Ein Verbot, das richtig ist

3 Okt

Ich bin kein Freund von Verboten. Aber Kalifornien hat meiner Meinung nach richtig gehandelt:

Bisher erlaubten die Gesetze Kaliforniens die psychologische Therapie zur „Umerziehung“ homosexueller Jugendlicher unter 18 Jahren. Wie Foxnews jetzt meldete, hat der Gouverneur Jerry Brown jetzt ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, welches am 1. Januar 2013 in Kraft tritt und eine psychologische Behandlung bei Jugendlichen verbietet. Brown wies ausdrücklich darauf hin, dass Homosexualität keine Krankheit sei.

Falsch an zitiertem Absatz ist natürlich, dass es sich bei den sogenannten „Konversionstherapien“ in irgendeiner Form um „psychologische Therapie“ oder „psychologische Behandlung“ handelt. Es ist schlicht und einfach Quacksalberei, angeboten von religiösen Dumpfbacken, die massive Schäden bei den Patienten hinterlässt und dazu dient, homosexuelle Menschen geistig zu verstümmeln und sie als krank, defizitär und wertlos zu brandmarken.

Gerade für schwule und lesbische Jugendliche ist eine solche „Behandlung“ fatal, sind diese doch in unserer heteronormativen Gesellschaft die verwundbarsten. Insofern kann man Kaliforniern nur dankbar sein.

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31 Antworten to “Ein Verbot, das richtig ist”

  1. Muriel 3. Oktober 2012 um 11:49 #

    Jap.
    Natürlich gehört es verboten, andere Menschen zu verletzen.

  2. Ralf 4. Oktober 2012 um 13:44 #

    An die Wurzel des Übels wagt man sich aber nicht heran: die von Christen evangelikaler und katholischer Prägung, von Mormonen, Muslimen, orthodoxen Juden und diversen anderen Religionsfanatikern betriebene andauernde Hasskampagne gegen schwule und lesbische Menschen.

    • Adrian 4. Oktober 2012 um 13:45 #

      @ Ralf
      Meinungsfreiheit – kostbar und wichtig.

  3. Ralf 6. Oktober 2012 um 14:44 #

    @ Adrian

    Volksverhetzung – widerwärtig und gefährlich

    Zuerst werden Mensachen verächtlich gemacht, diffamiert, beschimpft, verleumdet. Dann werden sie entrechtet. Zuletzt sperrt man sie ein und tötet sie. Diesen Gang der Dinge sollten wir aus der Geschichte gelernt haben und uns jeder Wiederholung schon in ihren Anfängen widersetzen. Hass ist etwas ganz Anderes als Meinung.

  4. Muriel 6. Oktober 2012 um 22:56 #

    Und jede Einschränkung der Meinungsfreiheit fängt damit an, dass gewisse Meinungen als „keine Meinung, sondern…“ deklariert werden.

  5. Ralf 7. Oktober 2012 um 12:54 #

    @ Muriel

    Im Dritten Reich z.B. war man der „Meinung“, dass Juden Ungeziefer seien. Die Ergebnisse dieser „Meinung“ sind bekannt. Wer heute besagte „Meinung“ verbreitet, muss mit einer Strafverfolgung wegen Volksverhetzung rechnen. Darin vermag ich keine Beschränkung der Meinungsfreiheit zu erkennen. Im Mittelalter war man der „Meinung“, der Teufel fahre in Frauen und mache sie zu Hexen. In den USA war man im 19. Jh. der „Meinung“, Schwarze seien minderwertig und dürfen als Sklaven gehalten werden. Auch diese „Meinung“ mag heute noch Bekenner finden, wird aber ebenfalls und zu Recht nicht durch ein Grundrecht geschützt, sie ist schlicht verwerflich und Rassismus. Finden Verbrecher genug Verharmloser, die mörderische Ideologie als „Meinung“ akzeptieren, die geschützt und deren Verbreitung Tür und Tor geöffnet werden müsse, dann haben sie schon gewonnen.

  6. Atacama 7. Oktober 2012 um 16:34 #

    Das Problem ist aber doch, dass die Anti-Homosexualitäts-Meinungsäußerer es häufig nicht beim Äußern belassen sondern daraus auch Handlungskonsequenzen erfolgen.

    „Meiner Meinung nach ist Homosexualität unnatürlich“ = man darf nicht drüber reden, Kinder müssen vor dem Wissen darum „geschützt“ werden, vielleicht verfolgt man sogar Homosexuelle.

    Oder „Meiner Meinung nach sind homosexuelle Beziehungen weniger wert als heterosexuelle“ = Ungleichbehandlung homosexueller Partnerschaften vor dem Gesetzgeber.

