Du darfst

26 Dez

Thomas Meinecke erzählt in der Welt über die Entstehung seines neuen Romans „Lookalikes“. Manch einer wird das so langweilig finden wie den Roman selbst, anderen wird es gefallen. Einer aber hat so eine schwache Persönlichkeit, dass ihm ein solcher Text einfach nur Angst macht. Und daraus entstehen Fragen:

Wieso darf ich nicht einfach nur hetero sein?

Keine Sorge, Du darfst! Noch ist Homosexualität nicht Gesetz.

Und mich nicht die Bohne darum kuemmern wie es homosexuellen geht?

Keine Sorge, Du darfst! Noch ist Homophilie nicht Gesetz.

Bin ich dann automatisch homophob weil ich mich nicht fuer deren Gefuehlswelt begeistern kann?

Keine Sorge! Homophobie beginnt woanders und findet ihren Ausdruck z. B. in Wahnvorstellungen über die „Pflicht, schwul zu sein“.

Wie waers mal wenn diese Gleichmacherei, das jeder alles toll findet und jeder jeden liebt aufhoert.

Keine Sorge! Wir von Gay West finden nicht alles toll. Solche Typen wie Dich finden wir eher albern. Und jeden lieben tun wir schon gar nicht. Das zeichnet Schwule nämlich aus, dass sie Männer lieben. Nicht jeden, keine Sorge!

In der Tierwelt funktioniert das seit Millionen von Jahren aber der Mensch muss Homo/Bisexuell sein – weil es cool,weil es schick, weil es ach so anders ist.

Ach, die Tierwelt! Da muss keiner schwul sein. Welches Schweinderl wär’n S‘ denn gern? Und übrigens: Cool, schick, anders sein ist auch noch keine Pflicht. Man darf auch uncool, schlecht gekleidet und gewöhnlich sein. Bloß wundern, dass Dich keiner mag, darfst Du Dich dann nicht mehr. Denn Heterosexualität hat ihren Preis. 

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7 Antworten to “Du darfst”

  1. Martin 26. Dezember 2011 um 18:04 #

    Ich versteh das ganz grundsätzlich irgendwie nicht. Andauernd hört man das es schick sei schwul zu sein, das ganze Gejammer man könne dem Schwulsein kaum entgehen, jeder fände das toll und wolle schwul sein. Die Gesellschaft sei verschwult und nur eine Handvoll Aufrechter kämpft tapfer dagegen an, die 300 der göttlichen Ordnung quasi, im Heldenhaften Kampf gegen ein schwules Deutschland, Wiederständler sozusagen, wie im dritten Reich (der Vergleich würde bestimmt so manchem gefallen). Wie kommts dann das so ziemlich jeder Schwule Mann den ich kenne einen elenden Leidensweg hinter sich bringen musste „nur“ um an dem Punkt anzukommen wo er offen sagen kann „ich bin schwul“? Und auch dieser Typ kommt wieder mit der Mär das alle alles toll finden sollen, dabei geht es um Akzeptanz, und wenn man dazu nicht in der Lage ist doch wenigstenz Toleranz. Solche Leute erinnern mich lebhaft an die Antisemiten die verzweifelt versuchen ihren Judenhass als „Israelkritik“ zu vertuschen. „Ich hab ja nix gegen Schwule aber…“ Worin soll das Aber blos bestehen? Ist manchereiner so undefiniert das ein küssendes Männerpaar seine Libido auf ewig zerrüttet? Dann sollte man vielleicht den Psychiater aufsuchen anstatt den nächsten Quark ins Internet zu kotzen. (Um mich zu erklären, man kann Israel gerne kritisieren wenn man will, aber dann sollte man zumindest fähig sein zwischen Israelis, der Israelischen Regierung und „den Juden“ zu unterscheiden)

  2. Manifold 27. Dezember 2011 um 16:11 #

    „Bloß wundern, dass Dich keiner mag, darfst Du Dich dann nicht mehr. Denn Heterosexualität hat ihren Preis.“

    Und inwiefern bist du mit diesem heterophoben Ausreisser nun besser als der Ersteller des homophoben Kommentars?

