihr Anliegen ist der Antifeminismus. Damit sollten Sie eher rausrücken, dann spare ich viel Zeit.

  68. Nick 28. April 2011 um 11:09 #

    @Feministin:

    Nein, wie gesagt, mit Sozialdarwinismus gegenüber männlichen Kindern kann ich leider nicht dienen.

    Wenn Sie das Anliegen auf dem Präsentierteller liefern, dann habe ich kaum eine andere Option.

  69. Feministin 28. April 2011 um 13:04 #

    Männliche Bildungsverlierer – ich lach mich lahm. Nur weil den Knaben nicht mehr jede Dreistigkeit und Dummheit als „Ist eben ein Junge“ verziehen und auch noch honoriert wird, reden sie von „männlichen Bildungsverlierern“ und gerieren sich dann noch als Tapferer Recke gegen den „Sozialdarwinismus“. Mein lieber Scholli. Ihre Selbstgerechtigkeit ist beispiellos.

    Finden Sie sich damit ab: Männer und Jungs haben kein Monopol auf Gewinn und Erfolg. Dies konnte männlichen Wesen nur so lange gesichert werden, wie Frauen und Mädchen an der Teilhabe gehindert werden. Es lebe die Demokratie, hüten wir das Grundgesetz. Jetzt, endlich, richten sich die Verhältnisse von ganz allein auf gerecht aus: Mädchen können zeigen, was sie drauf haben. Jednefalls bis sie Frauen sind.

    Dass es in einem hierarchischen System auch Verlierer gibt, ist vollkommen klar. Nur sind diese eben nicht mehr zwanghaft weiblich oder von vornherein ausgeschlossen. Ja, Mannsein ist keine Garantie auf Erfolg mehr.

    Ihre Jammerei aber und vorallem das Gekeife, wenn Sie wieder einmal Mist erzählt habe, geht mir gehörig auf den Keks.

    Deutschland ist das einzige OECD-Land, dessen Steuersystem Alleinverdiener bevorzugt und im Westen der BRD sind über 70 % davon überzeugt, dass unter der Erwerbstätigkeit der Mutter (!) ein Kind leidet, wobei die frühkindliche Forderung familiengerecht ist, aber nur 23 % der Männer wollen Teilzeit arbeiten, aber 53 % der Frauen, die eigentlichen Bildungsverlierer sind Migranten und das vorallem im Westen und nur 2 % der Männer fühlen sich überhaupt wegen ihres Geschlecht diskriminiert …..aber Sie sind eines dieser Opfer.

    Da muß ich grinsen.

  70. Nick 28. April 2011 um 13:49 #

    Nur weil den Knaben nicht mehr jede Dreistigkeit und Dummheit als „Ist eben ein Junge“ verziehen und auch noch honoriert wird, reden sie von „männlichen Bildungsverlierern“

    [..]

    Dies konnte männlichen Wesen nur so lange gesichert werden, wie Frauen und Mädchen an der Teilhabe gehindert werden.

    [..]

    Jetzt, endlich, richten sich die Verhältnisse von ganz allein auf gerecht aus: Mädchen können zeigen, was sie drauf haben.

    Aha. Wenn also „Frauen und Mädchen“ nicht mehr durch finstre Verschwörungen gehindert werden, dann sind sie Überlegen. Es ist also, wenn es „gerecht“ zugeht nur natürlich, dass „diese Knaben“ den Großteil der Bildungsverlierer stellen.

    Und das soll nun kein Soialdarwinismus der übelsten Sorte sein, gepaart mit einem quasibiologistischem Hass, der auch vor „Feindeskindern“ nicht halt macht.

    Die Tatsache, dass die „Gerechtigkeit“ damit erklärt wird, dass männliche Migranten- und Unterschichtkinder den Großteil der Bildungsverlierer stellen macht es nicht besser, im Gegenteil, es zeigt wess‘ Geistes Kind das ganze eigentlich ist.

    aber Sie sind eines dieser Opfer.

    Sie sollten nicht von Ihrem Gruppennarzissmus auf andere schließen: Ich habe nicht behauptet, ein Opfer zu sein.

    Um von Ihrem Feminismus angewidert zu sein, muss man sich auch nicht als Opfer fühlen.

  71. Peter Bosshard 28. April 2011 um 18:41 #

    Es gibt also noch Männer, die Frauen die Tür aufhalten und sie unaufdringlich nach Hause bringen. Das ist wohl wahr, aber eben nur, weil sie dafür entlohnt werden.

  72. Feministin 28. April 2011 um 19:18 #

    „Aha. Wenn also „Frauen und Mädchen“ nicht mehr durch finstre Verschwörungen gehindert werden, dann sind sie Überlegen.“

    Offensichtlich! Immerhin dürfen Frauen schon Schulen besuchen, Studiengänge absolvieren und einen Beruf erlernen. Immerhin! Warum sie dabei dann schlechter zu sein haben als Jungs und Männer, ist nicht einfach zu verstehen. Fordern Sie, wenn Sie schon gegen das Grundgesetz nicht ankommen, eine Dummheitspflicht für Mädchen und Frauen, um auch den Jungs und Männern höflich den Vortritt zu lassen, wenn die Männer die Welt schon mit Frauen teilen müssen?

    Sonst geht´s ihnen gut? Wenn Zwei auf „Los!“ starten und eine eher im Ziel ankommt als der andere Teilnehmer, fühlt der Zweite sich diskriminiert, als Mann, weil er es unverschämt findet, dass die Frau überhaupt starten durfte und ihm nicht aus freien Stücken den Vortritt läßt. Gewinnt er, findet er das vollkommen normal, auch wenn die Frau am Start fetsgehalten wird. Das kann er ja dann ignorieren, wenn nur die Medaille schön glänzt, und, nunja, sicher wollte sie das so. Rennen ist ja auch total unsexy.

    Die Forderung nach Chancengleichheit nennen Sie „Sozialdarwinismus“ und „Gerechtigkeit“ heißt „Diskriminierung der Männer“, nur weil Sie nicht mehr zu den garantierten Siegern gehören. Ach Herrjeh. Das is ja traurig.

    Im Übrigen betrifft die geminderten Chancen der Migrantenkinder (auch vorallem die Jungs) wieder vorallem den Westen, der Osten geht da souverän mit Chancen und fehlenden Chancen um. Im Osten ist es auch vollkommen normal, dass Mädchen im Durchschnitt bessere Schulnoten als Jungs haben, ohne dass sich die Jungs als „Bildungsverlierer“ betiteln wollen oder betiteln lassen müssen. Das ist auch überhaupt kein Problem. Sie aber reden pausenlos von „Diskriminierung“ und „Verlierern“, wozu sie Jungs und Männer in homogene Gruppe sortieren, weil das biologisch bedingte Vorrecht des Mannes nicht von jedem aus dieser Gruppe auch als Erfolg eingelöst werden kann.

    Mit ihrem Ekel, Nick, kann ich bestens leben. Ich lache trotzdem.

  73. Nick 28. April 2011 um 22:59 #

    Die Forderung nach Chancengleichheit nennen Sie „Sozialdarwinismus“ und „Gerechtigkeit“ heißt „Diskriminierung der Männer“, nur weil Sie nicht mehr zu den garantierten Siegern gehören. Ach Herrjeh. Das is ja traurig.

    Da frage mich, wo die vielgerühmte weibliche Lesekompetenz bei Ihnen nur geblieben ist.

    Sie sind schon den ganzen Thread hindurch entweder nicht Willens oder in der Lage, auf das geschriebene einzugehen, Sie dreschen nur Keifend auf Strohmänner ein.

  74. Nick 29. April 2011 um 00:34 #

    ..auch die Böckler-Stiftung feiert den Sieg des übelegenen Geschlechtes ab, allerdings wird zumindest dort keine hämische Freude über männliche Schulabbrecher verbreitet – naja, wenn man dort so argumentieren würde wie es hier geschieht, dann würde man ja auch die akademische Reputation völlig verlieren.

