Orgasmen für alle!

26 Mrz

Die Mitglieder im Forum „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ haben nicht nur Probleme mit Schwulen, auch berechtigte Belange von Frauen scheinen sie nicht sonderlich zu interessieren. So machen sich einige User über eine Untersuchung lustig, in der es um das Erleben von weiblichen Orgasmen beim Sport geht:

Offensichtlich hat das Heer von Soziologen und Gender-Studenten keine sinnvollen Untersuchungsfelder mehr, weswegen sie jede noch so dumme Disziplin untersuchen, wenn es nur dem Wohl der Frauen dient.

Nun fragt man sich, was um alles in der Welt die Forenmitglieder dagegen haben, mehr über die Funktion des weiblichen Orgasmus zu erfahren. Wäre ich heterosexuell, mich würde das brennend interessieren, weil es sich schließlich positiv auf meine sexuellen Fähigkeiten auswirken würde. Und was könnte es schöneres geben, als ein Liebhaber, der Spaß am Sex hat?

Aber vermutlich reicht es manchen Männern tatsächlich, Frauen als rein fleischliches Werkzeug zur Triebabfuhr zu sehen: für zwei Minuten die Beine breit machen, Kinder gebären und den Rest der Zeit dafür zu sorgen, dass genügend Bier zur Verfügung steht. Die perfekte Beziehung…

Und solange Mann selbst noch kommt, ist die Welt schließlich in Ordnung.

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19 Antworten to “Orgasmen für alle!”

  1. Martin 26. März 2012 um 01:52 #

    Naja, was will man erwarten von einem Forum in dem man sowas zu lesen bekommt:

    „Ich habe festgestellt, dass Homos und ich etwas gemeinsam haben….wir sind krank…ich leide an Homophobie und sie an Homosexualität. Für mich ein guter Kompromiss.“

    Klar, damit scheere ich alle dort über einen Kamm, aber wenn ich sowas in den ersten 30 Sekunden die ich dort bin sehe, gefolg von gegenseitiger Meinungsmasturbation wie lustig alle seien die einen Homophob finden (Homophobie gibts ja schließlich nicht, nur kranke Homos), dann hab ich absolut keine Lust mich mit irgendjemandem dort abzugeben. Das ist so eklig das ich gar nicht wissen möchte was die sonst noch für Vorstellungen und Überzeugungen haben. bä

  2. pedro luis 26. März 2012 um 09:47 #

    Das Erleben von Orgasmen beim Frauensport finde ich aber auch als schwuler Mann reichlich abstrus. Es wundert mich nicht, dass das auch die Heteros nicht interessiert.
    Ich habe sowieso immer den Eindruck, dass der weibliche Orgasmus mangels Vergleichsmöglichkeiten stark überschätzt ist. Wenn der so überwältigend wäre, wie getan wird, warum suchen ihn die Frauen dann nicht so oft wie möglicht (jedenfalls nicht beim GV)?

  3. Adrian 26. März 2012 um 11:09 #

    @ pedro luis
    Weil sie ihn beim GV nicht bekommen?

  4. Peter 26. März 2012 um 12:03 #

    Und solange Mann selbst noch kommt, ist die Welt schließlich in Ordnung.

    Naja, für einen kurzen Moment ist die Welt dann tatsächlich in Ordnung! 😉

    Nun fragt man sich, was um alles in der Welt die Forenmitglieder dagegen haben, mehr über die Funktion des weiblichen Orgasmus zu erfahren.

    Ohne den im erwähnten Forum getätigten Aussagen Absolution zu erteilen: Dass die Frauenzentriertheit in den Medien auf den Wecker gehen kann, das kann ich allerdings nachvollziehen, und das ganze Traritrara um den das mystische und unerforschte Wesen des Weibes …. gähn.

  5. Atacama 26. März 2012 um 13:25 #

    Ich hatte mit 12 meinen ersten Orgasmus beim Sport^^
    War unbeabsichtigt und ist nur einmal passiert (also beim Sport, nicht generell), aber wenigstens wusste ich ab da was Sache ist.
    Ich kenne auch Frauen die einen in den 30ern noch fragen, woran man denn merkt dass man einen hat. Nichtmal wenn sie selbst Hand anlegen, klappt es. Das tut mir dann leid. Das ist bei Frauen leider mitunter schwieriger, von daher zeigt doch etwas Verständnis, auch wenn die Studien auf den ersten Blick „sinnlos“ scheinen.

