Lecker Kääls in Kölle

3 Aug

Während ich bei meinem letzten Besuch in Köln, die Stadt noch ziemlich bescheiden fand, hat sich nun meine Meinung doch ziemlich zum positiven gewandelt, vor allem wenn man den Vergleich zu Berlin heranzieht. Zugegeben, zu den sozialen Brennpunkten bin ich aus Zeitgründen nicht gekommen, meine Anschauung beschränkt sich also eher auf den touristisch attraktiven Teil der Altstadt und dem Studentenviertel um die Zülpicher Straße. Dennoch erlaube ich mir hier ein kleines Fazit:

Köln ist attraktiver als Berlin:

Das liegt nicht nur am malerischen Stadtbild mit Rhein und Dom, sondern auch an der Kompaktheit der Stadt, die es zwar erlaubt, etwas zu erleben, aber andererseits verhindert, sich in einem riesigen Moloch zu verlieren, wie das in Berlin der Fall ist.

Köln ist netter als Berlin:

Das liegt natürlich an der rheinischen Herzlichkeit und Lebensfreude, die in auffälligem Kontrast zu, der auch mir eigenen preußischen Bräsigkeit und dem märkisch-mürrischen Habitus steht. Zudem bekommt man überall, wo man sich hinsetzt, ein Kölsch angeboten – und die meisten Kellner lächeln dabei auch noch!

Köln ist schwuler als Berlin:

Der Anteil der schwulen Männer ist im Vergleich zur Einwohnerzahl ein wenig größer als in Berlin. Und obwohl ich kein Meister im offensiven Flirten bin, ergaben sich bei den Streifzügen durch die Stadt doch einige Möglichkeiten, die Kultiviertheit und Schönheit der kölschen schwulen Männerwelt zu bestaunen. Offenbar kennen Kölner Männer nicht den Zwang, so abgerissen wie möglich auszusehen, was in Berlin ja mittlerweile fast Pflicht ist, weil hier jeder, der nicht aussieht wie ein ungewaschener Che Guevara, Gefahr läuft, vom linken Mob als „bürgerlich-faschistisch“ gebrandmarkt zu werden.

Köln hat natürlich auch merkwürdige Seiten. So etwa die lustige Straßenbahn, die ab und an mal unter Erde fährt und deshalb großspurig als „U-Bahn“ bezeichnet wird. Oder der Dialekt, der schon ein wenig gewöhnungsbedürftig klingt und auch nur mit einiger Zungenbrecherei auszusprechen ist. Und natürlich sind die Lebenshaltungskosten ein klein wenig höher als im billigen Berlin.

Die Haupstadt verliert jedenfalls zunehmend an Reiz, und sollte ich hier auch in den nächsten Jahren nicht auf meine große Liebe treffen (oder überhaupt mal wieder auf eine), wäre ein Wechsel durchaus vorstellbar. Man wird schließlich auch nicht jünger.

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Eine Antwort to “Lecker Kääls in Kölle”

  1. Yadgar 17. August 2011 um 22:01 #

    „Offenbar kennen Kölner Männer nicht den Zwang, so abgerissen wie möglich auszusehen, was in Berlin ja mittlerweile fast Pflicht ist, weil hier jeder, der nicht aussieht wie ein ungewaschener Che Guevara […]“

    Dann bist du mir noch nicht begegnet: http://www.khyberspace.de/yadgar-d.html

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