    Mädchen haben heute in der Schulausbildung größere Erfolge als Jungen. Kehrseite (sic!): Jungen sind bei Schulabgängern ohne Abschluss inzwischen deutlich überrepräsentiert. Im Osten ist dieser Unterschied besonders gravierend.

    http://www.boeckler-boxen.de/2179.htm

    Soviel auch zur tollen Lage im Osten. Wobei aber die hohe Zahl der erfolgreichen Abiturienten insgesamt beeindruckend ist.

  75. Nick 29. April 2011 um 01:57 #

    Warum sie dabei dann schlechter zu sein haben als Jungs und Männer, ist nicht einfach zu verstehen.
    [..]
    Sonst geht´s ihnen gut? Wenn Zwei auf „Los!“ starten und eine eher im Ziel ankommt als der andere Teilnehmer, fühlt der Zweite sich diskriminiert..

    So langsam wird mir klar, wie Sie zu dieser Feststellung gelangen: Sie sind offenbar der Meinung, dass hier die Kollektive „Jungen“ und „Mädchen“ gegeneinander „antreten“. In Ihrem Weltbild gibt es offenbar nur zwei Alternativen: Entweder „Die Jungen“ oder „Die Mädchen“ sind „Überlegen“, dazwischen kann es nichts geben.

    Folgerichtig ist das Konstatieren eines Versagens des Schulsystemes bzgl. männlicher Schulversager für Sie ein Nichtanerkennen oder Nichtgönnen des „Sieges der Mädchen“.

    Der alte europäische Nationalismus, auf die Geschlechter übertragen: Wer nicht an die Überlegenheit meiner Nation glaubt, der behauptet die meine Unterlegenheit.

  76. Feministin 29. April 2011 um 07:57 #

    Herr Bosshard, es gibt auch Männer, die sind einfach höflich und gut erzogen. Denen bricht kein Zacken aus der Krone, anderen – auch Frauen – die Tür aufzuhalten wie auch nicht dabei, mit Messer und Gabel zu essen und nach dem Essen eine Serviette zu benutzen. Das Drama ist doch, dass der Mangel an Erfolg, Sozialkompetenz und mangelhafte Umgangsformen heute als ‚Antifeminismus‘ verpolitisiert wird, weil angeblich der Feminismus verlangen würden, auch nett zu Frauen zu sein. Diese Männer wehren sich gegen das soziale Element in der zwischenmenschlichen Interaktion, nicht mehr und nicht weniger. Das ist simpelste Frauenverachtung, für die eine rationale Erklärung fehlt und Feminismus als Legitimation herhalten muß. Es fällt aber tatsächlich nur sehr wenigen Männer schwer, nett und empathisch auch zu Frauen zu sein. Und, wie bereits erwähnt, fühlen sich auch nur 2 % der Männer überhaupt wegen ihres Geschlechts diskriminiert. Die Ursachen für dieses Diskriminierungsgefühl sind aber nicht politisch. Diese Männer werden zum Beispiel auch durch Frauenquoten diskriminiert -angeblich- nicht etwa durch den Mangel an Arbeitsplätzen bei überzähligen Bewerbungen. Allein die Vorstellung, dass eine Frau das bekommt, was sie selbst wollen und ihnen ihrer Meinung nach zustünde, löst bei solchen Männer ein antifeministisches Unwohlsein aus und das ist kein allgemeines Problem, sondern ein sehr individuelles.

    Stellen Sie sich zur Veranschaulichung des antifeministischen Denkens folgendes Szenario vor: 4 Bewerber (2 Männer, 2 Frauen) für 1 Stelle im ÖD, dort wo es überhaupt Frauenquoten gibt.

    Wird ein Mann für die Stelle genommen, weil er besser qualifiziert ist als die restlichen Bewerber -> heile Welt, der andere ist zwar betrübt, aber wird wenigstens nicht „diskriminiert“, denn immerhin hat die Stelle keine Frau bekommen, sondern ein anderer Mann. Die beiden Frauen sind nur betrübt, immerhin gibt es im ÖD aber eine Frauenquote, die üblichen Ausgrenzungsmethoden greifen also nicht.

    Wird eine Frau genommen, weil sie besser qualifiziert ist als die anderen Bewerber oder (bei Quote) einem oder beiden männlichen Bewerber gleichqualifiziert -> fühlen sich Antifeministen – sollte einer der Bewerber so denken – „diskriminiert“, die andere Frau ist wieder nur betrübt.

    Sie brauchen aber nicht einmal bis 3 zählen, bricht der Sturm der Entrüstung des Antifeministen (üblicherweise im Internet) los, dass eine Frau – nur wegen der Quote (haha!) – genommen wurde, obwohl dieser Job doch (zumindest in deren Fantasie) einem Mann zustünde. Auf die Idee, dass seine Qualifikation nicht reicht, kommt er nicht. In seiner Welt sind Bademeister nun einmal in allem Experten. Wahrscheinlich ist aber nur einer unter 50 Bewerbern überhaupt ein „Antifeminist“ (Euphemismus für ‚Soziophobiker mit schlechten Umgangsformen‘), wenn überhaupt, denn die sind sehr sehr knapp und leben sehr sehr einsiedlerisch. Wenn die sich bewerben, dann nur um bei Ablehnung gegen „Diskriminierung“ zu klagen.

    Merkwürdig finde ich nur, dass diese Spezialfälle sich nun hier in Scharen rumtreiben, bzw. alle 5 einschließlich der beiden aus der Schweiz und Österreich. Wie kommt das?

    • Adrian 29. April 2011 um 09:52 #

      @ Feministin
      „es gibt auch Männer, die sind einfach höflich und gut erzogen. Denen bricht kein Zacken aus der Krone, anderen – auch Frauen – die Tür aufzuhalten“

      Was ja im Umkehrschluss heißt, dass alle Frauen schlecht erzogen sind. Mir hat jedenfalls noch niemals eine die Tür aufgehalten. Warum sollte man einer Frau überhaupt de Tür aufhalten? Nur weil sie eine Frau ist?

  77. Feministin 29. April 2011 um 08:12 #

    Nick, oder Sie begreifen einfach die Zusammenhänge nicht.

    Sie sehen doch, dass bei gleichen Voraussetzungen wie zum Beispiel in der Schule, die Mädchen in den Lernerfolgen den Jungen überlegen sind, Sie finden es nur nicht gut. Warum auch immer. Sich daran nicht zu stören, sondern sich zu freuen, dass wenigstens da, Mädchen nicht ausgegrenzt und abgewertet werden, wäre ein echter Fortschrit, ein Beleg für Menschlichkeit. Es gibt nun mal kein männliches Recht auf Bessersein. Und die Privilegien für Männer überall sonst, werden auch noch dran glauben müssen. Das Ergebnis wird sein, dass mehr Männer als heute gegenüber Frauen das Nachsehen haben werden, sich ihnen unterlegen fühlen und auch unterlegen sind, auf vielen Gebieten. Dass diese Erfahrung heute für Männer Seltenheitswert hat, ist einem System geschuldet, in dem Mädchen und Frauen von Kindertagen an, den Jungs und Männer nachgestellt sind, ausgegrenzt und diskriminiert werden, so dass Männer sich vor weiblicher Konkurrenz sicher fühlten und in der Gewissheit lebten, dass wenn sie schon nicht selbst die Sieger sind, dann doch wenigstens ein anderer Junge oder Mann. Mädchen und Frauen wurden bis dahin weder als Konkurrenten noch als potentielle Gewinnerinnen wahrgenommen, weil genug Mechanismen wirkten, diese Konkurrenzsituation in dieser Form zu verhindern. Ursächlich für das massive Problem mit weiblicher (!) Konkurrenz, ist ein sexistisches Basisverständnis, wonach es Mädchen und Frauen einfach nicht zusteht, einem Jungen/Mann Konkurrenz zu machen.