    Und ja, der weibliche Orgasmus ist überwältigend, ein Orgasmus eben. Ihr kennt das doch.

    @Peter

    „Ohne den im erwähnten Forum getätigten Aussagen Absolution zu erteilen: Dass die Frauenzentriertheit in den Medien auf den Wecker gehen kann, das kann ich allerdings nachvollziehen, und das ganze Traritrara um den das mystische und unerforschte Wesen des Weibes …. gähn.“

    Das liegt daran, dass in dieser Gesellschaft nur Frauen als Sexobjekte gelten dürfen. Frauen sind das schöne Geschlecht usw. Männer sind eigentlich nur asexuell anmutende Anhängsel oder eben schwul.
    Ich finde es auch schade, dass Männer da nicht mehr ins Licht gerückt werden.

    Eigentlich merkwürdig, bei fast allen anderen Spezies ist es doch umgekehrt. Da sind die Männchen die „hübschen“ und die Weibchen unscheinbar.

    Männchen:

    Weibchen:

  6. pedro luis 26. März 2012 um 18:09 #

    @adrian

    Dazu müssen sich Berufene äußern.

  7. jdah 28. März 2012 um 17:24 #

    Ohne die Publikation oder den Forenthread gelesen zu haben (ist ja leider nichts verlinkt, und selber suchen ist mir aufm Handy zu anstrengend) wage ich mal, auf die Gefahr hin, völlig daneben zu liegen, folgende Spekulationen:

    Bei dem Diskussionsgegenstand handelt es sich eher um einen Blog Post oder nen Artikel, der diese Untersuchung höchstens zitiert. Inhaltlich wird diese auf soziologischem oder sonstwie geisteswissenschaftlichem Hintergrund aufbauen, medizinische Ansätze werden, wenn überhaupt vorhanden, eher pseudowissenschaftlich geprägt sein. Der Inhalt besteht zu 49 % aus schlüpfrigen Anekdoten, zu 49 % aus pauschaler Frauenverherrlichung, der großzügig geschätzte Rest ist ein blumiger Ratgeber, der nichttriviale, aber rein theoretische Erkenntnisansätze enthalten kann. Die Stichprobengröße siedelt um N=0. Durchgeführt hat die Untersuchung irgendein Institut in England oder den USA, das niemand kennt und das auch nie wieder in Erscheinung treten wird. Die Untersuchung hat keinen Auftraggeber und ist nirgendwo anerkannt.

    Im Thread werden genau diese Punkte bemängelt. Niemand wird ernsthaft sich auf eine Äußerung versteigen, die auch nur ansatzweise eine Deutung in Richtung „Frauen brauche ich nur zur Triebabfuhr. Zwei Minuten … etc.“ zuläßt. Desinteresse, das im Bezug auf den weiblichen Orgasmus bekundet wird, beschränkt sich auf Orgasmen beim Sport oder sonstige irrelevante Spezialfälle, deren Untersuchung überflüssig ist. (Na, schön, ein bißchen Trollerei gibt es immer)

  8. Atacama 29. März 2012 um 14:29 #

    Dann stellt sich die Frage, wenn es so uninteressant ist, wieso es dann überhaupt erwähnt wird und wo genau es einen Zusammenhang mit der Männerbewegung gibt.

    In diesem Fall kann man ja nicht mal von „Frauenverherrlichung“ reden oder irgendwas was mit Frauenquote oder „Frauen können dieses und jenes besser“ zu tun hat, ich verstehe die Aufregung irgendwie nicht.

    Wenn Sportorgasmen nicht interessant sind, lest und kommentiert die Studie doch einfach nicht.

  9. Peter 29. März 2012 um 17:16 #

    Das liegt daran, dass in dieser Gesellschaft nur Frauen als Sexobjekte gelten dürfen.

    Wieso denn? Gibt es nicht einige Männer, vor allem aus dem Showbiz, die als sexy, als eigentliche Sexsymbole gelten? Brad Pitt beispielsweise? Der wär nicht der Brad Pitt, der er geworden ist, wenn er dick wäre, soviel ist mal sicher.

