Frauenfreie Zonen

19 Okt

Die gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent in den Vorstandsetagen deutscher Dax-Unternehmen ist erst einmal vom Tisch. Voräufig soll eine weitere Runde Selbstverpflichtung die Unternehmen mit sanfter Gewalt und viel Augenklimpern von den Vorteilen des weiblichen Geschlechts in Führungspositionen überzeugen. Was diese Vorteile sind kann zwar kein Mensch sagen, doch grundsätzliche Kritik ist selten geworden, outet man sich doch schnell als frauenfeindlicher Chauvi, wenn man es wagt, das Hohelied von mehr Frauen in der Chefetage nicht mitzusingen.

Vom Großteil unserer linksgrünen Journaille kann man eh keine krititischen Fragen erwarten, deshalb übernehme ich an dieser Stelle – mal wieder – die verantwortungsvolle Aufgabe:

Frau von der Leyen, Frau Schröder, Ihre Absicht in allen Ehren, aber inwieweit ist es mit dem privaten Unternehmertum – welches die CDU als Begründerin der sozialen Marktwirtschaft ja einmal hochgehalten hat – vereinbar, Unternehmen in ihre Personalpolitik hineinzureden? Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass Frauen selbst männliche Chefs bevorzugen? Und wieso eigentlich diese Fixierung auf die Vorstandsetagen großer Konzerne? Es gibt unzählige Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, in den die Unterrepräsentation von Frauen weitaus beängstigender ist. Unter Obdachlosen etwa, in der Bundeswehr, im Baugewerbe – oder in meinem Bett.

Frau von der Leyen, Frau Schröder, was gedenken Sie dagegen zu tun?

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6 Antworten to “Frauenfreie Zonen”

  1. Milfweed 19. Oktober 2011 um 18:57 #

    Der vorletzte Satz, herrlich. 😀

  2. terminatus30 19. Oktober 2011 um 19:03 #

    Hi Adrian,

    schön, dass sich einer zu fragen traut. Ich kann ja leider nicht, bin ich doch ein bhöser heterosexueller Mann.

    Wie ist das eigentlich, generell gefragt, wenn du ein homosexueller Unternehmer bist, bist du dann auch ein frauenunterdrückender Patriarch oder nur „strukturell“ einer? Das wäre echt eine super Sache, wenn sich homosexuelle Unternehmer hier einmal lautstark zu Wort meldeten. Es wäre interessant zu beobachten, wie die Feministinnen darauf reagieren. Letztlich, so würde es wohl heißen, seit ihr ja auch „nur“ Männer, natürlich nicht in diesen Worten.

  3. Milfweed 19. Oktober 2011 um 22:28 #

    Da könnte man noch weiterspinnen … was ist mit CEOs, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen haben und rein nach Fähigkeiten und nicht nach Quote einstellen? Wie ist das zu bewerten?

    Aber soweit muss man gar nicht denken, da es auch genug liberale unternehmerisch tätige Frauen gibt, die diese Quote ablehnen.

    Schau einfach was mit Frauen wie Eva Hermann (dessen Meinung ich nicht teile) in der Presse passiert. Gleiches dürfte dann auch „frauenunterdrückenden“ PatrarchINNEN passieren.

  4. Omti 19. Oktober 2011 um 22:50 #

    Genau! 30% Frauenquote in schwulen Betten! Es kann doch nicht sein, dass Frauen von diesen Kerlen ausgeschlossen sind. Diskrimminierung 😉

  5. robert 29. Oktober 2011 um 11:16 #

    ich bin bisexuell, muss ich die frauen jetzt auf 30 prozent hinunterdruecken?

  6. Aventin 25. März 2012 um 14:38 #

    Lustig wäre eine Geschlechterquote vor diesen Hintergrund?
    http://wiki.gruene-jugend.de/index.php/Bisherige_Arbeitsversion_zum_Antrag_%22Geschlechter_abschaffen!%22

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