  78. morus 29. April 2011 um 08:14 #

    @Nick
    Mit solchen Leuten kann man nicht diskutieren. Sie sind so sehr in ihrem Narzissmus, ihren Vorurteilen, ihrem Hass und in ihrer Ideologige gefangen, dass sie dadurch blind wurden. Mich ekelt dieser Feminismus auch, nur – mit solche Leuten zu diskutieren ist sinnlos, da sie nicht in der Lage sind andere Sichtweisen überhaupt einmal in betracht zu ziehen, ja noch nicht einmal in der Lage sind, anderen zuzuhören.

  79. Sebastian 29. April 2011 um 08:21 #

    Na wie ich sehe hast du dir da einen troll namens „Feministin geangelt 😉

    Schreib doch mal bei dieser Troll Plattform, mal sehen ob die Kommentare dieser Feministin auch freigeschaltet werden…würde mich mal stark interessieren.

  80. Timo 29. April 2011 um 10:09 #

    @Nick
    Nichts liegt mir ferner, als mit einer „Ich habs doch vorher gewußt“-Attitüde aufzutrumpfen. Du hast Dich engagiert geschlagen; hättest aber selber „Lesekompetenz“ zeigen sollen. Bereits am 27. April 2011 um 10:59 hatte ich gewarnt:

    „Es gibt eine vielfach gesperrte Foren-Trollin, die als Isquierda, Isi, Emma in Uniform usw. diverse Foren zuspammt. Diskussionen mit ihr sind nicht möglich. Bei Widerspruch wird sie schnell persönlich und beleidigend und droht schon mal mit Klage. Wer sich antun will, das nachzuvollziehen, kann ja z.B. mal den „Spiegelfechter“ Jens Berger befragen.
    Um Zeit, Kraft und Ärger zu sparen, hilft nur ignorieren oder sperren.“

    Diese Dame führt eine 7/24-Existenz im Netz, was sowohl für ihren Wirklichkeitsbezug als auch für ihr erfülltes und abwechslungsreiches Leben spricht. Ihr größter Fan ist ein durch Abmahnungen berühmt gewordenes „Weib“, mit dem sie gemeinsam und schließlich erfolglos versucht hat, die Piratenpartei zu instrumentalisieren.

    R.I.P.

  81. Feministin 29. April 2011 um 10:40 #

    @ Adrian

    Weil es höflich ist und es keinen triftigen Grund dafür gibt (außer Frauenverachtung) ausgerechnet Frauen NICHT die Tür aufzuhalten. Dass Ihnen noch nicht passiert ist, dass ihnen eine Frau die Tür aufhielt, tut mir sehr leid, aber sollte auch kein Anlaß sein, um zu schlußfolgern, „dass alle Frauen schlecht erzogen sind“.

    Knigge.de sagt, dass der Mann der Frau die Tür aufzuhalten hätte, aber darüber wollen wir überhaupt nicht erst reden, denn diese Konvention scheint doch einigermaßen obsolet und stiftet zudem wohl Verwirrung, warum auch immer, aber ob der Knigge nun ein Feminst war, wäre sicher interessant zu klären:

    http://www.knigge.de/themen/kommunikation/tuere-aufhalten-4869.htm

    Vielleicht gründen die Herren jetzt eine „IG Anti-Kniggeianismus“ oder einen „Verein zur Abschaffung der Höflichkeit gegenüber Frauen“. Wer weiß?!

    Allerdings finde ich es als Feministin ganz angebracht, einfach zu gucken, wie es paßt. Gegen das Tür aufhalten habe ich nichts, weder aktiv noch passiv. Es ist eine höfliche Form der Achtung und des Respekts gegenüber jener Person, der man die Tür aufhält oder eben wenn einem die Tür aufgehalten wird. Mir ist es zum Beispiel noch nicht passiert, dass mir von einem Mann die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde, nur weil ich eine Frau bin, aber daraus schlußfolgere ich jetzt nicht, dass es nicht auch solche Spezialisten gibt.

  82. Nick 29. April 2011 um 13:13 #

    @Feministin:

    Sie sehen doch, dass bei gleichen Voraussetzungen wie zum Beispiel in der Schule, die Mädchen in den Lernerfolgen den Jungen überlegen sind, Sie finden es nur nicht gut.

    Ob die Voraussetzungen gleich sind sei mal dahingestellt, nein:

    Ich finde es nicht gut, wenn junge Menschen – egal welchen Geschlechtes – keinen Schulabschluß haben.

    Sie finden das in Ordnung, und deshalb sind Sie schlicht und ergreifend eine Sozialdarwinistin.

  83. Nick 29. April 2011 um 13:30 #

    @Timo: Ja, Sie haben wahrscheinlich recht.

    24/7: Mit so einer besonders ausgeprägten Kommunikationskompetenz dürfte beruflicher Erfolg auch sehr schwer fallen.

  84. Nick 29. April 2011 um 14:01 #

    @morus: Die Diskussion ist sicherlich sinnlos.

    Ich finde es nur einfach höchst interessant, wie längst überwunden geglaubtes ultrarechtes Gedankengut bei „Linken“ und „Progressiven“ plötzlich dann ungehemmt herausausgelassen wird, wenn es sich mit dem Label „Feminismus“ versehen lässt.

    Das Phänomen gibt es nicht nur bzgl. vermeintlich „naturgemäß dummen“ Unterschichtkindern, es kann sich z.B. auch um homophobes Ressentiment handeln:

    http://www.emma.de/ressorts/artikel/homosexuelle/lieber-schwuler-freund/

  85. Feministin 29. April 2011 um 15:37 #

    @ Nick

    Sie postulieren ihre verleumderischen Trugschlüsse als meine Aussagen. Das ist unredlich. Ich finde es – entgegen ihrer Unterstellung – NICHT in Ordnung, dass junge Menschen keinen Schulabschluß haben, sondern finde es nur nicht schlimm (und auch nicht diskriminierend), dass Mädchen mittlerweile auch im Westen (statistisch) bessere schulische Leistungen erzielen als Jungs. Sie sahen in dieser Tatsache eine ‚Diskriminierung der Jungs‘ und sprachen von „Bildungsverlierern“. Davon ist aber nicht auszugehen. Ihre Sichtweise ist darum unredlich, wie ihre verleumderische Art, bösartige Fehlinterpretationen leichtverständlicher Texte als diskriminierende Aussagen misszuverstehen.

    Ich rechne Ihnen aber hoch an, dass wir nun den Vorwurf des „Sozialdarwinismus“ entkräftet haben. Sie neigen vielmehr zu Fehlinterpretation aus Trugschlüssen. So erklärt sich sicher auch ihr verzweifelter Versuch, in Feminismus „Männerdiskriminierungspolitik“ hinein zu lesen. Eine solche „Männerdiskriminierungspolitik“ gibt es aber eben so wenig, wie ich eine Sozialdarwinistin bin. Im Gegenteil, denn die Bedürfnisse von Männern sind das Maß aller Dinge, wobei die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen keine weitere Beachtung finden. Was Frauen „wollen“, sagen ihnen Männer – so wie Sie hier für mich meinen, sprechen zu müssen oder vielmehr besser wissen wollen, was ich meine, als das hinzunehmen, was ich hier tatsächlich schreibe. Feminismus ist aber Politik, die Frauen NICHT ausgrenzt, darum richtet sich Feminismus aber weder theoretisch noch praktisch GEGEN Männer. Das einzige, was sich daraus ergibt, ist ein Interessenkonflikt zwischen weiblichem Autonomiestreben und paternalistischer Frauenbevormundungspolitik.

