Ein guter Neger

26 Jun

Auch andere machen bei dieser EM die Erfahrung, dass es mit der Partystimmung schnell vorbei sein kann. Vorausgesetzt, man ist nicht weiß genug:

Die schwarz-rot-goldene Fußballparty hat in Neuwied einen herben Dämpfer bekommen. Während des EM-Spiels Deutschland gegen Griechenland sollen sich Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, die die Besucher auf das Gelände der VR-Bank-Fanmeile ließen, rassistisch gegenüber mehreren jungen, dunkelhäutigen Personen geäußert haben.

Ein Element der rassistischen Einlasskontrolle war eine Art Bildungsabfrage:

Wir hatten in unserer Gruppe erneut einen farbigen Jugendlichen dabei, und diesmal ereignete sich ein unglaublicher Eklat. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bestanden darauf, dass er, um letztlich eingelassen zu werden, zwei deutsche Gedichte aufsagen müsse.

Ein Schüler bekam zur Begründung, warum er nicht hinein dürfe, ins Gesicht sagt:

Weil du schwarz bist.

Die begleitende Lehrerin zeigte sich entsetzt und demonstrierte dann eine ganz spezielle Art des Antirassismus:

Der Junge ist 14 Jahre alt, wohnt in Neuwied, ist wohl erzogen, zurückhaltend und war an diesem Abend wie immer sauber gekleidet und nüchtern.

Die Gute scheint nicht begriffen zu haben, dass das Problem in diesem Fall nicht mangelnde Erziehung oder unordentliche Kleidung des Fußballfans war, sondern der Rassismus der Einlasskontrollierenden. Und Rassisten halten sich in der Regel bei ihren Aktionen nicht mit der Realität auf. Die interessiert sie nämlich nicht im geringsten. Weshalb eine Diskussion mit ihnen auch meist unergiebig ist. Wenn sie einem, bevor sie zuschlagen, überhaupt die Gelegenheit zur Wortmeldung geben. Nicht umsonst gibt es das Bonmot „Wenn Rassisten zuschlagen, sorge dafür, dass sie es nie wieder tun!“

In Neuwied zeigt sich der Sponsor des Public Viewings uneingeschränkt schockiert über die geschilderten Vorfälle. Auch die Veranstalter gaben sich geschockt und kündigten an:

Wir werden die Vorfälle recherchieren und aufarbeiten.

Zugleich liessen sie es sich aber nicht nehmen, schon vorab zu erklären, in keinem Fall Verantwortung für das Geschehen zu tragen:

Fakt sei aber auch, dass man nicht für das Fehlverhalten von Mitarbeitern beauftragter Firmen verantwortlich sei.

Die für das Sicherheitspersonal zuständige Firma wies die Vorwürfe grundsätzlich

zurück. „Als wir am Montag damit konfrontiert wurden, waren wir sehr schockiert, weil es so ein Verhalten in unserem Unternehmen nicht gibt und dieses auch nicht geduldet wird“, heißt es in einer Presseerklärung.

Wenn ich das richtig verstehe, war man nicht etwa schockiert über die rassistischen Vorfälle, sondern über die Behauptung, man habe so etwas zu verantworten. Das aber könne nicht sein, weil es eben nicht so ist. Außerdem hat man selbst Neger im Sortiment:

Wir hatten in Neuwied drei Mitarbeiter anderer Herkunft dabei, von denen zwei ebenfalls eine dunkle Hautfarbe haben. Der Bereichsleiter, der für die Einlasskontrolle zuständig war, war einer von beiden.

Eine beachtliche Beweisführung! Wer wollte die widerlegen?

hattip: Lizas Welt

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