    Ausserdem muss man auch mal definieren, wo die Grenze zwischen Meinungsäußerung und Hetze/Beleidigung verläuft.

    Das Nazi/Holocaustargument wird zwar ständig gebracht und ist langsam ausgelutscht, aber ich bringe es dennoch nochmal:
    Wäre es freie Meinungsäußerung wenn einer sagte: „Meiner Meinung nach ist der Holocaust völlig richtig gewesen und man hätte nie damit aufhören dürfen. Meiner Meinung nach sind Juden böse und gehören ausgerottet“?

    Und Juden die sich davon verletzt fühlen sind intolerant?

  7. Muriel 7. Oktober 2012 um 22:53 #

    @Ralf:

    Wer heute besagte “Meinung” verbreitet, muss mit einer Strafverfolgung wegen Volksverhetzung rechnen. Darin vermag ich keine Beschränkung der Meinungsfreiheit zu erkennen.

    Wow.
    Einfach wow.
    Ich habe darauf nichts zu erwidern.

  8. Ralf 13. Oktober 2012 um 12:37 #

    @ Muriel

    Aus Deiner Reaktion schließe ich, dass Du die Ansicht: „Juden sind Ungeziefer“ für akzeptabel hältst. Das bedarf nun wahrlich keines Kommentars mehr.

    • Muriel 13. Oktober 2012 um 17:05 #

      Na, das sollte ich vielleicht doch noch gerade rücken.
      Wenn du mit „akzeptabel“ meinst, dass ich eine gewaltsame Reaktion darauf für unangemessen halte, dann ja.
      Ansonsten natürlich nicht.

  9. Atacama 14. Oktober 2012 um 16:26 #

    Also könnte theoretisch eine Masse von zehn bis hundert Leuten hinter einem schwulen Paar herrennen und „Ey, ihr seid Gommhoristen! Ihr Urinduscher! Ihr seid Rektalperverse! Gott hasst euch!“ (hab ich mir bei kreuz.net rausgesucht) usw. brüllen. Und solange sie dabei nicht gewalttätig werden, ist das alles ok und man darf sich nicht wehren sonst ist man intolerant und ein Zensor?
    Irgendwo muss doch die Grenze zwischen Meinungsäußerung und Hetze/Beleidigung gezogen werden oder nicht?
    Und wieso muss man überhaupt jede Meinung unbedingt äussern wenn man keine Handlungsabsichten dahingehend hat und man weiss, das alles was man damit erreicht ist, dass sich Leute verletzt und bedroht oder gemobbt fühlen?

  10. Atacama 14. Oktober 2012 um 16:29 #

    Kann man in Bezug auf Heteros ja auch anwenden, Wenn man einen Arbeitskollegen hat und den nicht mit Namen anredet, sondern nur „Ey, Mösenlecker, komm mal her“. „Na du Fo***nknecht, was hast du heute gemacht?“ „Heteros sind Menstruationsblutschlürfer meiner Meinung nach“ „Typen die vor ner Frau auf die Knie gehen, haben keine Ehre und gehören abgeknallt“ usw. besonders wenn es kein Einzelfall ist, sondern Massenhaft passiert.
    Am besten noch wenn der gute Mann einfach nur mit seiner Frau spazierengehen will ohne extreme Geräuschkulisse die ihn nicht in Ruhe lässt.

    Oder mit Übergewichtigen. oder oder. Jeder Mensch hat das Potential, Attacke von irgendsowas zu werden. Wie soll denn das gehen?

  11. Muriel 14. Oktober 2012 um 19:16 #

    @Atacama: Du musst dich schon entscheiden, ob du Strohmänner meines Standpunktes abfackeln oder ein konstruktives Gespräch mit mir führen möchtest.

  12. Atacama 14. Oktober 2012 um 19:35 #

    Was Strohmann? Das ist ganu was Kreuz.net tut (und Schlimmeres) und was du als Meinungsfreiheit verteidigst.

  13. Muriel 14. Oktober 2012 um 22:25 #

    @Atacama: Wo habe ich gesagt, es wäre „okay“?
    Wo habe ich gesagt, man sei „intolerant“ und „ein Zensor“, wenn man „sich wehrt“?
    Wo habe ich gesagt, dass „man jede Meinung unbedingt äußern“ „muss“?
    Um mal die wesentlichen Punkte anzusprechen. Wir können gerne noch mal versuchen, uns zu verständigen, gerne auch kontrovers, aber bitte verlange von mir nicht, dass ich Positionen rechtfertige, die ich gar nicht vertrete.