    Ich begrüße also Politik, die auch Frauen als autonome Wesen ernst nimmt, während Sie genau darunter leiden, weil diese Politik – angeblich – Männer diskriminiert. Allerdings ignorieren Sie dafür komplett den Status Quo, wonach die Situation der Frauen eine andere, miesere ist als jene der Männer. Aus dem Standpunkt heraus, dass Männer und Frauen bereits gleichberechtigt sind, verstehe ich Sie sogar, nur ist eben noch keine Gleichberechtigung erreicht, was Frauenfördermaßnahmen unumgänglich macht (und auch um den Preis ihrer gefühlten Diskriminierung).

    Ihren Link auf den Emma-text finde ich witzig, da hatte doch die famose (und leider hier im Rudel verleumdete) „Isi“ mal eine ganz ansehnliche Replik in „Das Blättchen“, Heft 17/2006 publiziert. Haben Sie Interesse am Inhalt?

    Zum Thema „Tür aufhalten“ fiel mir gerade noch was in die Hände:

    Ist das nicht ein Mädchen, da an der Klinke? Sehr nett, die Kleine, nicht wahr? Vielleicht wäre den Herren anzuraten, sich weiter links zu engagieren, so dass auch sie endlich in den Genuß egalitärer Interaktion kommen und irgendwann von weiblichen Wesen die Tür aufgehalten bekommen. Nur mal so laut gedacht….

  86. Nick 29. April 2011 um 15:46 #

    P.S.: Das Abmahnende „Piraten“weib ist allerdings auch so eine „Köstlichkeit“ – das wusste ich ja noch gar nicht, krass!

    Aber es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass gerade Feministinnen am schnellsten dabei sind, beim Patriarch Pappi Staat zu klagen und zu petzen. Ohne die Hilfe des Staates müsste man ja Sozial- und Kommunikationskompetenz bemühen, und das sind selten Stärken von Feministinnen.

  87. Sebastian 29. April 2011 um 15:57 #

    “ Sie sehen doch, dass bei gleichen Voraussetzungen wie zum Beispiel in der Schule, die Mädchen in den Lernerfolgen den Jungen überlegen sind, Sie finden es nur nicht gut. Warum auch immer“

    Gute Noten (warum auch immer) hat nichts mit Lernerfolg zu tun.

    Als Mann muss man zugeben, dass Mädchen mindestens 1 Jahr reifer sind. Ist einfach so. Dazu kommt noch das Jungs trotz gleicher Leistung schlechtere Noten bekommen.

    Das heisst also trotz Diskrimminierungen und zurückgebleibenheit sind die Jungs trotzdem im Schnitt nicht so viel schlechter, die Genies sind eh Jungs. Frauen können es einfach nicht.

    Von daher kein Grund darüber als Frau erfreut zu sein. Wirft eher ein schlechtes Licht auf die ach so guten Mädchen die nur gute Noten haben,w eil Jungs ungerechfertigter Weise schlechte bekommen.

    Wir kennen ja alle die Story wie Mädels zu ihren guten Noten kommen. Nur leider interessiert sich kein Mensch dafür ob ein Junge bauchfrei trägt 😉

  88. Peter Bosshard 29. April 2011 um 19:56 #

    @Feministin
    „“Weil es höflich ist und es keinen triftigen Grund dafür gibt (außer Frauenverachtung) ausgerechnet Frauen NICHT die Tür aufzuhalten.““

    Dann erzähl ich Ihnen mal ein kleine Geschichte: Parkiere meinen Wagen in der Wohnsiedlung, in der ich wohnte. Will zum Ausgang. Unmittelbar hinter mir eine Frau, in jeder Hand eine gefüllte Einkaufstasche. Selbstverständlich halt ich kurz die Tür, damit sie ihre Taschen nicht abstellen muss. Hätt ich auch für einen Mann getan, ist keine Geschlechterfrage, sondern eine der Höflichkeit. Und was sagt sie? Schnippisch so etwas wie „ich brauch keine Hilfe“ oder so ähnlich. Die Frau ist Feministin. Für mich schlicht und einfach eine blöde Kuh, so wie auffällig viele Feministinnen durch mangelnde Sozialkompetenz glänzen. Zu dieser Ansicht gelangte ich durch persönliche Beobachtungen, denen ich mehr traue als den massenmedialen Propagandaquatsch, der uns die Feministin als den Archetyp der Sozialkompentenzlerin aufzuschwatzen versucht.

    Zu ihrem „Gerechtigkeitsverständnis“, welches Gerechtigkeit durch Diskriminierung herstellen will:

    Sie blenden einen wesentlichen Teil der Wirklichkeit aus. Frauenquoten sind lediglich ein Mittel, um Frauen privilegierten Zugang zu attraktiven Jobs zu verschaffen. Die permanent wiederholte Behauptung, dass die Frauenquote nur eine vorangegangene Diskriminierung von Frauen durch Männer kompensiere, ist eine Diffamierung, die nur in seltenen Fällen konkret belegt wurde, wobei dann die gesetzlichen Grundlagen bereits bestehen, um rechtlich gegen einen solchen Arbeitgeber vorzugehen. Nehmen sie doch bitte endlich zur Kenntnis, dass Frauen nicht nur in den Chefetagen der Dax-Konzerne gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil unterrepräsentiert sind, sondern u.a auch im Strassenbau und der Müllabfuhr.

    Da sie ja nun offensichtlich nicht begreifen können oder wollen, dass Gleichberechtigung und Gleichstellung zwei unvereinbare Konzepte sind, lass ich es mit der Feststellung bewenden, dass ich, im Gegensatz zu Ihnen, Gleichberechtigung als Gleichheit vor dem Gesetz für ein fundamentales Rechtsprinzip halte und jeden, der das nicht anerkennt, für totalitär und antidemokratisch halte.

  89. Nick 30. April 2011 um 01:11 #

    Sie postulieren ihre verleumderischen Trugschlüsse als meine Aussagen.

    Zitat Adrian:
    ..stellen den überwältigenden Anteil an Bildungsverlierern

    Antwort Feministin:
    Es gibt keine genetische Disposition der Männer ein (Bildungs)-Gewinner zu werden.

    Zitat meine Wenigkeit:
    Das immer größer werdende Heer männlicher Bildungsverlierer scheint dem feministischen Gruppennarzissmus allenfalls reichlich Genugtuung zu verschaffen.

    Antwort Feministin:
    Männliche Bildungsverlierer – ich lach mich lahm. Nur weil den Knaben nicht mehr jede Dreistigkeit und Dummheit als „Ist eben ein Junge“ verziehen und auch noch honoriert wird, reden sie von „männlichen Bildungsverlierern“
    [..]
    Jetzt, endlich, richten sich die Verhältnisse von ganz allein auf gerecht aus: Mädchen können zeigen, was sie drauf haben.

    Zitat meine Wenigkeit:
    Aha. Wenn also „Frauen und Mädchen“ nicht mehr durch finstre Verschwörungen gehindert werden, dann sind sie Überlegen. Es ist also, wenn es „gerecht“ zugeht nur natürlich, dass „diese Knaben“ <den Großteil der Bildungsverlierer stellen.

    Antwort Feministin:
    Offensichtlich!

    Da der Zynismus Ihrer Haltung gegenüber noch halben Kindern(!), bei denen die Gesellschaft darin versagt hat, ihnen auch nur die Chance auf eine drittklassige Facharbeiterausbildung mit auf dem Weg zu geben nicht mehr zu leugnen ist, behaupten Sie plötzlich, Sie hätten das alles gar nicht geschrieben.

    Dazu versuchen Sie, mir eine völlig abstruse Verwendung des wohl mehr als eindeutigen Begriffes „Bildungsverlierer“ in den Mund zu legen.

    Sie sind selbstverständlich das Opfer einer böswilligen Verleumdung des Patriarchates, denn Sie gehören doch a priori qua Unterdrücktenstatus zu den Guten, und Wir qua Penis zu den Bösen. Als Gute können Sie doch gar nicht sozialdarwinistisch oder geschlechterchauvinistisch sein!

    Und selbstverständlich wird Ihr Geschlecht nur unterdrückt, weil es das eigentlich überlegenere ist.

