Prostitution ist Freiheit!

29 Jul

In Frankreich versucht eine feministische Ministerin mal wieder, das älteste Gewerbe der Welt zu verbieten, dieses Mal mit dem vielversprechenden Ansatz, nicht die Ausführenden, sondern die Kunden zu kriminalisieren. Männer, die Frauen dafür bezahlen, mit ihnen Sex zu haben, könnten also demnächst zu Kriminellen erklärt werden.

Dabei ist gar nich einzusehen warum, selbst wenn man das polemisch-überspitze Argument weglässt, das Heterosexualität sowieso häufig mit Bezahlung einhergeht.

Um es kurz zu machen: Prostitution ist ein Bestandteil individueller Freiheit. Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass nur der Einzelne allein das Verfügungsrecht über sich und seinen Körper hat, dann ist es selbstverständlich, dass man natürlich auch seinen Körper zu Geld machen darf. Und letztendlich tun wir das eh alle, zumindest all jene, welche täglich zur Arbeit gehen.

Die Kriminalisierung der Prostitution ist also nichts weiter als die Kriminalisierung individueller Freiheit, eine Kriminalisierung der Sexualität, ein Stück Tyrannei mit dem Segen des Staates.

Jawohl, Tyrannei! Denn wie soll man es sonst bezeichnen, wenn einem ein anderer vorschreibt, was man mit seinem Körper zu tun und zu unterlassen habe?

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13 Antworten to “Prostitution ist Freiheit!”

  1. Muriel 29. Juli 2012 um 12:38 #

    Ja naja. Sklaverei finde ich immer ein bisschen doll, obwohl ich ja auch ein großer Gegner staatlicher (und sonstiger) Eingriffe in die individuelle Freiheit bin.
    So wie ich es auch falsch finde, dass ich mit meinem Auto bestimmte Dinge nicht tun darf, es aber für überzogen hielt, deshalb von Enteignung zu sprechen.

    • Adrian 29. Juli 2012 um 12:51 #

      Mir ist kein treffenderes Wort eingefallen. Sag mir eines, dann ändere ich es vielleicht.

  2. Muriel 29. Juli 2012 um 13:03 #

    Ich wollte gar nicht unbedingt vorschlagen, dass du das Wort durch ein anderes ersetzt, denn du hast ja davor schon treffende Formulierungen gefunden. Es ist eine Missachtung individueller Freiheit, eine unverschämte Gängelung mündiger erwachsener Bürger, vielleicht ein Stück Tyrannei, wenn man schon große Worte benutzen will. Ursprünglich war das ja die Herrschaft eines einzelnen, aber warum soll nicht auch eine Mehrheit die Minderheit tyrannisieren können?

  3. Adrian 29. Juli 2012 um 13:07 #

    „Tyrannei“ gefällt mir besser. Habe „Sklaverei“ durch „Tyrannei“ ersetzt 😀

  4. Muriel 29. Juli 2012 um 13:13 #

    Aww.
    Das wäre doch nicht nötig gewesen.

  5. Andreas 29. Juli 2012 um 13:23 #

    Es muesste dann ja auch der Profi-Sport verboten werden. Dort wird der Koerper zum Geld verdienen eingesetzt. Und auch keine Schauspielerei mehr. Und auch keine Musikindustrie mehr, ist doch der Gesang als Einsatz des Kehlkopfes und das Gitarrenspiel als Ausbeutung der Finger zu werten.

  6. Robert Michel 29. Juli 2012 um 14:32 #

    Tyrannei passt tatsächlich besser. Das Verbot ist an sich doch unglaublich dumm. Wie will man begründen welches Rechtsgut ein Mann verletzt, der sich eine Prostituierte nimmt?

  7. Rondo9 29. Juli 2012 um 16:54 #

    Ist das dein Ernst?! Sich prostituieren heißt Freiheit? Das musst du mir erklären!! Ist es Freiheit sich selber unfrei zu machen?

  8. Muriel 29. Juli 2012 um 19:03 #

    In der Tat schließt Freiheit in meinen Augen auch das Recht ein, sich selbst zu verpflichten und damit die eigene Freiheit einzuschränken. Wir nennen das in unserem Rechtssystem Vertragsfreiheit.

  9. Andreas 29. Juli 2012 um 20:01 #

    … und ich, als Schreibtischtäter, werde meine Berufstätigkeit kündigen. Nicht länger halte ich es für moralisch vertretbar, meine Hirnwindungen des schnöden Mammons wegen zu prostituieren.

  10. Adrian 29. Juli 2012 um 22:56 #

    @ Rondo9
    „Das musst du mir erklären!!“

    Steht doch im Beitrag.

    „Ist es Freiheit sich selber unfrei zu machen?“

    Natürlich. Zumal Unfreiheit sich selbst gegenüber sehr subjektiv ist.

  11. Alreech 1. August 2012 um 22:08 #

    Den Freier zu bestrafen hat seine Vorteile.
    Die Polizei kann dann einschlägige Lokale und Bordelle jederzeit stürmen und die dort anwesenden Männer festnehmen. Langfristig wird das sicherlich das aus für große Bordelle bedeuten und die Prostituierten dazu zwingen ihre Dienste unauffällig in Privatwohnungen anzubieten.

    Natürlich können sie diese Wohnungen auch nicht mehr in Zeitungen bewerben ( um die Bullen nicht zu informieren ) und die Adressen werden unter der Hand weiter gegeben.
    Wer mal als allein reisender Mann in Osteuropäischen Hotels übernachtet hat weis ja wie das funktioniert: Mann wird vor dem Hotel von einen Zuhälter angesprochen und erhält eine Visitenkarte mit Telefonnummer.
    Manchmal erhält man die Karten auch vom Hotelpersonal, da kann man sich dann etwas sicherer sein das es keine Falle ist.

    Durch den Einsatz von Lockvögeln – z.B. jungen weiblichen Polizistinnen – die potentielle Freier proaktiv angehen kann man sicherlich in den ersten Jahren hohe Aufklärungs- und Verurteilungszahlen erreichen.

    Die Zuhälter werden als Vermittler von Freiern noch wichtiger für die Prostituierten, die Prostitution in die Illegalität gedrängt und der Staat verführt seine Bürger zu strafbaren Handlungen um sie dann zu bestrafen. Wer könnte gegen so einen Erfolg schon was haben ? 😉

    Man könnte das ganze auch noch auf die Drogenpolitik ausweiten. Statt den Dealern werden die Junkies bestraft, und der Staat setzt Lockvögel ein um Junkies Drogen zu verkaufen, um sie dann für den Drogenkauf zu bestrafen…

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  1. männer kaufen – nicht nur in zürich « ARCADOS – bücher dvd infos – bi gay - 29. Dezember 2012

    […] nie irgendetwas. Auch nicht die fehlende Selbstbestimmung der Beteiligten. Ich betrachte es als ein Menschenrecht, seinen Körper zu verkaufen, ob Kopf, Hände oder […]

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