Ist Gerhard Amendt homophob?

22 Mrz

Der linke Maskulist Arne Hoffmann hat sicher recht, wenn er es als absurd betrachtet, den Wissenschaftler Gerhard Amendt der Homophobie zu bezichtigen, weil dieser darauf aufmerksam gemacht hat, dass häusliche Gewalt in homosexuellen Beziehungen ebenso häufig, oder häufiger, vorkommt als in heterosexuellen Beziehungen.

Andererseits ist Amendt durchaus kein Unschuldslamm. Immerhin ist er sich nicht zu schade, dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) Artikel zur Verfügung zu stellen, jenem Institut, welches Homosexualität als Störung betrachtet und dafür streitet, diese zu heilen. Schon alleine das reicht aus, um seine Motive zu hinterfragen.

Man lese sich nur einmal diesen Artikel von Amendt auf der Seite vom DIJG durch. Dass er gewisse Probleme mit Schwulen und Lesben hat, sollte nach dieser Lektüre eigentlich offensichtlich sein.

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4 Antworten to “Ist Gerhard Amendt homophob?”

  1. Jotuklan 23. März 2012 um 02:31 #

    Nachdem ich den Artikel von Amendt gelesen habe, würde ich sagen:
    Herr Amendt fällt als Bannerträger für den nächsten CSD wohl aus!

    Es sind garnichtmal die einzelnen Argumente die ich bei ihm verkehrt fände,
    (den meisten kann ich sogar voll zustimmen),
    es ist, wie er die Themen zusammenwurstet, was auf eine ziemlich unappetitliche Art geschieht.
    Homosexualität/Pädophilie/Eugenik/Geisteskrankheiten und Kindesmissbrauch,
    alles in einem Atemzug,
    ohne die geringste thematische Abgrenzung zueinander.

    So etwas ist typisch für homophobe Schriften, das einfach Alles, was als pathologisch empfunden wird, in einem Topf landet.

    Direkt gegen Homosexuelle wendet er sich in seinem Artikel aber nicht,
    er betont sogar extra das der homosexuelle Lebensstiel zu respektieren sei.

    Deshalb würde ich auf die Frage nach einer eventuellen Homophobie von Herr Professor Amendt zunächst einmal mit „Nein“ antworten.
    Die etwas zu schwammig geratenen Formulierungen seinerseits, reichen da einfach nicht aus, um solch eine „Diagnose“ zu stellen.
    Andererseits dürfte es Herrn Amendt wohl kaum entgangen sein, welche Assoziationen er da weckt,
    wenn er die Situation von Kindern in homosexuellen Partnerschaften,
    mit der von Kindern vergleicht, die Pädophilen zum Opfer fallen.

    Ich denke diese Assoziationen wird Herr Amendt mindestens billigend in kauf genommen haben.

    Wenns nach mir geht, kann er zum nächsten CSD ruhig zuhause bleiben…..!

  2. Adrian 23. März 2012 um 09:48 #

    Ich würde die Frage nach der Homophobie Amendts nach der Lektüre dieses Textes mit einem „Ja“ beantworten.

    Zunächst einmal: Den Argumenten kann ich nicht zustimmen, aber darum geht es weniger. Es ist, wie bereits gesagt, seine Wortwahl und das Zusammenmanschen von Themen.

    Dass Amendt betont, dass individuelle Lebensformen zu respektieren seien, beeindruckt mich dabei nicht. Das tun fast alle (Ich habe ja nichts dagegen, was die so im Privaten tun, aber…)

    Amendt spricht von „Lebensstil“, „subkulturellem Lebensstil“, „Subkultur“, „leidvoller Psychogenese von Homosexualität“ und von „normalen Beziehungsformen“ in Abgrenzung zur Homosexualität.

    Angesichts dessen, muss ich sagen: Doch, der Typ ist homophob, keine Frage.

  3. Atacama 23. März 2012 um 14:52 #

    Klar ist er homophob.

