Drogen, Rockmusik und Hurerei

20 Jul

Anlässlich des CSD wurde in Berlin am Vorabend der diesjährigen Parade erstmals ein Gottesdienst gefeiert. Neben Klaus Wowereit wirkte dabei der Superintendent für den Kirchenkreis Berlin-Mitte, Bertold Höcker, mit. Dieser erinnerte in seiner Predigt

an die Basisbotschaft von Christus: „Ihr seid geliebt“. Sich darauf zu gründen, geliebt zu werden, führe auch zu einer besonderen Verantwortung, wie sie Wowereit angemahnt habe. Schwule und Lesben gefielen sich oft in einer Opferhaltung als verfolgte Elite, sagte Höcker. „Diese Opferhaltung ist sehr gemütlich, aber nicht christlich.“ Er forderte sie auf: „Schluss mit dem Opfer, hin zur Verantwortung.“

Eine gänzlich andere Sicht auf das Thema „Homosexualität und Christentum“ präsentierte ein Herr Schimmelpfennig, der auf medrum.de in einem Brief an Höcker erklärte:

War selber früher kommunistischer Staatsfunktionär der DDR und Atheist, landete aber nach der Wende in Kreisen, die das bejubeln, was Sie predigen: Freier Sex, natürlich in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen, so habe ich das erlebt – und ich wünsche es niemanden, da rein zu kommen!!! Dazu all die hämmernde Rockmusik und natürlich Hurerei.

Als ob Höcker das gepredigt hätte: Freien Sex, Drogen, Hurerei. Schimmelpfennig jedenfalls änderte seine Lebensumstände:

Nachdem ich mich selber durch dieses Leben am tiefsten in die Grube hinein gezogen hatte, alles verloren hatte, traf ich einen Missionar, der zuvor 20 Jahre in Papua Neu-Guinea inmitten der dort noch heute vorhandenen Menschenfresser das Evangelium verkündigte. Viele Menschenseelen wurden dadurch direkt aus der Hölle gerettet. Mit Gebet und Flehen griff der Herr Jesus nun auch in mein Leben ein und holte mich aus der Grube raus, denn: Als ich die Bilder von Papua Neuguineah sah und die Christen erlebte, die oft völlig eins miteinander zusammen waren, da dachte ich: Das willst du auch haben.

Was das alles mit Bertold Höcker zu tun hat? Wenn es nach dem gegangen wäre, so Schimmelpfennig, litte er noch immer:

Wenn ich in den neunziger Jahren unter die Predigt gekommen wäre, die Sie gestern in Berlin verkündigt haben, hätte mich diese aus dem Sumpf gezogen? Ich erteile Ihnen eine ganz klare Absage. Ihr persönliches Vorbild hätte mich in meinem alten Leben bestätigt und ich hätte nicht den Ausweg aus tiefster Lebensnot finden können. Denn was haben Sie uns gestern verkündigt? Zitat aus ebenda: „Höcker rief dazu auf, die eigene sexuelle Identität als Geschenk Gottes zu begreifen. Wenn diese verantwortlich gelebt werde, führe dies zu einem intakten Gottesverhältnis.“

Nun ist es schon eine bodenlose Frechheit oder Albernheit sondergleichen, Höcker zu unterstellen, mit „verantwortlich“ meine dieser Prostitution und Drogenkonsum, aber Schimmelpfennig hält Schwule offenbar allesamt für schwer verwirrt und daher völlig orientierungslos:

Meinen Sie wirklich, daß irgend eine der armen und verirrten, schwulen und lesbischen Seelen alleine dazu in der Lage sei zu unterscheiden, wann sie eine sexuelle Identität verantwortlich lebt … die sie zu einem intakten Gottesverhältnis führe?

Denn der medial präsentierte Hedonismus sei nur wenigen vorbehalten:

Es ist nur eine handvoll Schwuler und Lesben, die uns Glanz und Gloria vorspielt. Deshalb muß es ja ein Spektakel geben. Die raue Wirklichkeit sieht vollkommen anders aus.

Schließlich leben Schwule in Wahrheit allesamt im Elend, weshalb Schimmelpfennig nur pro forma fragt:

wissen Sie, wie es in sehr vielen Unterkünften Schwuler und Lesben riecht und aussieht? Wo das Essen rum liegt und wie die Tassen und Teller aussehen?

Und damit nicht genug:

Ein Hund pinkelt auch dazwischen rum.

Schließlich scheinen diese blöden Schwuchteln nicht einmal an der Deutschen Wirtschaft zu denken:

Womit diese armen Seelen dort beschäftigt sind? Mit der Mehrung des Volkswohlstandes?

Wohl nicht! Stattdessen verunreinigen sie obendrein vermutlich noch die Volksgesundheit:

Und dann noch die Frage: Welche Erreger sich dort breit und vielleicht für immer seßhaft machen?

Und das ist dann wohl auch die Frage, die einen nach der Lektüre des Briefes umtreiben sollte: Welche Erreger sich im Kopf von Dieter Schimmelpfennig breit und vielleicht für immer seßhaft gemacht haben?

3 Antworten zu “Drogen, Rockmusik und Hurerei”

  1. Spreeroi!ber 20. Juli 2011 um 17:49 #

    Superintend Höcker hat in seiner Predigt sehr schön darüber gesprochen, was die drei Strukturen der Sünde sind:
    1. sich selbst klein machen und sich festgefahrenen Strukturen zu unterwerfen
    2. sich selbst größer machen und anderen zu sagen, was sie zu tun haben
    3. in der eigenen Opferrolle zu verharren
    All das resultiert aus der Angst, nicht geliebt zu werden!

    Ehrlich gesagt, habe ich sehr viel Mitgefühl mit Herrn Schimmelpfennig. Offensichtlich sieht er überall selber Erreger, weil es mit der eigenen Erregung nicht mehr so gut funktioniert….

  2. Hans-Georg 20. Juli 2011 um 20:03 #

    In Lübeck ist am kommenden Wochenende CSD. Auch dort wird es einen Gottesdienst geben. Es gibt aber einen Herrn, der was dagegen hat.
    Die ganze Diskussion hier:
    http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=70561
    und inzwischen auch hier:
    http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=70617

    U.a. ist er der Meinung, dass so ein Gottesdienst die Homosexualität fördert!

  3. Yo 23. Juli 2011 um 21:31 #

    „Und dann noch die Frage: Welche Erreger sich dort breit und vielleicht für immer seßhaft machen?“

    Wahrscheinlich Aids-Erreger. Bei solchen Leuten sollte man sich nicht aufs Sofa setzen, sonst kriegt man die auch.

    Und wahrscheinlich spritzen die sich auch Haschisch in die Adern und rauchen Klebstoff und kauen Kokain. Ganz unredlich, wirklich. Mein christliches Sittenempfinden ist absolut empört.

    Oh man, ich schwanke zwischen Lachen, meinen Kopf gegen die Wand hauen und Verklagen.
    Man sollte es sich wirklich nicht bieten lassen, dass irgendwelche Leute (egal ob sie von sich auf andere schliessen oder nicht) derartigen generalisierenden Quatsch über eine Gruppe von Menschen öffentlich äussern.
    Das würde fast überall einen Sturm der Entrüstug verursachen, aber mit Homosexuellen kann man es ja machen. Hoffentlich nicht mehr lange.

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