Hurra, ich bin frauenfeindlich!

15 Mai

Vielleicht ist die FDP ja doch noch nicht ganz verloren. Die von einigen Deligierten geforderte Frauenquote wurde auf ihrem Parteitag in Rostock jedenfalls abgeschmettert. Und Thorsten Denkler von der Süddeutschen Zeitung, kann auch die Gründe dafür benennen:

Bei den Listenaufstellungen zu wichtigen Wahlen tauchen Frauen in der Regel erst auf den hinteren Rängen auf. Frauen fühlen sich von der FDP immer weniger angesprochen. Hätten in Rheinland-Pfalz genauso viele Männer wie Frauen die FDP gewählt, die Liberalen wären nicht aus dem Landtag geflogen. Die Kerle scheint es nicht zu interessieren. Mit der Ablehnung der Quote sichern sie nur eines: ihre Macht. Statt das offen zu sagen, argumentieren die Männer, die Quote sei nicht liberal und leistungsfeindlich. Ebenso gut könnten die Frauen sagen, gegen die Quote zu sein, sei frauenfeindlich. Das käme der Wahrheit wenigstens ein Stück näher.

Dieser Kommentar bedarf eigentlich keines Fazits, aber hier noch mal die Denklersche Conclusio: Wer gegen die Frauenquote ist, ist ein Frauenfeind.

Nun, das mag so sein, aber ist es auf dieser Grundlage, für jeden freiheitlich denkenden Menschen nicht geradezu Ehrensache, ein Frauenfeind zu sein?

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13 Antworten to “Hurra, ich bin frauenfeindlich!”

  1. Cyrano 15. Mai 2011 um 11:51 #

    Interessant auch das Argumentationsmuster: Wäre die FDP für die Frauenquote, würden mehr Frauen FDP wählen. Hätten mehr Frauen FDP gewählt wäre die FDP nicht aus dem Landtag geflogen. Aber die sture FDP ist gegen die Frauenquote, weil die Herren der FDP ihre Macht erhalten wollen. (???)
    Es kann hier wohl nur um die überlegene Macht derer gehen, die sich außerhalb des Einzugsbereiches der Macht stellen, um die Verhältnisse unabhängig und klarsichtig beurteilen zu können… wirklich perfide, dass Mann diese Machtposition so verbissen verteidigt…

  2. Leo Busek 16. Mai 2011 um 07:56 #

    Schade ist, dass der Zusammenhang zwischen Gleichberechtigung und der Modernität von Organisationen noch so wenigen klar ist. Der Soziologe Peter Jedlicka hat dazu unlängst eine aufschlussreiche Publikation veröffentlicht: „Gender Balance“: hier wird erklärt, warum die Länder mit der höchsten Gleichberechtigung auch die reichsten Länder der Welt sind – und was auch Firmen und Organisationen daraus lernen können.

    L.B.

    • Adrian 16. Mai 2011 um 11:37 #

      Und was bitte schön hat die Frauenquote mit Gleichberechtigung zu tun?

  3. Feministin 17. Mai 2011 um 08:44 #

    „Und was bitte schön hat die Frauenquote mit Gleichberechtigung zu tun?“

    Die Frauquote ist ein politisches Hilfsmittel, um die Gleichberechtigung der Geschlechter auch praktisch umzusetzen. Gleiche Rechte für Männer und Frauen reichen nicht, um auch alle Männer davon zu überzeugen, Frauen als gleichberechtigt hinzunehmen und Wettbewerb zuzulassen. Die Methoden und Strategien zur Ausgrenzung von Frauen wirken, obwohl Gleichberechtigung im Grundgesetz steht. Gegen die Ausgrenzung von Frauen wirkt die Frauenquote, weil sie die Anwesenheit von Frauen erzwingt.

  4. Adrian 17. Mai 2011 um 12:04 #

    @ Feministin
    Politik hat nicht das Recht anderen vorzuschreiben, mit wem man zu verkehren hat. Wenn eine Firma sich entscheidet, dass sie keine Frauen will, ist das deren Sache.

    „Gegen die Ausgrenzung von Frauen wirkt die Frauenquote, weil sie die Anwesenheit von Frauen erzwingt.“

    Frauen sind jeden Tag anwesend, ich sehe sie überall.

  5. morus 17. Mai 2011 um 13:17 #

    @Leo Busek
    Hat der Soziologe Peter Jedlicka darin nachgewiesen, dass die Gleichberechtigung zu mehr Reichtum führt oder Reichtum zu mehr Gleichberechtigung?

  6. Sebastian 17. Mai 2011 um 19:31 #

    @ Leo Bussek

    Nein es ist umgekehrt. Je reicher ein Land ist, desto mehr Feminismus kann es sich „leisten“. Siehe Norwegen.

    Denn der Feminismus wie wir ihn kennen ist ein reines Wohlstandsproblem. Die Frauen haben hier einfach zu viel Zeit um über Blödsinn nachzudenken, anstatt zu arbeiten wie es in anderen Ländern üblich ist

  7. Sebastian 17. Mai 2011 um 19:34 #

    @ Feministin

    “ Gegen die Ausgrenzung von Frauen wirkt die Frauenquote, weil sie die Anwesenheit von Frauen erzwingt“

    Gerne…im Bergbau, am Bau, in Wald, auf der Ölbohrinsel..Auf gehst Mädels zeigt was ihr könnt *lach*

    „Die Methoden und Strategien zur Ausgrenzung von Frauen wirken, obwohl Gleichberechtigung im Grundgesetz steht“

    Soso? Und was ist mit der Wehpflicht nur für Männer. Also nix mit Gleichheit vor dem GG. Von daher kannst du dir das Gefasel mit dem GG dahin stecken wo die Sonne nie hinscheint denn es gilt leider nicht für Männer.

  8. Feministin 17. Mai 2011 um 22:30 #

    @ Adrian

    Und wenn eine Firma sich entscheidet, keine Homosexuellen, einzustellen, ist das….deren Sache?

  9. Adrian 17. Mai 2011 um 22:52 #

    @ Feministin
    Ja.

  10. CK 18. Mai 2011 um 01:04 #

    @Feministin: Zwang und Gewalt sind keine Lösung. Da werden Sie geholfen:

    http://lforliberty.wordpress.com/2010/09/24/staatsfeministische-mythen-quoten/

  11. Peter Bosshard 18. Mai 2011 um 10:48 #

    „“Die Frauquote ist ein politisches Hilfsmittel, um die Gleichberechtigung der Geschlechter auch praktisch umzusetzen. Gleiche Rechte für Männer und Frauen reichen nicht…““

    Das ist Feminismus. Gleiches Recht ist nicht genug, um Gleichberechtigung „umzusetzen“. Noch Fragen?

    Die Suche nach Logik bleibt hier erfolglos. Logik ist ja bekanntlich, gemäss feministischer Auffassung, ein patriarchal-androzentrisches Konstrukt, welches lediglich dem Machterhalt des Patriarchats dient. So ist das. Aber wozu braucht Feministin Logik, wo doch mit permanentem Gejammere viel mehr erreicht wird.

  12. Peter Bosshard 18. Mai 2011 um 10:53 #

    „“„Gender Balance“: hier wird erklärt, warum die Länder mit der höchsten Gleichberechtigung auch die reichsten Länder der Welt sind…““

    Verschwendung ist ein Wohlstandsphänomen. So wie die reichsten Staaten der Erde den meisten Abfall produzieren. Daraus sollte aber nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Produktion von Abfall den Wohlstand mehrt.

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