    Wir Männer sind naürlich nur Neidisch auf wahre Größe.

    Eine weitere Diskussion erträgt mein Magen nicht, suchen Sie sich eine andere Projektionsfläche.

  90. Nick 30. April 2011 um 01:57 #

    „Sie sehen doch, dass bei gleichen Voraussetzungen wie zum Beispiel in der Schule, die Mädchen in den Lernerfolgen den Jungen überlegen sind, Sie finden es nur nicht gut. Warum auch immer“

    Es geht doch bei Weitem nicht nur um Schulnoten.

    Ideological feminism is the direct heir of both the Enlightenment and Romanticism. From the former it takes the theory of class conflict, merely substituting „gender“ for „class“ and „patriarchy“ for „bourgeoisie.“ From the latter it takes the notion of nation or even race, focusing ultimately on the innate biological differences between women and men. The worldview of ideological feminism, like that of both Marxism and National Socialism—our analogies are between ways of thinking, not between specific ideas—is profoundly dualistic. In effect, „we“ (women) are good, „they“ (men) are evil. Or, to use the prevalent lingo, „we“ are victims, „they“ are oppressors.
    —Nathanson and Young, Spreading Misandry preface

  91. Ines Fritz 30. April 2011 um 09:19 #

    1. Ich bin nicht „Emma in Uniform“. Mein Stalker ist ein Idiot.

    2. Der angeforderte Text stand im Blättchen 16 aus 2007:

    Eine gewisse „Chantal“, ihres Zeichens bekennende Lesbe und Feministin, hat uns in der Emma mit einem offenen Brief an einen imaginären lieben, schwulen Freund beglückt. Unter Verwendung allerlei Klischees wünscht sie im Namen der Gleichberechtigung uneingeschränkte Solidarität vom Namenlosen wie einst George W. Bush von Gerhard Schröder zum Waffengang in den Irak. Nicht nur der liebe, schwule Freund darf über so viel dreisten Pathos ganz unlieb empört sein – auch ich bekenne mich zur ohnmächtigen Verzweiflung:

    Werte Chantal!

    Sie müssen lernen, sich zu emanzipieren: zum einen von Ihren kleinbürgerlichen Moralvorstellungen und zum anderen von Ihrem Bekenntniszwang: Niemanden interessiert es, ob Sie eine Lesbe sind oder eben nicht. Homosexualität wird Ihnen kaum die Solidarität der Schwulen sichern, wenn Sie Ihnen sonst nur Vorwürfe machen. Ob schwule Männer hinter Gebüschen den schnellen Sex suchen oder Lesben etwas Rotwein vor dem Stelldichein zu sich nehmen, interessiert vielleicht die Befüller von Klischeemaschinen, aber es rechtfertigt nicht Ihren zweifelhaften Kampf gegen Prostitution und Pornografie, den nun auch noch schwule Männern auszubaden haben, die ganz sicher nichts von Frauen wollen. Ihr pseudoemanzipatorischer Endsieg wird uns allen hoffentlich erspart bleiben!

    Zweifelsohne sind Prostitution und Pornografie kritisch zu betrachten, aber mit einem Verbot bekämpft man eben nur die Symptome und kriminalisiert die Konsumenten. Davor möchte ich ausdrücklich warnen. Wenn Sie sich gegen Prostitution wenden, dann besser nicht auf Grundlage kleinbürgerlicher Moralvorstellungen, die eben den Sex anrüchig werden lassen, sondern viel konsequenter auf Grundlage emanzipatorischer Befindlichkeiten. „Die zunehmende öffentliche Degradierung und Entwürdigung“ betrifft eben nicht nur Frauen, sondern jeden von uns. Sie werden nicht nur die schwulen Männer gegen sich aufbringen, wenn Sie Ihre Politik darauf abstellen, auch den Frauen das Recht auf sozialen Vandalismus zukommen zu lassen. Möchten Sie etwas gegen die Entwürdigung der Menschen tun, dann reicht es nicht, die Symptome zu erkennen und zu bekämpfen, sondern Sie müssen das System be- und angreifen!

    Es ist nur individuell von Bedeutung, ob ein Mensch zum Sex gezwungen wird. Von politischer Relevanz ist, dass er offensichtlich keine Möglichkeit sieht, sich aus dieser Situation zu befreien! Ob nun materielle Zwänge, Gewalt oder sonstige Not zu Prostitution führt, ist nur insoweit ein politisches Problem, als dass es darum geht, Auswege für Aussteigewillige zu bieten. Gibt es diese Wege, dann entfällt auch das moralische Urteil. Und nebenbei eine Stütze der patriarchalen Ideologie: Die Unterscheidung in guten Sex und schlechten Sex. Nicht nur die Schwulen werden es Ihnen danken, denn mitunter wird auch egal, ob sie es mit Unbekannten hinter Gebüschen treiben oder mit ihrem eingetragenen Lebenspartner bei einem guten Glas Rotwein vor dem Biedermeiersofa.

    Auch zum Thema Pornografie schlittern Sie ziemlich unelegant an der Lösung des Problems vorbei: Nicht dass Frauen dort Auslöser männlicher Sexfantasien werden ist das Problem (gerade für liebe schwule Freunde gilt dieses Vorwurf weniger), sondern dass diese Sexfantasien im Heterobereich überwiegend androzentrisch sind und eben beim Sex zwischen Mann und Frau weibliche Lustbarkeiten darauf reduziert werden, dass die Frau sich dem Mann als anspruchsloses Sex-Objekt anzubieten. Die Entwürdigung der Frauen in einem schlechten Porno besteht also nicht darin, dass die Frau zum unglaubwürdigen Objekt männlicher Sexfantasien wird, sondern dass ihr kein subjektives Empfinden bezüglich ihrer Sexualität zugestanden wird.

    Sie schaffen es bis heute, den Dingen nicht auf den Grund zu gehen und im Rahmen der Frontenverschärfung neue Gegnerschaften zu inszenieren, die leider einem sozialen Fortschritt im Wege stehen. Es ist mir unklar, was Sie eigentlich wollen.

    Liebe Chantal, Sie sind mir bitte nicht böse, ob meines ehrlichen und polemischen Stils, aber ich habe es endgültig satt, für irgendjemanden das Mädchen zu mimen. Auch nicht für Sie. Denn bisher habe ich mich ruhig verhalten!

    Freundliche Grüße

    Ines Fritz

    (in „Das Blättchen“, Heft No.16, 2007)

  92. Ines Fritz 30. April 2011 um 09:50 #

    Jungs als „Bildungsverlierer“:

    1.1 Der Diskurs

    Dass Jungen im Durchschnitt schlechtere Noten als Mädchen erreichen, ist nichts Neues. Das Thema wird seit den 60er Jahren immer wieder – jedoch ohne die derzeitige Publizität – diskutiert (vgl. Rohrmann 2005: 13). Die Schulleistungen und das Verhalten in der Schule standen jedoch seit dem ersten Hinweis auf die Nöte des männlichen Geschlechts (Schnack/Neutzling 1990) nicht im Mittelpunkt. Seit Erscheinen der IGLU-Studie 2005 nun wird die nachweisbare Benachteiligung von Jungen im Schulsystem in einer immer öffentlicher werdenden Diskussion kausal in Verbindung gebracht mit dem Fehlen männlicher Bezugspersonen für Jungen in Kita und Grundschule. Die weiblichen Professionellen, die nahezu alle pädagogischen Fachkräfte in der Kita und den Großteil der Lehrkräfte in der Grundschule stellen, wurden für das schlechtere Abschneiden der Jungen verantwortlich gemacht. Einen polemischen Höhepunkt erreichte dieses Argument durch die Warnung des Präsidenten der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen (2007, zit. n. Kasten 2008:61): „Man darf gespannt sein, wie die obersten Gerichte mit den ersten Klagen von Eltern umgehen, deren Jungen aus ihrer Sicht dadurch benachteiligt wurden, dass Frauen sie unterrichteten.“ Klaus Hurrelmann forderte dann moderater gemeinsam mit Gudrun Quenzel: „Lasst sie Männer sein“, um im Untertitel darauf hinzuweisen: „Jungen stehen im Schatten leistungsfähiger Mädchen. Es wird Zeit, ihnen zu helfen“ (2008).

