Mann oder Frau?

9 Mrz

Ich als Frau

Schwulen Männern wird ja gerne ein höheres Maß an Weiblichkeit attestiert. Biologische Hypothesen der Ursachen von Homosexualität stützen diese Volksweisheit bis zu einem gewissen Grad. Aber auch das tägliche Leben lässt einem zu dem Schluss kommen, dass schwule Männer zumindest weniger Probleme damit haben, Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die im Allgemeinen als eher „weiblich“ bezeichnet werden. Ob das nun biologisch bedingt ist, oder ob sich schwule Männer auf Grund fehlendem Männlichkeitsdruck das eher erlauben können, lasse ich mal dahingestellt.

Was mich angeht, bin ich gerne ein Mann. Aber eben ein schwuler Mann. Ich liebe Männer, ich brauche Männer. Die Vorstellung, als heterosexueller Mann durchs Leben zu gehen, ist für mich geradezu grotesk. Man stelle sich den Grad der Verantwortung vor, den gesellschaftlichen Druck „seinen Mann zu stehen“, die Rollenerwartung, das ewige Gezänk im Geschlechterkrieg und natürlich die Tatsache, dass man dann nichts mehr von anderen Männenr wissen will.

Das alles brauche ich nicht wirklich. Wenn schon hetero, dann natürlich als Frau. Abgesehen davon, dass das Leben als Frau leichter ist, kann man am Privileg – ja, ich betrachte es tatsächlich so, auch wenn es albern klingt -, Männer zu lieben und mit ihnen zu schlafen, festhalten.

Was natürlich umgekehrt die Frage aufwirft, was mir meine Männlichkeit tatsächlich bedeutet, wenn ich auch keine Probleme damit hätte, als heterosexuelle Frau durchs Leben zu gehen. Ich denke darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

a) meine Männlichkeit bedeutet mir nichts, weil ich ja bereits zugegeben habe, mir auch ein Leben als Frau vorstellen zu können

b) meine Männlichkeit ist so sehr gefestigt, dass ich sie ohne größere Probleme in Frage stellen kann

Wie ich es auch drehe und wende, letztendlich komme ich immer wieder zu folgendem Fazit: Das Geschlecht, das ich lieben, mit dem ich leben, mit dem ich in Bett gehen will, ist mir letzendlich wichtiger, als mein eigenes.

Was mich nun aber interessieren würde: Geht das nur mir so?

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20 Antworten to “Mann oder Frau?”

  1. pedro luis 9. März 2012 um 15:56 #

    Vor die Wahl gestellt, ein Hetero oder eine Frau zu sein, würde ich mich für den Hetero entscheiden. Geschlecht vor sexueller Orientierung. Aber das wäre auch die Entscheidung für das kleinere Übel, vorstellen kann ich mir beides nicht.

  2. Andreas 9. März 2012 um 16:25 #

    Du könntest schon allein deshalb nie und nimmer in Gestalt einer heterosexuellen Frau durchs Leben gehen, weil es für diese Spezie in der Liebe immer nur um Bindung und Fixierung auf die PERSON des Geliebten geht.

    „Liebst Du mich noch? Brauchst Du mich?“

    Nichts ist für die heteresexuelle Frau unverständlicher, abstoßender und verachtenswürdiger als für austauschbar gehalten zu werden, oder ihren Göttergatten für austauschbar halten zu sollen. Er ist doch DER EINE! Der Märchenprinz. Der Mann für’s Leben.

    Den allergrößten Beziehungskladderadatsch würdest Du heraufbeschwören mit Deiner besten Freundin, wenn Du als Hetera Ihr gegenüber so etwas von Dir gibst.

    Man merkt, daß Du das Privileg genießt, Dich nicht mit den Vorstellungswelten von Heteras herumplagen zu müssen!

    Und noch was:

    Sich zu einem bestimmten Geschlecht allein hingezogen zu fühlen, einzelne Personen desselben aber letzten Endes doch für Alternativen zu halten, wenn auch die eine Person weitaus mehr begehrt wird als die andere, das ist … tamtam … Trommelwirbel … typisch für Heteros.

    Also: Du scheinst mir den Heteros weitaus ähnlicher zu sein als den Heteras. Dein eigenes Geschlecht scheint mir für Dich weitaus mehr konstitutiv als es Dir offenbar bewusst ist.