    Zusammengefasst sagt der Artikel:

    – Lesben hassen Männer und haben Angst vor ihnen (und Penissen) und hassen deshalb ihre Söhne bzw. die Männlichkeit in ihnen und erziehen sie entsprechend.

    – Homosexuelle wollen grundsätzlich so tun als gäbe es keine Zweigeschlechtliche Fortpflanzung.

    – Für Homosexuelle ist ein Kind nur ein Accesoire (Spaßgesellschaft)

    – Homosexualität und Pädophilie bzw. Kindesmißbrauch. Der Autor will das naürlich nicht gleichsetzen, neinneinnein, aber trotzdem streut er es ständig ein auf dass beim Leser irgendwie eine Verknüpfung zwischen diesen Begriffen hängenbleiben möge

    – Nicht jede „Elternschaftsphantasie“ ist zu akzeptieren.
    Na da hätte ich mir aber gewünscht, dass er das mal konkretisiert wie er Leute vom Kinderkriegen abhalten will.

    – Homosexuelle Elternschaft ist „Rache der Perversen“

    – „Traditionell ist Elternschaft eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die in einem essenzialistisch polarisierten sexuellen Spannungsverhältnis zu einander stehen. Nur das ermöglicht es ihnen,eine sexuelle und kulturelle Identität zu entwickeln, die sie wiederum dazu befühigt, die Kultur einer potenziell kultivierten Beziehungsfähigkeit und gesicherten Geschlechtsidentität über die eigene Generation hinaus weiterzugeben und die Kontinuität der Gattung als eine an den Einzelnen gebundene Kultur weiterzuvermitteln. Damit wird die Generationenfolge gesichert und werden die psychischen Fähigkeiten zur Reproduktion der Gattung als Ganzer und nicht nur des Einzelnen hervorgebracht.“

    Und da haben wir es wieder. Ganz viele klumpizierte Worte und ganz viel Dramatik und als Fazit klingt es irgendwie wieder so dass Homosexuelle die Kultur vernichten (wollen).

    Letztendlich kann man es auch Übertreiben mit dem Diskutieren und Analysieren und das Leben einfach so sein lassen wie es ist.
    Kinder machen es doch vor. Die reagieren auf solche Themen nicht halb so verwirrt wie Erwachsene es gerne hätten, wenn man es ihnen kindgerecht erklärt.

  4. Gismatis 24. März 2012 um 00:38 #

    Ich habe mich aufgrund des verlinkten Artikels auch schon gefragt, ob Gerhard Amendt zumindest ein bisschen homophob ist. Ein Hinweis ist für mich seine gänzlich unkritische – ja sogar naive – Haltung in Bezug auf die Geschichte der Erforschung der Ursachen der Homosexualität und dass sie völlig zu Recht im DSM als Krankheit aufgeführt gewesen sei, während die Entfernung aus dem Katalog lediglich das Werk der Homolobby gewesen sei. Was homosexuelle Elternschaft betrifft, so argumentiert er meines Erachtens unfair, weil er anonyme Keimzellenspende bei Homosexuellen mit biologischer Elternschaft vergleicht. Ein fairer Vergleich würde Letzteres ausklammern und nur ansonsten identische Fälle vergleichen. Die anonyme Keimzellenspende, die ja durchaus problematisch ist, ist weder ein reines Problem der homosexuellen Elternschaft, noch ist sie Voraussetzung dafür. In seinen Beispielen haben alle Homosexuellen irgendeine Macke. Hinzu kommt der häufige und überflüssige Querbezug zur Pädophilie, was ja Tradition hat, wenn es darum geht, Homosexuelle in ein schlechtes Licht zu rücken. Oder ist einem adoptionswilligen Heteropaar, das beteuert hat, es habe so viel Liebe zu schenken, je geantwortet worden: «Ja, das sagen die Pädophilen auch!»? Alles in allem scheint der Artikel den Zweck zu haben, homosexuelle Elternschaft so problembehaftet und unattraktiv wie möglich darzustellen. Es handelt sich imgrunde um ein hinter sachlicher Sprache verstecktes Pamphlet.

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