Wer das eine will, muss das andere mögen

13 Apr

Wenn es der britischen Homo-Gruppe „Stonewall“ von Seiten der Stadt London erlaubt wird, mit Plakaten auf den städtischen Bussen für die Akzeptanz von Homosexualität zu werben…

„Manche Leute sind schwul. Finde dich damit ab!“

…dann muss es konsequenterweise auch erlaubt sein, auf Londons Bussen für die Überwindung von Homosexualität zu werben:

„Nicht schwul! Post-schwul, ex-schwul und stolz. Bring es hinter dich!“

Alles andere wäre ungerecht, Zensur und eines freiheitlichen Staates nicht würdig. Oder?

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17 Antworten to “Wer das eine will, muss das andere mögen”

  1. Jan_Alex 13. April 2012 um 11:25 #

    Hmmm, schwierig. Hieße das nicht auch, dass öffentlich für Kindesmissbrauch, Rassismus und ungeschützten Sex geworben werden dürfte?

    • Adrian 13. April 2012 um 11:27 #

      @ Jan_Alex

      Ja, eigentlich schon.

  2. christianhannover 13. April 2012 um 11:31 #

    gibt es sowas denn?

  3. Yadgar 13. April 2012 um 20:29 #

    @christianhannover:

    Im Internet auf jeden Fall! Rassismus auf Schritt und Tritt (ich will hier keine URLs nennen), die Pädos haben auch ihre Foren, desgleichen die Bareback-Fans… alles supi, oder?

  4. bajazbasel 13. April 2012 um 21:49 #

    @ Jan_Alex. Du sollst nicht Äpfel mit Pferdeäpfeln mischen!

  5. Ralf 14. April 2012 um 12:53 #

    „Manche Leute sind Juden. Finde Dich damit ab.“ Das wäre also ein solcher Slogan. Gegenentwurf wäre dann: „Merzt die Juden aus!“. – Nein, Adrian, mit Deiner Art von Intoleranztoleranz möchte ich mich nicht abfinden.

    • Adrian 14. April 2012 um 13:00 #

      „Gegenentwurf wäre dann: “Merzt die Juden aus!”

      Nein, Gegenentwurf wäre: „Bring das Judentum hinter Dich. Werde Christ.“ – Oder so ähnlich.

      „mit Deiner Art von Intoleranztoleranz möchte ich mich nicht abfinden.“

      Bist Du nicht auch intolerant?

  6. Irene (@irene_muc) 14. April 2012 um 13:04 #

    Zensur wäre, wenn der Staat die Kampagne verboten hätte. Stattdessen haben die Verkehrsbetriebe den Vertrag mit einem Werbekunden gekündigt (woran sich nebenbei die Frage anschließt, ob der Bürgermeister der Chef der Verkehrsbetriebe ist).

    Braucht die Menschheit etwa ein Werbekunden-Antidiskriminierungsgesetz, damit die Vertragsfreiheit nicht für politische Entscheidungen genutzt wird? Nee, oder?

    • Adrian 14. April 2012 um 13:09 #

      @ Irene (@irene_muc)

      „Transport for London (TfL) ist eine Dachorganisation, die seit 2001 das Verkehrssystem in der britischen Hauptstadt London koordiniert. TfL wird durch einen Ausschuss geführt, der direkt dem Mayor of London unterstellt ist und von diesem präsidiert wird. Der Commissioner of Transport for London ist als Geschäftsführer tätig und dem Ausschuss gegenüber verantwortlich.“
      http://de.wikipedia.org/wiki/Transport_for_London

      Wir haben es also mit einem staatlichen System zu tun, das mit Steuergeldern subventioniert wird. Damit wäre der Tatbestand der politischen Zensur faktisch gegeben.

  7. Irene (@irene_muc) 14. April 2012 um 13:19 #

    Und Du sagst nun, es ist keine Zensur, wenn die Entscheidungen ausgewogen sind? Oder wenn für alles geworben werden darf?