  3. Dennis 9. März 2012 um 18:27 #

    ich habe auch schon von heterosexuellen Männern gehört das wenn sie homosexuell geboren wären, lieber eine lesbische Frau sein würden als ein homosexueller Mann. Es ist also für viele Menschen weniger vom Geschlecht abhängig als von dem auf was man sexuell steht. Nur logischerweise werden Heteros weniger dieser Frage ausgesetzt was denn wäre wenn… Ich persönlich bin gerne ein Mann der auf Männer steht. Auch die Sexualität ist doch völlig anders, erstens sind Frauen weniger zielorientiert und weniger visuell stimulierbar, außerdem erlaubt schwuler Sex viel mehr Flexibilität hinsichtlich aktiver und passiven sexueller Aktivitäten. Ich kann mir weder vorstellen eine Frau zu sein, noch ein heteromann. Ich fühle mich als schwuler Mann sehr wohl.

  4. Gonzo 9. März 2012 um 19:09 #

    @Adrian, du verwechselst anscheinend die sexuelle Identität mit der sexuellen Orientierung.

    Die sexuelle Orientierung besagt nur auf was für ein Geschlecht man sexuell und emotional orientiert ist.

    Wenn du wie du sagst gerne ein Mann bist dann ist das deine Identität.
    Wenn du (als der gleiche Mensch, der du jetzt bist) als biologische Frau geboren wärst, wäre deine Identität ein transsexueller Mann.
    Denn wenn du gerne ein Mann bist, würdest du dich wenn du Frau sein müsstest, im falschen Körper fühlen.

    Ich fühle mich als Schwuler in meinem männlichen Körper absolut zufrieden und kann mir mich in einem weiblichen Körper nicht vorstellen. Denn die Vorstellung Busen und eine Vagina zu haben ist für mich genauso abwegig, als würde ich mir vorstellen diese geil zu finden 😀

  5. Adrian 9. März 2012 um 20:09 #

    Nein, gonzo, ich verwechsele nichts.

    „Die sexuelle Orientierung besagt nur auf was für ein Geschlecht man sexuell und emotional orientiert ist.“

    Ich weiß 🙂

    „Wenn du wie du sagst gerne ein Mann bist dann ist das deine Identität.“

    Ich habe gesagt, ich bin gerne ein schwuler Mann.

    „Wenn du (als der gleiche Mensch, der du jetzt bist) als biologische Frau geboren wärst, wäre deine Identität ein transsexueller Mann.“

    Das sind doch akademische Petitessen. Wenn ich so wie ich jetzt bin, als Frau geboren wäre, wäre ich eine heterosexuelle Frau, vorausgesetzt, die sexuelle Ausrichtung auf Männer ist stärker als die männliche Identität.

    „Denn wenn du gerne ein Mann bist, würdest du dich wenn du Frau sein müsstest, im falschen Körper fühlen.“

    Wieso sollte ich mich in einem weiblichen Körper falsch fühlen? Ich stelle es mir gerade vor: Lange Haare, runde feste Brüste, eine Vagina – hey ich bin eine Frau, und alle Typen stehen auf mich 🙂

  6. Gonzo 9. März 2012 um 20:38 #

    „Das sind doch akademische Petitessen. Wenn ich so wie ich jetzt bin, als Frau geboren wäre, wäre ich eine heterosexuelle Frau“

    Naja es gibt aber nicht nur biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch ein schwuler Mann tickt zum Glück immer noch anders als eine Frau.

    Wie Dennis richtig schreibt, ist alleine schon das Sexualitätsempfinden zwischen Frauen und Männern völlig unterschiedlich.
    Männer, egal ob homo oder hetero, sind sexualfreundlicher und unverkrampfter, haben keine Probleme zielgerichtet Pornos und Prostitution zu nutzen und schwule Männer haben zudem noch den Vorteil sexuell aktiv UND passiv sein zu können, was eine Frau aus naheliegenden Gründen ohne Hilfsmittel nicht kann 😉
    Also sexuell gesehen kann ich mir nur bei rein passiven Schwulen vorstellen das sie nichts dagegen hätten ( beim Sex) eine Frau zu sein.
    Welcher Mann ausser ein rein passiver, will schon freiwillig auf die schönen Gefühle beim aktiven Sex verzichten? Ist dir das so unwichtig?

