Wettlauf der Opfer

28 Apr

„Manifold“ von den „Söhnen von Perseus“ echauffiert sich über die Aussage einer Kommentatorin auf dem Blog „elite-medium“, die behauptet hat, dass „männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen “ Diskriminierungen „nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen“ könnten.

Dabei kann zumindest „Manifold“ dies offenbar tätsächlich nicht nachvollziehen. Könnte er es, hätte er nämlich nicht folgendes geschrieben:

Da sind die eher peinlichen und infantil wirkenden Wohlfühlproblemchen von Lesben, Transen und so weiter doch eher amüsant – schliesslich kann die Gesellschaft nichts dafür, dass diese Leute sich so entsetzlich daran stören, dass sie nicht der Norm entsprechen, sie sich deshalb als „nicht normal“ fühlen und daher meinen, sie werden „diskriminiert“.

Fragt sich nur, woher „Manifold“ wissen will, wie es sich anfühlt, in unserer Gesellschaft lesbisch oder transsexuell zu sein. Aber das ist ihm offenbar egal, sind doch Lesben und Transen selbst daran schuld, wenn sie meinen diskriminiert zu werden.

Und warum hat „Manifold“ in seiner Aufzählung von Gruppen mit „Wohlfühlproblemchen“ eigentlich die Schwulen vergessen? Weil diese Männer sind und deshalb Anspruch haben, zu der neuen Gruppe der ultimativ von der Gesellschaft diskriminierten zu gehören?

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4 Antworten to “Wettlauf der Opfer”

  1. Manifold 28. April 2012 um 17:02 #

    „Fragt sich nur, woher “Manifold” wissen will, wie es sich anfühlt, in unserer Gesellschaft lesbisch oder transsexuell zu sein. Aber das ist ihm offenbar egal, sind doch Lesben und Transen selbst daran schuld, wenn sie meinen diskriminiert zu werden.“

    Und wie willst du das als Schwuler wissen? ^^

    Fakt ist, dass die vielseitige, gesetzliche (!) Diskriminierung der Männer nicht nur wesentlich mehr Menschen trifft, sondern auch noch umfassender und erheblich akzeptierter ist, als die „Diskriminierungen“ von LGBT-Leuten.

    Sorry, wenn dich die Realität stört.

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

  2. Adrian 28. April 2012 um 17:25 #

    „Und wie willst du das als Schwuler wissen? „

    Weiß ich nicht. Aber ich behaupte schließlich auch nicht, ihre Probleme seien „Wohlfühlproblemchen“.

  3. crumar 28. April 2012 um 20:54 #

    @Manifold
    Eigentlich brauchst du nur den nächsten Artikel von Adrian über die aktuelle politische Lage in Ungarn zu lesen.
    Die faschistoide Partei Jobbik möchte gerne die „abartige Homosexualität“ unter Gefängnisstrafe stellen und Verhalten wie Händchen halten in der Öffentlichkeit mit Geldstrafen belegen.

    Du brauchst nur nach Polen zu schauen, wo ebenfalls rechtsradikale Attacken unter einem reaktionären Verständnis und Deckmantel von Katholizismus gegen Schwule und Lesben geritten werden.

    Wer das unterschlägt, weil es sich „nur“ um Minderheiten handelt, der hat eine selektive Wahrnehmung von demokratischen Rechten.

    Linksmaskulistische Grüße!

    @Adrian Schau dir bitte mal den eigentlichen Artikel über das Treffen der Falken an – nicht den Kommentar – an, der hat es nämlich in sich.

    Vor allem sagt folgender Passus, der Kampfbegriff einiges über den aktuellen (desaströsen) Zustand der Linken: „männliche, weisse, heterosexuelle Cis-Menschen“.

    Wenn du dir nämlich anschaust, was die aus „race, class, gender“ gemacht haben.
    Da fehlt nämlich auf einmal der Begriff der Klasse, bzw. der der sozialen Schicht, wenn dir das lieber ist. 😉

    Die Ethnie verwandelt ich in eine Hautfarbe (eine sehr lustige Ethnie).
    Und aus „gender“, welches ja offen ist für ein anderes biologisches Geschlecht, wird einfach „männlich“.

    Das heißt zwei von drei Merkmalen, die meine Herrschaft als Mann beschreiben sollen sind biologisch invariante Merkmale.
    Ich werde weder aus meinem Dasein als Mann herauskommen – ich mag übrigens meine männliche Haut – noch werde ich meine Hautfarbe ändern können.

    Auch in einer anderen, gerechteren Gesellschaft werden mir diese Merkmale erhalten bleiben – eine Scheiß Differenz, quasi.
    Der Kampfbegriff selbst ist also a. rassistisch und b. biologistisch.

    Und er denunziert meine Heterosexualität, um wenigstens DIR noch eine kleine Abweichung zuzugestehen.
    Zwar bist du ein beschissen weißes Männchen – aber wenigstens schwul! 😉

    Dein Einverständnis vorausgesetzt: Er ist also c. auch noch sexistisch!
    Da wird sich das Zielpublikum hier in Deutschland aber geradezu auf die Falken stürzen vor Begeisterung.
    Das sind so die Auswüchse der Debatte von Linken, die es ja nur gut meinen.

    Ich bin ja meine eigene Linke, sonst wäre ich schon längst an diesem Irrsinn verzweifelt.
    Schönen Gruß, crumar

  4. Yadgar 4. Mai 2012 um 14:46 #

    @crumar

    Sag mal, woher hast du dein Pseudonym? Etwa von den elektronischen Orgeln (und Synthesizern) des gleichnamigen italienischen Herstellers? Die Crumar Organizer T2 war ein richtig cooler Hammond-Clone, die hätte ich auch gerne hier stehen… stattdessen habe ich hier eine Technics SX-G5, ist auch nicht schlecht, klingt aber halt nicht wie eine Hammond!

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