    Wissenschaftlich eingeläutet hatte diese Diskussion ein Aufsatz von Heike Diefenbach und Michael Klein (2002), mit dem auf der Basis von empirischen Daten der Beweis geführt werden sollte, dass Jungen aufgrund des weiblichen Geschlechts der Lehrkräfte schlechtere Noten erhalten. Lehrerinnen neigten – so die Autoren – in Anbetracht ihrer weiblichen Eigenschaften oder Bewertungen eher dazu, Mädchen positiv zu bewerten, während sie gegenüber den Eigenarten von Jungen weniger tolerant und bei einigen sogar behindernd wirkten, wie z.B. hinsichtlich des größeren Bewegungsdranges der Jungen. Diese Haltung der Lehrerinnen bewirke
    a. schlechtere Noten von Jungen,
    b. eine geringere Häufigkeit bei Empfehlungen der Grundschule für „höhere“, nämlich Real- oder gymnasiale weiterführende Schulen.

    Diese Auffassung schien nochmals bestätigt zu werden durch ein Statement in der IGLU-Studie. Demnach können die schlechteren Noten von Jungen als „ systematische Ungleichbehandlung der Jungen durch die überwiegende Zahl der Grundschullehrerinnen interpretiert werden.“ (Valtin u.a. 2005:226; vgl. a. Matzner/Tischner 2008b).

    Beherrscht wird dieser Diskurs von drei Behauptungen:

    – Jungen könnten ihre männliche Identität nicht mit Frauen, sondern nur mit Männern als Bezugspersonen ausprägen. Dafür gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis (vgl. Kasten 2008:53; Rohrmann 2008 b). Forschungsergebnisse zu bei lesbischen Paaren aufwachsenden Kindern ergaben, dass Jungen durchaus eine von ihnen als männlich definierte und von der Umwelt auch so wahrgenommene Identität ausprägen. Sie sind allerdings weniger aggressiv als der Durchschnitt der Jungen, während Mädchen durchsetzungsfähiger als der Durchschnitt der Mädchen ist (vgl. Sielert 2001).

    – Weibliche Lehrkräfte gäben Jungen bei gleichen Leistungen schlechtere Noten. Diefenbach ist in ihrer neuesten Veröffentlichung von dieser Behauptung abgerückt, denn es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für diese Behauptung. Faktisch „unterliegen weibliche Klassenlehrer bei ihrer Notenvergabe in geringerem Maße Verzerrungen“ als männliche (Schultheis 2008; vgl.a. Kuhn 2008). In einem Telefonat am 15.12.08 versicherte mir auch der Leiter der Studien IGLU und TIMMS, Wilfried Bos, dass es keinerlei Belege dafür gebe, dass weibliche Lehrkräfte Jungen schlechter beurteilen als männliche. Tatsache sei allerdings, dass Jungen es generell – also bei weiblichen und männlichen Lehrkräften – schwerer hätten, bei gleichen Leistungen die gleichen Noten wie Mädchen zu erhalten. Damit ist der Behauptung von Valtin u.a.2005 in der IGLU-Studie der Boden entzogen.

    – Jungen störten häufiger den Unterricht, ihr externalisierendes Verhalten sei Anlass für die Lehrerinnen, sie schlechter zu bewerten. Diefenbach hat darauf hingewiesen, dass das häufig externalisierende Verhalten von Jungen in den Bildungsinstitutionen weniger „passt“ als das eher angepasste Verhalten der Mädchen. Daher werden sie häufiger als Mädchen als störend wahrgenommen. Die Annahme, dass weibliche Lehrkräfte auf dieses Verhalten durch schlechtere Noten überreagieren, lässt sich jedoch nicht erhärten, im Gegenteil: Weibliche Lehrkräfte versuchen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen stärker, „ihre Notenvergabe nicht von disziplinarischen Wahrnehmungen des schülerischen Unterrichtsverhaltens beeinflussen zu lassen.“ Sie konzentrieren sich bei ihrer Notenvergabe in erster Linie an der Erfüllung von Hausaufgaben und Fleiß (Schultheis 2008: 369). Schülerinnen und Schüler, die von weiblichen Lehrkräften unterrichtet werden, haben außerdem eine „deutlich positivere Einstellungen zur Schule“ (Rohrmann 2008 b:115). Dies könnte schwerlich der Fall sein, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlten.

    Neben den Unterstellungen im Hinblick auf die Auswirkungen der Feminisierung des Lehrerberufs wird in der Diskussion die Tatsache ausgeblendet, dass der Zusammenhang zwischen schlechten Schulnoten und sozialer Herkunft weit enger ist als der zum Geschlecht. Ausgeblendet wird ferner, dass nach wie vor in vielen gesellschaftlichen Bereichen eine Benachteiligung von Frauen festzustellen ist (vgl. Rohrmann 2005: 13). Die Argumente der öffentlichen Diskussion sind somit nicht tragfähig.

    Kurzum: Schulversagen liegt nicht im Geschlecht (übrigens wird die Behauptung auch nur in Bezug auf Jungs aufgestellt), sondern hängt viel mehr von der sozialen Herkunft ab. Mädchen können mit Ehrgeiz und gutem Benehmen nur eher ihre Herkunft verbergen, um sie nicht wirken zu lassen.

    Hierzu auch:

    Institutionelle Diskriminierung

    In Ihrem Beitrag zeigen die Autoren auf der Grundlage von Daten des Mikrozensus, dass sich das ostdeutsche Bildungssystem nach der Vereinigung im Hinblick auf soziale Stratfizierung sehr schnell dem westdeutschen Bildungssystem angeglichen hat. Wie der Hinweis auf „intergenerational transmission“ im Titel bereits nahelegt, ist das Bildungsniveau von Kindern nicht nur im Westen, sondern auch im Osten Deutschlands weitgehend durch das Bildungsnievau der Eltern bzw. des höchstgebildeten Elternteils determiniert. Väter mit akademischem Abschluß haben Kinder, die einen akademischen Abschluß erwerben bzw. anstreben. Mütter ohne Schulabschluss haben Kinder, die keinen Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluß erwerben. Es hat nur wenige Jahre gedauert, bis das ostdeutsche Bildungssystem die beschriebene soziale Stratifizierung aufgewiesen hat, die das westdeutsche Bildungssystem nun schon seit Jahrzehnten aufweist. Eine vertikale Mobilität im Bildungssystem ist die Ausnahme: Wie nahezu allen Bildungsstatistiken zu entnehmen ist, wird der Anteil von Arbeiterkindern in der Abfolge primärer, sekundärer und tertiärer Bildungsinstitutionen immer geringer, bis sie dann an Hochschulen gerade noch einen Anteil von 17% ausmachen (bei einem Bevölkerungsanteil von rund 40%, dazu: Isserstedt et al. 2010, S.72, 101).

    Im Einzelnen zeigen die Ergebnisse von Riphahn und Trübwetter, dass

    * mit Implementierung des westdeutschen Schulsystems in Ostdeutschland Mädchen in Ostdeutschland genau wie in Westdeutschland häufiger auf weiterführenden Schulen zu finden sind als Jungen;
    * die Wahrscheinlichkeit, dass Jungen oder Mädchen eine weiterführende Schule besuchen, in Ostdeutschland wie in Westdeutschland für Kinder von Eltern mit hoher Bildung am höchsten ist;
    * es nur wenige Jahre gebraucht hat, um in Ostdeutschland eine weitgehend identische soziale Stratifizierung im Bildungssystem herzustellen wie in Westdeutschland;

    In diesem Text muß Herr Michael Klein, der Erfinder der „Diskriminierung der Jungen“-Geschichte natürlich seine These von seiner Co-Autorin Heike Diefenbach revidierten These, der Diskriminierung der Jungen, erneut wiederholen, bemerkenswert: unbegründet, als Nebensatz ohne Hintergrund. Aus dem Kontext ergibt sich eine Diskriminierung der Jungen wegen ihres Geschlechts jedenfalls nicht und auch sonst fehlen wissenschaftliche Belege.