    Und von der Sexualität mal abgesehen gibt es ja noch jede Menge anderer Sachen an denen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen unabhängig der sexuellen Oreintierung deutlich werden. Schau dir zum Beispiel an wie bei Homosexuellen die Schwulen bisher sichtbarer und politisch stärker agierten als die Lesben, Das ist das gleiche wie es (noch) in der allgemeinen Politik der Fall ist und wie es in der gesamten Geschichte der Menschheit der Fall war.

    Heterosexuelle und schwule Männer unterscheiden sich weniger von einander als Männer und Frauen.

  7. Adrian 9. März 2012 um 20:53 #

    @ Gonzo
    Die Alternative wäre, auf Frauen zu stehen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Eine Hetero-Frau zu sein dagegen schon.

    „Welcher Mann ausser ein rein passiver, will schon freiwillig auf die schönen Gefühle beim aktiven Sex verzichten? Ist dir das so unwichtig?“

    Aktiver Sex? Viel Gerödel für nen kurzen Schuss.

    Die Alternative wäre – um im Gedankenspiel zu bleiben -, auf Frauen zu stehen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Eine Hetero-Frau zu sein, dagegen schon.

    Um noch mal klar zu stellen. Ich bin auch gerne ein Mann. Ein schwuler Mann.

  8. Markus 9. März 2012 um 21:25 #

    Bin ich froh schwul zu sein? Hm, kann ich nicht sagen. Kann mir es einfach nicht anders vorstellen, keine Chance. Wäre ich lieber hetero? Ne, das ganz bestimmt nicht. Aber nicht weil ich jetzt so super überzeugt bin vom Schwul sein, sondern weil ich sicher keine Lust habe wie die Heteros denn Frauen nachlaufen zu müssen.
    Was für eine Scheisse sich die armen Heten von den Frauen gefallen lassen müssen, das ist echt pervers. Dazu noch unsere stark auf Frauenbedürfnisse ausgerichtete Gesellschaft, die femministische Schullandschaft (über 80% der Lehrer sind Frauen), die Verteufelung von normalen (hetero) männlichen Verhaltensweisen der PC-Leuten.

    Ne, da bin ich doch lieber der Schwule Mann ;). Und natürlich weil bei Frauen sich garnix regen mag XD.

  9. Atacama 9. März 2012 um 22:42 #

    „die Verteufelung von normalen (hetero) männlichen Verhaltensweisen der PC-Leuten. “

    Welche?

  10. Atacama 9. März 2012 um 22:56 #

    „die femministische Schullandschaft (über 80% der Lehrer sind Frauen)“

    Und woran liegt das? Ernstgemeinte Frage, ich weiss es nämlich wirklich nicht genau. Werden Männer mit Waffengewalt vom Lehramtsstudium und der Erzieherausbildung abgehalten? Werden sie gemobbt wenn sie sich doch immatrikulieren? Finden männliche Lehrer/Erzieher keine Jobs (Was ich für ein Gerücht halte, zumindest männliche Erzieher sind jedenfalls sehr beliebt)?
    Oder liegt es vielleicht daran, dass Männer die „Frauenberufe“ wählen voll schwul sind (und die Karrierechancen als Kindergartner/Lehrer weniger vorhanden sind als als Invenstmentbanker)?
    Wahrscheinlich sind die Typen die sich über zu wenig Männer im pädagogischen Bereich beschweren genau dieselben Typen die sich – wenn mal ein männlicher Pädagoge auftaucht – sofort Witze reissen über den schwulen, linksintellektuellen Wehrdienstverweigerer der da die Strasse runterkommt. „Daran ist nur der Feminismus schuld. Früher sind Männer noch Handwerker und Soldaten geworden, heute werden sie Kindergärtner. Der Untergang des Abendlandes ist nahe“
    Man kann den Feminsten nun ncht für alles die Schuld geben.

  11. tinyentropy 9. März 2012 um 23:52 #

    Ich frage mich immer, warum übernimmt in einem homosexuellen Paar so häufig einer der Partner eine geschlechtsunspezifische Rolle, also bei Lesben, eine die Machorolle und bei Schwulen, einer die Rolle eines Weibchens? Ich selbst bin hetero und denke mir, wenn man sich schon gegen ne klassische Beziehung entscheidet, warum dann hintenherum doch wieder so leben? Kann mir das jemand erklären? Der Artikel legt die Antwort nahe, dass es bequem ist, seinen Mann nicht stehen zu müssen und somit ergreift wohl der schwächere Part die Rolle eines hilflosen Weibchens in beiden Beziehungstypen?

