Auf der Suche nach dem verlorenen Schatz

11 Jul

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat laut epd u. a. Homosexuelle als „gescheitert und zerbrochen“ bezeichnet. Marx machte die Äußerung im Zusammenhang eines sog. Dialogprozessesder   im vergangenen Jahr unter dem Eindruck der Missbrauchsskandale in katholischen Einrichtungen beschlossen

worden war. Nach einem Gesprächsforum sieht Marx

drei Schwerpunkte für Veränderungen in der Kirche: Es gehe um den Umgang mit gescheiterten und zerbrochenen Menschen, wozu er unter anderem Geschiedene und Homosexuelle zählte. Zudem müsse die Kirche sprachfähiger werden. „Wie kommt es, dass viele Menschen den Schatz, den wir gefunden haben, nicht so interessant finden?“ fragte der Kardinal.

Ja, wie kommt das nur? Das mit der Sprachfähigkeit scheint mir dabei das geringste Problem zu sein. Wer Menschen als „gescheitert“ und „zerbrochen“ darstellt, nachdem er selbst, bzw. die Institution, die er repräsentiert, eben dafür viel getan hat, dass Menschen sich als gescheitert empfinden und tatsächlich zerbrechen, sollte vor seiner Sprache zuerst sein Handeln verändern.

Vielleicht entdeckt er dann eines Tages auch den Schatz wieder, den die Kirche früher bewahren und teilen wollte und heutzutage längst verloren zu haben scheint.

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4 Antworten to “Auf der Suche nach dem verlorenen Schatz”

  1. gralsucher 12. Juli 2011 um 15:18 #

    Wie dürfen wir uns diesen Schatz vorstellen?

    • Damien 12. Juli 2011 um 15:39 #

      Dafür empfehle ich die Lektüre von Rob Bell: Das letzte Wort hat die Liebe. Ich habe hier darüber geschrieben.

  2. gralsucher 12. Juli 2011 um 18:47 #

    Danke. Bei der katholischen Kirche würde ich ihn aber nicht suchen.

    • Damien 12. Juli 2011 um 20:50 #

      @gralsucher: Ich auch nicht und ich habe schon an vielen Stellen gesucht 🙂

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