  8. Ralf 14. April 2012 um 13:51 #

    @Adrian

    Es ist eine klassische Aussage von Schwulenhassern, dass wer ihre Verleumdungs- und Hetzkampagnen kritisiert oder gar verurteilt, intolerant sei. Wer aktiv die Freiheit und Würde von anderen Menschen bekämpft, hat dafür keinen Anspruch auf Toleranz, schon gar nicjht gegen diejenígen, denen er selbst Toleranz verweigert. Es ist schlimm, dass sich immer wieder ausgerechnet Schwule vor den Karren ihrer Feinde spannen lassen und deren angebliches Recht auf Volksverhetzung propagieren.

  9. Peter 14. April 2012 um 14:20 #

    …dann muss es konsequenterweise auch erlaubt sein, auf Londons Bussen für die Überwindung von Homosexualität zu werben:

    Das wäre konsequent. Besser aber wäre es, auf politische Werbung auf öffentlichen, d.h subventionierten Verkehrsmitteln gänzlich zu verzichten.
    Ausserdem geht mir die ständige Pädagogisiererei auf die Nerven, auch dann, wenn ich sachlich mit der politischen Zielsetzung einverstanden bin.

  10. Adrian 14. April 2012 um 23:59 #

    @ Peter
    „Wer aktiv die Freiheit und Würde von anderen Menschen bekämpft, hat dafür keinen Anspruch auf Toleranz, schon gar nicjht gegen diejenígen, denen er selbst Toleranz verweigert.“

    Und wo wurden in diesem konkreten Fall Freiheit und Würde schwuler Menschen verletzt? Selbst wenn die Plakate genehmigt worden wären?
    Anbgesehen davon, dass Würde ein schwammiger Begriff ist, mit dem man auch das Schweinefleischessen verbieten könnte, weil es schließlich Moslems in ihrer Würde verletzen könnte.

    „Es ist schlimm, dass sich immer wieder ausgerechnet Schwule vor den Karren ihrer Feinde spannen lassen und deren angebliches Recht auf Volksverhetzung propagieren.“

    Ich finde es schlimm, dass man Menschen den Mund verbieten will, nur weil einem die Meinung nichts passt.

  11. Jan_Alex 15. April 2012 um 00:55 #

    Dein Anliegen und Deine Aussage sind schon klar, Adrian. Ich finde aber, dass Du in diesem Fall etwas simplifizierst, was eine weitaus komplexere Thematik ist.

    Denn nicht immer „muss konsequenterweise“ das Propagieren einer Sache erlaubt sein, weil für ihr Gegenteil geworben werden darf.

    Denn wenn Du oben sagst, dass „eigentlich“ auch für Kindesmissbrauch geworben werden sollen dürfte, ist das zwar sehr konsequent. Die Frage ist nur, wohin eine knallharte Konsequenz in allen Bereichen in einer Gesellschaft führen kann.

    In gewissen Fällen sollte differenziert werden, findest Du nicht? Eindeutige Aufrufe zu Hass und Gewalt können in einer Gesellschaft nicht akzeptiert werden, auch wenn Aufrufe zu Frieden und Liebe erlaubt sind.

    Sicher, da wird es immer eine Grauzone geben, denn was der einer super findet, stört den anderen ganz gewaltig und wer soll entscheiden, was da richtig und was falsch ist?
    Aber so einfach wie Du es darstellst, ist es nun mal nicht.

  12. Jan_Alex 15. April 2012 um 00:59 #

    Nachtrag: In dem konkreten Fall der von Dir genannten Buswerbung gebe ich Dir aber Recht. Hier finde ich Zensur auch eher unangebracht, denn eine aufgeklärte Gesellschaft muss selber erkennen, dass das scheiße ist.

  13. Adrian 15. April 2012 um 01:04 #

    „In gewissen Fällen sollte differenziert werden, findest Du nicht? Eindeutige Aufrufe zu Hass und Gewalt können in einer Gesellschaft nicht akzeptiert werden“

    Seh ich auch so.

  14. Tino 17. April 2012 um 00:36 #

    @ Ralf

    Soetwas wie Volksverhetzung gibt es gar nicht. Das ist eher eine politsche Sache.

    Nicht das es Volksverhetzung in dem Sinne nicht gibt. Nur WAS Volksverhetzung ist, dass wird nach politischer Agenda entschieden.

    Sehr anschaulich dargestellt im Film V-Für Vendetta.

    Am Ende krakelt der englische Diktator nur noch rum und will jeden, der ihm nicht passt, wegen Volksverhetzung einbuchten 😉

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