Im Bett mit Nazis

3 Aug

Die NPD ist eine offiziell zugelassene, legale  Partei der Bundesrepublik Deutschland. Die NPD wird vom Steuerzahler subventioniert, auf Geheiß unserer Gesetze, zustande gekommen durch demokratische Verfahren.

Warum also sollte es für eine Sportlerin verboten sein, mit jemandem von der NPD liiert zu sein? Oder sind wir wieder soweit, dass neben politsicher Gesinnungsschnüffelei einem nun auch noch vorgeschrieben wird, mit wem man das Bett zu teilen hat?

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14 Antworten to “Im Bett mit Nazis”

  1. Andreas 3. August 2012 um 12:13 #

    >Oder sind wir wieder soweit, dass neben politsicher Gesinnungsschnüffelei einem nun auch noch vorgeschrieben wird, mit wem man das Bett zu teilen hat?

    „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“. Nein, er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“.
    (Ignazio Silone)

  2. JeeWee 3. August 2012 um 16:19 #

    Verstehe ich auch nicht. Auch ein NPDler kann ein guter Liebhaber sein.
    Hatte das Alice-Blondchen aber nicht auch mit sonem Kerl aus dem Gaddafi-Clan angebandelt und wurde deshalb angemacht?

    Anyway, ich werde auch in Zukunft nicht sofort meine Checkliste rausholen bei potenziellen Beziehungkandidaten. Business as usual, drauf geschissen was andere Leute denken und glauben, was für einen das Beste ist.

    Find’s aber schade, dass sie das Dorf verlassen hast.

  3. Ralf 3. August 2012 um 16:22 #

    Es gab eine Zeit, da durften Juden nicht in die Olympiamannschaft. Heute muss man gar nicht mehr selbst was Unliebsames sein, es genügt schon, wenn man mit einem Unliebsamen zusammen ist. Das ist sogar noch schlimmer als bei den Nazis.

    Die Sache erinnert an die Aufregung um ein von Schülern bei der Schulabschlussfeier gesungenes Lied, das selbst in keiner Weise zu beanstanden ist, aber von einer rechtsradikalen Band stammt.

    Und das in einem Land, wo eine Nazi-Mörderbande unter den geschlossenen Augen der Polizei jahrelang ihr Unwesen treiben konnte!

  4. Tino 3. August 2012 um 22:16 #

    @Ralf

    Sogar die Nazis mussten 1936 eine Jüdin zulassen, sonst hätten die USA boycottiert.

    Das heutige System ist krasser. Es mag nicht so offen vorgehen sondern subtiler, aber auch dieses Regime hat unendlich Blut an den Händen.

  5. bajazbasel 3. August 2012 um 23:25 #

    Ich erinnere daran, dass viele deutsche Frauen vor Zeiten mit Nationalsozialisten verheiratet gewesen sind! 😛

  6. mettskillz 4. August 2012 um 21:53 #

    „Das ist sogar noch schlimmer als bei den Nazis.“

    „Das heutige System ist krasser…[…]…dieses Regime hat unendlich Blut an den Händen“

    Aber sonst haben die Kommentatoren hier noch alle beisammen, ja?

  7. Ralf 5. August 2012 um 17:41 #

    @ mettskillz

    Wenn in Deutschland 67 Jahre nach dem braunen Spuk auf einmal jemand aus der Olympia-Mannschaft gejagt wird, weil sie mit dem „falschen“ Mann zusammenlebt, dann rechtfertigt das sehr wohl eine scharfe Reaktion. Seinerzeit bekam Probleme, wer „nicht arisch“ verheiratet war, heute bekommt Probleme, wer mit einem Angehörigen einer gewissen Partei liiert ist. Nazi-Methoden damals, Nazi-Methoden heute. Dass ich die NPD im Parteienspektrum sehr gut entbehren könnte und wenig Verständnis habe, dass die Frau es mit einem NPD-Politiker aushält, steht auf einem ganz andern Blatt.

  8. Atacama 5. August 2012 um 19:32 #

    Ich finde, man sollte Privates und Beruf/Sport nicht vermischen.
    Mag man davon halten was man will, aber meinetwegen könnte die Dame sogar selber NPD Mitglied sein. Ist ja nicht verboten.

    Solange sie im olympischen Dorf nicht Usain Bolt rassistisch beleidigt oder ähnliches, geht das doch niemanden an.
    Die soll rudern und nichts anderes.

    Sein Privatleben auf eine bestimmte Weise gestalten zu müssen, um als Profisportler agieren zu dürfen, finde ich…nicht gut.

  9. mettskillz 5. August 2012 um 19:36 #

    Ich denke sowohl du, als auch die anderen Kommentatoren hier sind rhetorisch in der Lage ihren Unmut über das Verhalten des Verbandes und der Politik zu äußern ohne auf den Vergleich mit dem Nationalsozialismus zurückzugreifen. Und zu Behaupten es wäre „schlimmer als bei den Nazis“ ist schlicht eine Unverschämtheit.