  12. neozelot 10. März 2012 um 00:05 #

    Wieso und wem müsst ihr eigentlich immer wieder von neuem bestätigen dass ihr euch als schwule Männer gut und wohl fühlt? Den Heteros die euch das nur glauben könnten, den andern Schwulen die genau wissen das dies garantiert nicht immer der Fall ist, oder müsst ihr euch das ständig selbst einreden weil ihr sonst von inneren Selbstzweifeln zerfressen werdet?

  13. Adrian 10. März 2012 um 00:18 #

    @ tinyentropy
    „Ich frage mich immer, warum übernimmt in einem homosexuellen Paar so häufig einer der Partner eine geschlechtsunspezifische Rolle, also bei Lesben, eine die Machorolle und bei Schwulen, einer die Rolle eines Weibchens?“

    Vielleicht solltest Du Dir diese Frage noch mal stellen, wenn Du wenigstens mal mit ein paar Homo-Paaren gesprochen hast.

    „Ich selbst bin hetero“

    Man merkt’s…

    „und denke mir, wenn man sich schon gegen ne klassische Beziehung entscheidet, warum dann hintenherum doch wieder so leben?“

    Wir entscheiden uns nicht dagegen. Wir leben so wie wir fühlen.

    @ neozelot
    „Wieso und wem müsst ihr eigentlich immer wieder von neuem bestätigen dass ihr euch als schwule Männer gut und wohl fühlt?“

    Weil es so ist.

  14. Atacama 10. März 2012 um 00:51 #

    „Ich frage mich immer, warum übernimmt in einem homosexuellen Paar so häufig einer der Partner eine geschlechtsunspezifische Rolle, also bei Lesben, eine die Machorolle und bei Schwulen, einer die Rolle eines Weibchens? “

    Ist das so?

    „Ich selbst bin hetero und denke mir, wenn man sich schon gegen ne klassische Beziehung entscheidet, warum dann hintenherum doch wieder so leben?“

    Das bereitet mir jetzt schon fast körperliche Schmerzen.
    Diese Frage ist in so vielen Punkten falsch und doof dass ich garnicht weiss wo ich anfangen soll.

    „Kann mir das jemand erklären? “

    1. Man „entscheidet“ sich nicht, man tut was die Hormonoe, das Herz, der Pimmel (oder was auch immer verantwortlich gemacht wird) einem sagen.
    2. Heterosexualität bedeutet nicht automatisch klassische Rollenverteilung oder eine Vorliebe für eine solche Verteilung
    3. Selbst die tuntigste Tunte ist immer noch ein Mann und selbst die härteste Kampflesbe ist eine Frau.

    Genauso könnte ein Homosexueller fragen, wieso die Heterosexuellen sich so oft über Stress mit Frauen aufregen und wie sehr sie unter dem weiblichen Geschlecht leiden müssen, sie könnten sich doch einfach einen sehr femininen und unterordnungsbereiten Mann für eine Beziehung suchen wenn ihnen die klassische Rollenverteilung so wichtig ist und die modernen Frauen das nicht mehr mitmachen wollen.

    „Der Artikel legt die Antwort nahe, dass es bequem ist, seinen Mann nicht stehen zu müssen“

    Ist es ja auch, jedenfalls wenn man betrachtet was „die Heterosexuellen“ unter „seinen Mann stehen“ teilweise so verstehen.

    „Wieso und wem müsst ihr eigentlich immer wieder von neuem bestätigen dass ihr euch als schwule Männer gut und wohl fühlt? “

    Das hat er gemacht weil er deutlich machen wollte dass ihm nicht (nur) das Mann-Sein wichtig ist, sondern seine Vorliebe für Männer, weshalb er im Zweifelsfall lieber eine heterosexuelle Frau wäre als ein heterosexueller Mann. Aber um nicht den Eindruck zu erwecken, er sei nicht gerne ein Mann, hat er es nochmal extra erwähnt.
    Und wo ist das Problem?
    Ist es eine Provokation sowas zu sagen?