  14. Robert Michel 14. Oktober 2012 um 22:31 #

    @Atacama: Schwachsinn. niemand muss Kreuz.net lesen, wenn er nicht will. Wenn man jemanden stalkt, hat der jenige hingegen keine Möglichkeit als den Störern Beachtung zu schenken.

  15. Robert Michel 14. Oktober 2012 um 22:33 #

    @Ralf: Sind Meinungen so etwas wie ansteckende Krankheiten?

  16. Atacama 15. Oktober 2012 um 15:12 #

    „Sind Meinungen so etwas wie ansteckende Krankheiten?“

    Ja.
    Kann man in Osteuropa ganz gut beobachten. Da sind sehr viele der Meinung, dass Homosexuelle eine exzessive Bedrohung für die Gesellschaft darstellen.
    Und es sind viele der Meinung, dass „Homo-Propaganda“ unter Strafe gestellt gehört. und weil genug dieser Meinung sind, ist es prompt zum Gesetz geworden.
    Und nun fangen diejenigen an, der Meinung zu sein, dass Gay-Clubs dichtgemacht werden müssen, weil sie ausschliesslich dazu dienen, „labile Seelen“ in die Homosexualität zu „locken“. Mal sehen was da noch passiert.

    Meinungen schlagen sich früher oder später auf der Strasse nieder. besonders weil viele Menschen ihre Meinung nicht einfach Meinung sein lassen, sondern das auch in Gesetze gegossen sehen wollen.

    @Muriel

    Dann formuliere es bitte nochmal genauer, damit ich es kapiere. musst du nicht, aber es wäre nett.

  17. Muriel 15. Oktober 2012 um 17:19 #

    @Atacama: Ich bin generell der Meinung, dass es nicht angebracht ist, auf Worte mit Gewalt zu reagieren.
    Ich halte es deshalb für falsch, es Menschen zu untersagen, ihre Meinung zu äußern.
    Und wenn jemand (wie Ralph) im Verbot, bestimmte Meinungen zu äußern, nicht einmal eine Einschränkung der Meinungsfreiheit erkennen kann, dann finde ich das erschütternd genug, um die Lust zu verlieren, weiter mit ihm zu diskutieren.
    Das Bundesverfassungsgericht muss das den anderen Gerichten erstaunlicherweise auch immer wieder erklären, deswegen sollte ich es vielleicht nicht so übel nehmen, aber ich habe eben nur begrenzt Zeit und muss deshalb unweigerlich auswählen, welche Diskussionen mir vielversprechend erscheinen, und welche eher nicht.
    Hilft das? Ansonsten gib mir bitte einen Hinweis, was genau ich erklären soll.

  18. Robert Michel 15. Oktober 2012 um 23:01 #

    @Atacama: Wie willst du sicherstellen, dass nur die richtigen Meinungen verboten werden. Wenn dir Regierung das Recht hat Meinungen verbieten, wird sie auch Meinungen verbieten, die uns sehr am Herzen liegen. Wie wäre es mit „Anti-Feminismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen?“

  19. Atacama 16. Oktober 2012 um 09:02 #

    Es geht mir einfach um eine gewisse Gesprächs- und Streitkultur die es denen die kritisiert werden einigermassen möglich macht das Gesicht zu wahren.
    Beleidigung, Verleumdung und Volksverhetzung sind nicht umsonst Straftatbestände.

    Und kreuz.net hetzt, polemisiert und beleidigt einfach nur, Mit Aufklärung oder sachlicher Auseinandersetzung hat das nichts zu tun.

  20. Adrian 16. Oktober 2012 um 11:30 #

    @ Atacama
    „Es geht mir einfach um eine gewisse Gesprächs- und Streitkultur die es denen die kritisiert werden einigermassen möglich macht das Gesicht zu wahren.“

    Vorbildlich, aber all diese Dinge sind ja auch in gewissen Sinne subjektiv.

    „Beleidigung, Verleumdung und Volksverhetzung sind nicht umsonst Straftatbestände.“

    Und wo fängt das eine an, und hört das andere auf? Wenn man jemanden persönlich beleidigt oder verleumdet, dann gehe ich mit Dir konform, aber die Schwulen, die Veganer oder den Islam zu beleidigen, das sollte doch wohl juristisch erlaubt sein.
    Volksverhetzung ist übrigens ein dämlicher Straftatbestand.

    „Und kreuz.net hetzt, polemisiert und beleidigt einfach nur, Mit Aufklärung oder sachlicher Auseinandersetzung hat das nichts zu tun.“

    Es gibt aber auch keine Pflicht zur Aufklärung und sachlicher Auseinandersetzung.

