Weißer Mann, was nun?

29 Mai

Es gehört zum Basiswissen des linksliberalen, kulturellen Intelligenzia, dass Kulturen mehr oder weniger alles gleich und gleichwertig sind. Dass dies die linksliberale, kulturelle Intelligenzia selbst nicht glaubt, erfährt man meistens zwischen den Zeilen. Sie wie etwa in einem neuen Bericht der „Zeit“:

Die USA werden immer multikultureller: Erstmals sind weniger als die Hälfte der Neugeborenen weiß. Das wird die politische Landschaft verändern.

Weniger Weiße implizieren also eine andere politische Landschaft? Eine interessante These, die irgendwie nicht so recht zur vielbeschworenen Gleichartigkeit aller Kulturen, Völker und Ethnien passen will. Und die man auch noch als rassistisch auslegen könnte. Die Autoren der Zeit hätten das sicherlich getan, wäre diese These zuerst von jemand anderen formuliert worden – von Sarrazin bspw.

Doch jenseits aller Differenzierungen, Rassismusvorwürfen und politischer Korrektheiten: Natürlich hat die „Zeit“ recht. Die politische Landschaft der USA wird sich im Zuge der verstärkten Präsenz von Menschen mit vor allem lateinamerikanischer Herkunft verändern. Menschen unterschiedlicher Herkunft sind nämlich unterschiedlich in ihrer Mentalität, ihrer Lebensweise, ihrer Religion, ihrer polit-philosophischen Sicht auf die Welt.

Es ist kein allzugroßer Gedankensprung zu implizieren, dass mehr „Latinos“ die USA ein Stück weit lateinamerikanischer machen werden, sprich: katholischer, sozialistischer und ohne den so bekannten und von mir so geliebten Geist des „American Way“. Ob man das gut finden muss?

Nun, ich sehe das eher nicht so…

4 Antworten zu “Weißer Mann, was nun?”

  1. Christian 30. Mai 2012 um 21:12 #

    Ganz ehrlich?
    Bei dem was in den USA Christent bzw Religionstechnisch allgemein am Start ist machen Erzkatholiken das ganze auch nicht schlimmer.
    Scientology anyone?

    Immerhin reflektieren die USA diese Entwicklung intensiv über die Unterhaltungsindustrie.
    Das ist definitiv etwas, das wir uns abschauen könnten.

  2. Adrian 31. Mai 2012 um 11:02 #

    @ Christian
    Es geht hier nicht um Erzkatholiken und religiösen Fundamentalismus, sondern um eine Veränderung der kulturellen und gesellschaftlichen Parameter.
    DIe Frage ist ob die USA mit mehr lateinamerikanischen Einwanderern „amerikanisch“ bleibt, oder ob sie sie sich nicht in Richtung Lateinamerika entwickelt – was ich persönlich bedauerlich finden würde.

    Und was meinst Du mit Scientology?

  3. Christian 31. Mai 2012 um 16:49 #

    Scientology war mein beispiel dafür wie weit man es in den USA mit seiner Religion treiben kann.
    Die extrem weite Auslegung der Religionsfreiheit ist nebenbei einer der ganz wichtigen Eckpfeiler des amerikanischen Way of Life.

    Ich wäre übrigens extrem überrascht, wenn die Latinos in den USA die Regeln verändern könnten nach denen dort gespielt wird. Als ich vor 2 Jahren das letzte mal drüben war, (zugegeben nicht ganz im Süden) haben sie jeden Job genommen den sie bekommen konnten um sich ein Auto und ein Haus zu kaufen und ganz vielleicht ihre Kinder aufs Collgege zu schicken damit die sich dann größere Autos und Häuser kaufen können.

    Sah aus als würden sie hübsch nach den Regeln spielen die da drüben gelten.

    medien in Spanisch und andere Feste wen kümmert das schon?

  4. Yadgar 1. Juni 2012 um 03:01 #

    „medien in Spanisch und andere Feste wen kümmert das schon?“

    Offensichtlich ist der gemeine Tea-Party-WASP selbst damit schon überfordert… und dabei kommen die Latinos nicht einmal aus einem grundsätzlich anderen Kulturkreis! Aber sie sind halt irgendwie dunkelhäutig, das ist einfach igitt! Wenn ich daran denke, dass ganz am Anfang in den englischen Kolonien an der Westküste selbst Schotten (!) gerade mal geduldet waren…

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