    „Den Heteros die euch das nur glauben könnten, den andern Schwulen die genau wissen das dies garantiert nicht immer der Fall ist, oder müsst ihr euch das ständig selbst einreden weil ihr sonst von inneren Selbstzweifeln zerfressen werdet?“

    Was denn für Selbstzweifel? Ein Homosexueller der Zweifel an seiner Sexualität hat, braucht doch nur vor die Tür gehen und eine Frau zu vögeln wenn ihm das lieber ist. Wieso also sollte man sich da was einreden müssen was nicht wirklich da ist?

    Und wenn ein Homosexueller sich nicht wohl fühlt, dann kommt das seltener wegen der sex. Orientierung sondern um den von aussen kommenden Konsequenzen.

  15. tinyentropy 10. März 2012 um 01:08 #

    @adrian: deshalb habe ich die frage ja gestellt.

  16. phallographisch 10. März 2012 um 01:15 #

    Neozelot, es sind doch viel mehr die heterosexuellen männer die sich ständig beweisen müssen wie „männlich“ sie sind und alles schwule von sich weisen. statistisch reagieren homophobe männer häufiger erektil auf schwulenpornos als heterosexuelle denen es egal ist wie andere ihr leben gestalten.du wirst unter den härtesten männerbündnissen mehr verkappte homosexuelle und bisexuelle finden als man meint.

  17. Haselnuss 10. März 2012 um 08:50 #

    „oder müsst ihr euch das ständig selbst einreden weil ihr sonst von inneren Selbstzweifeln zerfressen werdet?“
    Die „Yeah, wir stehen auf Muschis“-Momente gibt es bei Heterosexuellen natürlich üüüüüberhaupt nicht.

  18. pedro luis 10. März 2012 um 09:42 #

    @tinyentropy

    Du machst den Denkfehler, den die meisten Heten machen. Aber ein Mann bleibt ein Mann, auch wenn er beim Sex „unten“ liegt.

  19. Atacama 10. März 2012 um 13:24 #

    Ja, das interessiert mich jetzt wirklich als Frau.
    Wie steht man eigentlich seinen Mann?

  20. neozelot 10. März 2012 um 16:51 #

    @phallographisch

    Eben. Wenn sich ein Heterosexueller so verhält, dass er alles schwule von sich weist und immer wieder ungefragt von sich behauptet dass er aber ganz sicher auf Frauen stehe und nicht auf Männer, würden wohl alle darauf schliessen dass er sich seiner Sexualität nicht so richtig sicher sei.
    Ich habe in meinem schwulen Freundeskreis festgestellt dass genau die welche mir immer wieder unaufgefordert mitteilen dass sie sich nicht vorstellen können mit einer Frau zu schlafen, ihren Umgang mit Homosexualität (noch) nicht als sebstverständlich angenommen haben. Daraus resultieren auch die unzähligen verzweifelten Bemühungen vieler Schwulen, dann einfach andere dazu bringen zu wollen es als selbstverständlich anzunehmen oder den Heteros sogar die Schuld an dieser Situation vieler Schwulen anzulasten. Sie projezieren ihre eigenen Probleme einfach auf ihre Umwelt und beschuldigen diese als homophob. Daher auch der Verdacht einer internalisierten Homophobie. Dummerweise wirken genau diese, weil sie die lautesten aller Schwulen sind, als schlechte Vorbilder für andere Schwule die dann diesen Senf weiter verbreiten in der Annahme Gutes für Schwule zu sagen und zu tun, aber im Grunde daran gehindert werden und wiederum andere daran hindern die Wahrheit über sich, und bei sich selber zu suchen und damit umzugehen.
    Anfangs habe ich mich noch gefragt ob die vieleich denken, ich glaube sie seien gar nicht schwul oder ob sie denken, es würde mich stören wenn sie mal Sex mit einer Frau gehabt hätten. Bis ich darauf kam, dass die mir wohl alle sagen und zeigen wollten wie gut und ausgezeichnet schwul sie im Fall seien.
    Diese „Rebellions- und Behauptungsphase“ wird auch von schwulen Psychologen als eine Entwicklungsstufe im Selbstfindungsprozess zur Entwicklung einer schwulen Identität oder im Comingout dargestellt. Also keines Falls ein Beispiel einer gut integrierten und sicheren schwuler Persönlichkeit die als Vorbild gehandhabt werden sollte.

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