  21. Atacama 16. Oktober 2012 um 12:22 #

    Die Hälfte des Kommentars ist nicht mitgeschickt worden. Noch ein Versuch:

    „Vorbildlich, aber all diese Dinge sind ja auch in gewissen Sinne subjektiv.“

    Nicht wirklich. Gibt kaum Menschen die auf bloßes wüstes Beleidigen mit Zugänglichkeit reagieren oder die Argumente dahinter interpretieren und darauf eingehen. Die meisten Menschen wollen anständig behandelt werden.

    „Und wo fängt das eine an, und hört das andere auf? “

    Das ist eben die Frage.

    Aber ohne das zu klären, braucht man auch keine Anti-Mobbing.Strategien, weil es Mobbing dann nicht mehr „gibt.“
    “ die Schwulen, die Veganer oder den Islam zu beleidigen, das sollte doch wohl juristisch erlaubt sein.“

    Im Prinzip schon, aber sowas verselbstständigt sich leicht.
    In dem Moment wo du eine Gruppe entpersonalisierst, wird es halt kritisch. Weil Diese Gruppe nunmal aus Einzelindividuen besteht die sich davon persönlich angesprochen fühlen dürften.
    Wenn man z.B sagt „Katholiken = Kinderf***ersekte“, wird sich jeder Katholik angesprochen fühlen.

    „Es gibt aber auch keine Pflicht zur Aufklärung und sachlicher Auseinandersetzung.“

    Leider.

  22. Adrian 16. Oktober 2012 um 12:29 #

    @ Atacama

    „Gibt kaum Menschen die auf bloßes wüstes Beleidigen mit Zugänglichkeit reagieren oder die Argumente dahinter interpretieren und darauf eingehen.“

    Man kann aber dagegen argumentieren, oder es ignorieren.

    „Das ist eben die Frage.“

    Eben. Also lassen wir doch jedem seine Meinung und seien persönliche Einschätzung, ob etwas sachlich oder unsachlich, beleidigend oder nur respektlos ist.

    „In dem Moment wo du eine Gruppe entpersonalisierst, wird es halt kritisch. Weil Diese Gruppe nunmal aus Einzelindividuen besteht die sich davon persönlich angesprochen fühlen dürften.“

    Und damit so etwas nicht passiert, sagen wir am Besten gar nichts mehr, oder wie?

    „Leider.“

    Nein, glücklicherweise.

  23. Atacama 16. Oktober 2012 um 12:57 #

    „Und damit so etwas nicht passiert, sagen wir am Besten gar nichts mehr, oder wie?“

    Nein, aber „anders“ eben.
    Es ist ja wohl ein Unterschied ob ich sage „Herr Adrian Ich möchte mit Ihnen gerne über meine Bedenken gegenüber der Eheöffnung in Kontext mit meinem Glauben diskutieren“.

    oder ob ich geifernd herumbrülle, dass du ein kirchenhassender Homobekloppter Urinduscher bist dessen vernichtung Gott wünscht. Beim ersten ist ein Anrgumentieren und Diskutieren möglich, beim zweiten wohl schwerlich.

  24. Muriel 16. Oktober 2012 um 13:56 #

    Und was wäre in deinen Augen eine angemessene Bestrafung für zweiteres?

  25. Atacama 16. Oktober 2012 um 20:09 #

    Einladung, der Diskussion wieder beizutreten und angehört zu werden, sobald man ein sozial erträgliches Gesprächsverhalten erlernt hat vielleicht.

  26. allsurfer4 16. Oktober 2012 um 22:07 #

    Wow, direkt mal eine gute Nachricht aus dem Westen der USA.
    Sollte sich etwa so langsam durchsetzen, dass man „Hetero“, und „Schwul“ geboren wird?
    Zu schön um wahr zu sein !

  27. Muriel 16. Oktober 2012 um 22:17 #

    Dann hältst du also die Freiheitsstrafe, die unser Gesetzgeber dafür vorgesehen hat, auch für erheblich überzogen?

  28. Ralf 19. Oktober 2012 um 18:26 #

    Es gibt nun mal Apologeten des Hasses, die Hetze gegen Menschen für Meinungsäußerung halten und als solche schützen wollen. Ich möchte nicht in einerm Staat leben, in dem jeder geistige Brandstifter ungehindert zur Entrechtung und Ausgrenzung von Minderheiten, vielleicht gar zur „Endlösung“ der Juden-, Behinderten- oder Schwulenfrage aufrufen darf.

  29. Muriel 19. Oktober 2012 um 18:36 #

    Apologet des Hasses.
    Das drucke ich mir auf meine neuen Visitenkarten.

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