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    • Damien 27. Dezember 2011 um 16:23 #

      @Manifold: Ironie scheint Dir unbekannt zu sein, ebenso wie die Realität. Denn wo bitte, hat Heterosexualität da „ihren Preis“?

  3. Yadgar 27. Dezember 2011 um 16:23 #

    @Martin:
    „Dann sollte man vielleicht den Psychiater aufsuchen anstatt den nächsten Quark ins Internet zu kotzen.“

    Das ist ja gerade das Problem: dank Web 2.0 (also im Wesentlichen dank PHP-basierter Content-Management-Systeme, die einem die Programmierarbeit in HTML abnehmen) ist es mittlerweile technisch viel zu einfach geworden, beliebig abstruse Meinungen im Internet zu äußern! Früher standen zwischen dem Kurzschluss im Hirn und seiner Veröffentlichung solche nicht nur psychologischen Hürden wie Papier, Briefumschlag, Briefmarke, Weg zum Briefkasten und last but not least eine kooperative Leserbriefredaktion, bei größeren Hirnfürzen standen da sogar ausgewachsene Verlage im Weg… und der Gang zum Psychiater ist noch ungleich viel schwieriger, erfordert er doch Krankheitseinsicht!

    Manchmal wünsche ich mir wirklich, das Internet würde (zum Beispiel durch die bevorstehende Umpolung des Erdmagnetfeldes) über Nacht umfassend und dauerhaft zusammenbrechen…

  4. Manifold 29. Dezember 2011 um 13:57 #

    @ Damien:

    Feministische Männerhasserinnen verstecken sich auch gerne hinter den Begriffen Ironie, Satire und „provokativer Gesellschaftskritik“. Der gekränkte Narziss und das (verbale) Rachebedürfnis schimmern bei ihnen dennoch deutlich durch die Verharmlosung hindurch.

    Aber auf Homophobie mit Heterophobie zu antworten (siehe dazu auch Adrians aktueller Artikel), kann jedoch keine Lösung sein und treibt den Keil nur noch tiefer.

    Und wo Heterosexualität ihren Preis hat, das musst du wohl Adrian selbst fragen – der hat die Phrase in den Raum gesetzt.

    Fakt ist nunmal, dass Heterosexualität bei unseren grünlinksfeministischen Akteuren nicht allzu beliebt ist – siehe dazu auch ihre Kritik an der „Heteronormativität“. Als könnten Heterosexuelle etwas dafür, dass sie die Mehrheit der Menschheit stellen.

    Es ist somit ein Unterschied, ob man anderen unterstellt, die Realität nicht zu kennen oder ob man sie einfach nicht sehen will, wie in deinem Fall, Damien.

    Grüsse,
    Manifold

  5. Damien 29. Dezember 2011 um 14:16 #

    @ Manifold: Ich schrieb „Man darf auch uncool, schlecht gekleidet und gewöhnlich sein. Bloß wundern, dass Dich keiner mag, darfst Du Dich dann nicht mehr. Denn Heterosexualität hat ihren Preis.“ Ist das jetzt Satire oder Verharmlosung, heterophob oder mehrheitsfeindlich? Und wie sieht die Realität aus in Bezug auf den heterosexuellen Habitus? Ich bitte um Aufklärung!

  6. Martin 30. Dezember 2011 um 17:50 #

    @ Manifold, ich verstehe das Problem nicht ganz, Damien hat schon öfters das Gesülze diverser Leute auf die Schippe genommen indem er Homosexualität durch Heterosexualität ersetzt hat, ist doch ein geeignetes Stilmittel um die Absurdität so mancher Behauptung hervorzuheben.

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