    Eigentlich merkwürdig, bei fast allen anderen Spezies ist es doch umgekehrt. Da sind die Männchen die “hübschen” und die Weibchen unscheinbar.

    Das ist beim Menschen ebenso. Heterosexuelle Männer leiden unter einer hormonellen Störung, die sie den weiblichen Körper als attraktiv empfinden lässt. Das Schopenhauer richtig erkannt.

    Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das shöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt.

  10. Peter 29. März 2012 um 17:18 #

    Korrektur: Das hat schon Schopenhauer richtig erkannt.

  11. Atacama 30. März 2012 um 01:49 #

    Ja klar gilt Pitt als SexsymboI.
    Ich will damit sagen, das Männer sehr viel „dezenter“ in Szene gesetzt werden als Frauen und ihr Sexappeal viel weniger zeigen.
    Sie stellen sich immer zurück um Platz für die Frauen zu machen. Wenn ein Mann sich „schick“ macht, zieht er einen schwarzen Anzug an, während Frauen wie Paradiesvögel rumlaufen und soviel Haut zeigen können wie sie möchten.
    Womit ich nicht sagen will, das Männer sich schminken und Pailettenkleider anziehen sollen, aber es fällt schon auf. Der Mann nimmt sich sozusagen zurück, damit alle Blicke auf die Frau fallen.
    Viele weibliche Stars machen im Verlauf ihrer Karriere auch erotische Fotoshootings (nicht mal unbedingt Nacktbilder, aber eben sexy). Das siehst du bei Männern auch kaum.
    Weil es verpönt ist und irgendwie auch in Richtung „schwul“ gesetzt wird.

    Homoerotik, also das „Sichtbarwerden“ und selbstbewusste Darstellen der Erotik des Männlichen (Körpers) ist vergleichsweise verpönt.
    Und damit meine ich nicht einen oberkörperfreien Mann auf dem Cover der „Men’s Health“. Das ist nicht dasselbe.

    Heteromänner mag das nicht stören, aber mich als Frau (und homosexuelle Männer) mitunter schon.

    Ich bringe ganz gerne Bildervergleiche um solche Sachen zu verdeutlichen:

    Wenn Frau so ein Bild machen lässt, ist das toll, sexy usw.

    Aber wenn ein Mann es macht, dann würden die Reaktionen sicher anders ausfallen.
    Das ist dann irgendwie schwul, provokant usw.
    Bei C. Ronaldo und Beckham gehts ja auch ständig in die Richtung und das hat mit Sicherheit auch damit zu tun (weil die sich durchaus mal“zeigen“, haben ja auch diese Unterwäschekampagnen gemacht)
    Bei Männern wird nicht gesagt „Wow, geiler Kerl“ oder zumindest anerkannt dass er gut gebaut ist.

    Mal Hand aufs Herz, da gehen bei vielen doch sofort die schwulen Alarmglocken an. Dabei könnte es doch genausogut sein, dass ein Mann mal so auf seine Frau/Freundin wartet. Ich fände das zumindest gut^^

    Oder auch den hier, falls der obige zu „steril“ ist:

    Ich jedenfalls wäre froh, wenn Männer auch mal mehr SICH zeigen würden. Bei manchen habe ich das Gefühl, dass sie sich nur über die Frau an ihrer Seite (bzw. deren Optik/Auftreten) definieren. Das scheint bald wichtiger als die eigene.

    Die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Homo-Kontakten (die ja nicht immer mit Homosexualität zu tun haben) ist auch so eine Sache. Knutschen zwei Frauen aus Spaß in der Disco oder im TV, ist das höchstens geil, aber auf jeden Fall nicht schlimm. Tun es zwei Männer, ist sofort das große Geschrei im Gange. Frauen wird das viel eher zugestanden ohne dass es gleich hinterfragt wird als Männern.

  12. Adrian 30. März 2012 um 03:17 #

    @ Atacama

    Zustimmung.

  13. jdah 30. März 2012 um 11:44 #

    @Atacama

    Zustimmung

    Haste vielleicht ein paar Tips für die Leser, wie du dir ein „sich Zeigen“ für Männer im Alltag vorstellen könntest? Schminken und quietschbunt anziehen würde auf mich auch komisch wirken.

