Freiwillige Schwulenkontrolle

3 Dez

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK)  – eine Art Zensurbehöde, die keine Zensurbehörde sein will – hat in ihrer Einschätzung, ob solche oder jene Filme den zarten Kinder- und Jugendseelen zugemutet werden könnten, schon so manchen Bock geschossen, doch was man sich anlässlich der Prüfung des Streifens „Romeos“ geleistet hat, könnte man als veritablen Skandal auffassen – zumindest wenn man schwul ist:

In „Romeos“, der am 8. Dezember bundesweit startet, geht es um einen jugendlichen Transmann, der mit seiner geschlechtlichen Identität hadert und sich nebenbei auch noch um seine erste Liebe kämpfen muss […] Die Story spielt in der schwulen Szene in Köln.

Au weia, „Transmann“, „Liebe“, „schwule Szene“ – ja, da muss man wirklich genau prüfen, ob man so etwas gefährliches Jugendlichen tatsächlich zeigen darf. Doch keine Sorge, auf die FSK ist Verlass. Um einen derartigen verstörenden Streifen anschauen zu können, muss man jedenfalls bereits masturbiert, Pornos geschaut, Alkohol getrunken und Hasch geraucht haben, also mindestens 16 sein:

In der Begründung heißt es: „Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf dem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte.“

„Belastbar“ vor allem deshalb, weil die reale Gefahr besteht, dass stramme deutsche Mädchen und Jungen, mit gesundem hetersexuellem Verlangen, dem süßen Gift der Homosexualität erliegen könnten:

„Die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken.“

Das Anliegen, junge Heteros vor einer „einseitigen Welt von Homosexualität“ einschließlich der „expliziten Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen“ mit ihrem „häufigen Partnerwechsel“ zu schützen, ist natürlich enorm wichtig, weil – wie jeder weiß – Homosexualität letztendlich doch ein Übel ist, das man besser vermeiden sollte.

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Eine Antwort to “Freiwillige Schwulenkontrolle”

  1. Ralf 3. Dezember 2011 um 12:26 #

    Ich gelange bei solchen Meldungen immer öfter zu dem Schluss, dass Heterosexualität von den unter ihr Leidenden als etwas zutiefst Krankhaftes und Verabscheuungswürdiges angesehen wird, vor dem zur „Konkurrenz“ zu fliehen so nahe liegt, dass zum entsprechenden Entschluss schon die Lektüre eines Buches oder das Ansehen eines Films genügt. Die Mitglieder der FSK bedürfen m.M.n. ganz dringend psychiatrischer Hilfe, denn bei ihnen hat sich die Angst vor der eigenen Heteorosexualität schon zur manifesten Wahnvorstellung gemausert.

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