    Auch der Vergleich von der Situation von Juden im Dritten Reich und Neonazis (bzw. deren Partnern) in der BRD brauche ich glaube ich auch nicht näher eingehen – auch der Vergleich ist ein Unding.

  10. Alreech 5. August 2012 um 22:11 #

    Solange die Partner von Neonazis nicht mit physischer Vernichtung rechnen müssen, ist Diskriminierung und Ausgrenzung o.k. ?

    Vergleichen ist schon angebracht, Gleichsetzung ( das System der BRD als Regime das soviel Blut an den Händen hat wie die Nazis ) natürlich nicht.

  11. Martin 7. August 2012 um 02:30 #

    Naja, was soll ich sagen, was geht es mich an wes Geistes Kind sie oder Bekannte von ihr sind. Ist die Olympiade neuerdings nur für bestimmte politische Orientierungen zugängig?

    Der Vergleich zwischen Nazi Deutschland und der BRD bzw. das die BRD „krasser“ wäre ist etwas das ich nun gar nicht nachvollziehen kann. Nichts für ungut, aber da böte es sich an, sich etwas über die Geschehnisse zu informieren. Es ist ja nun nicht so das es der Frau wie meiner Oma ergeht und sie ins KZ geschickt wird.

    Ich bin durchaus der Meinung das in diesem Land so einiges im Argen liegt, aber ich hab keine Angst hier zu leben, muss nicht um mein Leben fürchten. Echt jetzt, wer sagt „…Das heutige System ist krasser…“ hat keinen Dunst vom dritten Reich. Das soll kein persönlicher Angriff sein, aber mir stehts langsam bis ganz oben, alle Nase lang höre ich solche Vergleiche, das ist doch ein Witz.

    Eine meiner Kusinen hat sowas ähnliches in familiärer Runde vorgetragen worauf meine Oma meinte „Oh Mädle, sei du liabr froh das du ed woischd wie des gwesa isch“.

    Manch einer scheint sich schon in Naziland zu fühlen wenn er ein Knöllchen bekommt.

  12. Yadgar 9. August 2012 um 15:32 #

    @Martin:
    „Der Vergleich zwischen Nazi Deutschland und der BRD bzw. das die BRD “krasser” wäre ist etwas das ich nun gar nicht nachvollziehen kann.“

    Es gibt ja auch immer wieder Leute, die zum Stichwort „1984“ oder „George Orwell“ im Brustton der Überzeugung behaupten, die heutigen Verhältnisse z. B. in Deutschland würden Orwells Dystopie bei weitem übertreffen – solchen Leuten muss ich unterstellen, dass sie „1984“ nie gelesen haben!

  13. Ralf 10. August 2012 um 17:33 #

    Ich habe die Ausgrenzung von Unliebsamen (3. Reich im Sport) mit der Ausgrenzung der Lebensgefährten von Unliebsamen (Bundesrepublik im Sport) verglichen. Sonst nichts, vor allem nicht dumme Sprüche heutiger Sportfunktionäre und Pressefuzzis mit den KZs. Aber das war wohl schon zu viel an freier Meinungsäußerung. Im Übrigen muss auch die Bundesrepublik als Staat den Vergleich mit dem 3. Reich aushalten, denn dessen Schwulenverfolgung behielt sie nahtlos bei. Insoweit waren Hitler und Adenauer Brüder im Geiste (insoweit! – man beachte).

  14. Martin 11. August 2012 um 01:43 #

    @Ralf, Missverständniss, mein Kommentar hat sich auf Tinos Beitrag bezogen der da schrieb:

    „Das heutige System ist krasser. Es mag nicht so offen vorgehen sondern subtiler, aber auch dieses Regime hat unendlich Blut an den Händen.“

    Was ich meinte ist das ich diese Art von verallgemeindernden Gesamtvergleichen nicht nachvollziehen kann. Um so mehr als das BRD und drittes Reich nicht nur verglichen werden, sondern die BRD als „krasser“ Bezeichnet wird. Krasser. Krasser als was? Ein Krieg der 50 Millionen Menschen das Leben gekostet hat? Die industrielle Auslöschung von Millionen Menschen? Das zeugt entweder von totaler Unkenntniss, oder von Relativierung. Denn genau das ist es was passiert. Wenn die BRD heute schlimmer ist als Nazi Deutschland, dann kann das dritte Reich ja nicht so schlimm gewesen sein. Relativierung. Und das kotzt mich an.

    D.h. ein Vergleich wie du ihn gemacht hast ist für mich nachvollziehbar. Ich sehe das im großen und ganzen auch so.

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