    Mit Ihrem dummen Gequatsche von einer „Diskriminierung“ der Jungen (wegen ihres Geschlechts) wird das eigentliche Problem (Stratfizierung) versteckt. Und wir Ossis müssen diesen Mist – zu Lasten unserer Kinder – auch noch mitmachen.

  93. Nick 30. April 2011 um 13:37 #

    Und weil die Jungen selber Schuld daran sind dass sie die große Mehrheit der Bildungsverlierer stellen sind sie nicht diskriminiert, es ist also alls in Ordung und die alleinige Zuwendung des Patriarchen Pappi Staat kann ruhigen Gewissens bei den weiblichen ÖD-Mitarbeitern Magdeburgs verbleiben.

    Selbstverständlich ist das Patriarchat schuld, es ist ja die eigentliche Ursache der Stratifizierung. Wir müssen uns deshalb um die eigentlichen Opfer, und das sind die armen studierten Mittelschichthascherl (*schluchz*), kümmern.

    Die Diskussion ob „mit der Frauen vergleichbarer Diskriminierung“ ist müßig, denn schon die Idee des „Patriarchates“ ist eine strunzdämliche Adaption des ML auf die Geschlechter, gepaart mit neoromatischem Bürgersdamenkitsch.

    Es wäre in der Tat mehr als dumm, dieses ideologische Produkt einiger von der sexuellen Revolution völlig überforderter streng viktorianisch geprägter US-Vorstadtdamen nun für Jungen und Männer zu reklamieren.

    In dem Punkt haben viele Feministinnen allerdings recht.

    Ansonsten ist die Diskussion müßig, ahoi liebe Isi.

  94. Nick 30. April 2011 um 13:44 #

    P.S.: Und noch so ein Exempel überlegener weiblicher Lesekompetenz. Ich habe zwar nichts von Diskriminierung geschrieben, was aber die holde Weiblichkeit nicht davon abhalten muss, keifend auf diesen Strohmann einzudreschen.

    Und eben deshalb ist die „Diskussion“ müßig.

  95. Nick 30. April 2011 um 13:59 #

    ..vieleicht können wir, nachdem der singulär weibliche Opferstatus nun mehr als ausgiebig gehätschelt wurde, zum eigentlichen Thema zurückkommen: Nicole Chauvin.

  96. Ines Fritz 30. April 2011 um 17:41 #

    Den Opferstatus definieren Sie ja für Jungs, die angeblich Opfer der Diskriminierung im Bildungssystem sind, weil diese eben Jungs sind und ihnen das zum Nachteil würde. Ein Ausbildungsnachteil übrigens, der sich merkwürdigerweise in keinster Weise für Männer im späteren Leben negativ auswirkt. Sobald die Schule, Ausbildung, das Studium abgeschlossen sind, stehen die Chancen für die männlichen „Bildungsverlierer“ um einiges besser als die der weiblichen „Bildungsgewinner“. Aber am Misserfolg im Beruf sind die Frauen ja selbst schuld, die wollen nicht arbeiten und auch keine Karriere, aber die Jungs trifft keine Verantwortung am Misserfolg in der Schule, das ist Diskriminierung wegen des Geschlechts. Komisch. Mal so, mal so. Dann noch mir vorzuwerfen, ich würde einen „weiblichen Opferstatus“ ausgiebig hätscheln, nachdem Posting für Posting erklärt wird, dass Jungs und Männer die Opfer des Feminismus sind, ist echt dreist.

  97. Nick 1. Mai 2011 um 01:14 #

    aber die Jungs trifft keine Verantwortung am Misserfolg in der Schule, das ist Diskriminierung wegen des Geschlechts. Komisch. Mal so, mal so.

    ..und die nächste Sozialdarwinistin, die „Feindeskinder“ in Kollektivhaftung nimmt. Oder sind Frauen vielleicht in dem Maße Kinder, wie es Jungen sind?

    Und wie blind muss man als sogenannte Linke, gerade im Osten, sein, um nicht zu sehen dass kein Schulabschluß (vulgo: Bildungsverlierer) gewiß kein Privileg auf einen Dax-Vorstandsposten bedeutet, sondern das Privileg auf Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Obdachlosigkeit? Macht nix, däfur sind ja auch „die Männer“ in den DAX-Vorständen.

    Der Franzos‘ hat meinen Uropa abgeschlachtet, also ist es voll okay wenn gestern so’n Baguettefresser massakriert wurde.

    Da bestätigt sich obengenanntes Nathanson/Young-Zitat, der dualistische Kollektivismus des ML aus der Aufklärung – Klasse durch Geschlecht substituierend – in einer kuriosen Verheiratung mit eigentlich längst überwundenen kollektivistischen Geistern aus der Romantik – Rasse und Nation, Blut und Boden, durch Geschlecht substituierend.

    So etwas brauchen wir nicht in einer demokratischen Gesellschaft, und schon gar nicht in einer Behörde.

    Weg damit!

  98. Ines Fritz 1. Mai 2011 um 10:40 #

    Nick, lesen Sie überhaupt, was geschrieben wird? Worauf, in drei Teufels Namen, münzen Sie ihre Beschimpfungen und vorallem gegen WEN?

    Ein für alle mal: Im Vergeich zu Mädchen schechtere Schulnoten für Jungs sind kein Beleg von Diskriminierung. Da brauchen Sie jetzt nicht hysterisch werden oder mir irgendetwas in die Schuhe schieben wollen. Zum ersten sind die Vergleichsgruppen willkürlich gewählt, zum anderen kann es für diesen Umstand viele andere Ursachen geben, als den unterstellten Hass der Lehrerinnen auf „Feindeskinder“. Gerade dafür gibt es eher Gegenteiliges an Hinweisen, wie auch für den Irrsinn ihres Vorwurfs des „Sozialdarwinismus“, deren Grundlage Sie sich aus den Finger saugen. Ihre Diskriminierungslügen zu widerlegen, ist kein Sozialdarwinismus. Da Sie aber „argumentieren“, wie Sie es hier vorführen, ist wohl fast jedem klar, wie schwer Sie es im Leben haben. Das hat aber nun nichts mit ihrem Geschlecht zu tun, sondern mit ihrer wildgewordenen Bösartigkeit. Wenn ich sage, dass ich es gut finde, dass Mädchen gute Schulnote haben, heißt das nicht, dass ich Jungs „Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Obdachlosigkeit“ wünsche würde oder dass nicht als Problem erkenne. Da Sie nun aber nicht mit halluzinierten Vorwürfen aus Kurzschlüssen geizen, werden Sie unter Garantie auch oft genug – zu Recht- beleidigt und es werden ihnen auch sonst keine Rosenblätter auf den Weg gestreut. Sich hier nun einzureden, Sie und andere Jungs hätten es im Leben so schwer, weil Sie männlich sind, ist wieder ein Kurzschluß. Würden Sie weniger fehlinterpretieren, allgemein besser zuhören und überhaupt weniger „betroffen“ sein, hätten Sie es ganz bestimmt leichter. Jemand aber, der aus der Freude über Fortschritte bei den Frauen, Hass auf Männer herausliest und das so auch noch als Vorwurf kommuniziert, und sowas passiert Ihnen sicher nicht nur hier und zu diesem Thema, sitzt in der „stillen Ecke“ des Lebens, mit dem Kopf zur Wand.

  99. Nick 1. Mai 2011 um 10:57 #

    Ihre Tiraden finden in dem hier Geschriebenen keinerlei Grundlage. Sie lesen nicht, Sie schließen von Ihrem Feindbild aufs geschriebene.

