Liebe kennt keine Grenzen

10 Jan

Bruce Bawer unterteilt in seinem formidablem Werk „Stealing Jesus“ das Christentum in zwei große Hauptströmungen: in die „Kirche der Liebe“ (Church of Love) und die „Kirche des Gesetzes“ (Church of Law). Im Weltmaßstab gehören bedauerlicherweise mehr Christen der letzteren Kirche an, als der ersteren. Sie glauben nicht an die Liebe, sondern höchstens an die Heterosexualität und die Ehe als einen zweckgebundenen Vertrag zur Zeugung  und zur Aufzucht von Nachwuchs.

Man muss wohl kaum erwähnen, dass der Papst und seine Anhänger, die „Kirche des Gesetzes“ favorisieren, eine Kirche die sich nicht an der Konventionen sprengenden Liebe eines Jesus Christus orientiert, sondern am kalten Materialismus einer zweckgebundenen Rationalität, für die die Ehe nicht nur eine „soziale Konvention“, sondern „die Keimzelle jeder Gesellschaft“ sei, weil aus ihr Kinder entstehen würden. Ergo sei, so der Papst

eine Politik, die die traditionelle Familie in Frage stelle, […] eine Bedrohung „für die menschliche Würde und die Zukunft der Menschheit“

Stellt sich nur die Frage nach dem spezifisch christlichen Moment der Ehe, wenn die doch die Keimzelle einer jeden Gesellschaft sei, also auch der jüdischen, islamischen oder atheistischen.

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3 Antworten to “Liebe kennt keine Grenzen”

  1. bajazbasel 10. Januar 2012 um 16:30 #

    Man sollte solchem Stuss aus dem Vatikan nicht zuviel Ehre antun. Die Diplomaten wissen sicher, was davon zu halten ist. Lest lieber die „Kriminalgeschichte des Christentums“ von K.H. Deschner! 🙂

  2. Yadgar 11. Januar 2012 um 11:05 #

    Ich freue mich schon auf die Fundi-Trolle, die die Kommentarspalten zu solchen Artikeln mit megabyteweise Rudolf Ebertshäuser, Lothar Gassmann oder Kurt Koch volltexten…

  3. Damien 24. Januar 2012 um 23:02 #

    Mit Gott 9.0 kann man die „Kirche des Gesetzes“ unschwer als „blau“ identifizieren, die „Kirche der Liebe“ als „grün“, wenn nicht „gelb“ oder auf dem Weg nach „türkis“. Es gibt also noch Hoffnung auf Besserung 🙂

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