Gebt den Frauen Kuchen!

5 Nov

Christian Soeder beschäftigt sich in einem Beitrag auf seinem Blog „Rotstehtunsgut“ mit dem Feminismus und gibt dabei interessante Einblicke in das Denken sozialdemokratischer Frauenversteher:

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe: als Gegenmodell zu Transgender gibt es auch Cisgender, also Menschen, deren biologisches Geschlecht (sex) mit ihrem sozialen Geschlecht (gender) übereinstimmt bzw. die sich so wohlfühlen.

Der Begriff „Cisgender“ war auch mir neu und ich danke an dieser Stelle der linken Queerfeminismusfraktion für die Etablierung eines neuen Begriffs, der mich fortan in deren Augen zum „Homocismann“ stempelt.

Doch weiter zu Herrn Soeder, der sich im Übrigen selbstverständlich für einen Feministen hält, sich auch so bezeichnet und so fühlt

ohne umfassende theoretische Fundierung, das ist sicherlich richtig, aber ich habe im Kleinen meinen Teil dazu beigetragen, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung keine hohlen Phrasen sind.

Das ist natürlich ein bewundernswerter Kampf, denn „Gleichstellung und Gleichberechtigung“ sind in der Tat sehr oft hohle Phrasen, erst Recht wenn es um den Feminismus geht. Oder hat schon mal ein Feminist eine Frauenquote für das Baugewerbe gefordert? Oder den Kriegseinsatz? Eben!

Ich bin also bei Versammlungen immer für die quotierte Redeliste eingetreten, habe mich bei Kongressen beschwert, wenn nur Männer auf dem Podium sitzen, etc. Weil ich der Meinung war, dass Feminismus eben nicht nur Frauen etwas angeht, sondern auch uns Männer.

Was nun an quotierten Redelisten und Podien sinnvoll sein soll, das weiß nur Gott (oder ein Sozialdemokrat), denn inwiefern ist es von Belang, welches Geschlecht ein Redner hat, solange dieser nur etwas zu sagen hat?

Weil ich der Meinung war, dass Feminismus eben nicht nur Frauen etwas angeht, sondern auch uns Männer.

Ich dagegen finde, dass Feminismus in erster Linie die Frauen angeht, denn ehrlich gesagt kann ich die Notwendigkeit nicht erkennnen, die Hälfte der Bevökerung bei ihren Belangen zu unterstützen, deren Notwendigkeit sich mir eh nicht erschließt.

Weil ich es einfach richtig finde, dass Frauen nicht nur ein kleines Stückchen des Kuchens zusteht, sondern eben die Hälfte des Kuchens.

Dann sollen die Frauen sich ihren Teil halt nehmen. Was ist daran so schwer? Sie haben das Wahlrecht, stellen (mehr als) die Hälfte der Bevölkerung, leben länger, treffen den Großteil der Konsumentscheidungen und erziehen die Kinder, einschließlich der zukünftigen Männer, also die angeblich Hauptverantwortlichen ihrer „Unterdrückung“.

Aber vielleicht ist es ja auch einfacher für die Frauen, Männern den Großteil der Arbeit zu überlassen, sprich, sich die Hälfte des Kuchens eben nicht zu nehmen, sondern sich statt dessen geben zu lassen. Zum Beispiel von Herrn Soeder, der ja sofort aufspringt und das Rederecht für die holde Weiblichkeit fordert, vermutlich weil Frau gerade anderweitig beschäftigt ist und dies deshalb nicht selbst machen kann.

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2 Antworten to “Gebt den Frauen Kuchen!”

  1. morus 5. November 2011 um 12:08 #

    Vielleicht sollte Herr Soeder nicht nur fordern, dass andere Männer zu schweigen haben, sondern selbst damit anfangen?

  2. Christian - Alles Evolution 6. November 2011 um 18:34 #

    Gut gesagt. Dem Feminismus fehlt die Bereitschaft auch Handlungsbedarf und Fehler bei den Frauen zu erkennen. Das machen die Privilegientheorien ja auch extrem einfach

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