    Wer Blind vor Hass ist, der kann natürlich nicht Lesen.

    Natürlich besteht Ihre Strategie darin, Ihre Fehler anderen vorzuwerfen.

  100. Nick 1. Mai 2011 um 20:41 #

    Das sogenannt linke „Gerechtigkeits“-verständnis ist manchmal ein ziemlich faszinierendes Phänomen:

    Sobald die Schule, Ausbildung, das Studium abgeschlossen sind, stehen die Chancen für die männlichen „Bildungsverlierer“ um einiges besser als die der weiblichen „Bildungsgewinner“.

    ..womit also die erfolgreiche Absolventin einer Hochschule in der „Opferhierarchie“ höher angesiedelt wird als der männliche Schulabbrecher. Das funktioniert natürlich nur, wenn man Männer und Frauen als kollektive Gerechtigkeitssubjekte betrachtet, also Gruppenrechte proklamiert: Die Chancen der Gruppe der „Männer“ sei trotz der Tatsache, dass 2/3 der Schulabbrecher männlich sind, besser als die der „Frauen“.

    Das männliche Individuum im Kindesalter, am untersten Ende der Gesellschaft, muss also die Vernachlässigung der staatlichen Fürsorgepflicht bezüglich Bildung (direkt abgeleitet aus der Menschenrechtskonvention) in Kauf nehmen, weil – aus welchen Gründen auch immer – das weibliche Kollektiv in den DAX-Vorständen unterrepräsentiert ist. Die Akademikerin aus betuchtem Hause ist gezielt und passgenau zu fördern, und die spezielle Förderung des Unterschichtjungen hat zu unterbleiben.

    Das heftige feministische Gekeife gegen die gezielte Förderung von Jungen dürfte auch hier kaum zu überhören sein. Ziel einer solchen Förderung wären selbstverständlich diejenigen Jungen, die diese Förderung von ihrem Elternhaus nicht erhalten: Bereits vom Elternhaus her geförderte Kinder sind gewiß kein ergiebiges Förderobjekt. Und das verleiht dem Ganzen im Ergebnis eine sozialdarwinistische Dimension, die an antihumanistischen Zynismus ihresgleichen allenfalls im vorletzen Jahrhundert findet.

    Es kommt, wie es bei Gruppenrechtsideologien (zu denen eben auch „Blut und Boden“ zählt) fast zwangsläufig kommen muss: Es kriegen immer gerade die allerschwächsten Mitglieder der „privilegierten“ bzw. feindlichen „Gruppe“, im Namen „Gruppengerechtigkeit“, zusätzlich eins übergebraten.

    Es zeugt von ganz besonderem Heroinentum und von ganz besonderer Ethik, Kindern eins überzubraten.

  101. Ines Fritz 1. Mai 2011 um 20:57 #

    Ich bin nicht blind vor Hass, ich freue mich und zwar über den Erfolg der Frauen und Mädchen. Lange genug mußte darauf gewartet werden. Was Sie davon halten, ist mir vollkommen schnuppe. Wer ihrer Hysterie folgen will, soll dies tun – ernst zu nehmen ist das aber nicht.

  102. Nick 1. Mai 2011 um 22:57 #

    P.S.: Dass auch manche Mädchen z.B. einer gezielten Förderung ihrer Lesekompetenz bedürfen ist klar.

    Das lässt sich ja hier anschaulich beobachten:

    Ich habe zwar nichts von Diskriminierung geschrieben, was aber die holde Weiblichkeit nicht davon abhalten muss, keifend auf diesen Strohmann einzudreschen.

    Unmittelbare Antwort:

    Den Opferstatus definieren Sie ja für Jungs, die angeblich Opfer der Diskriminierung im Bildungssystem sind, weil diese eben Jungs sind und ihnen das zum Nachteil würde.

    Auch da hat das Bildungssystem eingermaßen versagt.

  103. Nick 1. Mai 2011 um 23:18 #

    Lange genug mußte darauf gewartet werden.

    Ich vergaß: Gruppenrechtsideologien beanspruchen fast regelmäßig auch eine geschichtlich übergreifende, „Ausgleichende (Gruppen)gerechtigkeit“.

    Das ist ebenfalls fast Immanent: Das Gerechtigkeitssubjekt „Gruppe“ hat immer eine Geschichte, die weit über die der Gesamtheit seiner aktuell lebenden Individuen hinausgeht.

    In einer Gerechtigkeitsabwägung der Gerechtigkeitssubjekte „Gruppen“ gegeneinander muss diese Geschichte folgerichtig einfließen.

  104. Nick 2. Mai 2011 um 00:23 #

    Fakten, einfach nur Fakten

    ..das Authoritätsargument einer gleichlautenden, offiziellen feministischen Analyse.

    Fast die ganze Fachwelt weiß das Phänomen nicht genau zu erklären, es sei noch so Einiges an Forschung notwendig. Insbesondere die von Einigen vertretene „Laddism“-These gilt keineswegs als erwiesen.

    Fast die ganze Fachwelt, in dem kleinen Dorf namens BMFSFJ, in der Glinkastraße 24 in Berlins glorreicher neuer Mitte, hatte man 2009 die „eigentliche“ Antwort gefunden:

    Jungen heute über Medien und in ihren Peer-Groups vermittelt werden, einen Teil der Jungen viel stärker auf »Coolness«, »Toughness«, Technikbeherrschung, Dominanzgebahren und Selbstgewissheit hin orientieren, als dies für eine angemessene Arbeitsdisziplin, ein breites fachliches Interesse und eine Bereitschaft, Lehrkräfte als Experten und Autoritäten anzuerkennen, von Vorteil ist«

    Zwar wurde ein „So wird die These vertreten..“ (natürlich, u.a. auch von unserer Schwulenfreundin Chantal in der Emma) vorangestellt, allerdings wird die These im weiteren Verlauf des Textes plötzlich zur Antwort.

  105. Nick 2. Mai 2011 um 00:34 #

    ..natürlich weiß man, entgegen dem Rest der Welt, in diesem kleinen Dorf ganz genau Bescheid, Mirakuline hat schließlich einen Wahrheitstrunk verabreicht:

    In seiner Stellungnahme beleuchtet das Bundesjugendkuratorium (BJK) den medialen und wissenschaftlichen Diskurs

    [..]

    Das BJK stellt fest, dass dabei die Differenzen nach Geschlecht innerhalb des Bildungssystems einseitig betrachtet werden.

    Vulgo: Das BJK weiß Bescheid, der Wissenschaftliche Diskurs ist zu einseitig!
    (offenbar weil der wissenschaftliche Diskurs wichtige Erkenntnisse des feministischen Diskurses ausblendet)

  106. pedro luis 2. Mai 2011 um 08:38 #

    Frau Fritz, müssen Sie sich wirklich in jedem Forum lächerlich machen?

  107. Sebastian 2. Mai 2011 um 15:24 #

    @ Pedro Luis

    Nur ruhig Blut, wer nimmt denn die schon ernst ausser irgendwelchen Krawallmachern 😉

    PS:

    Bin Laden ist tot. Schon wieder ;). Wird langsam zu einem Running-Gag. Aber wenigstens hätten sie neue Fotos nehmen sollen. Gähn. Mal sehen was sie uns morgen wieder für Lügen auftischen.

  108. pedro luis 2. Mai 2011 um 19:00 #

    Da aggiungere: „Il palco funesto per Lei s’innalzò“

  109. Nick 3. Mai 2011 um 04:59 #

    Deliria demente, consiglio non sente..

  110. pedro luis 3. Mai 2011 um 13:07 #

    Sono contento che almeno uno abbia capito.

  111. Adrian 3. Mai 2011 um 13:59 #

    Okay, das genügt…

  112. pedro luis 3. Mai 2011 um 18:11 #

    Du darfst mir (uns?) eine Buße auferlegen.

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