Krieg der Sünde!

22 Aug

Wer, wie Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, angesichts einer solchen Parole davon spricht, Kuba sei

Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt

braucht offenbar ein wenig historische Nachhilfe:

Wir müssen den Weg der Befreiung auch dann gehen, wenn er Millionen atomarer Opfer kosten sollte…

ließ sich Che Guevara einstmals vernehmen. Der sozialistische Kubaner solle sich darum bemühen, mit seiner

Asche als Fundament für eine neue Gesellschaft (zu) diene(n).

Deswegen war bei dem Che konsequent von „Pflichterfüllung“ die Rede und er forderte, dass sich die Gesellschaft

in ihrer Gesamtheit in eine riesige Schule verwandeln

müsse bzw. dass sich die Arbeiter

ihre Lungen mit bewusster Freude vergiften

sollten. Da bei diesem Höhepunkt der sozialistischen Volksherrschaft nur noch die wertvollsten Elemente des Volkes zugegen sein sollten, räumten die kubanischen Kommunisten zuvor noch einmal gründlich auf. So wurden 1965 in einer Kampagne 50.000 als Homosexuelle stigmatisierte Männer ohne Verfahren, per polizeilicher Verfügung, in die sogenannten UMAP, Arbeitsbataillone oder Zwangsarbeitslager, eingewiesen. Castro erklärte hierzu:

Wir müssen in dieser Zeit die besten Eigenschaften unseres Volkes fördern. Es gibt keinen Platz für Parasiten …, die sich in bestimmten Positionen konzentrieren und die Jugend beeinflussen.

Banneraufschriften dieser Zeit lauteten z.B.:

KRIEG DER VERWEICHLICHUNG

KRIEG DEM INDIVIDUALISMUS

KRIEG DER SÜNDE

1962 wurde Chruschtschow als Tunte beschimpft, als er die sowjetischen Atomraketen wieder aus Kuba abziehen ließ, weil er den atomaren Schlagabtausch fürchtete, was ihn in den Augen von Guevara zu einem einzigen Schlappschwanz machte.

1968 dann wurden Homosexuelle grundsätzlich als potentielle politische Opposition behandelt. Der moralische Soundtrack dazu lief auf Radio Havanna, das die

städtischen Bikinis und sogenannten Minis, enge Hosen, langes Haar, gemusterte Strümpfe und epileptische Tänze

kritisierte.

1971 wurde im sozialistischen Paradies mit dem „Gesetz gegen Vagabundismus und Bummelei“ schließlich die allgemeine Zwangsarbeit eingeführt. Wenn Lötzsch und Ernst heute immer noch der Ansicht sind, diese Revolution sei

Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt

dann werden sie damit durchaus Recht haben, zumindest was das historische Kuba angeht. Denn welchem Freund völkischer Befreiung sollten die kubanischen Zustände nach der Revolution keine Freudentränen ins Gesicht treiben? Gegner nicht nur von Fremdherrschaft, sondern von Herrschaft und Ausbeutung überhaupt, können angesichts dieses linken Lobs eines erträumten Vernichtungskollektivs nur hoffen, dass nationale Sozialisten egal welcher Partei kein weiteres Mal eine Gelegenheit erhalten, ihren Antisemitismus oder andere historisch nicht vollendete Projekte in die Tat umzusetzen.

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4 Antworten to “Krieg der Sünde!”

  1. Martin 22. August 2011 um 16:46 #

    Beispiel und Orientierungspunkt? Ganz meine Meinung, wie beim dritten Reich. Ein Beispiel damit man weiß wie es ausschaut wenn mans falsch macht und ein Orientierungspunkt damit man sieht von was für einem Kackpunkt man kommt.

  2. Andreas 22. August 2011 um 21:06 #

    Das kommunistische Regime auf Kuba soll auf ca. 60.000 politische Morde kommen. 80.000 bis 100.000 Desparaidos.

    http://www.welt.de/print-welt/article232983/Castros_langer_Abschied.html

  3. Thommen 24. August 2011 um 21:19 #

    Es ist beeindruckend, wie der Antikommunismus schnell wieder aufleben tut, dabei wäre die Suche nach dem „Kapitalismus mit menschlichem Antliz“ das viel dringendere Anliegen. Vernichten von Milliardenwerten und beim Morden wohl noch besser als die Kommunisten… Ganz zu schweigen von der katholischen Kirche…
    Also mal halblang!

  4. Martin 28. August 2011 um 20:00 #

    @ Thommen: Sowas, ich muss verpasst haben als man in der BRD angefangen hat tausende abzuholen die dann in irgendeinem Gulag ihr Leben aushauchen. Der Kapitalismus ist sicher nicht frei von Problemen, aber zu behaupten im Kapitalismus würden mehr Menschen ermordet als im bislang gelebten Kommunismus ist doch ganz schön herb.

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