Von Kindern und Eltern

22 Sep

Dass der offen schwule Schauspieler Rupert Everett nicht gerade zu den klügsten Menschen dieser Welt gehört, hat er jüngst mit einem durchschlagenden Statement bewiesen:

In einem Interview mit dem „Sunday Times Magazin“ sprach Everett über sein Bild einer Familie und seine Überzeugung, dass Kinder zum Glücklichsein Vater und Mutter bräuchten. Dies entspräche ganz den Vorstellungen seiner eigenen Mutter, und er könne ihr nur zustimmen: „Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mit zwei schwulen Vätern aufzuwachsen.“

Ehrlich gesagt könnte ich mir durchaus schlimmeres vorstellen: ein Leben im Iran bspw. oder die tägliche Lektüre der „Emma“. Oder, um bei Elternschaft zu bleiben, bei heterosexuellen Rednecks irgendwo in Alabama aufzuwachsen, oder einen alkoholkranken Vater zu haben, oder eine Mutter die auf Speed ist.

Es ist mir durchaus bewusst, dass homosexuelle Elternschaft für viele Menschen etwas fremdes und seltsames ist. Aber man schaue sich doch mal folgendes Bild an (über ein ähnliches ich lustigerweise bei einem Abstecher auf „Politically Incorrect“ gestoßen bin):

Es zeigt Elton John und den Schauspieler Neil Patrick Harris (im Übrigen einer meiner bevorzugten Typen von Männern) nebst ihren Partnern David Furnish und David Burtka, zusammen mit ihren Kindern Zachary (John und Furnish) sowie Harper und Gideon (Harris und Burtka).

Ich muss gestehen, dass dieses Bild mich berührt. Es strahlt Glück, Zufriedenheit und Liebe aus. Und wer möchte behaupten, dass diese Kindern irgendetwas entbehren? Eine Mutter vielleicht? Aber wozu? Was könnte eine Mutter diesen Kindern geben, das sie nicht eh schon bekommen (im umgekehrten Fall lesbischer Paare, würde ich die Frage nach dem Vater im Übrigen ebenso stellen)?

Ich zweifele nicht daran, dass dieses Bild zweier Familien auf viele befremdlich wirkt. Doch auf mich wirkt es vollkommen normal, harmonisch und „richtig“.  Denn einer von den Männern könnte ich sein. Irgendwann…

Harris Kids 2

3 Antworten zu “Von Kindern und Eltern”

  1. ars libertatis 22. September 2012 um 12:58 #

    Interessant ist, dass die Fotos an und für sich nichts über die Sexualität der Abgebildeten aussagen. Wären darauf Frauen und nicht Männer, würden die meisten Leute wohl zuerst darauf tippen, dass das Kolleginnen / Freundinnen sind, die gemeinsam mit ihren jeweiligen Kindern etwas unternehmen, und nicht Sexualpartner / Lebenspartner.

  2. Ralf 23. September 2012 um 10:09 #

    Es käme auch niemand auf die Idee, verschiedengeschlechtliche Eltern in Bezug auf ihre Elternschaft oder ihr Verhältnis zueinander als Sexualpartner zu bezeichnen. Ich z.B. habe meine Eltern schon immer als meinen Vater und meine Mutter betrachtet und nie als gegenseitige Sexualpartner.

  3. Stephan Fleischhauer 29. November 2012 um 01:06 #

    Ein gewisses Problem sehe ich in möglichen Hänseleien und Mobbing der Kinder durch spätere Mitschüler. Lock-in-Effekt: Gesellschaft muss erst lernen, solche Familien zu akzeptieren. Aber sie lernt es erst, wenn solche Familien tatsächlich existieren.

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