  14. Peter 30. März 2012 um 12:52 #

    Mal Hand aufs Herz, da gehen bei vielen doch sofort die schwulen Alarmglocken an.

    Naja, ist auch mit ziemlicher Sicherheit ein Foto, das für ein schwules Zielpublikum geschossen wurde, oder etwa nicht?

    Da ich heterosexuell bin, kann ich der lasziven Pose des abgebildeten Mannes nichts abgewinnen. Da Männer mehr auf optische Reize reagieren als Frauen, ist die gezeigte Darstellung eben in der Regel im Hinblick auf ein schwules Zielpublikum angefertigt worden. Nichts dagegen, mein Anliegen aber ist es nicht.

  15. Adrian 30. März 2012 um 13:10 #

    Von mir aus könnten Männer auch so rumlaufen 😉

    Oder so:

    http://www.imagebam.com/image/90d60c171014184

  16. Atacama 30. März 2012 um 13:51 #

    „Naja, ist auch mit ziemlicher Sicherheit ein Foto, das für ein schwules Zielpublikum geschossen wurde, oder etwa nicht?“

    Vermutlich, aber doch nur weil man mittlerweile „gelernt“ hat, dass nur im homosexuellen Bereich derart erotische Bilder von Männern „erlaubt“ sind bzw. dass ein derartiges „Sich Präsentieren“ nicht „hetero“ ist.

    „Da Männer mehr auf optische Reize reagieren als Frauen“

    Das habe ich auch gehört (Männer wollen sehen, Frauen wollen fühlen), aber was soll das genau heissen? Deshalb steht eine Frau ja trotzdem nicht verwirrt vor diesem Bild und weiss nicht was sie damit anfangen soll.
    Natürlich reagieren Frauen auch auf optische Reize.

    „Haste vielleicht ein paar Tips für die Leser, wie du dir ein „sich Zeigen“ für Männer im Alltag vorstellen könntest? Schminken und quietschbunt anziehen würde auf mich auch komisch wirken.“

    Nicht so richtig um ehrlich zu sein, das hängt ja auch alles vom persönlichen Typ/Stil des Mannes zusammen und auch viel mit der inneren Haltung/Ausstrahlung.
    Aber ich finde, dass man kein Adonis sein muss, um das zu können.

  17. Atacama 30. März 2012 um 13:55 #

    @Adrian

    Den finde ich nicht haarig genug^^

  18. Atacama 30. März 2012 um 18:34 #

    @Peter

    „Da ich heterosexuell bin, kann ich der lasziven Pose des abgebildeten Mannes nichts abgewinnen. “

    Ne aber du sollst dich ja auch nicht für einen anderen Mann so hinlegen. Wenn du dich aber mal so ins Bett haust wenn deine Frau nach Hause kommst und so auf sie wartest, vielleicht kann SIE dem durchaus was abgewinnen.
    Dass ein Hetero sich das nicht in seinen Spind hängen würde, ok, aber wieso es generell irgendwie ungut sein soll, wenn Männer mal „lasziv“ sind wie du es nennst, verstehe ich halt nicht.

  19. jdah 30. März 2012 um 18:40 #

    Ob Frauen wirklich weniger sehen wollen als Männer? Ich kenn mehrere Mädels, die Shounen-Ai und Yaoi lesen. In Japan gehen die Dinger afaik ziemlich gut weg, und das Zielpublikum ist weiblich. Vielleicht wollen Frauen deshalb nicht so gucken, weil sie nicht so viel zum Gucken haben? Oder vielleicht gucken sie ja doch und halten sich mit „boah geiler Arsch“ eher zurück, weil sie nicht als Schlampe gelten wollen? Oder vielleicht gucken auch Männer gar nicht so doll, wie man meint, aber rufen schneller mal „iiih schwul“ oder „yeah titten“, um nicht als schwul zu gelten. Oder vielleicht liegt’s auch daran, daß männliche Models scheinbar immer auf Muskelmasse gecastet werden, was nicht immer den Geschmack trifft und auch abwechslungsarm ist?

    Ich denke nicht, daß es unbedingt (nur) daran liegen muß, daß es Frauen sind.

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